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Atheismus vs. Religionen  


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Für (echten) Säkularismus und freie Religionskritik!

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Dieses Thema hat 24 Antworten
und wurde 1.613 mal aufgerufen
 Atheismus/Agnostizismus
Reklov Offline




Beiträge: 5.129

14.01.2018 14:51
#1 RE: Gab es ein "NICHTS"? Antworten

Zitat
Eigentlich findet Geist/Information immer zwischen den SEINSFORMEN statt. Und du selbst sagtest doch auch schon, dass das Gehirn die Stätte des Geistes ist. Wie nun auf einmal die Behauptung, dass der Geist die Stätte des seienden Gehirns ist?

Perquestavolta,

... ich sagte einst, dass unser Gehirn als ein "Statthalter" des Geistes (zumindest eines Teiles davon) betrachtet werden kann - nicht aber schon der GEIST selbst ist! Dass aber GEIST die Stätte des seienden Gehirns ist, habe ich so nie geschrieben. GEIST kann sich (meiner Meinung nach) in einem funktionierenden Gehirn niederlassen, um mit diesem, für ihn optimal geeigneten "Werkzeug" zu leben, zu arbeiten, zu gestalten, zu erfinden etc.

Auch ein Formel1-Pilot benützt seinen Wagen (eine brillante Ingenieurleistung) als "Werkzeug" für sein Vorhaben. - Versagen die techn. Teile des Rennwagens, so dass dieser stehen bleibt, steigt der Pilot in ein funktionierendes Fahrzeug um, wenn das alte nicht mehr ordentlich repariert werden kann. Wir Menschen sind (aus meiner Sicht) geeignete "Rennwagen", mit denen der allumfassende GEIST seine finalen Ziele anstrebt. Dass wir während des Rennens auch eigene Ideen entwickeln können, zeichnet unser individuelles Wesen auf eine ganz besondere Weise aus.

Gruß von Reklov

Perquestavolta Offline



Beiträge: 4.610

14.01.2018 17:06
#2 RE: Gab es ein "NICHTS"? Antworten

Zitat von Athon im Beitrag #109
@Reklov

Zitat von Reklov #106
GEIST kann sich (meiner Meinung nach) in einem funktionierenden Gehirn niederlassen, um mit diesem, für ihn optimal geeigneten "Werkzeug" zu leben, zu arbeiten, zu gestalten, zu erfinden etc.

Nachdem nun wieder einmal wie üblich vom eigentlichen Thread-Thema abgewichen wurde, muss ich aber trotzdem einiges dazu sagen: "Geist" lässt sich in keinem Gehirn nieder, Reklov. Und schon gar nicht in einem, dass bereits funktioniert. Er wird -so meine Ansicht- bereits mit der Entwicklung des Gehirns gebildet und war bis dato nicht vorhanden. Ob, wann und inwieweit der Geist dann nutzvoll eingesetzt werden kann und wird, liegt dann im weiteren Fortgang der Entwicklung des Gehirns begründet. Oder willst Du jetzt hier behaupten, dass ein Neugeborenes keinen Geist besitzt?



Ein kleines Babygehirn eignet sich viel vom Geist seiner nächsten Mitmenschen an. Der Geist eines kleinen Kindergehirns besteht fast zu 100" aus dem Geist seiner nächsten Mitmenschen. So ab dem 3. Lebensjahr ist dann die kritische Masse erreicht, die das ICH zündet.

Aller Fortschritt ist der Erfolg von Konflikten, Katastrophen, Tragödien und Unzufriedenheit.
Dass aber gerade die Philosophen und die Prediger des wahren Glaubens sich gerne die ganze Ehre dieser Erfolge selbst zuschreiben, mag uns nachdenklich stimmen.

Reklov Offline




Beiträge: 5.129

14.01.2018 19:43
#3 RE: Gab es ein "NICHTS"? Antworten

Zitat
Der Geist eines kleinen Kindergehirns besteht fast zu 100" aus dem Geist seiner nächsten Mitmenschen. So ab dem 3. Lebensjahr ist dann die kritische Masse erreicht, die das ICH zündet.

Perquestavolta,

... keiner von uns kann sich wohl recht an die ersten 3 Jahre seines Lebens erinnern, also ist auch jede Aussage darüber lediglich ein Versuch!

Gruß von Reklov

Perquestavolta Offline



Beiträge: 4.610

14.01.2018 21:11
#4 RE: Gab es ein "NICHTS"? Antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #111

Zitat
Der Geist eines kleinen Kindergehirns besteht fast zu 100" aus dem Geist seiner nächsten Mitmenschen. So ab dem 3. Lebensjahr ist dann die kritische Masse erreicht, die das ICH zündet.
Perquestavolta,

... keiner von uns kann sich wohl recht an die ersten 3 Jahre seines Lebens erinnern, also ist auch jede Aussage darüber lediglich ein Versuch!




Auch das ist falsch, Reklov. Fast jeder Mensch kann sich an kleine Episoden schon zwischen dem 1. und 2. Lebensjahr erinnern. Ich hab da erst neulich mit meinem Sohn darüber gelacht.

Außerdem war ich auch bei der Entwicklung der sprachlichen und geistigen Fähigkeiten meines Sohne ein sehr aufmerksamer Beobachter.

Während meiner ersten 3 Lebensjahre sind meine Eltern 3 x großräumig umgezogen. Vor einigen Jahren bin ich dort hingefahren, wo ich nach meinem 3. Lebensjahr fast 40 Jahre lang nie mehr gewesen. Ich hab das Haus gefunden in dem wir gewohnt haben und ich hab die damaligen Nachbarn gefunden, die sich noch gut an mich und meine Familie erinnern konnten. Ich hab mich sogar noch an den Namen einer Tochter dieser Familie erinnert..

Man könnte jetzt vielleicht sagen, ja gut, die Gegend und alles drumherum kanntest du ja..also war das keine so große Besonderheit. So war es aber nicht.. Die Gegend in die mein Vater damals aus beruflichen Gründen mit uns hin gezogen ist, liegt so weit abseits von dem Ort wo ich später aufgewachsen bin, dass wir nach dem Umzug nie mehr dort gewesen sind... und ich hab mich trotzdem noch genau an architektonische Einzelheiten erinnert und nur der große Dorfplatz, von dem aus ich genau wusste, wo unser Haus stand und auch heute noch steht.. war um einiges kleiner, als ich ihn in Erinnerung hatte.. Ich war damals als wir dort weggezogen, gerade 3 Jahre alt geworden..

So einfach, Reklov, wie du immer meinst ist die Welt nicht. Und WIR und du, der du immer gerne von UNS redest, wenn du damit deine eigene Beschränktheit zu rechtfertigen versuchst.. verstehen auch sonst etwas mehr von Kunst, Musik ....Kultur und den Naturwissenschaften als es dir gerne recht wäre.

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Perquestavolta Offline



Beiträge: 4.610

14.01.2018 22:09
#5 RE: Gab es ein "NICHTS"? Antworten

Das "Nichts" haben wir aus den Augen verloren... was ja auch nicht so schwierig ist.

Was war vor dem Urknall..Nichts kann es nicht gewesen sein, denn aus Nichts wird nichts. Gott kann es auch nicht gewesen sein, weil Nichts größer ist als Gott und somit Gott ziemlich bescheidene Dimensionen haben muss, wenn er überhaupt existiert. Ein Geist wie ihn Reklov behauptet.. als eine Ursache aus sich und seiner selbst, die unbegreiflich ist und also durch unsere Beschränktheit nicht begriffen werden kann.. und gedacht werden muss.. was immer das heißen soll ... Denn etwas Unbekanntes das unbekannt ist ist etwas, das überhaupt nicht bekannt ist...und somit auch überhaupt nicht existieren könnte..

Das unsere Welt von einem intelligenten Planer geplant worden ist, scheitert daran, dass die Evolution auf Versuch und Irrtum basiert. Ein intelligenter Planer plant etwas, ohne dann Milliarden Jahre herum zu probieren, bis endlich steht was er geplant hat. Wenn die Opfer von Verbrechen, Unfällen, Krankheitserregern, Naturkatastrophen
sich freien Willens dafür opfern würden.. könnte man sagen: "ja gut, gut Ding braucht halt seine Zeit und wir haben ja schließlich eine freien Willen, so dass wir nicht ständig zur falschen Zeit am falsch Ort sein müssen"..

Hier könnte und müsste einem spätesten der "Blödgeist" bewusst werden, der hinter der unbegreiflichen Planer-Idee steckt..

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Athon Offline




Beiträge: 2.449

15.01.2018 10:17
#6 RE: Gab es ein "NICHTS"? Antworten

@Reklov

Zitat von Reklov #112
In der Genesis werden ähnliche Gedanken geflochten, denn die Erde war zunächst wüst und leer, und es war finster in der Tiefe, aber der Geist Gottes schwebte bereits auf dem Wasser... - Sicher, dies ist nur ein antikes >Sprachbild<, aber es skizziert einen Geist, der noch nicht mit allen Ausführungen seiner "Ideen" fertig ist.


Ich glaube eher, dass in der Genesis der Geist der Verfasser skizziert wird, die hinsichtlich des Entstehens der Welt naturgemäß nicht auf dem Laufenden sein konnten...

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NUR DER ZWEIFEL LÄSST UNS DENKEN

Reklov Offline




Beiträge: 5.129

15.01.2018 10:31
#7 RE: Gab es ein "NICHTS"? Antworten

Zitat
Ich glaube eher, dass in der Genesis der Geist der Verfasser skizziert wird, die hinsichtlich des Entstehens der Welt naturgemäß nicht auf dem Laufenden sein konnten...

Athon,

... die Ansichten der Naturwissenschaften über das Entstehen der Welt, welche sich aus Beobachtungs- und Messergebnissen zusammensetzen, mögen naturgemäß auf dem Laufenden sein - über die Entstehung der Welt können sie uns, außer der überall so gerne gehandelten Urknall-Theorie, aber auch nichts Genaues sagen.
Das "mystische" Denken hat zudem seine eigene "Ausdrucksform", bedient sich auch einer völlig anderen "Zeichensprache", wie man es z.B. an den Texten von Meister Eckhart leicht erkennen kann.
Ein Werturteil über die beiden "Denk-Wege" würde ich persönlich hier nicht abgeben wollen.

Gruß von Reklov

Perquestavolta Offline



Beiträge: 4.610

15.01.2018 11:31
#8 RE: Gab es ein "NICHTS"? Antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #118

Zitat
Ich glaube eher, dass in der Genesis der Geist der Verfasser skizziert wird, die hinsichtlich des Entstehens der Welt naturgemäß nicht auf dem Laufenden sein konnten...

... die Ansichten der Naturwissenschaften über das Entstehen der Welt, welche sich aus Beobachtungs- und Messergebnissen zusammensetzen, mögen naturgemäß auf dem Laufenden sein - über die Entstehung der Welt können sie uns, außer der überall so gerne gehandelten Urknall-Theorie, aber auch nichts Genaues sagen.
Das "mystische" Denken hat zudem seine eigene "Ausdrucksform", bedient sich auch einer völlig anderen "Zeichensprache", wie man es z.B. an den Texten von Meister Eckhart leicht erkennen kann.
Ein Werturteil über die beiden "Denk-Wege" würde ich persönlich hier nicht abgeben wollen.




Natürlich hat das Mistisches Denken seine ganz eigenen Ausdrucksformen.. Eine davon ist z. b. "Allah akbar, Tod den Ungläubigen."
Die christliche Philosophie, die alles fortschrittliche Wissen und alle technischen Errungenschaften der heidnischen Antike komplett vernichtet und niedergebrannt hat.. um das ganze ehemalige Weströmische Reich über Jahrhunderte mystisch zu unterjochen und den freien Willen der Menschen des frühen und späteren Mittelalters komplett klösterlicher Feudalherrschaft zu unterwerfen.. ist auch eine Ausdrucksform mistischen Wahns gewesen.. immer wieder neue Rechtfertigungen geistlicher Mistik wurden dafür erfunden und sogar der heilige Thomas von Aquin war mistisch überzeugt, dass Ungläubige und andere Abweichler vom göttlichen Dogmatismus der Todesstrafe zugeführt werden sollten. Die Inquisition gab es entgegen deiner Behauptung, schon zu seinen Lebzeiten. Und wenn der heilige Meister Eckhard in seinen Texten dem christlich verdummten Volke noch so schönes Wasser predigt, lässt sich der narzisstische Tatbestand des "mystischen" volksverblödende Feudal-Opportunismus der mittelalterlichen Mistiker.. einfach nicht weg leugnen.

Und bei naturwissenschaftlichen Welterklärungsmodellen spielen WERT-Urteile, welche auch noch identifikationsbezogen den eigenen weltanschaulichen Vorlieben einen höheren Rang der WERTinstanzen zu weisen.. ohnehin überhaupt keine Rolle. So lange Religionen predigen, dass die Hierachieordnung der Welt von einem Planer geplant wurde, muss man selbst kein Mystiker sein, um zu verstehen, was für primitiver oder wahngestörter Geist mistisches Denken bewegt.

Aller Fortschritt ist der Erfolg von Konflikten, Katastrophen, Tragödien und Unzufriedenheit.
Dass aber gerade die Philosophen und die Prediger des wahren Glaubens sich gerne die ganze Ehre dieser Erfolge selbst zuschreiben, mag uns nachdenklich stimmen.

Reklov Offline




Beiträge: 5.129

15.01.2018 12:12
#9 RE: Gab es ein "NICHTS"? Antworten

Zitat
Gott kann es auch nicht gewesen sein, weil Nichts größer ist als Gott und somit Gott ziemlich bescheidene Dimensionen haben muss, wenn er überhaupt existiert.

Perquestavolta,

... wenn wir hier im Forum schon beim Denken sind, dann können wir uns auch darauf einigen, dass es beim Begriff "Gott" um ein Höchstes Wesen geht, über das Größeres hinaus nichts gedacht werden kann. Nun ist es aber für alle leicht, einzusehen, dass ein Höchstes Wesen, welches existiert, immer noch größer gedacht werden muss, als eines, das nicht existiert. Dass dieses "Wesen" im Bewusstsein der Menschen existiert, wird wohl keiner bestreiten können, auch wenn es verständlicherweise von vielen geleugnet wird. Wäre dem nicht so, würde man nicht so eifrig darüber diskutieren.
Ein Wesen, das aber nur im Bewusstsein der Menschen existiert, kann niemals größer sein, als ein entsprechendes Wesen, das in Wirklichkeit existiert. Folgliche kann auch ein Leugner nicht abstreiten, dass jenes, nicht nur hier diskutierte Wesen, welches zumindest in seinem Bewusstsein existiert, niemals größer gedacht werden kann, als ein real existierendes.

Zitat
Ein intelligenter Planer plant etwas, ohne dann Milliarden Jahre herum zu probieren, bis endlich steht was er geplant hat.

Wärest Du intelligent, könntest Du auch einsehen, dass Evolution nicht nur das Verschwinden von Arten, sondern auch das Weiterentwickeln, das Verändern der Arten mit einschließt.

Zitat
Wenn die Opfer von Verbrechen, Unfällen, Krankheitserregern, Naturkatastrophen
sich freien Willens dafür opfern würden.. könnte man sagen: "ja gut, gut Ding braucht halt seine Zeit und wir haben ja schließlich eine freien Willen, so dass wir nicht ständig zur falschen Zeit am falsch Ort sein müssen"..

Dein Gedankengang beschäftigte die Menschen seit jeher. - Die Antike kannte z.B. den christlichen Begriff der "Sünde" lange nicht und die relig. indischen Denkwege schufen den Begriff des Karma. Hier gibt es keine ungerechtfertigten Heimsuchungen "am falschen Ort und zur falschen Zeit" sondern ein jeder muss für seine Verfehlungen irgendwann die Konsequenzen tragen. - Beispiel: Ein Söldner im 30jähr. Krieg, der vergnügt zuschaut, wie eine Familie in ihrem Haus, dass er angezündet hat, schreiend verbrennt, darf irgendwann auch mal selbst erfahren, wie es sich anfühlt, ein Opfer von Flammen zu werden - mit all den vorausgehenden Ängsten und Qualen.
Ob solch ein Dedankenmuster akzeptabel ist? - Gerecht wäre es in jedem Fall.

Für mich wäre es z.B. ein Idealfall, würde jeder Mensch vor seiner Geburt einen "Führerschein für das Erdendasein" machen müssen. Wer die Prüfung nicht besteht, darf erst gar nicht in die Geburtenschleife eintauchen, sondern darf die Prüfung wiederholen. Allerdings würde ihm dann auf der Erde die praktische Erfahrung mit dem Bösen fehlen. Nicht ohne Grund soll Buddha einst einen jungen Mann, der sich bei ihm als Schüler beworben hatte, gefragt haben, ob er denn schon mal gestohlen habe. Als dieser heftig verneinte, riet ihm Buddha, er solle erst in der Welt stehlen und dann wieder zu ihm kommen.

Die von Dir schon öfter kritisierten Krankheitserreger haben besonders dort eine Chance, wo der Mensch >gegen die Natur< lebt, sich also großem negativen Stress aussetzt, seinem Darm jahrelang eine völlig falsche Ernährung zumutet und einer verblendeten Glücksvorstellung nachrennt, also nur weltliche Güter hortet und sammelt.

Es gibt aber auch Unfälle, die sich zwangsläufig ergeben müssen, fordert man ihre Möglichkeit immer erneut heraus. Ein 12jähr. Junge aus meinem Bekanntenkreis nimmt seit 1 Jahr am Reitunterricht teil. Ich machte die Eltern auf die Gefahren des Reitens aufmerksam, bekam aber zu hören, dass alles vorerst in der Halle und unter Aufsicht geschehe. Neulich scheute ein Pferd plötzlich und warf den Jungen ab, so dass er gegen die Hallenwand flog. Glücklicherweise verletzte er sich nur leicht. Bekannt sind aber auch Stürze von routinierten Reitern, die im Rollstuhl endeten. - Jetzt haben die Eltern dem Jungen einen Rückenstabilisator (Reiterschutzweste) gekauft. Ob das eine Herausforderung des Schicksals ist, wird die Zukunft zeigen.

Nicht ohne Grund wurde die Deutsche Regierung von Jürgen Resch, dem Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, wegen fahrlässiger Tötung angeklagt - weil die Todeszahlen, die bei uns das Auto erzeugt, unverantwortlich hoch sind. Durch Verkehrsunfälle sterben hier jährlich an die 3000 Menschen.
Rund 38.000 Todesfälle wären Forschern zufolge vermeidbar gewesen, hätten Autobauer Abgasgrenzwerte für Dieselmotoren eingehalten. Allein in Deutschland sterben jährlich rund 66.000 Menschen vorzeitig durch Feinstaub. (Quelle: Internet)

Die Autoindustrie wird aber von allen Politikern als "Heiligen Kuh" verehrt und als großer Arbeitsplatzgarant nicht angetastet.

Gruß von Reklov

Athon Offline




Beiträge: 2.449

15.01.2018 12:21
#10 RE: Gab es ein "NICHTS"? Antworten

@Reklov

Zitat von Reklov #118
.. die Ansichten der Naturwissenschaften über das Entstehen der Welt, welche sich aus Beobachtungs- und Messergebnissen zusammensetzen, mögen naturgemäß auf dem Laufenden sein - über die Entstehung der Welt können sie uns, außer der überall so gerne gehandelten Urknall-Theorie, aber auch nichts Genaues sagen.


Aber, selbst diese Ungenauigkeit ist zu 100% mehr als das, was "andere" anzubieten haben...

Zitat von Reklov #120
Für mich wäre es z.B. ein Idealfall, würde jeder Mensch vor seiner Geburt einen "Führerschein für das Erdendasein" machen müssen. Wer die Prüfung nicht besteht, darf erst gar nicht in die Geburtenschleife eintauchen, sondern darf die Prüfung wiederholen.


Dann müsste aber der Prüfende zumindest in den Fällen von Hitler und Stalin sein Lehrgeld zurückzahlen...

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NUR DER ZWEIFEL LÄSST UNS DENKEN

Reklov Offline




Beiträge: 5.129

15.01.2018 12:27
#11 RE: Gab es ein "NICHTS"? Antworten

Zitat
Natürlich hat das Mistisches Denken seine ganz eigenen Ausdrucksformen.. Eine davon ist z. b. "Allah akbar, Tod den Ungläubigen."
Die christliche Philosophie, die alles fortschrittliche Wissen und alle technischen Errungenschaften der heidnischen Antike komplett vernichtet und niedergebrannt hat.. um das ganze ehemalige Weströmische Reich über Jahrhunderte mystisch zu unterjochen und den freien Willen der Menschen des frühen und späteren Mittelalters komplett klösterlicher Feudalherrschaft zu unterwerfen.. ist auch eine Ausdrucksform mistischen Wahns gewesen.

Perquestavolta,

... bist Du nun doof oder hast Du hier Bildungslücken?

Ein Mystiker würde weder einen Religionskonzern gründen, noch käme er auf die Idee, Andersdenkende in irgendeiner Weise zu verfolgen.

Lies zunächst mal die Texte von Meister Eckhart, dann ahnst Du vielleicht, was ein Mystiker ist. Mit Deinem MIST hat MYSTIK jedenfalls nichts zu tun!

Zitat
und sogar der heilige Thomas von Aquin war mistisch überzeugt, dass Ungläubige und andere Abweichler vom göttlichen Dogmatismus der Todesstrafe zugeführt werden sollten.

Der Genannte war kein Mystiker, sondern ein kirchlicher Scholastiker, der vor lauter Dogmenblindheit wohl ein Herz aus Stein in seiner Brust wohnen hatte. - Auch M.Luther, den man letztes Jahr mit einem 500jähr. Jubiläum hochjubelte, war kein Mystiker, sondern lediglich ein verirrter religiöser Eiferer, ein fleißiger Dienstbote der Kirche.
Der Unterschied zu einem Mystiker sollte aber selbst einem wie Dir an sich schon klar werden können?

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 5.129

15.01.2018 12:47
#12 RE: Gab es ein "NICHTS"? Antworten

Zitat
Aber, selbst diese Ungenauigkeit ist zu 100% mehr als das, was "andere" anzubieten haben...

Athon,

... auf das rein Materielle bezogen mag einer das so betrachten wollen.

Zitat
Dann müsste aber der Prüfende zumindest in den Fällen von Hitler und Stalin sein Lehrgeld zurückzahlen.

Hitler endete ja unrühmlich - körperlich schon länger stark angeschlagen - im "Keller des Führerbunkers", obwohl dies vom FBI bis heute angezweifelt wird! Die ihm folgten, erfuhren ebenfalls Konsequenzen - auf die eine oder andere Art.

Als Stalin in der Nacht vom 28. Februar auf den 1. März 1953 auf seiner Datscha Kunzewo rund 15 Kilometer von Moskau entfernt einen Schlaganfall erlitt, erfuhr die Welt lange nichts davon.
Erst am 4. März veröffentlichte die staatliche Nachrichtenagentur Tass eine Mitteilung der Regierung über die Erkrankung des Kreml-Chefs: Das ZK der KPdSU und der Ministerrat der UdSSR machen Mitteilung von dem Unglück, das unsere Partei und unser Volk getroffen hat – von einer schweren Erkrankung des Genossen Stalin.“ Demnach habe Stalin in der Nacht vom 1. auf den 2. März in seiner Moskauer Wohnung eine Hirnblutung erlitten und leide unter Herz- und Atmungsstörungen. Daran stimmten weder Ort noch Zeit. Schließlich hieß es: Zur Behandlung des Genossen Stalin wurden die besten Ärzte herangezogen.“ Auch das stimmte nicht. Die besten Ärzte des Landes saßen in den Folterkammern der Geheimdienste. Einen Tag später war Stalin tot.

Gruß von Reklov

seneca Offline

religiöser Atheist


Beiträge: 670

15.01.2018 14:58
#13 RE: Gab es ein "NICHTS"? Antworten

Was hat Hitlers und Stalins Ende oder ein Reitunfall mit dem thread Thema zu tun, wo es um Geist und ein göttliches Wesen ging.
Hier blubbern einfach Gedanken (Meme) auf, wie Gase aus einem Sumpf oder wie der "Geist Gottes" über dem Wasser, die man einander hinwirft.

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RELIGION IST HEILBAR! (Buch von J. Hochstrasser, Ex-Priester)
Denken ist eine Anstrengung; Glauben ein Komfort (Ludwig Marcuse).
Das Leben ist eine mißliche Sache; ich habe mir vorgesetzt, es damit hinzubringen, über dasselbe nachzudenken (Schopenhauer). - Ich würde nur an einen Gott glauben, der zu tanzen verstünde (Nietzsche, Zarathustra).

Perquestavolta Offline



Beiträge: 4.610

15.01.2018 16:13
#14 RE: Gab es ein "NICHTS"? Antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #122


... bist Du nun doof oder hast Du hier Bildungslücken?

Ein Mystiker würde weder einen Religionskonzern gründen, noch käme er auf die Idee, Andersdenkende in irgendeiner Weise zu verfolgen.
Wo hab ich den behauptet dass Mystiker Religionskonzerne gründen... Und wo hab ich behauptet das Mystiker selbst Andersdenkende verfolgen?

Gehts noch? Mystiker Wikipedia: Begriffsbestimmung Mystik

Religionsgeschichtlich versteht man unter Mystik ein religiöses Erleben, das auf „ein Wirklichkeitsganzes“ oder auf eine Gotteswirklichkeit hin ausgerichtet ist. Mystische Erfahrungen werden unter Verwendung kontextspezifischer Begriffe, Bilder und Formulierungen ausgedrückt.

In monotheistischen Religionen wie Christentum, Judentum und Islam ist mystische Erfahrung als Gotteserfahrung bzw. Glaubens­erfahrung auf die göttliche Wirklichkeit bezogen.


Und mein Aussage bezog sich auf deine die da lautete:

Zitat
Zitat Reklov Das "mystische" Denken hat zudem seine eigene "Ausdrucksform", bedient sich auch einer völlig anderen "Zeichensprache", wie man es z.B. an den Texten von Meister Eckhart leicht erkennen kann.



Ist halt nun mal eine Tatsache, das christliche Mystiker wie auch dein heiliger Meister Eckhard nichts gegen die Verfolgung und Tötung von Abweichlern und Ungläubigen (Häretikern) hatten Reklov. Sondern diese sogar befürwortete. Er war Dominikaner...Da er zum Schluss selber in die Schusslinie der Inquisition geriet, widerrief er seine möglichen Irrtümer, die er meinte in Unwissenheit begangen zu haben.. Eifer und Fanatismus.

Seine Lehre hält er für universal gültig: Lehre:

Zitat
Eckharts Lehre kreist um zwei Pole: Gott und die menschliche Seele. Er will seine Hörer bzw. Leser über die Beschaffenheit der Seele und (soweit möglich) über Gott aufklären und darüber belehren, wie sich Gott und Seele zueinander verhalten. Dabei spielt für ihn der Praxisbezug seiner Ausführungen eine zentrale Rolle. Der Hörer oder Leser soll dazu angeleitet werden, anhand eigener Selbst- und Gotteserfahrung zu den von Eckhart beschriebenen Einsichten zu gelangen. Den Ausgangspunkt der Behandlung dieser Thematik bildet die Frage, wie Gotteserkenntnis zustande kommen kann und welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen.
Vorgehensweise
Zur Untermauerung und Illustration seiner Behauptungen zitiert Eckhart reichlich Autoritäten: sowohl biblische Texte als auch antike und mittelalterliche Kirchenschriftsteller und nichtchristliche Philosophen. Er bedient sich der vom Aristotelismus geprägten Terminologie der Universitätswissenschaft seiner Zeit; inhaltlich steht er allerdings dem Neuplatonismus näher als dem aristotelischen Denken. Unter den Autoren, die er besonders schätzt, spielt neben dem spätantiken Kirchenvater Augustinus der mittelalterliche Philosoph Maimonides eine herausragende Rolle. Die Kernaussagen seiner Lehre fußen aber trotz dieses geistesgeschichtlichen Hintergrunds nicht in erster Linie auf einer allgemein anerkannten philosophischen und theologischen Tradition, der er sich anschließt. Wichtiger als die Berufung auf Autoritäten ist für ihn die auf Vernunft und Erfahrung gestützte Einsicht. Er hält seine Einsichten für universal gültig.



Zitat von Reklov im Beitrag #122

Lies zunächst mal die Texte von Meister Eckhart, dann ahnst Du vielleicht, was ein Mystiker ist. Mit Deinem MIST hat MYSTIK jedenfalls nichts zu tun!

Lies du mal lieber etwas über Leibeigenschaft im Mittelalter und über die Biografie dieses Sklaventreibermeisters.

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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.543

15.01.2018 16:29
#15  Gab es ein "NICHTS"? Antworten

Ich überlege mir, den PQV - Reklov-Disput dieses Threads in einen besonderen Thread zu separieren. Bereitet euch schon mal darauf vor.

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seneca Offline

religiöser Atheist


Beiträge: 670

15.01.2018 17:33
#16 RE: Gab es ein "NICHTS"? Antworten

Spannende Diskussion zwischen Reklov und PQV: Zuerst ging es um das Nichts, dann um den Urgrund, und um den Geist. Wissenschaftliche Erkenntnisse und metaphysische Behauptungen wild durcheinander, so dass man kaum nachkommt. Jetzt geht es plötzlich um Mystik, ein schweres und abwegiges Gebiet: Erklärt uns doch mal kurz die Intuition (vernunftlose Erkenntnis) und die Mystik in der Philosophie Kants anhand des folgendes Texts. Es würde mich interessieren:

Intuition and Mysticism in Kantian Philosophy
http://www.meta-religion.com/Philosophy/...sm_in_kanti.htm

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Perquestavolta Offline



Beiträge: 4.610

15.01.2018 18:34
#17 RE: Gab es ein "NICHTS"? Antworten

Es geht immer nur um Reklov und also eigentlich um Nichts.
So wie Hirn ohne Geist und Geist ohne Hirn. Hirn-Geist-Dualismus.. Meister Eckhard war Mystiker? Nein war er nicht. er war Domenikaner und Chef von über 40 Klöster mit einigen Zehntausend Leibeigenen, die sich für Gottes Gnade vor der gottgewollten Obrigkeit zu bücken hatten... Dabei ging es nicht um Nichts, sondern um die göttliche Vernunft und den Trost des Glaubens.

Oh Mann..

Aller Fortschritt ist der Erfolg von Konflikten, Katastrophen, Tragödien und Unzufriedenheit.
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Perquestavolta Offline



Beiträge: 4.610

15.01.2018 19:11
#18 RE: Gab es ein "NICHTS"? Antworten

Zitat von seneca im Beitrag #130
Erklärt uns doch mal kurz die Intuition (vernunftlose Erkenntnis) und die Mystik in der Philosophie Kants anhand des folgendes Texts. Es würde mich interessieren:

Intuition and Mysticism in Kantian Philosophy
http://www.meta-religion.com/Philosophy/...sm_in_kanti.htm


Ich verzichte da lieber drauf. Die psychoanalytische Wissenschaftsphilosophie in Bezug neuronaler Zusammenhänge würde Kants Abhandlung über die Intuition so zerpflücken, dass es infolge zu psychotischen Volksaufständen kommen würde.

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Reklov Offline




Beiträge: 5.129

16.01.2018 11:25
#19 RE: Gab es ein "NICHTS"? Antworten

Zitat
Meister Eckhard war Mystiker? Nein war er nicht. er war Domenikaner und Chef von über 40 Klöster mit einigen Zehntausend Leibeigenen, die sich für Gottes Gnade vor der gottgewollten Obrigkeit zu bücken hatten.

Perquestavolta,

... das eine schließt ja das andere nicht aus! - Übrigens fanden viele Männer und Frauen in den damaligen Klöstern ein weitaus angenehmeres und vor allem geschützteres Dasein, als ihnen das karge Mittelalter-Dasein sonst hätte anbieten können. - Wie immer, gab es auch hier auf einer Werte-Skala alles - von schlecht bis optimal.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 5.129

17.01.2018 13:12
#20 RE: Gab es ein "NICHTS"? Antworten

Zitat
Es gibt keinen guten Grund, einem dem Menschen nicht zugänglichen Etwas von vornherein ein Wesen zu zusprechen, das andere darin zu erkennen meinen und von dem sie aber behaupten, es sei für den Menschen als Wesen nicht zugänglich.

Perquestavolta,

... bereits das "Wesen" der Tiere ist uns Menschen nicht zugänglich. Mancher glaubt sich zwar von seinem Hund "verstanden", aber, wie der Hund die Welt "begreift/empfindet", wird uns stets ein Geheimnis bleiben.

Zitat
Wie kann denn ein Wesen überhaupt in einer Gesamtheit real existieren, wenn es allein davon abhängt, dass man es von vornherein einfach mal voraussetzt, obwohl es einem als Menschen in seinem Wesen gar nicht zugänglich ist.

Der Gedanke an ein Höchstes Wesen ist nur "indirekt" zu fassen und nur von dem, der sich dem Gedanken öffnet und nicht von vorneherein (wie Du) versperrt.
Mit Wissen über naturwissenschaftliche Zusammenhänge hat dies aber nichts zu tun, den solche Erkenntnisse beantworten nicht die Frage des WOHER.

Zitat
Da will mir doch einer das Gehirn vernebeln?!!!


"Gehirnvernebelung" könnte man den relig. Konzernen vorwerfen. Diese schauen, neben dem Verkünden ihres Dogmas, vornehmlich darauf, wie sie ihren in der Geschichte ergaunerten Reichtum profitabel verwalten können.

Zitat
Schön, Gut, Böse.. sind keine objektivierbaren Sachverhalte, sondern rein menschliche Vorlieben, die vom Wesen her nur im menschlichen Individuum selbst zu suchen und zu finden sind.

Da bin ich ganz anderer Meinung! -

Schön:
Kein Mensch wird wohl einen Sonnenuntergang am Meer oder im Gebirge als "nicht schön" empfinden.

Gut:
Eine hilfreiche und uneigennützige Zuwendung zu einem in Not geratenen Mitmenschen wird von jedem als "gut" eingestuft.

Böse:
Jedes "geistig gesunde" Individuum würde z.B. ein Töten oder Foltern von Unschuldigen als böse empfinden - wobei sich "böse" von "ungerecht" nicht so groß unterscheidet, wie man annehmen möchte,
auch wenn die Mächtigen der Welt den vielen Untergebutterten die größten Ungerechtigkeiten unverhohlen und arrogant einfach zumuten (stets zugemutet haben).

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 5.129

17.01.2018 13:19
#21 RE: Gab es ein "NICHTS"? Antworten

Zitat
Was glaubst du, wie viele Leute an einen Gott glaubten, wenn all die Bekenntnisgruppen nicht die Möglichkeit hätten, via Religionsunterricht die intellektuelle Wehrlosigkeit der Kinder für ihre Prägungsinteressen auszunutzen?

Gysi,

... die Leute würden zwar nicht an einem Dogma kleben, aber die Frage nach dem WOHER wäre damit noch nicht vom Tisch, denn das Seinsbewusstsein des Menschen würde diese Frage wieder in einem "neuen Kleid" auftreten lassen. - Von den Religionen mal abgesehen, wäre aber einer wie Jesus stets ein "Superstar", weil dieser die Grundfragen des Menschseins mit Gleichnissen gut zur Sprache brachte.

Zitat
Es gibt kein "Wesen" Gottes! Die Götter (und später der monotheistische Gott) sind alle in einer Zeit erfunden worden, als es - im Vergleich zu heute - nur wenig Wissen/Erkenntnis gab!

Deine Behauptung würde ich so nicht in Stein meiseln wollen, vor allem, weil wir lediglich vom höchst bescheidenen "Erkenntnisteller" unserer Menschenküche zu essen imstande sind.

Gruß von Reklov

Perquestavolta Offline



Beiträge: 4.610

17.01.2018 13:46
#22 RE: Gab es ein "NICHTS"? Antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #20


... bereits das "Wesen" der Tiere ist uns Menschen nicht zugänglich.
Dir ist so vieles nicht zugänglich, was für UNS fast selbstverständlich ist.


Zitat von Reklov im Beitrag #20

Mancher glaubt sich zwar von seinem Hund "verstanden", aber, wie der Hund die Welt "begreift/empfindet",
Und dabei ist es für UNS bei Hunden noch um einiges leichter, als bei manchen Artgenossen, die in ihrem Selbstbezug kein bisschen Bezug zur Realität mehr haben.




Zitat von Reklov im Beitrag #20

Wie kann denn ein Wesen überhaupt in einer Gesamtheit real existieren, wenn es allein davon abhängt, dass man es von vornherein einfach mal voraussetzt, obwohl es einem als Menschen in seinem Wesen gar nicht zugänglich ist.
Da du ja offensichtlich, das WESEN der Dinge und Zusammenhänge allein von deinem persönlichen subjektiven WERTurteil abhängig machst, Reklov, ist hier von einer Gesamtheit gar nicht erst zur reden.

Aller Fortschritt ist der Erfolg von Konflikten, Katastrophen, Tragödien und Unzufriedenheit.
Dass aber gerade die Philosophen und die Prediger des wahren Glaubens sich gerne die ganze Ehre dieser Erfolge selbst zuschreiben, mag uns nachdenklich stimmen.

Reklov Offline




Beiträge: 5.129

17.01.2018 13:46
#23 RE: Gab es ein "NICHTS"? Antworten

Zitat
Es gibt keinen guten Grund, einem dem Menschen nicht zugänglichen Etwas von vornherein ein Wesen zu zusprechen, das andere darin zu erkennen meinen und von dem sie aber behaupten, es sei für den Menschen als Wesen nicht zugänglich.

Perquestavolta,

... schon bereits das "Wesen" der Tiere ist für uns nur oberflächlich zu begreifen. Obwohl ja mancher glaubt, sein Hund "verstehe" ihn, weiß er doch nichts darübe, sie sein "Hausgenosse" die Welt denkt und fühlt.

Zitat
Da will mir doch einer das Gehirn vernebeln?!!!

Die Dogmen versuchen einem das Gehirn zu vernebeln - nicht aber das Denken über "Gott".

Zitat
Schön, Gut, Böse.. sind keine objektivierbaren Sachverhalte, sondern rein menschliche Vorlieben, die vom Wesen her nur im menschlichen Individuum selbst zu suchen und zu finden sind.

Da denke ich nun ganz anders.

Schön:
Kein Mensch wird wohl einen Sonnenuntergang am Meer oder im Gebirge als häßlich empfinden.

Gut:
Eine hilfreiche und selbstlose Zuwendung zu einem in Not geratenen Mitmenschen wird wohl von jedem als gut empfunden.

Böse:
Jeder geistig gesunde Mensch wird z.B. das Quälen oder Foltern von Unschuldigen als Böse verurteilen.

Das Böse unterscheidet sich aber noch mal vom Ungerechten. Deswegen haben die Mächtigen dieser Erde den Untergebutterten und Chancenlosen auch stets arrogant und unverhohlen Ungerechtigkeiten zugemutet/aufgeladen.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 5.129

20.01.2018 16:23
#24 RE: Gab es ein "NICHTS"? Antworten

Zitat
Der Glaube ist also eine "vorläufige Schätzung", die es zu überprüfen und nicht zu verteidigen gilt und der Wille hierfür sollte eigentlich bei uns allen vorhanden sein.

Perquestavolta,

... wie sollte man da "prüfen", wo es nichts zu messen gibt? Man kann an den Dogmen höchstens Sprachkritik üben.

Zitat
Schätzungen die sich der Überprüfbarkeit entziehen, entziehen sich nicht selbst der Überprüfbarkeit, sondern sind das Ergebnis irrationaler Denkprozesse, die das Unwahrscheinlichste für das Wahrscheinlichste halten.

Hätte man z.B. vor 300 Jahren einem Eskimo eine Raupe und einen Schmetterling vorgelegt und ihm gesagt, dass der bunte "Flieger" aus einer Raupe mittels einer Metamorphose entstanden sei, so würde er einen zunächst ungläubig angeschaut haben. Der Eskimo müsste sich also dorthin begeben, wo er den Vorgang selber beobachten könnte, um wirklich überzeugt zu sein. - Das ist das Problem beim Glauben: Der Gläubige kann sich nicht außerhalb seiner Lebenszone orientieren.

Zitat
Ist die Wahrnehmung eine Frage der objektiven oder der subjektiven Qualität? Dies gilt es herauszufinden und danach kann man sich den großen philosophischen Gedanken zuwenden.

Man braucht nur 5 Personen vor ein abstraktes Bild zu stellen und man wird von jedem vollkommen andere Geschichten/Eindrücke hören, welche ihnen das Bild vermittelt. Wahrnehmung ist also überwiegend subjektiv.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 5.129

20.01.2018 16:28
#25 RE: Gab es ein "NICHTS"? Antworten

Zitat
dass uns irgendwann ein paar ganz kranke Fanatiker doch noch die göttliche Apokalypse bescheren.

Perquestavolta,

... eine "göttliche Apokalypse" wäre für mich z.B. ein Atom-Krieg. - Man kann also nur hoffen, dass auch die nächsten Generationen darauf achten, dass die "roten Knöpfe" und ihre stets wechselnden Codierungen niemals in die Hände von Fanatikern gelangen. Diese müssen aber nicht unbedingt "religiös" sein. Man findet sie auch in anderen Gruppen.

Gruß von Reklov

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