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Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 1.910 Antworten
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 Atheismus/Agnostizismus
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Athon Offline




Beiträge: 2.177

21.05.2019 22:19
#1701 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet antworten

@Perquestavolta

Zitat von RQV #1700
Ist doch klar.. was Reklov meint.


Natürlich. Aber, aus seiner Feder niedergeschrieben könnte das wieder einmal ganz anders klingen...

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Nicht Gott schuf den Menschen, der Mensch schuf Gott! Und hat bis heute daran zu schaffen...

Reklov Offline




Beiträge: 4.852

22.05.2019 13:55
#1702 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet antworten

Zitat
Es würde mich interessieren, ob und ggf. wodurch sich der wissende Verstand bezogen auf die Darstellung des "Göttlichen" von dem wissenden Verstand unterscheidet, der die Grundlage wissenschaftlicher Forschung bildet.

Athon,

... transzendente Deutungen unterscheiden sich von denen, die sich aus den nachvollziehbaren "Beweisen" wissenschaftlicher Arbeit ergeben.
Zunächst: Eine gültige "Darstellung" des Göttlichen kann es überhaupt nicht geben und die dogmatischen "Bilder" ähneln denen, wie man sie in Kinderbüchern so nett illustriert vorfindet.

Wissenschaftliche Forschung kann zur "Gottesfrage" recht wenig beitragen. Schließlich verlangt man ja von einem Architekten-Plan, der jedes Detail nachvollziehbar aufzeigt auch nicht, dass er zudem noch eine stimmige Beschreibung des Architekten mitliefert.

In der Forschung wird jeder Gegenstand wissenschaftlich objektiviert, das DASEIN der Dinge also Forschungsgegenstand. Das SEIN selbst bleibt davon völlig unberührt. Es gibt Einteilungen und Grenzen der Welterkenntnis.
Die Frage nach dem Sinn des Lebens kann z.B. nie Forschungsgegenstand werden. Wird also ein Forschungsgegenstand als Sein "absolut" genommen und sein Grund im alles Umgreifenden nicht als Grenze gedacht, wird alles nur zum "Ding in der Welt".

Sofern wir uns erforschbar werden, sind wir auch selbst in dieses Weltsein hineingenommen, das das uns unverstehbar Andere, die Natur ist. Wenn aber alles nur ins Gegenständliche eingeschlossen ist, wird dann für uns das Menschsein auch nur als eine Seinsart unter anderen begriffen - als menschliche Natur in der Natur, aber wir bleiben uns dann nicht mehr als des eigentlich menschlichen Daseins bewusst!
Das Erforschte kann uns in einem Sinne ansprechen, der im objektiv Erforschten als losgelöster Wißbarkeit nicht liegt.
Die Tiefe der Forschung kann mit ihrer spezeiellen Terminologie auf uns wirken, ohne dass auch nur ein Wort von dem uns Umgreifenden gesagt wird und die Flachheit der Forschung, die endlos im Vordergründigen operiert, bewegt sich mit bald nachlassendem Interesse ohne Ergriffenheit.
Wo dies philosophisch bewusst wird, kann die Aufgabe entstehen, mit einem Denken, dass keine eigentliche Erkenntnis bringt, gerade die "Erhellung" des Daseins und seine Einbettung in das Sein, zu versuchen. Wo das Wesentliche verloren ist, sollte also wieder auf es hingewiesen werden. Mehr - das will ich zugeben - können alle Weltreligionen nicht leisten.

Nicht nur in diesem Forum wird mehr nach dem Gegenständlichen gesucht und was Gegenstand der Forschung ist, weniger nach dem, was in allem zugleich darüber hinaus, diese bestimmte Gegenständlichkeit in sich aufnimmt, sie auch durchdringt, durch sie spricht und doch keine von ihnen selbst ist.

Erkennen zerspaltet und findet aus sich das EINE GANZE, wenn es dem Erkennen verloren geht, nicht wieder.
Die Forschung erkennt z.B. das Leben in bestimmten, einzelnen Realitätsgestalten, in seiner chem. fasslichen Materie, seinen physikal. Strukturen - beide in den physiologischen Funktionen, in den Organen, in den morphologischen Gestalten, im Verhalten des Lebendigen, in den Umwelten bestimmter Lebensformen, im erlebenden Bewusstsein, in den Zusammenhängen der Entwicklung, Formbildung und Formwandlung, in der Vererbung etc.

Das GANZE des Lebens
wird nie im Erkennen als solches erreicht. Es wird zwar Antreiber für weitere Ideen und Forschungen, entbehrt aber der Erfüllung, denn das Ergreifen im Erkennen des bestimmten Forschungsgegenstandes ist leider noch nichT ALLES mitergriffen.
Die Erhellung des Umgreifenden geschieht also nicht durch Blick auf ein Anderes, Fremdes, Gegenstänsliches, sondern durch Innewerden, was ich bin.

Mit Egozentrik oder Egomanie kann solches auch nur von einem völlig Unbedarften bezeichnet werden. (Meine ich.)

Wer das Leben nur zuschauend erlebt, es nur beobachtet, anschaut, so entfremdet er es sich schon. Wer sich dem Rausch des Leibes überlässt, verfällt dem gedankenlosen Erleben. Wer sich aber ohne stille Reflexion dem unablässigen Geschehen seines Lebens ausiefert, bleibt im Dunkel, dessen reale Gegenwart alle Erkenntnis und alle Helligkeit ausschließt. Erlebenwollen kann also leicht auch in Verworrenheit führen.

Der Versuch einer Daseinserhllung über relig. Aussagen überschreitet Grenzen und verwirrt damit ihren Sinn. Daher muss die Daseinserhellung in ihren Sätzen vieldeutig und unbestimmt sein. - Was in wissenschaftlicher Bestimmtheit klar getrennt ist, fließt hier ineinander, weil das, worum es sich handelt, dies alles zugleich und keines von allen ist.
Religiöse Sprache kreist um das zu Erhellende, ohne es als einen bestimmten Gegenstand vor Augen zu bekommen. Dadurch entstehen auch weite Räume für verständlicherweise berechtigte Sprachkritik.

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.191

22.05.2019 19:24
#1703 "Gott" und Universum logisch betrachtet antworten

Zitat von Reklov
Die Erhellung des Umgreifenden geschieht also nicht durch Blick auf ein Anderes, Fremdes, Gegenstänsliches, sondern durch Innewerden, was ich bin.

Ja, das ICH => das erlangst du nicht durch das Erkennens eines ominösen und rhetorisch schwülstig aufgeplusterten "Umgreifenden", sondern es das Ziel jeder analytisch (also nicht nur kognitiv) orientierten Psychotherapie! Psychische Störungen (Neurosen) sind der Ausdruck psychofunktionaler Entfremdung vom Ich. Und eine erfolgreiche Psychotherapie führt dich zu diesem Ich zurück. Wer vor diesem Prozess steht, macht sich über die Ziele einer Psychotherapie (oder deiner Religiotherapie...) oft überzogene Idealvorstellungen... Und du, lieber Reklov, überziehst deine Idealvorstellung von einem "Innewerden dessen, was du bist", ebenso. Mit diesem (meditativen, psychoanalytischen) Prozess kommst du nicht zu Gott, sondern... zu DIR! Es sei denn, Gott und du sind identisch... Dann frage ich mich, warum du - bei deinem leichten, begnadeten und neurotisch nicht vernebelten Leben - noch nach Gott suchen musst. => DA isser doch! IN DIR!...

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Athon Offline




Beiträge: 2.177

23.05.2019 00:11
#1704 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet antworten

@Reklov

Zitat von Reklov #1702
Wissenschaftliche Forschung kann zur "Gottesfrage" recht wenig beitragen.


Wenn Du das auf das wissenschaftliche Forschen nach "Gott" beziehst, ist das richtig. Denn, was nicht existiert, kann auch nicht erforscht werden. Es ist aber immerhin möglich, wissenschaftlich zu ergründen, wie denn die "Gottesfrage" überhaupt in die Hirne der Menschen gelangt sein könnte.

Zitat
Wer das Leben nur zuschauend erlebt, es nur beobachtet, anschaut, so entfremdet er es sich schon. Wer sich dem Rausch des Leibes überlässt, verfällt dem gedankenlosen Erleben. Wer sich aber ohne stille Reflexion dem unablässigen Geschehen seines Lebens ausiefert, bleibt im Dunkel, dessen reale Gegenwart alle Erkenntnis und alle Helligkeit ausschließt. Erlebenwollen kann also leicht auch in Verworrenheit führen.


Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass diese Erkenntnisse auf dem Mist eines Psychotherapeuthen gewachsen sind...

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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.191

23.05.2019 08:57
#1705 "Gott" und Universum logisch betrachtet antworten

Zitat von Athon im Beitrag #1704

Zitat von Reklov
Wer das Leben nur zuschauend erlebt, es nur beobachtet, anschaut, so entfremdet er es sich schon. Wer sich dem Rausch des Leibes überlässt, verfällt dem gedankenlosen Erleben. Wer sich aber ohne stille Reflexion dem unablässigen Geschehen seines Lebens ausiefert, bleibt im Dunkel, dessen reale Gegenwart alle Erkenntnis und alle Helligkeit ausschließt. Erlebenwollen kann also leicht auch in Verworrenheit führen.

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass diese Erkenntnisse auf dem Mist eines Psychotherapeuthen gewachsen sind...

Quacksalber gibt es genug unter denen. Aber kein Psychotherapeut redet so. Auch die Quacksalber nicht. So reden puritanische Bibellehrer, die das 19. Jahrhundert noch nicht überwunden haben...

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Athon Offline




Beiträge: 2.177

23.05.2019 09:15
#1706 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet antworten

@Gysi

Zitat von Gysi #1705
Quacksalber gibt es genug unter denen. Aber kein Psychotherapeut redet so. Auch die Quacksalber nicht. So reden puritanische Bibellehrer, die das 19. Jahrhundert noch nicht überwunden haben...


Ich hätte schreiben sollen:
Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass diese Erkenntnisse auf dem Mist Deines Psychotherapeuthen gewachsen sind...

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Reklov Offline




Beiträge: 4.852

23.05.2019 09:34
#1707 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet antworten

Zitat
Du behauptest dass es keinen Zufall gibt, aber du kannst nicht sagen warum. Nun ist es aber nicht so, dass allein die Wichtigkeit des radioaktiven Zerfalls berchtigte Zweifel an der Nichtexistenz des Zufalls aufkommen lässt. Sogar Musiker kennen das Phänomen der endlos vielen Zufallschwingungen, die immer dann auftreten, wenn sich 2 oder mehrere Tonschwingungen überlagern, deren Wellenlänge nicht gemeinsam durch 2; 4; 8; 16..... oder auch einem gemeinsamen ungeraden Teiler teilbar ist. Physiker und Elektroniker können das Phänomen dieser endlos vielen Zufallsschwingungen sogar auf einem sogenannten Oszillographen simulieren und sichtbar machen.

Perquestavolta,

... dass Du Dich der Musik auf diese Weise näherst, zeigt deutlich, dass Du ihr Wesen und das, was sie in uns Menschen wecken kann, z.B. Kreativität, überhaupt nicht erwähnst. Nehme an, Du bist ein völlig durchschnittlicher "Notenfresser" ohne besondere Begabung, der gebannt auf Oszillographen starrt. Auch für eine "philosophische Betrachtung der Welt" fehlt Dir jegliche Voraussetzung. Es bleibt Dir also nur Deine armselige Häme. Deine "wissenschaftliche Terminologie ist übrigens auch nicht höher einzustufen, als z.B. die Wortwahl der Mystiker, auch wenn diese nicht mit "gesicherten" Zahlen/Beweisen auftreten können.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 4.852

23.05.2019 09:39
#1708 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet antworten

Zitat
Aber kein Psychotherapeut redet so. Auch die Quacksalber nicht. So reden puritanische Bibellehrer, die das 19. Jahrhundert noch nicht überwunden haben...

Gysi,

... entweder können Worte in einem etwas zum "Schwingen" bringen oder sie wecken lediglich die bekannte Kritik, gemischt mit Vergleichen. Puritansiche Bibellehrer reden übrigens anders. Manche der Worte, welche uns überliefert sind, bleiben hochaktuell, vorausgesetzt, es hat einer die Antennen, ihre Botschaften zu empfangen.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 4.852

23.05.2019 09:52
#1709 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet antworten

Zitat
Denn, was nicht existiert, kann auch nicht erforscht werden. Es ist aber immerhin möglich, wissenschaftlich zu ergründen, wie denn die "Gottesfrage" überhaupt in die Hirne der Menschen gelangt sein könnte.

Athon,
... entschuldige, aber ich wusste ja nicht, dass Du über ALLES, was im Kosmos existiert so genau bescheid weißt, um gültige Urteile abgeben zu können.
Wie aber die Gottesfrage in die Hirne der Menschen gelangt sein könnte, hat Dir/uns ja bereits der kluge Gysi verraten: Durch das Herstellen einfacher Werkzeuge, wie z.B. dem Faustkeil. Der Mensch "produziert", also ist er auch (so soll Gysis Steinzeitmensch gedacht haben) von einem Überwesen produziert worden. Nett und herrlich "einfach", wie ein schlichtes Gemüt zu seinen persönlichen Weltdeutungen gelangen kann, welche es nun, genau wie die Bibelfans, auf seine Weise zu verteidigen sucht.

Zitat
Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass diese Erkenntnisse auf dem Mist eines Psychotherapeuthen gewachsen sind...

Dein Eindruck ist eine Beule, denn Psychotherapeuten schreiben anders!

Aber: Jeder wie er mag und kann!

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.191

23.05.2019 09:56
#1710  "Gott" und Universum logisch betrachtet antworten

Zitat von Reklov
Wer das Leben nur zuschauend erlebt, es nur beobachtet, anschaut, so entfremdet er es sich schon. Wer sich dem Rausch des Leibes überlässt, verfällt dem gedankenlosen Erleben. Wer sich aber ohne stille Reflexion dem unablässigen Geschehen seines Lebens ausiefert, bleibt im Dunkel, dessen reale Gegenwart alle Erkenntnis und alle Helligkeit ausschließt. Erlebenwollen kann also leicht auch in Verworrenheit führen.

An wen sind diese Worte gerichtet? Was meinst du, was z.B. Athon, Perquestavolta und ich tun, als sich Gedanken über unser Erleben und Sein (und das anderer) zu machen? Oder kann sich Gedanken nur der machen, der diesen "Gott" in sie mit einbindet?

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reklov Offline




Beiträge: 4.852

23.05.2019 10:13
#1711 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet antworten

Zitat
Es sei denn, Gott und du sind identisch... Dann frage ich mich, warum du - bei deinem leichten, begnadeten und neurotisch nicht vernebelten Leben - noch nach Gott suchen musst. => DA isser doch! IN DIR!...

Gysi,

das ist die beste Vermutung, die Du abgegeben hast! - Ich schrieb ja hier schon öfter, dass, wenn wir alle aus einer "Quelle" hervorgegangen sind, die "Erinnerung" an diese Quelle auch nur in uns selbst zu finden ist - und nicht etwa in wissenschaftlichen Lehrmeinungen oder gar in relig. Texten.
Wer "Gott" in sich gefunden hat, ist aber noch lange nicht im Zentrum der Quelle angekommen. Ein Unterschied!
Ob man dazu die irdische Körperhülle "verlassen" muss, bleibt vorerst als Frage offen.

Wäre diese Frage jedoch gesichert geklärt, würde sich eine unermessliche Zahl von Menschen auf sanfte Weise ins Jenseits begeben/befördern lassen, denn - die kurze Lebensstrecke mit ihren zwar unterhaltsamen und aufregend interessanten Möglichkeiten würde, samt ihrer nicht selten aufgebauschten Bedeutungsinhalte, völlig verblassen, nach hinten rücken und kein Betuchter käme z.B. auf die Idee, sich "einfrieren" zu lassen, um später mit futuristischer Technik wieder zum Weiterleben "aufgetaut" zu werden.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 4.852

23.05.2019 11:44
#1712 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet antworten

Zitat
An wen sind diese Worte gerichtet? Was meinst du, was z.B. Athon, Perquestavolta und ich tun, als sich Gedanken über unser Erleben und Sein (und das anderer) zu machen? Oder kann sich Gedanken nur der machen, der diesen "Gott" in sie mit einbindet?

Gysi,

... wie immer, sind alle Forum-Beiträge für alle user da, somit an alle gerichtet! -

Gedanken über sein "Erleben" kann sich auch jeder ungezwungen und frei machen, ohne dass er "Gott" einbindet. Allerdings sollte er keine Werturteile über Dinge abgeben, die ihm nicht zugänglich erscheinen, vor allem auch nicht meinen, dass weise Worte, menschliches Erfahrungsgut, nur weil sie schon einige Jahrhunderte alt sind, deswegen automatisch wertlos seien, denn - das Gleiche könnte einer sonst auch lässig über die Erkenntnisse moderner Pyscho-Onkels sagen.

Immerhin bilden Überlieferungen uns Dimensionen des geschichtlich Gegenwärtigen. Zudem auch Zeugnisse unseres Menschwerdens.
Wahrheit und Unwahrheit treten dabei gleichermaßen auf - oft in Gestalten trügerischer Autoritäten, die Verderben brachten und bringen.
Im heutigen gegenständlichen Wissen steckt eine Relativität, die uns nicht ALLES verraten kann. Teile der Wahrheit werden im wissenschaftlichen Forschen, wie auch mit den Mitteln der Sophistik "erkannt", die Einteilung des Weltseins erfolgt nach wie vor in Stufen, deren Zahl nicht abzusehen ist. Wir befinden uns aber immer noch auf der Stufe der Subjekt-Objekt-Spaltung und untermauern unsere Rechtfertigungen mit Ethik, Moral, mit wirtschaftlichen oder naturwissenschaftlichen Fakten.

Was wir durch Ableitungen zum Verständnis der WELT auffassen, ist ein Sekundäres gegenüber einem Primären. Das Sekundäre kann nun entweder bejaht werden als Steigerung, als Entfaltung des URSPRUNGS, dessen Keim uns unbekannt ist, erst in der Entfaltung offenbar wird - und zu sich kommt; oder das Sekundäre kann verworfen werden - als Verminderung, Entartung, Abfall, Abgleitung.

Wir können die Welt nun (mittels Grundprozessen) als eine steigernde Entwicklung von Wahrheiten und Wirklichkeiten denken, oder sie wird uns als ein Entspringen von Unwahrheiten, je in ihrer besonderen Gestalt, verständlich. Vorläufig bietet die Welt den Anblick eines überall sich wiederholenden, alles in Mitleidenschaft ziehenden Abfallens. Es ist, als ob ein ursprünglich Wahres in ständigem Verfall sei.

Es gibt auch die Vision des "Seinsganzen":
die mit dem Ursprung, sei es der "Schöpfung", sei es des "ewigen Seins" selbst, mitgesetzte Möglichkeit des Abfalls/Zerfalls, der dann aus einem, wie auch immer vorgestellten Grund geschehen ist. Seitdem ist mit dem Leben der Tod gesetzt. Mit dem Leben, als Wahrheit, - das Leben als Schein, List, Lüge und Verkehrung.

In einem seit Jahrhunderten andeuernden Mühen um Wahrheit begleitet nun das Falsche auch viele Momente der Wahrheit. Überall gibt es Verführungen, denen wir erliegen, Fallgruben, in denen wir versinken.

Könnte z.B. ein Chemiker den "Stein der Weisen" finden, das Eigentliche allen Stoffseins, so könnte er alle Stoffe nach Belieben hervorbringen und verwandeln, - denn er hätte das "Lebensprinzip aller Stoffe". Er wäre der "Herr aller Stoffe" und hätte mit dem Prinzip des ALLESHERVORBRINGENS auch das Prinzip der Unsterblichkeit in seinem Besitz.

Aber sowenig die chemie den "Stein der Weisen" finden kann, so wenig kann Philosophie oder Religion die SUBSTANZ DES SEINS (den Ursprung) als Erkenntnisinhalt ergreifen - oder gar über sie verfügen!
Wahrheit bleibt also im Suchen und das Suchen in Gefahr der Unwahrheit.

Der Ursprung der Wahrheitstrübung kann in psychologischen Antrieben des Verschleierns, kann in Mängeln des psychischen Zustandes und der psychischen Funktionen liegen. Der Ursprung kann aber auch das Ausbleiben der Einsicht sein, die überall von schlichter Einfachheit ist.
Daher können Gedanken als solche, wo sie die einfache Wahrheit treffen, solch außerordentliche Wirkung haben - als ob sie den Menschen in einem Augenblick den Star stechen.

Erleuchtende Unterscheidungen vollbringen Denker und Forscher, die in der Lage sind, eine Welt von Nebeln zur Auflösung zu bringen, mit glücklichen Einfällen und der Fähigkeit zu entdecken, was ist.

Viele Einsichten sind dem Menschen wegen ihres Inhalts unerfreulich. Er muss sie anerkennen, aber er will sie nicht anerkennen. Er verzerrt die Klarheit des Denkens mit seinen Wünschen, Interessen und Zielen. Er verdrängt bei voller Klarheit die zwingende Realität, nicht so, wie sie ist, sondern so, wie er möchte, dass sie sei - aber um den Preis, dass er nun unbestimmt und unklar denken muss. (Gilt für Dogmenprediger, wie auch für Atheisten!)

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.191

23.05.2019 13:35
#1713  "Gott" und Universum logisch betrachtet antworten

Zitat von Reklov
das ist die beste Vermutung, die Du abgegeben hast! - Ich schrieb ja hier schon öfter, dass, wenn wir alle aus einer "Quelle" hervorgegangen sind, die "Erinnerung" an diese Quelle auch nur in uns selbst zu finden ist - und nicht etwa in wissenschaftlichen Lehrmeinungen oder gar in relig. Texten.

Diese Quelle ist aber nicht Gott! Gott ist nicht in dir, sondern eine Annahme unserer Altvorderen aus der Jungsteinzeit! IN DIR ist vielleicht die komplette Evolutionsgeschichte geschrieben. Aber Gott? Du setzt ja gerne die menschliche Intelligenz und Reflexionsfähigkeit als etwas Göttliches. Den Menschen als letzten Vollzug des göttlichen Willens. Das hast du aus der Genesis. Ihr Text ist aus Quellen aus der Bronzezeit. Damals konnte man nicht anders, als egozentrisch zu denken. Die Wissenschaftsgeschichte zeigt jedoch, dass zentrisches Denken -> geozentrisches und egozentrisches Denken usw. naiv ist und durch Wissensvermehrung bis dato immer gekippt worden ist! Die Theozentrik darfst du getrost hinzuzählen.

Du willst dich mit aller Gewalt von der Tierwelt abgrenzen. Weil du (angeblich) einen so exklusiv reflektierenden GEIST hat! Ein Geist, der... GOTT! erkennt! Es gibt immer mehr MENSCHEN, die diesen Gott überwinden! Aber für dich sind sie zurückgefallen in ein stumpfes Tiersein des LUSTgenusses ohne Reflexion... Merkst du nicht, was für eine LEBENSVERACHTUNG (Tierverachtung) und Verachtung ANDERSDENKENDER deine Gottvernarrtheit trägt? Und was für eine Wissenschaftsverachtung. Viel weiter als die Denker der religiösen Inquisition bist du nicht. Nur dass du die Ketzer nicht mehr auf den Scheiterhaufen schicken kannst.

Zitat
Viele Einsichten sind dem Menschen wegen ihres Inhalts unerfreulich. Er muss sie anerkennen, aber er will sie nicht anerkennen.

Exakt so sieht das in DIR aus...

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Reklov Offline




Beiträge: 4.852

23.05.2019 22:48
#1714 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet antworten

Zitat
Damals konnte man nicht anders, als egozentrisch zu denken. Die Wissenschaftsgeschichte zeigt jedoch, dass zentrisches Denken -> geozentrisches und egozentrisches Denken usw. naiv ist und durch Wissensvermehrung bis dato immer gekippt worden ist!

Gysi,

... "egozentrisch" würde für mich einer denken, wenn er sich als das Höchste Wesen ansieht.
Durch Wissensvermehrung konnte man zwar die unzähligen "Götzen" kippen, aber nicht den "Gottesgedanken".

Zitat
Du willst dich mit aller Gewalt von der Tierwelt abgrenzen. Weil du (angeblich) einen so exklusiv reflektierenden GEIST hat!

Was uns von den Tieren wesentlich unterscheidet, ist die Willensfreiheit und damit u.a. ethisch/moralische Entscheidungen treffen zu können. - Keinem Tier ist solches möglich.

Zitat
Aber für dich sind sie zurückgefallen in ein stumpfes Tiersein des LUSTgenusses ohne Reflexion... Merkst du nicht, was für eine LEBENSVERACHTUNG (Tierverachtung) und Verachtung ANDERSDENKENDER deine Gottvernarrtheit trägt?

Also mit "Lustgewinn" kennen sich auch Gläubige (wie z.B. ich!) bestens aus: Sei es mit Frauen, mit Feinkost, mit Freizeitspaß etc. Mach Dir dazu mal keine falschen Vorstellungen!

Zitat
was für eine LEBENSVERACHTUNG (Tierverachtung) und Verachtung ANDERSDENKENDER deine Gottvernarrtheit trägt?

Hey, jetzt klingst Du aber recht verbittert!

Merke: Ich verachte nichts, sondern akzeptiere alles als im Universum vorkommend, ob es mir nun gefällt oder nicht! Auch leide ich nicht unter "Gottesvernarrtheit", sondern denke sachlich/nüchtern darüber nach. Das müsste aber an sich aus meinen Beiträgen heraus zu lesen sein?

Zitat
Viel weiter als die Denker der religiösen Inquisition bist du nicht. Nur dass du die Ketzer nicht mehr auf den Scheiterhaufen schicken kannst.

Jetzt kramt der Gysi aber in der "untersten" Schublade, will er mich nun sogar mit einem Inquisitor vergleichen! - Ich sagte hier ja schon öfter: >> Jeder wie er mag und kann. <<
Deswegen meine berechtigte und ernst gemeinte Frage an Dich: Bist Du jetzt völlig oder nur halb durcheinander?

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 4.852

23.05.2019 22:52
#1715 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet antworten

Zitat
Exakt so sieht das in DIR aus...

Gysi,

... nicht nur in mir! Ist ja wohl selbstredend!

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.191

24.05.2019 09:16
#1716  "Gott" und Universum logisch betrachtet antworten

Zitat von Reklov
Durch Wissensvermehrung konnte man zwar die unzähligen "Götzen" kippen, aber nicht den "Gottesgedanken".

Du hast noch nicht erkannt, dass dein "Gottesgedanke" auch ein "Götze" ist.

Zitat
Was uns von den Tieren wesentlich unterscheidet, ist die Willensfreiheit und damit u.a. ethisch/moralische Entscheidungen treffen zu können. - Keinem Tier ist solches möglich.

In den Primaten ist alles angelegt, was auch in uns ist! Du hast doch "Tiere denken" von Precht gelesen. Alles wieder vergessen?

Zitat
Also mit "Lustgewinn" kennen sich auch Gläubige (wie z.B. ich!) bestens aus: Sei es mit Frauen, mit Feinkost, mit Freizeitspaß etc. Mach Dir dazu mal keine falschen Vorstellungen!???

Habe doch nie das Gegenteil behauptet, nicht in diesem Threadzusammenhang! Ich verstehe deine Antwort nicht. Völlig unpassend. Du hast mir eine Antwort auf eine Frage gegeben, die ich nicht gestellt habe. Was Freud wohl dazu sagen würde?...

Zitat
Auch leide ich nicht unter "Gottesvernarrtheit", sondern denke sachlich/nüchtern darüber nach.

Jou! Was dir fehlt, ist SELBSTKRITIK!

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Athon Offline




Beiträge: 2.177

24.05.2019 12:09
#1717 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet antworten

@Reklov

Zitat von Reklov #1714
Auch leide ich nicht unter "Gottesvernarrtheit", sondern denke sachlich/nüchtern darüber nach. Das müsste aber an sich aus meinen Beiträgen heraus zu lesen sein?


Nein, Reklov, dass Du darüber nachdenkst schon, aber nicht sachlich/nüchtern. Es ist aus meiner Sicht nicht möglich, über ein Mysterium, dass nach Deinen Worten nicht zugänglich ist und sich jeglicher Bewertung entzieht, ein sachlich fundiertes Urteil abzugeben, sofern damit Belege für eine reale Existenz dieses Mysteriums erbracht werden sollen. Wenn Du die Frage "Gott: Ja/Nein" sachlich-nüchtern betrachten könntest, würdest Du feststellen, dass es Alternativen zur Existenz eines Schöpfers und Planers in reichlichem Maße gibt. Aber, damit hast Du halt ein Problem. So wie jeder andere "gewöhnliche" Gläubige auch...

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Reklov Offline




Beiträge: 4.852

24.05.2019 15:46
#1718 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet antworten

Zitat
Es ist aus meiner Sicht nicht möglich, über ein Mysterium, dass nach Deinen Worten nicht zugänglich ist und sich jeglicher Bewertung entzieht, ein sachlich fundiertes Urteil abzugeben, sofern damit Belege für eine reale Existenz dieses Mysteriums erbracht werden sollen.

Athon,

... "sachliche" Urteile sin leider nur über "Sachen" abzugeben. Beim Menschen kommt noch hinzu, dass er auch in sachlichen Bereichen (wie z.B. dem kosmischen Geschehen) nur begrenzte Einsichten hat. Man kann aber dennoch, sachlich, nämlich logisch darüber nachdenken. Allerdings ist hierbei eine andere Wort/Begriffswahl nötig, als sie z.B. die wissenschafltiche Terminologie sich geschaffen hat.

Bei der Betrachtung des Gottesgedankens kann man ungemäß sagen, dass es keine Übereinstimmung des Gedankens mit der uns erkennbaren Existenz von "Dingen" gibt. Gegenstand und Idee kommen also nicht zur Deckung!
Im Kampf der Glaubensmeinungen wird jedesmal eine objektive Gegenständlichkeit auf der einen Seite, ein Wort für ein Ungegenständliches auf der anderen Seite verwendet.
Wahrheit kann also nicht zwischen zwei gegenständlichen Intensionen zur Deckung kommen, sondern sie ist Teilnahme gegenständlicher Intensionen am Gesamtzusammenhang der Gottesidee - in ihrer unendlichen Ganzheit.

Erst wenn der Verstand an die Stelle der lebendigen Idee das endliche Schema eines Ideals setzt, findet eine "Messung" zwischen zwei Gegenständlichkeiten, einer wirklichen und einer gedachten, statt. Solch eine "Messung" gehört aber mehr dem Bewusstsein, nicht dem operierenden Geiste im Gehirn an. Dies ist über bewegte Ideen hinaus, wie z.B. "die wahre Freundschaft", der "wahre Staat", alles im Ideal schematisierte Endlichkeiten, zu erspüren.

Nimmt man die Übereinstimmung zwischen Gegenständlichkeiten des Bewusstseins überhaupt als Maßstab aller Wahrhreit, so kann man mit philosphischen Wahrheiten die Wahrheit leugnen, indem man sagt: Diese Wahrheiten sind keine Wahrheiten, da ihnen der objektive Maßstab und das objektive Kriterium fehlen. Doch damit ist nur ausgesprochen, was das Positive dieser eigentümlichen Wahrheit ist.
Die Wahrheit von WELT (so weit Menschen sie erforschen können) und TRANSZENDENZ liegt in dem SEIN selber, welches von uns völlig unabhängig ist!
Spricht der Mensch von der "Wahrheit der Dinge" in der Welt, so meint er die Übereinstimmung zwischen Ding und Urbild.

Spricht der Mensch aber von der Wahrheit der Chiffern der Transzendenz, so meint er die Übereinstimmung zwischen gegenständlich gewordenen Symbolen und dem Sein selbst.

Spricht also einer etwa den alten Satz, "Gott ist die Wahrheit", so vermag er diese Wahrheit mit dem Gedanken der Übereinstimmung nicht zu treffen. Diese Wahrheit wäre ohne alle Übereinstimmung, da sie ohne Gegenständlichkeit wäre.

Für uns zeigt sich aber WAHRHEIT nur durch Mitteilung im Zeitdasein. Löst man aber die Wahrheit von der Mitteilung, so erstarrt sie zur Wesenslosigkeit. Die Bewegung in einer Mitteilung (von Mensch zu Mensch) ist in einem Bewahren und Suchen des Wahren. Der mehrfache Sinn von Wahrheit muss sich also in der Weise der Mitteilbarkeit zeigen.
Die WELT aber ist stumm - und "Gott" ist verborgen.

Unser Umgang mit der WELT ist gleichsam ein Fragen und Antworten. Die WELT antwortet auf unsere Fragen durch Tatsachen, nicht durch Sprache. - Die Fragen, welche aber die WELT an uns stellt, geschehen durch Situationen, durch das Unerwartete. Wer wenig "erlebt" hat, dem wurden auch wenig "kniffelige" Fragen gestellt.
Erst der Mensch macht aus dem stummen Geschehen ein Wechselspiel, indem er sich so verhält, als ob eine Mitteilung stattfände. Je nach Bewusstsein - überfällt ihn auf höherer Stufe, bewusstere Einsicht, denn er sieht sich dem furchtbaren Schweigen des Weltalls gegenüber, auch einer ergreifenden Stummheit der Natur.

Gott ist verborgen. Er spricht nicht direkt zum Menschen. Der Mensch kann in geschichtlichen Augenblicken in eine Gewissheit geraten, als ob er Gott höre, seine Wirklichkeit spüre, ohne jedoch eine leibhafte und jedem zugängliche, eindeutige Sprache zu hören.
Nur in prophetischen, inkommunikablen Zuständen vermochten Einzelne - nach ihrer Behauptung - zu erfahren, woraus sie anderen mitteilten, was "Gott" gesagt habe. Die anderen können dem Propheten nun glauben oder nicht.

Etwa anderes ist die unmittelbare Gottgewissheit, die Gegenwärtigkeit Gottes. Diese ist innerlich und so groß, wie kein äußeres Ding in der Welt. Diese Gewissheit hat gegenüber allen gegenständlichen, erforschbaren Gewissheiten einen anderen, eigenen Charakter. Sie ist kein "Wissen von etwas", kein Besitz eines Fremden.
Versteht sie sich selbst und wird von Mensch zu Mensch mitteilbar, so muss sie sich übersetzen und vermitteln lassen, bleibt aber in allem Sagbaren und gegenständlich Tatsächlichen auch vieldeutig. Der Mensch verwandelt es für sich in diese Form. Das Wahrsein von WELT und GOTT ist durch die Weise der Mitteilung jedoch nur negativ zu charakterisieren.

Spricht das einzelne Bewusstsein, so treffen sich stets die Individuen als beliebig sich vertretende Fälle des EINEN.
Zur sinnvollen Unterredung des Bewusstseins gehört daher erstens, dass die Worte etwas Bestimmtes und nicht vielerlei bedeuten, zweitens, dass anerkannt wird, das sich Widersorechende hebt sich auf.
Wer die Identität des Bewusstseins als Sprechender überhaupt nicht betritt, mit dem ist Sprechen, das ein Allgemeinverstehbares und Allgemeingültiges ins Auge faßt, nicht möglich.

Wir Menschen sprechen, sind also nicht stumm, wie Pflanzen. Im Sprechen kann sich nun der Sinn des Sprechens kultiviert ausleben oder lediglich nur Verworrenheit erzeugen - oder sich darin ein Daseinswille verstecken.
Das bewusste Sprechen wendet sich gerne an ein Allgemeines, durch Gründe; sucht die Form der richtigen Geltung und des Zwingenden - wie es z.B. ein Beweis liefern kann.

Wahrheitssuche entspringt stets der Einsamkeit der Selbstkommunikation und drängt hin zum Gespäch mit anderen, was ja auch den eigentlichen Boden, nicht nur für dieses Forum, bildet.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 4.852

24.05.2019 16:08
#1719 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet antworten

Zitat
Du hast noch nicht erkannt, dass dein "Gottesgedanke" auch ein "Götze" ist.

Gysi,

... zumindest habe ich soviel "erkannt", dass Dir der Unterschied garnicht klar ist!

Zitat
In den Primaten ist alles angelegt, was auch in uns ist!

Angelegt mag sein - aber eben nicht "entwickelt". In Dir ist ebenfalls vieles angelegt, was Du nicht entwickelt hast, entwickeln konntest.

Zitat
Jou! Was dir fehlt, ist SELBSTKRITIK!

Wer als Grafiker und Musiker keine Selbstkritik entwickeln kann, landet schnell auf dem Bauch, entwickelt sich auch nicht weiter. Selbstkritik kommt bei beiden Fächern schnell und früh auf, denn man ist ständig der Kritik von anderen ausgesetzt - und nicht nur derer, die einen bezahlen. Selbstkritik kommt auch unweigerlich auf, beginnt man sich an den Größen/Vorbildern seines Faches zu "messen".

Zitat
Ich verstehe deine Antwort nicht. Völlig unpassend. Du hast mir eine Antwort auf eine Frage gegeben, die ich nicht gestellt habe. Was Freud wohl dazu sagen würde?...

Meine Antwort bezog sich auf Deine Behauptung:
>> Es gibt immer mehr MENSCHEN, die diesen Gott überwinden! Aber für dich sind sie zurückgefallen in ein stumpfes Tiersein des LUSTgenusses ohne Reflexion... <<.
Ich wollte damit an sich sagen, dass Lustgenuss nicht der Feind philosophischer, wissenschaftlicher oder religiöser Denkbewegungen ist. Er kann durchaus ihr angenehmer Begleiter sein!

(Was würde wohl Freud zum bevorzugt negativ auslegenden Gysi sagen?)

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.191

24.05.2019 16:46
#1720  "Gott" und Universum logisch betrachtet antworten

Zitat von Reklov
... zumindest habe ich soviel "erkannt", dass Dir der Unterschied garnicht klar ist!

Die Unterscheidung zwischen "Götze" und "Gott" ist willkürlich! Was für einen Unterschied erwartest du von einem zu sehen, der nicht an Gott glaubt?

Zitat
Angelegt mag sein - aber eben nicht "entwickelt". In Dir ist ebenfalls vieles angelegt, was Du nicht entwickelt hast, entwickeln konntest.

In dir ist viel Gutes angelegt, das sich durch deine Gottesfiktion leider nicht ent- sondern heillos verwickelt hat!

Zitat
Wer als Grafiker und Musiker keine Selbstkritik entwickeln kann, landet schnell auf dem Bauch, entwickelt sich auch nicht weiter.

Na, dann bin ich ja beruhigt... Aber wenn es um deine höchstwerte Person geht, habe ich noch NIE eine Einsicht von dir vernommen. Nur immer wieder deine notorisch vorgetragenen Aufplustereien und Selbstbeweihräucherungen... Wir wissen jetzt von deiner Größe; du solltest wirklich mal aufhören damit!

Zitat
Was würde wohl Freud zum bevorzugt negativ auslegenden Gysi sagen?

Ich kann mir nicht helfen - er würde sagen, dass ich recht habe.

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Athon Offline




Beiträge: 2.177

26.05.2019 13:19
#1721 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet antworten

@Reklov

Zitat von Reklov #1719
Wer als Grafiker und Musiker keine Selbstkritik entwickeln kann, landet schnell auf dem Bauch, entwickelt sich auch nicht weiter. Selbstkritik kommt bei beiden Fächern schnell und früh auf, denn man ist ständig der Kritik von anderen ausgesetzt - und nicht nur derer, die einen bezahlen. Selbstkritik kommt auch unweigerlich auf, beginnt man sich an den Größen/Vorbildern seines Faches zu "messen".


Mag sein, dass Du Selbstkritik als Grafiker und Musiker entwickeln kannst. Auf dem Gebiet des Glaubens hast Du dies bisher aber vermissen lassen. Und dieses Gebiet war hier auch gemeint.

Zitat von Reklov #1718
... "sachliche" Urteile sin leider nur über "Sachen" abzugeben. Beim Menschen kommt noch hinzu, dass er auch in sachlichen Bereichen (wie z.B. dem kosmischen Geschehen) nur begrenzte Einsichten hat. Man kann aber dennoch, sachlich, nämlich logisch darüber nachdenken. Allerdings ist hierbei eine andere Wort/Begriffswahl nötig, als sie z.B. die wissenschafltiche Terminologie sich geschaffen hat.


Dann gib mal hier Laut, welche Worte und Begriffe nötig sind, die hinsichtlich des Nachdenkens über "Gott" als sachlich gelten könnten. Und vor allem: logisch...

Zitat
Wir Menschen sprechen, sind also nicht stumm, wie Pflanzen.


Und? Was willst Du jetzt damit ausdrücken? Dass Pflanzen, weil stumm, nicht kommunizieren können?

----------------------------------------------------
Nicht Gott schuf den Menschen, der Mensch schuf Gott! Und hat bis heute daran zu schaffen...

Reklov Offline




Beiträge: 4.852

26.05.2019 18:56
#1722 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet antworten

Zitat
Die Unterscheidung zwischen "Götze" und "Gott" ist willkürlich! Was für einen Unterschied erwartest du von einem zu sehen, der nicht an Gott glaubt?

Gysi,

... die Unterscheidung ist einfach: Einen Götzen kann sich einer schnitzen oder meiseln. "Gott" nicht. Allenfalls kann man dazu Deutungen und diesbezügliche Gedankenanstrengungen in Gang bringen, wie sie ja bereits in unterscheidlichsten Texten auftauchen. "Gott" kann auch nicht, wie ein Götzenbild umgestürzt oder verbrannt werden. Es bleibt lediglich nur die Verneinung.

Zitat
In dir ist viel Gutes angelegt, das sich durch deine Gottesfiktion leider nicht ent- sondern heillos verwickelt hat![quote]Da denke ich nun mal völlig anders: In mir konnte sich überhaupt etwas "entwickeln", weil eine mir unbekannte Kraft/Energie den "Grundstein" dazu gelegt hat und zwar nicht erst, seit ich auf der Welt bin.[quote]Aber wenn es um deine höchstwerte Person geht, habe ich noch NIE eine Einsicht von dir vernommen. Nur immer wieder deine notorisch vorgetragenen Aufplustereien und Selbstbeweihräucherungen... Wir wissen jetzt von deiner Größe; du solltest wirklich mal aufhören damit!

Dazu kannn ich nur sagen: >> Man soll sein Licht nicht unter den Scheffel stellen. << - Ich würde keinem user etwas "ankreiden", wenn er seine Begabungen ausspricht. Nur die Unbegabten stören sich an so etwas und bellen verständlicherweise neidisch auf.

Zitat
Ich kann mir nicht helfen - er würde sagen, dass ich recht habe.

"Recht zu haben" ist einer Deine bevorzugten Wünsche, den ich Dir aber leider nicht erfüllen kann.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 4.852

26.05.2019 20:05
#1723 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet antworten

Zitat
Dann gib mal hier Laut, welche Worte und Begriffe nötig sind, die hinsichtlich des Nachdenkens über "Gott" als sachlich gelten könnten. Und vor allem: logisch...

Athon,

... als ich den Versuch startete, die unmissverständliche Sprachlogik Spinozas zu seinem "Gottesbegriff" vorzustellen, bemerkte ich, dass hier viele gar nicht in der Lage sind "einfachste" Formulierungen aufzunehmen. Erst nach mehrmaligem Wiederholen des von Spinoza klar ausgedrückten Unterschieds zwischen einer "nur in ihrer Art ewigen Substanz und einer "absolut ewigen Substanz", lichteten sich die "Nebel".
Auf diesbezügliche Gedanken von R.Descartes gab es überhaupt keine Reaktion, obwohl sie auch einen nachvollziehbaren logischen Boden vorzeigen.
Das ist aber auch wiederum nicht verwunderlich, denn will ich zwingende Gewissheit haben, so suche ich den Ursprung von Behauptungen auf. Dieser Ursprung liegt entweder in der Anschauung des empirischen Gegenstandes, welcher faktisch vorgezeigt wird, oder er liegt in der Evidenz unmittelbarer Einsicht in einem Sachverhalt, oder er liegt in der Ableitung von Behauptungen durch einsichtige Schlüsse aus Voraussetzungen.

Von zwingender Gewißheit spricht man bei der Evidenz unmittelbarer Einsicht in einen Sachverhalt. Dass das GANZE größer ist, als der Teil, dass die Gerade der kürzeste Weg zwischen 2 Punkten ist, das > cogito ergo sum < und viele ähnliche Sätze haben eine solche nicht ableitbare Evidenz. Im Klarmachen habe ich ohne Bestätigung durch empirische Erfahrung und ohne Ableitung aus Anderem die Einsicht allein dadurch, dass ich die Sache denke.

Ich kann etwas klar meinen, dessen Gegenstand doch kein Sein hat. Die zwignende Gewißheit in der Klarheit trifft den Sachverhalt, der besteht, ein Sein, das im Gedachtwerden als bestehend anerkannt werden muss.

Zwingende Gewißheit ist entweder formal argumentativ, oder sie ist empirisch argumentativ.
Oder sie ist apriorisch argumentativ in der Mathematik, wenn die Verbindung intuitiv zwingender Axiome, welche methodisch geprüft und gewählt sind, mit der logischen Syllogistik die Konsequenzen in präzisen Gewißheiten durch das Urteil ausspricht.
Die zwingende Gewißheit ist unabhängig von Dogmen und Weltanschauung, von Charakter und Zeitgeist. Sie ist für den, der versteht und denkt, - unausweichlich.
Das Denken, Sprechen, Meinen und Behaupten über "Gott", geht nicht nur in diesem Forum durcheinander, auf welche Weise wir gewiss sind oder gewiss zu sein meinen, wenn die Weisen der Gewissheit nicht recht unterschieden werden.

Bereits die antiken Griechen entdeckten, dass Zwang des Denkens an bestimmte Normen gebunden ist, dass mit ihnen der Mensch sich und den Anderen im argumentierenden Gespräch in die Zwickmühle des Entweder-Oder und der Konsequenzen bringen kann. Hier hilft keine Suggestion oder gutmütige Nachgiebigkeit, sondern gerade bei hellem Denken ist zu unterscheiden - dann anzuerkennen oder zu verwerfen.
Damit ist eine Welt entdeckt, die dem Menschen als zeitlose Geltung entgegentritt, die er nicht schafft, sondern findet. Diese Welt steht da - in unpersönlicher Objektivität, unabhängig von Zeit, Geschichte, Charakter und Willen. Ihre Anerkennung beruht nicht auf Überzeugung, sondern sie ist darum zwingend, weil im Denken gar nicht anderes gedacht werden kann.
Aus der zwingenden Wissenschaft entstehen z.B. keine "Schöpfungen", die unnachahmlich sind, sondern Ergebnisse, die identisch übertragbar sind.
Zwingende Erkenntnis hat allerdings ihre Grenzen. Sie hat ihre Stärken zunächst in der Mathmatik, in der daraus entwickelten formalen Logik, in der Feststellung von Tatsachen, in der mathematischen Naturwissenschaft. Sie wird aber bereits problematisch in der Geschichtswissenschaft!!!
Der Satz von Kant, Wissenschaft sei nur, soweit Mathematik anwendbar sei, drückt kurz und knackig den Tatbestand aus.

Den Ablauf des gesamten Menschengeschehens kann Mathematik z.B. in keiner Weise beeinflussen. Die zwingende Wissenschaft ist noch nicht Philosophie, aber Voraussetzung der Philosophie.
Das zwingend Wissbare ist, einmal gewonnen, als solches existenziell gleichgültig. Was gewusst wird, ist zugleich fremd, von mir und meinem Einsatz ein Unabhägiges. Jeder Wissensbesitz ist immer nur eine Stufe.
Überzeugung ist noch mal etwas anderes, denn durch Verwechslung mit dem allgemeingültig Zwingenden verliert Überzeugung ihr Wesen.

Gruß von Reklov

Perquestavolta Offline



Beiträge: 4.236

26.05.2019 20:36
#1724 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet antworten

Auwei..

Wer glaubt der muss auch zweifeln können.
Wer im Glauben nicht zweifelt, ist entweder ein Kind oder ein Idiot.

Reklov Offline




Beiträge: 4.852

26.05.2019 23:36
#1725 RE: "Gott" und Universum logisch betrachtet antworten

Zitat
Kein Gott ist groß genug, dass dass sich nicht ein Trottel findet, der den Willen diese Gottes auf Erden vertreten will.

Perquestavolta,

... man könnte auch sagen: Kein Gott ist groß genug, dass sich nicht ein Trottel findet, der den Willen Gottes negiert.

Aber, mal davon abgesehen: Angenommen, man könnte sich vorstellen, dass es ein "höchstes Wesen" gibt, - was wäre denn, Deiner Meinung nach, dessen "Wille", in Bezug auf den Menschen?

Gruß von Reklov

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