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Dieses Thema hat 3.256 Antworten
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 Atheismus/Agnostizismus
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Reklov Offline




Beiträge: 5.214

10.01.2020 20:02
#3226 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet Antworten

Zitat
Das zersprengt doch alle rhetorische Nützlichkeit! Fantasie nützt in der Kunst. Auch in der Philosophie. Aber das Gerüst der LOGIK in Sprache und Denken aufzugeben, zerstört die Fähigkeit zur Wirklichkeitsreflexion! Hatten wir doch alles wiederholt schon durchgekaut. Dass du diese Wahrheit hier nicht annehmen kannst, will nicht in meinen Kopf! Ich verstehe diese Lernresistenz nicht!

Gysi,

... Du solltest mal tiefer über den Satz von I. Kant nachdenken: >> Ich musste das Wissen beiseite schieben, um dem Glauben Platz zu machen. <<

Außerdem: Welche Wirklichkeit willst Du denn "reflektieren". Etwa Deine?
Du redest zudem von "Wahrheit", die ICH annehmen soll. Welche meinst Du damit?
Von wem sollte ich denn lernen? Etwa von Dir über Deine atheistischen, so oft durchgekauten Glaubensvorstellungen?
Dazu sage ich ehrlich: Das lasse ich doch besser sein.

Gruß von Reklov

SnookerRI Online

Soul-Societist


Beiträge: 7.009

10.01.2020 20:16
#3227 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet Antworten

Zitat von Athon im Beitrag #3225
@Snooker

Zitat von Snooker #3224
Gut ist die Antwort dann, wenn sie authentisch ist. Das heißt, wenn sie der sachlichen Erkenntnis und dem emotionalen Befinden der Person, die sie gibt, entspricht.

Sicher wissen kann dies aber nur der Antwortende. Der Fragesteller legt doch bei der Beurteilung der Antwort seinen eigenen Maßstab zugrunde, oder?


Ich gehe zunächst davon aus, dass der Antwortgeber offen und ehrlich kommunizieren möchte. Möchte er das nicht, ist es nicht von Bedeutung, ob und wenn ja wie er antwortet. Dann ist die Antwort auch nicht authentisch - daher auch nicht gut. Foren-Trolle gibt es natürlich immer und überall - dessen bin ich mir natürlich bewusst.


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.715

11.01.2020 10:15
#3228  "Gott" und Universum logisch betrachtet Antworten

Zitat von Reklov
Du redest zudem von "Wahrheit", die ICH annehmen soll. Welche meinst Du damit?

Dass die "Chiffre des Unbekannten" nicht Gott ist! Früher war die Sonne mal ein Gott gewesen. Heute wissen wir, dass sie ein physikalisch erklärbarer Glutofen ist, der uns Licht und Wärme gibt, die wir zum Leben brauchen. Also musste die Sonne ihren komfortablen Status eines Gottes leider aufgeben. Gott ist immer da, wo das Nichtwissen ist. Aber aus unserer Wissenschaftsgeschichte muss man doch schlussfolgern, dass hinter unserer Unkenntnis wahrscheinlich nichts steckt, da ust nur die Unkenntnis selbst - aber höchstwahrscheinlich kein Gott, kein Geist, kein Schöpfergeist, keines mit Intelligenz und Empathie! Unkenntnis = Gott? - diese Formel ist FALSCH!

Zitat
... Du solltest mal tiefer über den Satz von I. Kant nachdenken: >> Ich musste das Wissen beiseite schieben, um dem Glauben Platz zu machen. <<

Wo sagte er das?
Was meinte er denn damit? Dass Glaube höher einzuschätzen sei als Wissen?
Welchen Glauben meinte er? Den christlichen? Das wird es doch wohl nicht sein. Oder der, der automatisch da entsteht, wo das Wissen (noch) nicht ist?

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reklov Offline




Beiträge: 5.214

11.01.2020 12:23
#3229 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet Antworten

Zitat
Früher war die Sonne mal ein Gott gewesen. Heute wissen wir, dass sie ein physikalisch erklärbarer Glutofen ist, der uns Licht und Wärme gibt, die wir zum Leben brauchen.

Gysi,

... physikalisch ist die Sonne zwar heute erklärbar, ihr "Ur-Grund" aber bleibt ein Geheimnis. Dass der "Feuerball" in der Antike als "Gott" verehrt worden war, muss dem damaligen Zeitgeist geschuldet werden. Diese Verehrung war allerdings nicht "ganz daneben", denn ohne die Sonne ginge hier auf Erden überhaupt nichts.

Zitat
Gott ist immer da, wo das Nichtwissen ist. Aber aus unserer Wissenschaftsgeschichte muss man doch schlussfolgern, dass hinter unserer Unkenntnis wahrscheinlich nichts steckt, da ust nur die Unkenntnis selbst - aber höchstwahrscheinlich kein Gott, kein Geist, kein Schöpfergeist, keines mit Intelligenz und Empathie!

Wenn Du "höchstwahrscheinlich" zur Untermauerung Deiner Vermutungen verwendest, dann antworte ich dazu: "höchstwahrscheinlich" irrt der Gysi.

Bereits schon in der irdischen Natur kann der menschliche Geist einen Aufbau erkennen, den unser mit Logik arbeitender Verstand physikalisch, chemisch und mathematisch "zuordnen/einordnen" kann. Das deutet zumindest nicht nur auf einen "bewusstlos" wirbelnden Strudel von sich zufällig ordnenden Atomen hin, sondern auf einen "Schöpfergeist", der Regeln in seiner kosmischen Schöpfung vorgesehen hat.

Zitat
Unkenntnis = Gott? - diese Formel ist FALSCH!

Das ist richtig und bereits schon im Buch Mose so vermerkt, denn der Protagonist bekommt dort von "Gott" zu hören: "ICH BIN, ALS DER ICH DA EINST SEIN WERDE." - Diese alte jüd. Weisheit bedeutet nichts anderes, als dass "Gott" sich im Bewusstsein der Menschen stets verändern wird.

Würden z.B. nur wir Menschen Intelligenz und Empathie besitzen, wären wir ja dem sog. "Schöpfer" überlegen, weil jener keine solche Eigenschaften besäße.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 5.214

11.01.2020 12:35
#3230 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet Antworten

Zitat
Wo sagte er das?
Was meinte er denn damit? Dass Glaube höher einzuschätzen sei als Wissen?
Welchen Glauben meinte er? Den christlichen? Das wird es doch wohl nicht sein. Oder der, der automatisch da entsteht, wo das Wissen (noch) nicht ist?

Gysi,

Immanuel Kant erwähnt dies in seinem Werk: Kritik der reinen Vernunft
Zitat: "Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen,
und der Dogmatismus der ..."

Wie bei SPINOZA bleibt Dir auch hier ein Lesen des Originals nicht erspart. Ich warne aber gleich zuvor, denn die Sprache Kants ist weitaus "verschachtelter", als die von Spinoza.

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.715

11.01.2020 12:47
#3231  "Gott" und Universum logisch betrachtet Antworten

Zitat von Reklov
Würden z.B. nur wir Menschen Intelligenz und Empathie besitzen, wären wir ja dem sog. "Schöpfer" überlegen, weil jener keine solche Eigenschaften besäße.

Hier geht es nicht um Über- und Unterlegenheit. Wir sind hier nicht in der Mucki-Bude oder auf dem Fußballfeld. Hier geht es um Ursache und Wirkung. Du kannst nicht aus deinem Denkkorsett heraus, die "Schöpfung" mit der menschlichen Produktion zu vergleichen. Du extrapolierst unsere schmale Produktionserfahrung auf die große Meta-Bühne - obwohl wir doch schon die Evolution kennen, die uns eine ganz andere Produktions- oder Schöpfungsstruktur aufweist. Wir haben das doch alles schon diskutiert! => Das Einfache schafft das Komplizierte! Und nicht umgekehrt, so wie (bis jetzt noch) in der menschlichen Produktion! Der "Geist" und die Empathie und die Intelligenz sind erst durch die Natur entstanden! Und nicht die Natur durch den Geist, die Empathie und die Intelligenz! Deine Denkart entspringt einer Zeit, in der wir die Evolution als großes Beispiel der kosmischen "Produktion" noch nicht kannten. Und immer wieder fällst du in diese archarische Denkart zurück. Ich begreife das nicht. Dieser (gedachte) Gott schafft so viele logische Brüche. Und alle ignorierst du geflissentlich. Diese Denkstrategie der Ignoranz aller nicht genehmen Fakten, die die zu verteidigende Gottes-Theorie kippen könnte, werde ich nie begreifen!!

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.715

11.01.2020 12:57
#3232 "Gott" und Universum logisch betrachtet Antworten

Zitat von Reklov
Zitat: "Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen,
und der Dogmatismus der ..."

Wie bei SPINOZA bleibt Dir auch hier ein Lesen des Originals nicht erspart. Ich warne aber gleich zuvor, denn die Sprache Kants ist weitaus "verschachtelter", als die von Spinoza.

Du hast die "Kritik der reinen Vernunft" im Original gelesen? Dann wird es dir doch gewiss ein Leichtes sein, mir den obigen Satz mit eigenen Worten zu erklären.

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Athon Offline




Beiträge: 2.680

12.01.2020 10:18
#3233 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet Antworten

@Reklov

Zitat von Reklov #3229
... physikalisch ist die Sonne zwar heute erklärbar, ihr "Ur-Grund" aber bleibt ein Geheimnis.


Das kommt ganz darauf an, wie man sich diesem "Geheimnis" nähert, Reklov. Wenn sämtliche Erklärungsversuche schon daran scheitern, dass alleinig "Gott" als für die Existenz verantwortlich angesehen wird, kann man sich gegenüber Gläubigen jegliche Mühe wissenschaftlicher Aufklärung sparen. Und dann bliebe der Grund für die Existenz z. B. unserer Sonne tatsächlich im Geheimen...

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Reklov Offline




Beiträge: 5.214

12.01.2020 11:55
#3234 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet Antworten

Zitat
Das kommt ganz darauf an, wie man sich diesem "Geheimnis" nähert, Reklov. Wenn sämtliche Erklärungsversuche schon daran scheitern, dass alleinig "Gott" als für die Existenz verantwortlich angesehen wird, kann man sich gegenüber Gläubigen jegliche Mühe wissenschaftlicher Aufklärung sparen. Und dann bliebe der Grund für die Existenz z. B. unserer Sonne tatsächlich im Geheimen...

Athon,

man kann sich einem "Geheimnis" auf versch. Weise "nähern": wissenschaftlich od. theosophisch. Nicht nur die Sonne, sondern auch der Mensch (als Erscheinung), sind hier mit einbezogen. Auch die pragmatische Anthropologie konnte diese Frage nicht klären, da es hierzu nur zersplitternde Einzelwissenschaften mit anthropologischen Fragestellungen gibt. Es ist aber nicht nur der Mensch, welcher mit Logik allein überhaupt nicht zu erklären ist! So bleiben uns nur Deutungen, seien sie nun "wissenschaftlicher" oder "theologischer" Art.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 5.214

12.01.2020 12:40
#3235 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet Antworten

Zitat
Du hast die "Kritik der reinen Vernunft" im Original gelesen? Dann wird es dir doch gewiss ein Leichtes sein, mir den obigen Satz mit eigenen Worten zu erklären.

Gysi,

... die 2 hauptwerke von I. Kant habe ich schon vor über 40 Jahren gelesen. - Schwere Kost!

Um zu verstehen, was Kant damit sagen wollte, genügen an sich schon 3 von vielen Zitaten über das WISSEN:

1.) Die Liebe nimmt den Platz ein, den das Wissen verlässt. (Th.v.Aquin)

2.) Man kann wissen, dass man nicht alles glauben soll, doch sollte man nicht glauben, dass man alles wissen kann. (Josef Bordat)

3.) Nicht das, was wir nicht wissen, bringt uns zu Fall, sondern das, was wir fälschlicherweise zu wissen glauben. (Tom DeMarco)

I. Kant, den man den "Alleszermalmer" nannte, war natürlich klug genug, um den Glauben nicht einfach zur Seite zu schieben. Dass er den Gottesglauben meinte, ergibt sich aus dem Zusammenhang seiner Sätze.
Ich will aber hier keinen Unterricht betreiben, da ein Selbststudium eben durch nichts zu ersetzen ist.

Einfaches Beispiel:
Neulich erklärte ich einem Freund, dass es zwar nur eine Dur-, aber 3 Moll-Tonarten gibt: die "normale" Molltonleiter, die "harmonische" und die "melodische". Sie ähneln sich zwar, unterscheiden sich aber in wenigen bestimmten Tönen. Um Dir diesen Unterschied aber wirklich "klar" zu machen, müsste ich Dir die 3 Moll-Tonleitern vorspielen und - das wäre dann die Spitze, diese Töne von Dir nachsingen, oder auf einer Tastatur selber "drücken" lassen. Dann wäre Dir deren Unterschied wirklich klar und Du könntest sie, nach längerem Gehörtraining, auch bei Radiosendungen, oder live-Konzerten "unterscheiden".

Die "Mollharmonische Tonleiter" wurde/wird z.B., in Ansätzen deutlich hörbar, von Mick Jagger bei seinem Song PAINT IT BLACK gesungen. Sie klingt etwas "arabisch", wird auch gerne als "Zigeunerskala" bezeichnet, weil sie die Flamenco- und Zigeuner-Gitarristen gerne bei ihren Improvisationen verwenden.

Genau, wie diese 3 Moll-Tonleitern jedoch nur ein winziger Teil der Musik sind, so ist auch der Satz von I. Kant nur ein Auszug aus seiner längeren Betrachtung über "Gott und Glaube".
Um aber das GANZE zu verstehen, braucht es schon mehr, als nur Auszüge aufzupicken.

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.715

12.01.2020 13:43
#3236  "Gott" und Universum logisch betrachtet Antworten

Zitat von Reklov
Genau, wie diese 3 Moll-Tonleitern jedoch nur ein winziger Teil der Musik sind, so ist auch der Satz von I. Kant nur ein Auszug aus seiner längeren Betrachtung über "Gott und Glaube".
Um aber das GANZE zu verstehen, braucht es schon mehr, als nur Auszüge aufzupicken.

Ja, du weißt so viel. Aber zu einer Definition, einer Erklärung dieses einen Kant-Satzes hat es wohl nun doch nicht gereicht...

Zitat
Ich will aber hier keinen Unterricht betreiben,

Ja, das ist gut!

Zitat
da ein Selbststudium eben durch nichts zu ersetzen ist.

So mache ich es seit Jahrzehnten ja auch.

Zitat
1.) Die Liebe nimmt den Platz ein, den das Wissen verlässt. (Th.v.Aquin)

2.) Man kann wissen, dass man nicht alles glauben soll, doch sollte man nicht glauben, dass man alles wissen kann. (Josef Bordat)

3.) Nicht das, was wir nicht wissen, bringt uns zu Fall, sondern das, was wir fälschlicherweise zu wissen glauben. (Tom DeMarco)

Die Sätze 2.) und 3.) unterstütze ich voll!

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Athon Offline




Beiträge: 2.680

12.01.2020 18:27
#3237 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet Antworten

@Reklov

Zitat von Reklov #3234
Es ist aber nicht nur der Mensch, welcher mit Logik allein überhaupt nicht zu erklären ist!


Es kann nichts geschehen, was den Naturgesetzen widerspräche, also unlogisch wäre. Insofern ist alles mit Logik zu erklären. Dass das beim derzeitigen Stand der Wissenschaft noch nicht möglich ist, steht auf einem völlig anderen Blatt.

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Reklov Offline




Beiträge: 5.214

13.01.2020 15:17
#3238 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet Antworten

Zitat
Ja, du weißt so viel. Aber zu einer Definition, einer Erklärung dieses einen Kant-Satzes hat es wohl nun doch nicht gereicht...

Gysi,

... ich meine, der Satz von Kant erklärt sich selbst, bedarf auch keiner großen Deutungsversuche.

Als Denksportaufgabe liefere ich nun aber doch besser das vollständige Zitat:

>> Ich musste also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen, und der Dogmatismus der Metaphysik, d.i. das Vorurteil, in ihr ohne Kritik der reinen Vernunft fortzukommen, ist die wahre Quelle alles der Moralität widerstreitenden Unglaubens, der jederzeit gar sehr dogmatisch ist. << (I. Kant: Kritik der reinen Vernunft)

Zitat
So mache ich es seit Jahrzehnten ja auch.

Ein Selbststudium, ganz ohne Lehrer oder Anleitung, birgt allerdings die Gefahr, sich in vollkommen falsche Richtungen zu bewegen.

Gruß von Reklov

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 5.214

13.01.2020 15:25
#3239 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet Antworten

Zitat
Es kann nichts geschehen, was den Naturgesetzen widerspräche, also unlogisch wäre. Insofern ist alles mit Logik zu erklären. Dass das beim derzeitigen Stand der Wissenschaft noch nicht möglich ist, steht auf einem völlig anderen Blatt.

Athon,

... na dann versuche doch mal, z.B. die Liebe mit den Mitteln der Logik zu "ergründen".

Der "Alleszermalmer" I.Kant meinte dazu:
>> Wenn man Objekte bloß nach Begriffen beurteilt, so geht alle Vorstellung der Schönheit verloren. << (I. Kant: Kritik der Urteilskraft, Analytik des Schönen)

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 5.214

13.01.2020 15:36
#3240 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet Antworten

Zitat
So mache ich es seit Jahrzehnten ja auch.

Gysi,

... anbei der link zur lesenswerten Vorrede in Kants KRITIK DER REINEN VERNUNFT:


http://www.ciando.com/img/books/extract/3787321128_lp.pdf


Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.715

13.01.2020 19:27
#3241 "Gott" und Universum logisch betrachtet Antworten

Zitat von Reklov
>> Ich musste also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen, und der Dogmatismus der Metaphysik, d.i. das Vorurteil, in ihr ohne Kritik der reinen Vernunft fortzukommen, ist die wahre Quelle alles der Moralität widerstreitenden Unglaubens, der jederzeit gar sehr dogmatisch ist. << (I. Kant: Kritik der reinen Vernunft)

Harter Tobak, puh! Warum schreibt einer so verschachtelt? Will er seine Leser ärgern? Ich hatte mich schon bei Franz Bugglé ('Denn sie wissen nicht, was sie glauben') so geärgert, weil er so schachtelig schrieb. Nicht sehr kommunikationsfreundlich. Aber trotzdem Danke für deine Bemühung, Reklov!

Du meinst, dass er doch leicht zu verstehen sei, dieser Satz. Also, ich verstehe ihn nicht so ohne weiteres: Was ist denn nun so "unmoralisch" nach Kant? Die Metaphysik oder die "reine Vernunft"?`

Meine Position: Wissen für Glauben aufzuheben ist fatal! Glauben lebt im Reich des Unwissens, und wir sollten für jedes Wissen dankbar sein, das uns von einem Irr-Glauben befreit!

Was für ein Wissen sperrt denn gegen einen Glauben, der nach Kant wohl notwendig zu sein hat, um eine notwendige Orientierung (Metaphysik) zu bekommen, die uns das Wissen (noch) nicht hergibt?

Zitat
Ein Selbststudium, ganz ohne Lehrer oder Anleitung, birgt allerdings die Gefahr, sich in vollkommen falsche Richtungen zu bewegen.

Ich wende mich an die, von denen ich meine, dass sie mir was bringen können. So frage ich hier ja auch dich. Aber ansonsten bin ich der Auffassung, (seit Jahrzehnten) schon mein eigener (nicht nur intellektueller) Leiter sein zu können...

Zitat
... anbei der link zur lesenswerten Vorrede in Kants KRITIK DER REINEN VERNUNFT:

Schaue ich mir die nächsten Tage mal an. Danke für den Tipp!

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Reklov Offline




Beiträge: 5.214

14.01.2020 12:27
#3242 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet Antworten

Zitat
Harter Tobak, puh! Warum schreibt einer so verschachtelt? Will er seine Leser ärgern?

Gysi,

... als ich Kant einst zu lesen begann, fragte/dachte ich ähnlich. - Es ist nun mal so, dass auch ein Komponist, wie z.B. S.W. Rachmaninow, seine komplizierten Kompositionen nicht aufbaute, um seine Hörer zu "ärgern", sondern ihnen zeigen wollte, was ein Genie mit Musik-Tönen so alles zu gestalten vermag.

Von Oktave zu Oktabe sind es ja nur 8 Töne, dann wiederholt sich die Skala - nach unten, wie nach oben. Ein Begnadeter kann aber mit diesen Tönen eine ganze Symphonie "gestalten". - Unser Alphabet hat nur 26 Buchstaben, aber man staune, was jemand wie I. Kant damit anzustellen wusste.

Es ist nun mal so: Die Grundrechenarten beherrschen zwar viele Leute, bei Gleichungen mit einer Unbekannten beginnen sich aber die Geister bereits zu scheiden.

Zitat
Was ist denn nun so "unmoralisch" nach Kant? Die Metaphysik oder die "reine Vernunft"?`

Wenn "reine Vernunft" sich gegen die Moralität des Glaubens wendet, oder ein Dogma für unmoralische Ziele verwendet, dann missbraucht die reine Vernunft die Metaphysik. (Meine Meinung dazu.)

Zitat
Aber ansonsten bin ich der Auffassung, (seit Jahrzehnten) schon mein eigener (nicht nur intellektueller) Leiter sein zu können...

Das Auge kann sich nicht selbst anschauen! Es braucht dazu einen "Spiegel". Deswegen müssen wir die kritischen Betrachtungen unserer Mitmenschen "aushalten", somit immer wieder auch von anderen lernen. - Ein andauernder Prozess über Kommunikation.

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.715

14.01.2020 14:03
#3243 "Gott" und Universum logisch betrachtet Antworten

Zitat von Reklov
Unser Alphabet hat nur 26 Buchstaben, aber man staune, was jemand wie I. Kant damit anzustellen wusste.

Ja, warum einfach, wenn's auch kompliziert geht. Es gibt auch Kommunikatios-Genies, und die haben das Genie, sich verständlich auszudrücken. Manchen interessiert jedoch nicht ihre Verständlichkeit, sondern mehr das Schillern ihrer Gelehrsamkeit... (Hatte Einstein schon manchen seiner Kollegen süffisant unter die Nase gerieben...) Das ist damals auch Kant vorgeworfen worden. Daraufhin hatte er seine "Kritik der praktischen Vernuft" verfasst. Die soll lesbarer sein. Sagt Richard David Precht.

Zitat
Wenn "reine Vernunft" sich gegen die Moralität des Glaubens wendet, oder ein Dogma für unmoralische Ziele verwendet, dann missbraucht die reine Vernunft die Metaphysik. (Meine Meinung dazu.)

Wenn reiner Glaube sich gegen die Moralität der Vernunft wendet (oder die Vernunft der Moralität), dann stellt sie sich kontraproduktiv gegen die Wirksamkeit der Ethik und der praktizierten und funktionierenden Ethik: der Moral. Das gilt ebenso.

Kommt also drauf an, was uns hilft. Nichts gegen Metaphysik (an sich)! Wenn sie Felder besetzt, die wir mit Wissen nicht ergründen, aber uns weiterbringt! Und ich weiß wirklich nicht, wie Wissen uns daran hindern soll.

Und ich gehe gerne noch einen Schritt weiter, wie du weißt: Statt Metaphysik brauchen wir eher die Analyse der Ethik: als soziale Nützlichkeit. Und dass ihr Ursprung unsere Gesellschaft ist (und unsere genetischen Bedingungen). Und nicht Gott oder sowas!

Zitat
Das Auge kann sich nicht selbst anschauen! Es braucht dazu einen "Spiegel". Deswegen müssen wir die kritischen Betrachtungen unserer Mitmenschen "aushalten", somit immer wieder auch von anderen lernen. - Ein andauernder Prozess über Kommunikation.

Dem kann man nur beipflichten.

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Athon Offline




Beiträge: 2.680

14.01.2020 17:06
#3244 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet Antworten

@Reklov

Zitat von Reklov #3239
... na dann versuche doch mal, z.B. die Liebe mit den Mitteln der Logik zu "ergründen".


Ich gestehe ein, das ist schwierig. Allerdings muss man sich vor Augen halten, dass die ersten lebenden Zellen von "Liebe" keine Ahnung haben konnten und ausschließlich damit beschäftigt waren, sich zu teilen und dadurch zu vermehren. Dieses hat sich im Laufe der Jahrmillionen bis heute erhalten. Nur, dass sich im Zuge der Evolution auch Gefühle wie z. B. die Liebe entwickelt haben. Man kann, glaube ich, davon ausgehen, dass die Evolution tief in die Trickkiste gegriffen hat, um das menschliche Überleben zu sichern: Liebe resultiert aus einem nahezu perfekt gemixten Hormoncocktail. Und das kann nicht unlogisch sein, oder...?

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SnookerRI Online

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Beiträge: 7.009

14.01.2020 17:40
#3245 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet Antworten

Zitat von Athon im Beitrag #3244
@Reklov

Zitat von Reklov #3239
... na dann versuche doch mal, z.B. die Liebe mit den Mitteln der Logik zu "ergründen".

Ich gestehe ein, das ist schwierig. Allerdings muss man sich vor Augen halten, dass die ersten lebenden Zellen von "Liebe" keine Ahnung haben konnten und ausschließlich damit beschäftigt waren, sich zu teilen und dadurch zu vermehren. Dieses hat sich im Laufe der Jahrmillionen bis heute erhalten. Nur, dass sich im Zuge der Evolution auch Gefühle wie z. B. die Liebe entwickelt haben. Man kann, glaube ich, davon ausgehen, dass die Evolution tief in die Trickkiste gegriffen hat, um das menschliche Überleben zu sichern: Liebe resultiert aus einem nahezu perfekt gemixten Hormoncocktail. Und das kann nicht unlogisch sein, oder...?



Perquestavolta lehrte uns seinerzeit stets folgendes:


Zitat von PQV
Evolution kennt kein Ziel und folgt keinem Plan, sondern ist ein harter Überlebenskampf den man auch verlieren kann.

Wozu sollte also die Evolution in die Trickkiste greifen müssen, wenn das menschliche Überleben gar nicht das Ziel sein kann?


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Athon Offline




Beiträge: 2.680

14.01.2020 18:49
#3246 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet Antworten

@SnookerRI

Zitat von Snooker #3245
Wozu sollte also die Evolution in die Trickkiste greifen müssen, wenn das menschliche Überleben gar nicht das Ziel sein kann?


Aus dem gleichen Grund, warum Tiere überleben wollen...

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Reklov Offline




Beiträge: 5.214

14.01.2020 19:05
#3247 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet Antworten

Zitat
Ich gestehe ein, das ist schwierig. Allerdings muss man sich vor Augen halten, dass die ersten lebenden Zellen von "Liebe" keine Ahnung haben konnten und ausschließlich damit beschäftigt waren, sich zu teilen und dadurch zu vermehren. Dieses hat sich im Laufe der Jahrmillionen bis heute erhalten. Nur, dass sich im Zuge der Evolution auch Gefühle wie z. B. die Liebe entwickelt haben. Man kann, glaube ich, davon ausgehen, dass die Evolution tief in die Trickkiste gegriffen hat, um das menschliche Überleben zu sichern: Liebe resultiert aus einem nahezu perfekt gemixten Hormoncocktail. Und das kann nicht unlogisch sein, oder...?

Athon,

... es begann/beginnt alles stets im Kleinsten! - Sowohl in der materiellen menschlichen Technik, wie auch im organischen Leben, welches wir auf unserer Erde teilen. Um aber in eine "Trickkiste" zu greifen, müsste die Evolution ein Bewusstsein haben. Die Evolution ist aus meiner Sicht nur das "Werkzeug" für einen "Plan", den wir nicht kennen sollen. - Ist auch besser so, denn sonst würde auch dieser von Menschen zerstört oder zumindest durchkreuzt werden.

Gruß von Reklov

SnookerRI Online

Soul-Societist


Beiträge: 7.009

14.01.2020 19:50
#3248 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet Antworten

Zitat von Athon im Beitrag #3246
@SnookerRI Aus dem gleichen Grund, warum Tiere überleben wollen...

Soso... Und warum wollen Tiere überleben? Und woher kommt dieses Wollen?


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Athon Offline




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16.01.2020 12:46
#3249 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet Antworten

@SnookerRI

Zitat von Snooker #3248
Und warum wollen Tiere überleben? Und woher kommt dieses Wollen?


Dieses "Wollen" muss keinen bewussten Willen voraussetzen. Es ist der in allen Lebewesen entwickelte Selbsterhaltungstrieb, der u. a. auch dafür sorgt, dass Du vor einem herannahenden Auto, dass Du zunächst nicht bemerkt hast, zurück auf den Gehsteig "springst". Und ich habe bewusst "entwickelt" benutzt...

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SnookerRI Online

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Beiträge: 7.009

16.01.2020 16:45
#3250 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet Antworten

Zitat von Athon im Beitrag #3249
Dieses "Wollen" muss keinen bewussten Willen voraussetzen. Es ist der in allen Lebewesen entwickelte Selbsterhaltungstrieb, der u. a. auch dafür sorgt, dass Du vor einem herannahenden Auto, dass Du zunächst nicht bemerkt hast, zurück auf den Gehsteig "springst". Und ich habe bewusst "entwickelt" benutzt...


Wozu sollte sich ein Selbsterhaltungstrieb entwickeln?


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"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

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