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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  

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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 199 mal aufgerufen
 Philosophie und Wissenschaft
Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.525

12.01.2018 14:53
Ist "Liebe alles, was wir brauchen?" - Die Love-and-Peace-Ära antworten

Zitat von Reklov
... zu einem link: J. Lennon lag gar nicht so falsch, denn LIEBE allein kann uns alle "retten", weil sie viel mehr auszurichten vermag, als alle Manöver des Betrugs und Selbstbetrugs, den sich die Menschen stets aufgeladen haben. Die von John besungene "Blume der Liebe" wird aber täglich von denen zertreten, die ihre egoistischen, kleinen und großen Ziele verfolgen - koste es, was es wolle.

Ich denke, dass die Love-and-Peace-Philosophie einen neuen Thread wert ist.

Ich finde, dass die Verabsolutierung der Liebes-Diktion naiv ist und uns Nachteile bringen kann. "Love and Peace" wurde im Kalten Krieg und gegen den Vietnam-Krieg geboren. Die rastlose Jugend suchte nach neuen Richtlinien, um "auf den Bergen von Leichen eine neue Welt zu errichten" (Rainer Langhans). Und das tat sie. Mit den Vorgaben, die die erlernten, und dazu gehörte die (uns so vermittelte) Liebesbotschaft des Herrn Jesus Christus: Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst! Liebe deine Feinde! Liebe, Liebe, Liebe - Love, Love, Love... Von den Beatles noch (sicherlich unbewusst) verdünnsuppt in ihrem Megahit "All you need is Love"...

Damals war die Epoche des Kalten Krieges. Heute ist eine andere Zeit, die Zeit des Islamischen Terrors, militärisch und pädagogisch. Und es ist nicht sinnvoll, den Dschihadisten die andere Backe der Nächstenliebe hinzuhalten in der Hoffnung, sie damit so zu beschämen, dass sie in Tränen der Reue ausbrechen...

Paul McCartney hatte 2001, nach dem 11. September, "Freedom" https://www.youtube.com/watch?v=0xQ0y_R4asI herausgebracht. Ein sympathisches, engagiertes Kampflied gegen den Islamismus. Leider kollidierte das mit Bushs Angriff gegen den Irak, sodass Paul von vielen missverstanden wurde. Aber die ganze Linke scheint eh noch an der Love-and-Peace Diktion festzuhalten, weil sie meint, dass Deeskalation alles sei...

Ist "Liebe alles"? Nein, Liebe ist nicht alles! Ein bisschen Grips in der Birne und - pädagogische und militärische - Wehrbereitschaft zur Verteidigung unserer Werte muss dieser Liebe Spalier stehen. Sonst is nix mehr mit ihr...

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Pest Offline



Beiträge: 657

23.05.2018 17:11
#2 RE: Ist "Liebe alles, was wir brauchen?" - Die Love-and-Peace-Ära antworten

Wer glaubt die Welt durch "Love and Peace" langfristig zu verändern ist in meinen Augen schlichtweg dumm und weltfremd. Konflikte lassen sich nicht Pauschal mit Diplomatie lösen, das ist in der Politik genauso wie auf individueller, privater Ebene und erst recht nicht indem man die andere Wange hinhält und sich in Passivität übt.
Jetzt juckt es sicherlich dem ein oder anderen schon in den Fingern, Google anzuschmeissen und dutzende Beispiellinks zu Posten und zu schreien "Hey Pest, du Miesepeter, alles Schmarrn! Love > Hate! Geht ja wohl weil hat hier und da funktioniert!". But wait, there's more...

Die Annahme, dass das schwammige Konzept von "mehr Liebe in der Gesellschaft" etwas bewirkt, fußt wie so vieles hoch-moralisches Geschwurbel zunächst einmal auf der fehlerhaften Annahme, dass das eigene moralische und emotionale Befinden irgendeine Form von Allgemeingültigkeit oder zumindest Relevanz besitzt und die Konfliktpartei gegenüber nicht einfach stur an ihrer 'Ich hau dir auf die Fresse und nehm mir deinen Scheiss'-Einstellung festhält. Das alleine sollte eigentlich schon genug sein, um einen erwachsenen Menschen, der sein Leben außerhalb einer Echokammer gefüllt mit I-am-offended-Generationisten geführt hat, auf den großen Denkfehler aufmerksam zu machen, an dem diese Passivitäts-Ideologie hakt.

Probleme gehen nicht weg, wenn man sie ignoriert. Das kleine Opfer seiner Lebensumstände, dass dich darauf hinweist, dass es dich "Messer macht" wenn du ihm nicht deinen Geldbeutel aushändigst (oder dich bückst und den Rock hebst), mag es ja sicher viel schlimmer gehabt haben als du und vielleicht wird es in einem von einhundert Fällen sogar möglich sein, ein derartiges Individuum durch konstantes kuscheln von dem Interesse an dem All-You-Can-Rape-Buffet, zu dem unsere westliche Gesellschaft verkommen zu sein scheint, abbringen zu können, jedoch werden die andern neun dadurch in der Regel sich nicht beeindrucken lassen, weil sie traurigerweise eben nichts auf des Wessis Moral und Befindlichkeit geben und ihn nur als Beute sehen. Ändern tut sich nichts, wenn der nun geldbeutellose Gutmensch sich die Wund und Heilsalbe zwischen die Backen schmiert und den Täter zum Opfer verklärend seine unendliche Vergebung in die Welt posaunt - naja, nicht ganz wahr, man generiert einen weiteren überlegenen Moralisten der in die Leere voranschreitet und sich mit der Gewissheit, einer von den Guten zu sein, über seinen blutenden Popo hinwegtröstet.

Liebe gebührt nur denen, die sie verdienen. Respekt nur denen, die ihn erwidern. Wer Fehlverhalten und Feindseligkeit mit nie enden wollender Toleranz und pädagogischem Engagement, welches dann im Sand verläuft, begegnet und nichts daraus lernt, der macht sich selbst zum Opfer und brauch nicht moralisierend die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen, wenn die Gesellschaft durch importierte Probleme und daraus resultierender Frustration kollabiert.

Mantras ala Love and Peace sind nicht zielführend und auch nicht zukunftsweisend. "Der Westen" muss lernen zu fordern und seinen Mann zu stehen und sich nicht von Kulturen, die seinen Werten absolut konträr sind, umbuckeln zu lassen.

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