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Dieses Thema hat 33 Antworten
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 Christentum
Seiten 1 | 2
seneca Offline

religiöser Atheist


Beiträge: 669

10.04.2019 14:58
Die Auferstehung Jesu und die "Urgemeinde" antworten

Die Auferstehung Jesu und die Bildung der christlichen Urgemeinde

Ich mache ein neues Thema auf, da der thread "Jesus, der gescheiterte Sektenführer" eigentlich überholt ist.
Über die christliche Urgemeinde zu Jerusalem, wo das wahre echte Christentum gepredigt wurde und sich Luther und andere berufen, herrschen diffuse idealistische Vorstellungen. Man muss versuchen, die Geschichte nüchtern und undogmatisch historisch zu betrachen versuchen. Ich stütze mich weiter auf das Buch von Reza Aslan, das ich hervorragend finde, auch wenn er ein Muslim (nach Ausflug in eine christliche Jugendgruppe) ist. Mohamed bekommt auch noch sein Fett weg; ich habe die kritischen Bücher von Hamed Abdel-Samad und das von Harry Richardson bestellt.

Nach dem Tode Jesu standen die Jünger vor einer schweren Glaubensprobe. Die Kreuzigung war das Ende ihres Traums vom Umsturz des bestehenden Systems. Das Königreich Gottes mit der Wiedererstehung der 12 Stämme Israels [von denen nur Juda übrig geblieben war], würde nicht auf Erden errichtet werden, wie Jesus es versprochen hatte. Und die römische Besatzung würde nicht überwunden werden.

Den Anhängern Jesu blieb eigentlich nichts anderes übrig, als in die Dörfer zurückzukehren. Sie sind aber in Jerusalem geblieben und haben dort die Wiederkunft Christi erwartet. Aber wahrscheinlich sind etliche von ihnen definitiv abgehauen, als Jesu in Getsemani verhaftet wurde (sag ich mal).

Dann geschah die (angebliche) Auferstehung Jesu von den Toten. Die Vorstellung eines Mannes, der einen grausamen Tod erleidet und drei Tage später ins Leben zurückkehrt, widerspricht jeder Logik, aller Vernunft und dem gesunden Menschenverstand. Daran kann man glauben oder nicht.

Für Christen ist die Auferstehung die ultimative Glaubensprüfung: „Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden“ (1 Kor 15,17). Die Auferstehung Jesus ist heute noch fester Bestandteil des christlichen Glaubensbekenntnisses, das in der Kirche gepredigt wird.

Die Auferstehung Jesu löst ein unlösbares Problem, das die Jesus-Anhänger unmöglich ignorieren konnten: Die Kreuzigung Jesu entkräftete seine Behauptung, der verheissene Messias und der Nachfolger (König) Davids zu sein. Nach dem Gesetz Mose ist Jesus als ein Gekreuzigter sprich Gehenkter eigentlich von Gott verflucht (5 Mos 21,23). Wenn er aber tatsächlich auferstanden ist, wäre das Kreuz kein Symbol des Versagens sondern des Sieges. [In der Ostkirche, wo Ostern das wichtigste Fest ist, sagen die Gläubigen zu einander: Christus ist wahrhaft auferstanden!]

Die Auferstehungsgeschichten wurden 60 Jahren nach Jesu Tod von den Evangelisten geschrieben. An die Einwände, sie hätten einen Geist oder ein Gespenst gesehen, oder sie hätten den Leichnam gestohlen, haben sie gedacht: Der auferstandene Jesus ass mit den Jüngern und forderte sie auf, seine Hände und Füsse zu berühren (Lk 24. 36-39) [Man google das Bild von Caravaggio, wo der „ungläubige Thomas“ den Finger in die Bauchwunde von Jesus legt]. Und gemäss Mt 28, 1-15 wurden vor dem Grab Jesu bewaffnete Wachen aufgestellt; also hat man den Leichnam nicht geklaut.

Als letztes Argument wird auf „die Schrift“, d.h. auf das Alte Testament, verwiesen, wo die Auferstehung prophezeit worden sei. Jesus erklärt den Jüngern gemäss Lukas, die gehofft hatten, dass er es sei, der Israel von der römischen Besatzung erlösen werde (Lk 24,21), dass sein Tod und seine Auferstehung in Wahrheit die Erfüllung der messianischen Prophezeiung seien, wie alles, was über den Messias „im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen“ geschrieben stehe, zum Kreuz und zum leeren Grab (sprich Auferstehung) führe. So steht es in der Schrift: "Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen“, teilt Jesus den Jüngern mit (Lk 24,44-46)

Schade nur, dass sich nirgendwo in der Schrift [des AT] etwas Derartiges findet. In der gesamten Geschichte jüdischen Denkens existiert nicht eine einzige Textzeile, die besagt, dass der Messias leiden, sterben und am dritten Tag auferstehen werde.

Kein Wunder, dass die Anhänger Jesu solche Probleme hatten, die anderen Jerusalemer Juden davon zu überzeugen, ihre Botschaft anzunehmen. Als Paulus in seinen Brief an die Korinther [1 Kor 1,23) schreibt, die Kreuzigung [die Verkündung von Christus, dem Gekreuzigten] sei für „für Juden ein empörendes Ärgernis“ [ gemäss Einheitsübersetzung der Bibel, welche die Übersetzer von Aslans Buch verwenden; in der Züricher Bibel steht nur „ein Ärgernis“. Daran sieht man die Nuancen der Übersetzungen].

Für die Juden war ein gekreuzigter Messias ein Widerspruch in sich selbst: Die Kreuzigung entzog seinem messianischen Anspruch Jesu jeden Boden. Dieses Problem erkannten die Jünger selber. Sie behaupteten deshalb, das von ihnen ersehnte Königreich Gottes sei ein himmlisches Reich, kein irdisches. Die messianischen Prophezeiungen seien falsch gedeutet worden. Die Schriften, richtig ausgelegt, besagten das Gegenteil, was gemeinhin angenommen wurde. Es gab viele Schriftdeuter in Jerusalem (wie heute noch). Siehe die Zeugen Jehovas, die sich im „Königreichsaal“ versammeln.

Statt in ihre Dörfer heimzukehren und den auferstandenen Jesus zu predigen, blieben die Jünger [besser Jesus-Anhänger] in Jerusalem, dem Ort von Jesu Tod und Auferstehung; am Ort, an dem Jesus, wie sie glaubten, bald zurückkehren würde. Jerusalem war das Zentrum des Judentums, und trotz ihrer etwas speziellen Auslegung des Schrifttums waren die Jünger in erster Linie Juden. Ihre Botschaft richtete sich in den ersten Jahren an ein ausschliesslich jüdisches Publikum. Sie hatten nicht die Absicht, ihre heilige Stadt aufzugeben oder sich vom jüdischen Kult loszusagen, ungeachtet der Verfolgung durch die Priester-Behörde. Die wichtigsten Führer der Jesus-Bewegung Paulus [nicht der Apostel!] und Johannes sowie Jesu Bruder Jakobus – blieben den jüdischen Gebräuchen und dem Gesetz Mose bis zum Schluss treu. Unter ihrer Führung wurde die Jerusalemer „Kirche“ als Urgemeinde bekannt. Ganz gleich, wie weit sich die Bewegung ausbreitete, gleich, wie viele andere Gemeinden in Städten wie Philippi, Korinth oder sogar Rom gegründet wurden; gleich, wie viele neue Konvertiten, ob Juden oder Heiden sich der Bewegung anschlossen - jede Gemeinde, jeder Konvertit und jeder Missionar unterstand bis zum Tag an dem die Stadt niedergebrannt wurde, der Autorität der „Urgemeinde“ in Jerusalem. Anmerkung: Mit der Eroberung Jerusalems und Zerstörung des Tempels durch die Römer unter Titus im Jahre 70 u.Z. änderte sich alles.

Jerusalem als Zentrum der Bewegung hatte auch den Vorteil der jährlichen religiösen Feste und Feiertage, die tausende Juden aus dem gesamten Imperium in die Heilige Stadt brachten. Diese Diaspora-Juden griechisch sprechenden Juden waren weit empfänglicher für die Botschaft der Jesus Anhänger.

Im Gegensatz zu ihren Brüdern im Heilgen Land sprachen die Diasporajuden [sprich zum Judentum konvertierten Hellenisten], nicht Aramäisch, sondern Griechisch. Dies war die Sprache ihrer Gedanken und Gebete. Die Schriften lasen sie nicht in der hebr. Version sondern in griechischer Übersetzung, der sog. Septuaginta.

Exkurs: Die Juden in den kosmopolitischen Zentren waren nicht alles ausgewanderte Diaspora-Juden. In jener Epoche (1. Jh. vor und nach u.Z.) wurde, v.a. dank des befruchtenden Aufeinandertreffens zwischen (jüdischem) Monotheismus und griechischer Kultur (und Philosophie), das Judentum zu einer aktiv bekehrenden Religion, so dass es sich im ganzen Mittelmeerraum auszubreiten begann und viel Zulauf erfuhr (S. Uriel Rappaport: Religiöse Propaganda durch Juden und Konversion zum Judentum in der Zeit des 2. Tempels (1965), nicht publ; dt. übers. des hebr. Titels, zit.in FN 107 bei Schlomo Sand: Die Erfindung des Landes Israel, 2012)

Es ist daher nicht überraschend, dass die Diasporajuden, sprich hellenistischen Juden, für die innovative Auslegung der Schriften, wie sie ihnen die Anhänger Jesu boten, empfänglicher waren als die [gebürtigen] Juden. Tatsächlich dauerte es nicht lange, bis die griechischsprachigen Juden den ursprünglichen aramäischsprachigen Anhängern Jesu in Jerusalem zahlenmässig überlegen waren. Der Apostelgeschichte zufolge teilte sich die Gemeinde in zwei separate Lager: Die Hebräer, die Ansässigen Juden unter der Führung von Jakobus und den Aposteln und den „Hellenisten“, jene Juden, die aus der Diaspora kamen und griechisch sprachen [und die Jesus-Geschichte mit gnostischem Gedankengut zu vermengen begannen].

Exkurs seneca: Die Idee einer Auferstehung von heidnischen Göttern (z.B. Dionysos) war im Altertum bekannt. Man musste aber gewisse Riten vollziehen, die nicht allen offen standen, um als eingeweihter Gläubiger (Myste) der göttlichen Auferstehung teilhaben. Das ist ja auch das Versprechen des Christentums: Das ewige Leben. Das Christentum ist im Grunde nichts anderes eine spätantike Mysterienreligion. Das Dogma dazu hat v.a. Paulus geschaffen.

Die Hebräer waren hauptsächlich Bauern und Fischer aus den ländlichen Gebieten, die es nach Jerusalem verschlagen hatte. Die Hellenisten waren anspruchsvoller und urbaner, gebildet und wohlhabender. Sie konnten sich auch eine Pilgerreise nach Jerusalem leisten.

Als es zwischen den beiden Gemeinden (Hebräer und Hellenisten) zum Streit kam, ernannten die Apostel unter den Hellenisten sieben Führer (Apg 6,5): Philippus, Prochorus, Nikanor, Timon, Parmenas, Nikolaus (ein Proselyt aus Antiochia), und natürlich Stephanus, dessen Steinigung als Gotteslästerer (weil er angeblich Jesus zur Rechten Gottes im Himmel sitzen sah) durch einen aufgebrachten jüdischen Mob (wahrscheinlich aber nicht Jesus-Anhänger), die Trennung zwischen Hebräern und Hellenisten zementieren sollte. Anwesend war angeblich auch ein gewisser Saulus von Tarsus, der als selbst ernannter Apostel (der Heiden) Paulus das Christentum von Judentum trennen sollte. Die Geschichte von Paulus ist ebenfalls spannend.

Quelle:
Reza Aslan: Zelot. Jeus von Nazaret und seine Zeit, 2013

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RELIGION IST HEILBAR! (Buch von J. Hochstrasser, Ex-Priester)
Denken ist eine Anstrengung; Glauben ein Komfort (Ludwig Marcuse).
Das Leben ist eine mißliche Sache; ich habe mir vorgesetzt, es damit hinzubringen, über dasselbe nachzudenken (Schopenhauer). - Ich würde nur an einen Gott glauben, der zu tanzen verstünde (Nietzsche, Zarathustra).

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

12.04.2019 20:48
#2 RE: Die Auferstehung Jesu und die "Urgemeinde" antworten

Zitat von seneca im Beitrag #1
Die Auferstehung Jesu und die Bildung der christlichen Urgemeinde

Man muss versuchen, die Geschichte nüchtern und undogmatisch historisch zu betrachen versuchen.
Nach dem, was du bisher über das Werk des Autors Reza Aslan ausführst, ist die vorliegende Lektüre dafür denkbar ungeeignet.

Es geht wahrscheinlich tatsächlich eher darum, dass jemand - d.h. in diesem Fall eine bestimmte Philosophie und Doktrin über Jesus "ihr Fett" wegbekommt. Nun, dann darf man ja auf deine folgenden Ausführungen gespannt sein.


Zitat von seneca im Beitrag #1
Mohamed bekommt auch noch sein Fett weg; ich habe die kritischen Bücher von Hamed Abdel-Samad und das von Harry Richardson bestellt.


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seneca Offline

religiöser Atheist


Beiträge: 669

13.04.2019 11:12
#3 RE: Die Auferstehung Jesu und die "Urgemeinde" antworten

Man muss versuchen, die Geschichte Jesu und seiner Anhänger nüchtern und religös undogmatisch historisch zu betrachten.

Das macht Reza Aslan. Er bringt den Stoff der aktuellen Leben-Jesu-Firschung auf originelle und spannende Weise. Er stützt sich auf Dutzende wissenschaftliche Bücher und Artikel in Zeitschriften.

Zu Mohamed: Das Zentrum des Islam ist das Leben und die Sprüche Mohammeds. Er ist viel weniger historisch als gemeinhin angenommen.

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Perquestavolta Offline



Beiträge: 4.246

13.04.2019 15:41
#4 RE: Die Auferstehung Jesu und die "Urgemeinde" antworten

Zitat von seneca im Beitrag #3
Man muss versuchen, die Geschichte Jesu und seiner Anhänger nüchtern und religös undogmatisch historisch zu betrachten.

Das macht Reza Aslan. Er bringt den Stoff der aktuellen Leben-Jesu-Firschung auf originelle und spannende Weise. Er stützt sich auf Dutzende wissenschaftliche Bücher und Artikel in Zeitschriften.

Zu Mohamed: Das Zentrum des Islam ist das Leben und die Sprüche Mohammeds. Er ist viel weniger historisch als gemeinhin angenommen.


Dafür interessiert sich Snooker nicht so. Für ihn sind alle Bücher, die ihm seinen Missionierungsauftrag im Dienste der Wachturmgesellschaft erschweren nicht besonders sympathisch. Einen Jesus-Version, die historisch gesehen ganz anderes daherkommt als im Bild der Bibel, könnte dem Business as usual und den Geschäftsinteressen der "Organisation" Gottes schwere Einbusen bescheren.

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Wer im Glauben nicht zweifelt, ist entweder ein Kind oder ein Idiot.

Reklov Offline




Beiträge: 4.865

13.04.2019 18:30
#5 RE: Die Auferstehung Jesu und die "Urgemeinde" antworten

Zitat
Dann geschah die (angebliche) Auferstehung Jesu von den Toten. Die Vorstellung eines Mannes, der einen grausamen Tod erleidet und drei Tage später ins Leben zurückkehrt, widerspricht jeder Logik, aller Vernunft und dem gesunden Menschenverstand. Daran kann man glauben oder nicht.

seneca,


... welche Logik meinst Du hier? Deine?

Ein führender deutscher Chefchirurg erwähnte in einer Zeitung, dass die Wunden Jesu nicht zwangsläufig tödlich gewesen sein müssen, denn er habe als Arzt im 2. Weltkireg an der Ostfront weitaus schlimmere Wunden bei Kerzenlicht auf einem Holztisch zusammengeflickt und die Ohnmächtigen wieder "zum Leben erweckt". Dabei musste er sich immer wieder wundern, wie widerstandsfähig der menschliche Körper war, selbst wenn es sich um schwerste Schusswunden im Bauch- oder Kopfbereich handelte. Jesus konnte (nach Ansicht des Chirurgen) auch nicht tot gewesen sein, als ihm einer der röm. Soldaten die Lanze in die Seite stieß, denn aus einem toten Körper trete kein Blut mehr aus.

Was in Deinen Ausführungen fehlt, ist u.a. die viel zu wenig beachtete Rolle des Josef v. Arimathia, der als angesehener, reicher jüd. Ratsherr es bei Pilatus erreichte, dass der "Leichnam" weit früher von Kreuz/Pfahl abgenommen werden durfte, als es die Römer sonst machten. Pilatus, dass geht ja aus dem Bibeltext hervor, konnte sowieso keine Schuld an dem Manne finden, den die jüd. Priester-Elite vor seinen Richterstuhl geschleppt und der Gotteslästerung angeklagt hatten. Üblicherweise ließen die röm. Soldaten die Verurteilten, auch zur Abschreckung anderer, 3 Tage am Kreuz/Pfahl hängen. Durst und Atemnot führten dabei zum Tod.
Jesus aber wurde bereits nach sehr kurzer Zeit wieder vom "Kreuz" abgenommen, das übrigens im griech. Ur-Text des NT als "Pfahl" bezeichnet wird! -
Dazu bemerkte ein Historiker, dass Holz in baumarmen Gegenden ein äußerst wertvolles Material gewesen sei, welches man an Verurteilte nicht unbedingt "verschwendet" hätte. Ein in die Erde gerammter "Pfahl", an welchen man die Verurteilten hängend gebunden habe, müsste es also auch getan haben. (Auf manchen Gemälden sind zumindest die 2 mitverurteilten Verbrecher auch so dargestellt.)

Der Chefchirurg erwähnte damals auch, dass man in der Antike noch nicht zwischen Herz- und Hirntod zu unterscheiden wusste, auch manche todesähnliche Starre schon als das endgültige Aus ansah.
Dass z.B. das Grab Jesu leer war, muss nichts "Übernatürliches" bedeuten, denn dazu sind viele Szenarien vorstellbar: z.B. Bestechung der Wachen mit Wein und Geld - etc.
Jesus könnte also die biblische Tortur ganz "normal" überlebt haben, vom reichen J.v.Arimathia an einen geheimen Ort gebracht und mit Hilfe bester Ärzte geheilt worden sein. Somit war es dem "ungläubigen Thomas" auch möglich, seine Hand auf die Wunden Jesu zu legen.

Die Bibel ist eine "Erzählung", welche viele Deutungen zulässt.

Gruß von Reklov

Perquestavolta Offline



Beiträge: 4.246

13.04.2019 19:12
#6 RE: Die Auferstehung Jesu und die "Urgemeinde" antworten

ja gut.. gehen wir mal davon aus, dass die Verletzungen bei der Nagelkreuzigung von Jesus nicht "zwangsläufig" tödlich gewesen sind und dass er von diesem führenden deutschen Chefchirurgen später notoperiert wurde.

Was sagt uns das aber jetzt?

Die Römer, die mit dieser Methode der exemplarischen Täterbestrafung durch Kreuzigungen sehr viel Erfahrung hatten, waren sich ziemlich sicher, dass die Gekreuzigten die Prozedur im Regelfall nicht überlebten. Der Soldat, welcher dem Gekreuzigten noch zur Sicherheit noch seine Lanze in die Seite stieß.. da wo er das Herz vermutete, könnte aber auch besoffen gewesen sein und nur die Achselhöhle erwischt haben.

Da man bei den Römern die Gekreuzigten üblicherweise mehrere Tage (im Regelfall sogar einige Wochen) "hängen" ließ.. aber bei Jesus diesbezüglich eine Ausnahme machte und ihn schon nach wenigen Stunden wieder vom Kreuz abnehmen ließ... damit er genau am dritten Tage wieder auferstehen konnte..

Was sagt uns das?

Ich persönlich denke.. dass wenn Jesus das alles doch Überlebt haben sollte, dann ist er wahrscheinlich ein paar Tage später an den ganzen Infektionen (Blutvergiftung/Sepsis) verstorben.. so wie die meisten Soldaten auch, als es noch kein Penicillin gab.

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SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

13.04.2019 20:12
#7 RE: Die Auferstehung Jesu und die "Urgemeinde" antworten

Zitat von seneca im Beitrag #3
Man muss versuchen, die Geschichte Jesu und seiner Anhänger nüchtern und religös undogmatisch historisch zu betrachten.

Das macht Reza Aslan. Er bringt den Stoff der aktuellen Leben-Jesu-Firschung auf originelle und spannende Weise. Er stützt sich auf Dutzende wissenschaftliche Bücher und Artikel in Zeitschriften.
Zunächst wollte er ein Buch verkaufen. Dazu muss es natürlich originell und spannend sein, gerade, was diesen Themenbereich betrifft. Dass es mittlerweile für jede Auffassung einen Prof.Dr. Dr. gibt, auf den man sich stützen kann, ist auch nichts Neues. Dennoch frage ich mich, wie Reza Aslan es schafft auch innerhalb seiner eigenen Ausführungen so viele gravierende Widersprüche einzubauen... Aber vielleicht zählt das ja mit zur spannenden Art.


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SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

13.04.2019 20:14
#8 RE: Die Auferstehung Jesu und die "Urgemeinde" antworten

Zitat von Perquestavolta im Beitrag #4
Dafür interessiert sich Snooker nicht so. Für ihn sind alle Bücher, die ihm seinen Missionierungsauftrag im Dienste der Wachturmgesellschaft erschweren nicht besonders sympathisch. Einen Jesus-Version, die historisch gesehen ganz anderes daherkommt als im Bild der Bibel, könnte dem Business as usual und den Geschäftsinteressen der "Organisation" Gottes schwere Einbusen bescheren.


Das Buch von Reza Aslan macht die Sache aber viel leichter, als du dir wünschen kannst.


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Perquestavolta Offline



Beiträge: 4.246

13.04.2019 21:18
#9 RE: Die Auferstehung Jesu und die "Urgemeinde" antworten

Zitat von SnookerRI im Beitrag #8
Zitat von Perquestavolta im Beitrag #4
Dafür interessiert sich Snooker nicht so. Für ihn sind alle Bücher, die ihm seinen Missionierungsauftrag im Dienste der Wachturmgesellschaft erschweren nicht besonders sympathisch. Einen Jesus-Version, die historisch gesehen ganz anderes daherkommt als im Bild der Bibel, könnte dem Business as usual und den Geschäftsinteressen der "Organisation" Gottes schwere Einbusen bescheren.


Das Buch von Reza Aslan macht die Sache aber viel leichter, als du dir wünschen kannst.



Ich glaube nicht Snooker..Fundamentalistische und krationistische Religionen haben gegenwärtig einen ziemlich starken "Andrang". Der Grund hierfür sind narzisstische Bedürfnisse. Der Mensch will sich seiner Auserwähltheit gewiss sein. Einfach nur ein Ergebnis von Zufall und Beischlaf zu sein, damit wollen sich gar ziemlich Viele einfach nicht abfinden.

Wegen diesem Buch brauchst du dir also keine Sorgen zu machen. Wenn man versucht Süchtige (in dem Fall Suchtkranke ihres Körpereigenen Opiums) zu bekehren, erreicht man eher nur das genau Gegenteil. Weil die sich danach, wenn sie besonders aufgebracht sind, immer gleich einen besonders extrastarken "Schuss" setzen müssen .. damit sie wieder "runter" kommen. https://katjapenny.de/endorphin-und-dopa...-glueckshormone

Dopamin hat eine Schattenseite

Es ist hochgradig suchterzeugend. Deswegen sind auch die Abtrünnigen von Glaubensgemeinschaften noch meist für eine Weile ziemlich hart auf Entzug.

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SnookerRI Offline

Soul-Societist


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14.04.2019 07:25
#10 RE: Die Auferstehung Jesu und die "Urgemeinde" antworten

Zitat von Perquestavolta im Beitrag #9
Zitat von SnookerRI im Beitrag #8
Zitat von Perquestavolta im Beitrag #4
Dafür interessiert sich Snooker nicht so. Für ihn sind alle Bücher, die ihm seinen Missionierungsauftrag im Dienste der Wachturmgesellschaft erschweren nicht besonders sympathisch. Einen Jesus-Version, die historisch gesehen ganz anderes daherkommt als im Bild der Bibel, könnte dem Business as usual und den Geschäftsinteressen der "Organisation" Gottes schwere Einbusen bescheren.


Das Buch von Reza Aslan macht die Sache aber viel leichter, als du dir wünschen kannst.



Ich glaube nicht Snooker..Fundamentalistische und krationistische Religionen haben gegenwärtig einen ziemlich starken "Andrang". Der Grund hierfür sind narzisstische Bedürfnisse. Der Mensch will sich seiner Auserwähltheit gewiss sein. Einfach nur ein Ergebnis von Zufall und Beischlaf zu sein, damit wollen sich gar ziemlich Viele einfach nicht abfinden.

Wegen diesem Buch brauchst du dir also keine Sorgen zu machen. Wenn man versucht Süchtige (in dem Fall Suchtkranke ihres Körpereigenen Opiums) zu bekehren, erreicht man eher nur das genau Gegenteil. Weil die sich danach, wenn sie besonders aufgebracht sind, immer gleich einen besonders extrastarken "Schuss" setzen müssen .. damit sie wieder "runter" kommen. https://katjapenny.de/endorphin-und-dopa...-glueckshormone

Dopamin hat eine Schattenseite

Es ist hochgradig suchterzeugend. Deswegen sind auch die Abtrünnigen von Glaubensgemeinschaften noch meist für eine Weile ziemlich hart auf Entzug.

Dafür bist du selbst ja das beste Beispiel. In deinem Glauben manifestiert sich das Verlangen, deine narzisstischen Bedürfnisse zu befriedigen. Und je fundamentalistischer du deinen Glauben ausleben kannst, desto mehr steigert das deinen Dopaminspiegel. Du musst wahrscheinlich auf einem bestimmten Pegel bleiben. Kennt man ja auch von anderen Suchterkrankungen. Trotzdem scheinst du doch mit deiner fundamentalistischen Ego-Religion ganz glücklich zu sein.


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SnookerRI Offline

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14.04.2019 08:55
#11 RE: Die Auferstehung Jesu und die "Urgemeinde" antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #5

Die Bibel ist eine "Erzählung", welche viele Deutungen zulässt.


Das sehe ich anders. Es sei denn, man hat kein Problem damit, dass sich die vielen Deutungen mitunter gravierend widersprechen. Dann wäre die Bibel ja vllt. noch für PQV interessant.

Warum sollten sich die Oberpriester, die sich den Tod von Jesus so sehr wünschten, sich dessen nicht vergewissert haben?

Andererseits sollten die Versuche, Jesu Leben und Tod umzudeuten, nicht wirklich verwundern. Das hat es die Jahrhunderte hindurch immer mal wieder gegeben. Gerade im esoterischen Bereich gibt es da einige Ideen zur Umdeutung. Wenn ich mich recht erinnere, soll aber zum Beispiel auch Goethe der Meinung gewesen sein, Jesus habe die Hinrichtung überlebt.


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Gysi Offline

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14.04.2019 10:06
#12 Die Auferstehung Jesu und die "Urgemeinde" antworten

Zitat von SnookerRI im Beitrag #11
Zitat von Reklov im Beitrag #5

Die Bibel ist eine "Erzählung", welche viele Deutungen zulässt.

Das sehe ich anders.

Doch, das ist so. Muss ich Reklov recht geben. Wenn dem nicht so wäre, wäre die Harmagedon-Datierung der Zeugen Jehovas auf 1975 ja nicht falsch. Ist sie aber. Zum Bleistift.

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SnookerRI Offline

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14.04.2019 10:09
#13 RE: Die Auferstehung Jesu und die "Urgemeinde" antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #12
Zitat von SnookerRI im Beitrag #11
Zitat von Reklov im Beitrag #5

Die Bibel ist eine "Erzählung", welche viele Deutungen zulässt.

Das sehe ich anders.

Doch, das ist so. Muss ich Reklov recht geben. Wenn dem nicht so wäre, wäre die Harmagedon-Datierung der Zeugen Jehovas auf 1975 ja nicht falsch. Ist sie aber. Zum Bleistift.

Nur dass die Harmagedon-Datierung der Zeugen Jehovas auf 1975 ja wiederum eine Deutung der Deutung eines Verständnisses einer Prophezeihung ist. Und wie du korrekterweise bemerkst, führt sowas nicht zur Klärung eines Sachverhaltes


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Gysi Offline

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14.04.2019 11:02
#14 Die Auferstehung Jesu und die "Urgemeinde" antworten

Zitat von Snooker
Nur dass die Harmagedon-Datierung der Zeugen Jehovas auf 1975 ja wiederum eine Deutung der Deutung eines Verständnisses einer Prophezeihung ist. Und wie du korrekterweise bemerkst, führt sowas nicht zur Klärung eines Sachverhaltes

Erinnerst du dich an das Lied "Schmidtchen Schleicher" aus den 70ern? So ein Schmidtchen Schleicher bist du auch.

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SnookerRI Offline

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14.04.2019 12:19
#15 RE: Die Auferstehung Jesu und die "Urgemeinde" antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #14
Erinnerst du dich an das Lied "Schmidtchen Schleicher" aus den 70ern? So ein Schmidtchen Schleicher bist du auch.
Zuviel der Ehre, Gysi...Trotzdem, vielen Dank


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Reklov Offline




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15.04.2019 14:09
#16 RE: Die Auferstehung Jesu und die "Urgemeinde" antworten

Zitat
Die Römer, die mit dieser Methode der exemplarischen Täterbestrafung durch Kreuzigungen sehr viel Erfahrung hatten, waren sich ziemlich sicher, dass die Gekreuzigten die Prozedur im Regelfall nicht überlebten.

Perquestavolta,

... wer Fantasie besitzt, der schließt schon mal nicht aus, dass hierbei auch eine größere Bestechungssumme, gepaart mit entsprechender Überzeugungskunst, im Spiel gewesen sein könnte, denn immerhin war Pilatus von der Unschuld Jesu voll überzeugt! Dass er der verbohrten jüd. Anklägerschaft ein "Schauspiel" geboten haben könnte, mag also vorstellbar bleiben. Die von Dir aufgeführte "Erfahrung bei Kreuzigungen" wäre in solchem Falle in einen abgemilderten Ablauf "gesteuert" worden.

Das Intermet meint dazu:

Schwedischer Theologe findet keine Belege für eine Bestätigung des wichtigsten christlichen Symbols

>> Auch wenn die Verteidiger des christlichen Abendlandes für die Präsenz der Kruzifixe in den Schulen und anderen öffentlichen Orten kämpfen, spricht nichts dafür, dass Jesus tatsächlich gekreuzigt wurde. Das ist zumindest die These des schwedischen Theologen Gunnar Samuelsson, zu der er in seiner 400-seitigen Doktorarbeit "Crucifixion in Antiquity: An Inquiry into the Background of the New Testament Terminology of Crucifixion" an der Universität Göteborg gekommen ist. Die These, dass es sich beim "Kreuz" um einen Pfahl oder einen Stamm gehandelt haben könnte, ist nicht neu, verhärtet sich aber durch die Studie des schwedischen Theologen.

Nach der Auswertung von zahlreichen historischen griechischen, römischen und hebräischen Texten von der Zeit Homers bis zum 1. Jahrhundert nach Christi Geburt, hat er festgestellt, wie er auch in einem Interview im Deutschlandradio berichtet, dass dort Kreuzigungen als Strafen kaum zur Sprache kommen, sie auch in der römischen Zeit keine gängige Hinrichtungsmethode gewesen waren, wie vielfach kolportiert wird. In den Quellen, in denen diese Art der Bestrafung vorkommen sollte, finde man dazu nichts, sagt Samuelsson, dafür aber eine Menge von anderen grausamen Methoden.

Zwar ist oft die Rede vom Aufhängen, aber Kreuze werden hier ebenso wenig erwähnt wie eine Kreuzigung mit Nägeln, mit der Jesus angeblich getötet wurde. Aufgehängt wurden lebendige oder tote Menschen, oft auch nur Teile von Menschen, was aber wohl eher der Zurschaustellung und nicht als Mittel der Todesstrafe gedient hat.

Kreuzigung wird zwar als eine Form des Aufhängens erwähnt, allerdings nur in sehr vager Form. Bei dem im Neuen Testament verwendeten Wort "stauros" (auch xylon) müsse es sich keineswegs um ein Kreuz handeln, sondern es könne auch ein Stamm, ein Pfahl oder irgendetwas anderes gemeint sein. Auch sonst seien im Neuen Testament die Schilderungen der Kreuzigung sehr spärlich und ungenau. Der Kreuzestod von Christus wurde so nach Samuelsson wohl in die Berichte hineininterpretiert und –imaginiert, auch wenn er die Kreuzigung, deren Bild sich später verbreitet hat und zum zentralen Symbol des Christentums wurde, nicht ausschließen könne.

Andere Deutungen gehen dahin, dass es sich nicht um ein Kreuz in der üblichen Form mit einem Längsbalken handelte, sondern um einen Pfahl, auf dem ein Querbalken wie auf einem T angebracht wurde. Die Verurteilten könnten bereits an diesen Querbalken gebunden worden sein, den sie dann zur Hinrichtungsstätte tragen mussten. Ob die Verurteilten wirklich an das Kreuz genagelt wurden, wird auch vielfach bezweifelt. Vermutlich wurden sie nur daran aufgehängt und starben dann durch Ersticken oder an einem Kreislaufkollaps.

Auch wenn Christus möglicherweise nicht am Kreuz gestorben sei, so bestreitet Samuelsson nicht, dass er "gekreuzigt" oder, genauer, "aufgehängt" worden ist, was immer dies genau heißt, und dabei starb. Dafür habe es ja auch Zeugen gegeben, ebenso dafür, dass er drei Tage später wieder auferstanden ist. Samuelsson ist nicht nur Philologe, wie er sagt, sondern selbst Pastor und Christ, so dass er schon deswegen nicht die biblischen Schilderungen in ihrer Gesamtheit in Frage stellen will.

Gleichwohl ist seine Analyse, sollte sie zutreffen, für die christliche Tradition und die christliche Kirche ein schwerer Schlag. Schließlich ist der martialisch ans Kreuz genagelte blutende und Schmerz verkrümmte Jesus das wichtigste Symbol des Christentums als Zeichen der Hoffnung im Tod und die so plastisch dargestellte grausame Erlösung der Menschheit durch den gekreuzigten Gottessohn das Zentrum des Glaubens. Das Kreuz ist ein altes Symbol, das vom Christentum übernommen wurde, es ist wohl auch deswegen so eingängig geworden, weil der gekreuzigte Christus mit den übereinander genagelten Füßen und den ausgebreiteten Armen selbst die Form eines Kreuzes hat und ein Menschen, der stehend die Arme ausbreitet, die Anderen willkommen heißt. (Florian Rötzer) <<

Für mich konzentriert sich aber der zwiespältige Inhalt einer solchen überlieferten Geschichte ausschließlich auf die eine Frage: Würde "Gott" seinem "eingeborenen Sohn" nicht von vorneherein eine solche Tortur ersparen? Denn: Wem nützte diese Qual am Kreuz und wer sollte dadurch "gerettet" werden? -

Zudem, so war in einer theologischen Abhandlung zu lesen, würden sich beim "Jüngsten Gericht" alle Engel verwundert ansehen und sich stumm fragen, warum denn Gott überhaupt solche, zur jeder abartigen Bosheit fähigen Wesen geschaffen habe? - Auch kein so schlechter Gedankenansatz, will denn einer von sich behaupten, er beschäftige sich ernsthaft mit dem Inhalt seines Glaubens!

Zitat
dass wenn Jesus das alles doch Überlebt haben sollte, dann ist er wahrscheinlich ein paar Tage später an den ganzen Infektionen (Blutvergiftung/Sepsis) verstorben.. so wie die meisten Soldaten auch, als es noch kein Penicillin gab.

Auch vor dem Einsatz von Penicillin gab es (nicht nur in Kriegszeiten!) über all die Jahrhunderte schwerste Verletzungen an menschlichen Körpern, die mit den damaligen Heilmethoden kuriert werden konnten. Deine Worte: "so wie die meisten Soldaten auch..." lassen ja zumindest auch einige "Überlebensausnahmen" offen.

Aus heutigen Berichten weiß man z.B., dass sogar unheilbare tödliche Tumore auf einmal "wie von alleine" verschwinden, obwohl moderne Mediziner den Patienten bereits aufgegeben hatten.


Gruß von Reklov

Ich bitte dich um genaue Quellenangaben! Admin.

Perquestavolta Offline



Beiträge: 4.246

15.04.2019 14:32
#17 RE: Die Auferstehung Jesu und die "Urgemeinde" antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #16


Schwedischer Theologe findet keine Belege für eine Bestätigung des wichtigsten christlichen Symbols



Ja und?

Und wenn du zukünftig auch weiterhin kopierte Texte aus dem Internet hier ins Forum stellst, ohne eine genaue Link-Rückkopplung zum Autor/Quelle deines Daten-Diebstahls einzufügen, dann machst du dich strafbar. Zwar muss zuerstmal Gysi dafür haften, aber er kann die Tausender die ihn das kostet bei dir pfänden lassen. https://www.sueddeutsche.de/digital/eu-u...mmung-1.4410436

Wer glaubt der muss auch zweifeln können.
Wer im Glauben nicht zweifelt, ist entweder ein Kind oder ein Idiot.

Reklov Offline




Beiträge: 4.865

16.04.2019 16:04
#18 RE: Die Auferstehung Jesu und die "Urgemeinde" antworten

Zitat
Und wenn du zukünftig auch weiterhin kopierte Texte aus dem Internet hier ins Forum stellst, ohne eine genaue Link-Rückkopplung zum Autor/Quelle deines Daten-Diebstahls einzufügen, dann machst du dich strafbar.

Perquestavolta,

... die Namen "Florian Rötzer" und "Gunnar Samuelsson" (schwedischer Theologe) werden im Text deutlich erwähnt. Das müsste doch ausreichen?
Von "Diebstahl" und entsprechender Strafe kann also wohl keiner reden wollen!

Gruß von Reklov

Ja. reicht. Wir wollen mal nicht päpstlicher sein als der Papst. Admin.
Wenn ich deswegen Schwierigkeiten bekommen sollte, sage ich euch schon Bescheid.

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

16.04.2019 20:23
#19 RE: Die Auferstehung Jesu und die "Urgemeinde" antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #16
Für mich konzentriert sich aber der zwiespältige Inhalt einer solchen überlieferten Geschichte ausschließlich auf die eine Frage: Würde "Gott" seinem "eingeborenen Sohn" nicht von vorneherein eine solche Tortur ersparen? Denn: Wem nützte diese Qual am Kreuz und wer sollte dadurch "gerettet" werden? -

Das hat etwas mit der Streitfrage um die Souveränitat Gottes zu tun, die im Garten Eden aufgeworfen wurde, und die bei Hiob weiter ausdifferenziert wird.


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

seneca Offline

religiöser Atheist


Beiträge: 669

16.04.2019 23:45
#20 Jesus starb nicht bei der Kreuzigung antworten

Gemäss dem Historiker und Buchautor Johannes Fried ("Kein Tod auf Golgatha") starb Jesus nicht bei der Kreuzigung. Seine Thesen sind durchaus bemerkenswert, denn eine Kreuzigung führt an sich nicht zum Tod. Dieser kann erst nach Tagen eintreten. Jesus wurde nach einigen Stunden vom Kreuz abgenommen.

Die Kreuzigung war v.a. als Bestrafung war für entlaufene Sklaven gedacht und sollte beabsichtigt nicht immer zum Tod führen. An einem gefunden Skelett eines Gekreuzigten waren nur die Fersenbeine von einem Nagel durchbohrt aber nicht die Hände bzw. Handgelenke. Bei diesem Opfer wurden die Füsse anscheinend seitlich am Pfosten angenagelt. Beim Annageln der Füsse übereinander wie anscheinend bei Jesus konnte man ein 20 cm langes geschmiedetes Eisenstück sparen.

Beim "Kreuz", das Jesus selber zum Richtplatz tragen musste, wie alle zum Tod verurteilten, handelte es sich nur um den Querbalken (patibulum), der dann auf einen fest im Boden verankerten Pfosten gehievt wurde, so dass das "Kreuz" eine T-Form hatte. Solche Kreuzigungen wurden routinehaft am Richtplatz durchgeführt; da wurde nichts improvisiert. Ich bezweifle, dass die römischen Soldaten grosse Lust hatten, einen solchen "Scheissjob" wie eine Kreuzigung durchzuführen. Sie hatten denn auch nichts dagegen, dass seine Anhänger Jesus nach ein paar Stunden vom Kreuz abnehmen wollten, da er ja augenscheinlich tot war, zumal es wahrscheinlich mal guten Wein und ein paar Sesterzen als Geschenk gab (wenn sie nicht schon vorher angetrunken waren, um den Job durchzuführen). Die Soldaten glaubten sowieso nicht, dass Jesus König der Juden war. Der titulus mit dem INRI hatte nur formelle Gründe. Dass einer der Soldaten oder ihr Gruppenführer Jesus als Gottes-Sohn an-erkannte, ist eine propagandistische Erfindung des Evangelisten.

Nun zu FOCUS-Online 30.01.2019 über das Buch von Fried:
Schon Goethe und der Theologe Friedrich Schleiermacher waren von einem Scheintod Jesu überzeugt. Belegen konnten sie das nie. Fried stützt sich nun aber auf neue medizinische Erkenntnisse, die erst seit wenigen Jahrzehnten bekannt sind. Dieses Wissen nötigt tatsächlich zu der Frage, ob Jesus wirklich am Kreuz gestorben und später auferstanden ist.

Um das zu erklären, geht Fried kurz auf die Darstellung des Johannes-Evangeliums ein. Danach nahmen Joseph von Arimathia und Nikodemus Jesus wenige Stunden, nachdem er ans Kreuz genagelt worden war, von diesem herunter und trugen ihn in ein Grab. Sie waren der festen Überzeugung, dass der leblose Mann tatsächlich tot sei. Es gibt aber zwei Punkte, die dagegensprechen. Erstens hatte Jesus nur rund sechs Stunden am Kreuz gehangen – zu wenig, um dadurch zu Tode zu kommen. Bei einer Kreuzigung dauert der Sterbeprozess gewöhnlich mehrere Tage. Es war ja gerade Sinn und Zweck dieser Hinrichtungsmethode, dass sie lang und qualvoll sein sollte.

Jesus ist also nicht gestorben – sondern bloß in Ohnmacht gefallen

Johannes Fried: Zweitens wissen wir aus dem Johannes-Evangelium, dass ein römischer Soldat Jesus mit seiner Lanze in die Brust stach. Der Evangelist beruft sich mit dieser Angabe auf den Apostel, den Jesus liebte. Sein Zeugnis ist nicht zu bestreiten. Blut und Wasser traten aus der Wunde. Hier liegt der entscheidende Punkt. Das Exsudat verweist auf einen hämorrhagischen Pleura-Erguss, auf ein Blut-Wasser-Gemisch, das sich in der Pleurahöhle gesammelt hat, das heißt in dem engen Spalt zwischen Rippenfell und Lunge. Zu einem solchen Erguss kommt es, wenn das Lungenfell zuvor etwa durch einen Rippenbruch verletzt wurde. Das blutige Wundwasser kann mehrere Liter betragen. Die Folge ist, dass die Lungenflügel zusammengedrückt werden und der Betroffene nicht mehr in ausreichendem Maße das Kohlendioxid ausatmen kann und erstickt. Wir kennen heute so etwas bei Autounfällen. Dem Ersticken geht eine tiefe Ohnmacht, eine Art CO2-Narkose voraus. Für andere wirkt es so, als sei er tot. Von schweren Verwundungen im Brustbereich müssen wir nach Jesu Auspeitschen bei Pilatus ausgehen.

Focus Online: Was aber hatte der Soldat mit seiner Lanze damit zu tun?

Johannes Fried: Indem er mit der Lanze in Jesu Brust stach, flossen Blut und Wasser aus der Wunde. Das narkotisierende Blut-Wasser-Gemisch konnte also ablaufen und Jesus allmählich wieder atmen. Die „Narkosewirkung“ kann freilich noch über einen längeren Zeitraum andauern, so dass der Verletzte weiterhin wie tot wirkt. Aber er ist es nicht. Das beweisen der Ostermorgen und die folgenden Wochen, in denen Jesus leibhaftig auftrat.

Focus Online: Dann hat dieser römische Soldat also Jesus das Leben gerettet?

Johannes Fried: Ja, aber er hatte keine Ahnung davon, und es war auch völlig unbeabsichtigt. Schon, dass er die rechte Körperhälfte traf und nicht die linke, war ein Zufall. Das wird übrigens schon in den frühen bildlichen Darstellungen entsprechend gezeigt. Die Gefahr durch eine mit Blut und Wasser bedrängte Pleurahöhle kannte man damals nicht und ebenso wenig die Methode, einen Betroffenen durch eine Kanüle vor dem Erstickungstod zu retten. Der Stich aber des Soldaten wirkte entsprechend.

Focus Online: Warum ist darauf bislang noch kein Theologe gekommen? (Solche Erkenntnisse sind nicht im Interesse der Theologen, seneca)

Johannes Fried: Der Erguss in der Pleurahöhle und seine Folge, die Atemnot, sowie die Möglichkeit, durch eine Kanüle das Exsudat ablaufen zu lassen, sind erst seit wenigen Jahrzehnten bekannt. Es ist eine junge Erkenntnis der Medizin, auf die ich zurückgreifen konnte. Natürlich habe ich mich von Experten beraten lassen, ich selbst bin ja kein Mediziner, sondern Historiker. Nur bin ich der erste, der unter diesem medizinischen Aspekt die Folgen der Kreuzigung Jesu betrachtet hat.

Focus Online: Zurück zur damaligen Zeit. Nikodemus und Joseph von Arimathia nahmen also Jesus vom Kreuz und trugen ihn, den sie für tot hielten, zu einem Grab. Und dann?

Johannes Fried: Dort erwachte Jesus wieder zum Leben. Ihr Erschrecken muss groß gewesen sein. Auch ihnen drohten ernste Schwierigkeiten. Sie hatten nur zwei Möglichkeiten: Jesus den Römern wieder auszuliefern oder ihm zu helfen unterzutauchen. Sie entschieden sich für die zweite Möglichkeit. Sie retteten mit ihrer Tat einen als Verbrecher zum Tode verurteilten Mann. Wenn das herauskäme, würden sie ziemlichen Ärger bekommen. Jesus aber erhob sich, nachdem er sich erholt hatte, und verließ das Grab. Dafür gibt es ja verschiedene Zeugen, an denen wir nicht zu zweifeln haben.

Focus Online: Das war also nach Ihrer Theorie ein ganz normaler medizinischer Vorgang. Was ist dann aber dran an der Legende der Wiederauferstehung?

Johannes Fried: Nichts. Denn wer nicht tot ist, kann auch nicht wieder aufstehen. Mit Jesu Rettung durch Nikodemus und Joseph von Arimathia verbreiteten die Evangelisten, die erst Jahrzehnte nach dem Ereignis schrieben, eine erfolgreiche Werbung für die Jesus-Bewegung und die entstehende Kirche. Das kann man schon an Jesu Himmelfahrt sehen, die in den frühen Aufzeichnungen noch fehlt, aber im Laufe der Zeit immer weiter ausgeschmückt wurde.

"Kein Tod auf Golgatha" von Johannes Fried, C.H. Beck 2019

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RELIGION IST HEILBAR! (Buch von J. Hochstrasser, Ex-Priester)
Denken ist eine Anstrengung; Glauben ein Komfort (Ludwig Marcuse).
Das Leben ist eine mißliche Sache; ich habe mir vorgesetzt, es damit hinzubringen, über dasselbe nachzudenken (Schopenhauer). - Ich würde nur an einen Gott glauben, der zu tanzen verstünde (Nietzsche, Zarathustra).

Perquestavolta Offline



Beiträge: 4.246

17.04.2019 01:25
#21 RE: Jesus starb nicht bei der Kreuzigung antworten

Ob er die linke oder rechte Seite traf spielt da wohl keine Rolle. Rechts erwischt man die Leber oder Lunge..
Ob der römische Soldat seine Lanzenspitze auch noch vorher sterilisiert hat? Mit dieser Lanzenspitze haben römische Soldaten meist auch das Loch gegraben, in das sie schi*******.....

Was man bei der ganzen Jesus-Kreuzigungsgeschichte in Zweifel stellen kann ist die spätere Erzählung, in der einige meinten ihm nach der angeblichen Auferstehung noch mal begegnet zu sein.

Wer glaubt der muss auch zweifeln können.
Wer im Glauben nicht zweifelt, ist entweder ein Kind oder ein Idiot.

Gysi Offline

Atheist


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17.04.2019 09:31
#22 Jesus starb nicht bei der Kreuzigung antworten

Zitat von Seneca
Schon Goethe und der Theologe Friedrich Schleiermacher waren von einem Scheintod Jesu überzeugt.

Eine These, die schon (der ev. Theologe) Holger Kersten in den 1980ern (in seinem Buch "Jesus lebte in Indien") vertrat. Ich bin sehr geneigt, dieser These zu glauben. Jesus ist immerhin von seinem Kumpel Thomas nach der Kreuzigung gesehen worden, der dann die Handwunden Jesus' nachfühlte. Paulus sah ihn in Damakus (die erste Station des angeblichen Fluchtweges Jesus') und hielt seine Erscheinung erst für eine Halluzination... Kersten nimmt an, dass Jesus nach einer 16-jährigen Pilgerwanderung in Indien einfand, dort x Kinder zeugte und uralt wurde, blabla. Muss man nicht glauben. Aber dass er die Kreuzigung überlebte, liegt irgendwie auf der Hand.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Perquestavolta Offline



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17.04.2019 11:41
#23 RE: Religion und Pädophilie antworten

Ich bin da eher geneigt da mal zuerst "gar nix zu glauben". Die ganzen Geschichten um die SICHTUNG-Jesu nach der Kreuzigung, wären ja eigentlich das Hauptthema der Passion Christi gewesen. Der eindeutige Beweis um die Wiederauferstehung. Das was darüber in der Bibel steht ist alles ziemlich nebelig. Da kennt jemand wen, der auch nur einen Jemanden kennt, dessen Bekannten Jesus noch lebend gesehen haben wollen, bevor der ganz im Nebel verschwunden ist.

Interessant ist auch, dass diese Bekannten sich zunächst auch nicht ganz sicher waren und Jesus dann erst an den Wundmalen wiedererkannten.

Dazu sollte man auch noch wissen, dass die Römer den "Aufständischen" die sie ans Kreuz nagelten, diese Nägel immer durch die Gelenke schlugen, so dass man auch im Falle eines Überlebens, ein-zwei Monate keinen Schritt gehen kann.

Wer glaubt der muss auch zweifeln können.
Wer im Glauben nicht zweifelt, ist entweder ein Kind oder ein Idiot.

Reklov Offline




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17.04.2019 11:48
#24 RE: Jesus starb nicht bei der Kreuzigung antworten

Zitat
Ob er die linke oder rechte Seite traf spielt da wohl keine Rolle. Rechts erwischt man die Leber oder Lunge..

Perquestavolta,

... keiner darf an seine rein persönlichen Vermutungen den Anspruch stellen, sie seien gültig! -
Der lanzenstechende röm. Soldat wird erst apokryph als Longinus benannt und zunehmend als Hauptmann (Centurio). Ob dieser aber überhaupt, oder, weil "bestochen" - gar absichtlich nicht tief genug zugestoßen hat, bleibt im Bereich der Vermutung. Da aber keiner von uns "Augenzeuge" war, sind wir auf die unbekannten Autoren des NT angewiesen.

Zitat
Was man bei der ganzen Jesus-Kreuzigungsgeschichte in Zweifel stellen kann ist die spätere Erzählung, in der einige meinten ihm nach der angeblichen Auferstehung noch mal begegnet zu sein.

Zweifel sind dem, der in Jesus den Fels in der Brandung sieht, allerdings fremd!
Wie auch immer - durch den jüd. "Wanderprediger" ist in der Antike eine bis dahin noch nicht existierende Aufwertung jedes einzelnen Menschen geschehen, was in einer Zeit des alltäglichen Sklavenhandels, der Menschen auf Marktplätzen wie Ware anbot, eine geistige Revolution darstellte.
Als "gescheitert" kann man Jesus allerdings nicht bezeichnen, denn aus seiner "Wurzel" entsprang eine Lehre, die dem Menschen das "Gute" nahebringen sollte, auch wenn seine Worte nicht selten umgemünzt und als "Falschgeld" in Umlauf gebracht wurden/werden.

So ist z.B., im Zusammenhang mit dem Brand von Notre-Dame, (mal wieder) eine Reliquie als vernichtet erklärt worden, welche die Dornenkrone gewesen sein soll, die Jesus seinerzeit am Kreuz trug.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 4.865

17.04.2019 12:00
#25 RE: Jesus starb nicht bei der Kreuzigung antworten

Zitat
Aber dass er die Kreuzigung überlebte, liegt irgendwie auf der Hand.

Gysi,

... vor allem, wenn man die Zeilen über das "gebratene Fischmahl" liest, welches Jesus, kurz vor seiner "Himmelfahrt", mit seinen Anhängern teilte.
Aber - wir alle wissen ja: "Papier ist geduldig" und "Glaube kann Berge versetzen".

Bibelzitat: Prüft aber alles und das Gute behaltet.

Gruß von Reklov

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