Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


Der substanzielle  Dialog 

Für (echten) Säkularismus und freie Religionskritik!


Mach mit! Du auch!


Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 272 Antworten
und wurde 4.541 mal aufgerufen
 Weltliche Ideologien + Politik
Seiten 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | ... 11
Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.883

19.06.2020 17:57
Der Rassist in uns Antworten

Zu aktuellem Anlass will ich mal einen Thread zum Thema 'Rassismus' aufmachen.

Was ist ein 'Rassist'? Eigentlich einer, der Schwarze, Weiße und Andersfarbige in verschiedene 'Rassen' unterteilt. Macht kein Biologe mehr, aber geht es darum? Eigentlich nicht. Es geht um die aggressive Abwertung von Andersartigem. Das 'Andersartige' muss keine andere Rasse sein, es kann auch eine andere Ethnie sein, Menschen mit anderen sozialen Backgrounds. Menschen, die von der eigenen Empfindung her einfach als geringer eingeschätzt werden.

Diese 'Geringeinschätzung' anderer unterliegt oft einem Vorurteil. Entscheidend ist, dass aus diesem Vorurteil Nachteile für den 'Vorbeurteilten' entstehen!

Es ist schon mal schwierig, mit einem Begriff zu operieren - 'Rassismus' - der eigentlich gar nicht so richtig fasst...

Dieser 'Rassismus' hat etliche Facetten und Ursachen, die wir hier behandeln könnten.

Können nur Weiße rassistisch sein?

Ich will mal eine Ursache herausgreifen - die Kolonisation und Unterwerfung Afrikas! Die Europäer haben die "Neger" zuerst als Halbmenschen wahrgenommen, die noch Wilde waren - also nicht zivilisiert: mit Schriftsprache, Bildungsschicht, intellektueller Elite und eigener Geschichtsschreibung ausgestattet. Und dieser Unterschied ist durch alle Anschlussbemühungen noch lange nicht ausgeglichen worden - dieser Unterschied ist eher irgendwie in unserem Geschichtsbewusstsein tradiert.

Der Weiße empfindet sich aus seinem traditionellen Selbstbewusstsein heraus als höher entwickelt auf der Schiene der Zivilisation! Die Geschichte gibt ihm ja auch die Daten dazu. Aber jetzt etwas Entscheidendes: Woher kam (und kommt) das moralische Rechtsbewusstsein, Schwarze unterdrücken, versklaven und eher als einen Weißen töten zu dürfen? Wie neulich George Floyd.

Oder ist dieser Reflex den Menschen als Naturrecht des Stärkeren biologisch eingepflanzt?
Oder ist ein aggressiver Imperialismus eher eine europäische Geschichte, die unsere "sozialen Gene" traditionell geprägt hat? Dieser europäische Imperialismus angefangen von Alexander dem Großen über Julius Cäsar, die Wickinger, die Kreuzzüge, den 30-jährigen Religionskrieg, Napoleon, die Weltkriege, Hitler und so fort.

Ich hör mal auf. Mich würden eure Antworten und Ideen zu dem Thema interessieren!

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.883

21.06.2020 08:50
#2 Der Rassist in uns Antworten

Ich will mal eine Geschichte zum Rassismus aus meinem Leben erzählen:

Coddac ist Araber und war in den 90ern als Wirt in meiner Stammkneipe 'Wienerhof' angestellt. Er kam mit unserer westlichen Toleranz Lesben gegenüber nicht klar. Er verhielt sich den Gästen gegenüber sichtlich überfordert. Irgendwann bemerkte ich, dass er sie bei den Abrechnungen beschiss. Tat er das wirklich? Dann merkte ich, dass er auch mir mal auf einen 50er Wechselgeld herausgab, als hätte ich ihm einen 20er gegeben. "Ey, Coddac, das ist zu wenig! Ich hab dir 50 Mark gegeben!" An seiner Mimik merkte ich, dass er das absichtlich getan hatte, ich bekam sofort die 30 fehlenden D-Mark dazu. Er dachte wohl, dass ich zu besoffen gewesen war, seinen Betrugsversuch zu merken... Nun, ich explodierte und nannte ihn: "Du arabische Herrensau!!" Was geschah? Die Gäste, alles eigentlich meine Bekannten, 'Freunde', empörten sich und schmissen mich raus! Meine Beteuerungen, dass Coddac betrüge, und zwar auch sie!, nutzten mir nichts.

Einen Tag später (an selber Stelle - natürlich kam ich wieder...) gab mir Coddac tatsächlich einen aus - das war korrekt! Aber die Vorwürfe meiner 'Freunde', mich rassistisch danebenbenommen zu haben, blieben. Coddac wurde meines Wissens nie von seiner Chefin, der Besitzerin, wegen Betruges gefeuert - er blieb! Aber ich wurde auch nicht mit Lokalverbot belegt. Man zog es vor, über diese Begebenheit das Tuch des Schweigens fallen zu lassen.

Diese Geschichte ist ein Beispiel für negativen Rassismus! Und zwar der Leute, die mich mit dem Vorwurf angegriffen hatten, ein Rassist zu sein!

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 8.255

21.06.2020 10:06
#3 RE: Der Rassist in uns Antworten

Ein schwieriges Thema, das uns immer wieder mit aktueller politischer Brisanz begleiten wird, so wie aktuell unter "#BLM"

Zitat von Gysi im Beitrag #1
Zu aktuellem Anlass will ich mal einen Thread zum Thema 'Rassismus' aufmachen.

Was ist ein 'Rassist'? Eigentlich einer, der Schwarze, Weiße und Andersfarbige in verschiedene 'Rassen' unterteilt. Macht kein Biologe mehr, aber geht es darum? Eigentlich nicht. Es geht um die aggressive Abwertung von Andersartigem. Das 'Andersartige' muss keine andere Rasse sein, es kann auch eine andere Ethnie sein, Menschen mit anderen sozialen Backgrounds. Menschen, die von der eigenen Empfindung her einfach als geringer eingeschätzt werden.

Diese 'Geringeinschätzung' anderer unterliegt oft einem Vorurteil. Entscheidend ist, dass aus diesem Vorurteil Nachteile für den 'Vorbeurteilten' entstehen!

Es ist schon mal schwierig, mit einem Begriff zu operieren - 'Rassismus' - der eigentlich gar nicht so richtig fasst...


Darin liegt tatsächlich eine der Schwierigkeiten bei dieser Thematik. Generell scheint es ja um eine Überbewertung eigener äußerlicher Merkmale, wie Herkunft, körperliche Erscheinung, Sprache, also gerade auch kulturelle "Errungenschaften" gegenüber einer Unterbewertung dergleichen äußeren Merkmale bei anderen Menschen. Insbesondere hieran zeigt sich der Charakter des "Rassismus" als eine Form des fehlgeleiteten Egoismus, weil er das "Ego" aufgrund äußerer Merkmale aus seinem Platz in der "Commune" heraustreibt und isoliert bzw. auf eine "Gruppe" reduziert, die gleiche resp. ähnliche äußere Merkmale aufweist. Insofern steht der "Rassist" verarmt dar, nimmt sich aber selbst bzw. seine Gruppe durch die Trennung bzw. Isolation bereichert wahr.

Zitat von Gysi im Beitrag #1
Dieser 'Rassismus' hat etliche Facetten und Ursachen, die wir hier behandeln könnten.

Können nur Weiße rassistisch sein?
Nein, der Rassismus der Weißen gegenüber Farbigen ist nur eine Ausprägung des Rassismus. Auf der Völkerebene gibt es ebenfalls Rassismus. Ganz interessant ist in diesem Zusammenhang, dass das indische (Indien - ein Vielvölker-Staat) Kastensystem von verschiedenen Autoren als eine frühe Form des heutigen Verständnisses von Rassismus aufgefasst wird. (u.A. I. Geiss)

Zitat von Gysi im Beitrag #1
Ich will mal eine Ursache herausgreifen - die Kolonisation und Unterwerfung Afrikas! Die Europäer haben die "Neger" zuerst als Halbmenschen wahrgenommen, die noch Wilde waren - also nicht zivilisiert: mit Schriftsprache, Bildungsschicht, intellektueller Elite und eigener Geschichtsschreibung ausgestattet. Und dieser Unterschied ist durch alle Anschlussbemühungen noch lange nicht ausgeglichen worden - dieser Unterschied ist eher irgendwie in unserem Geschichtsbewusstsein tradiert.

Der Weiße empfindet sich aus seinem traditionellen Selbstbewusstsein heraus als höher entwickelt auf der Schiene der Zivilisation! Die Geschichte gibt ihm ja auch die Daten dazu. Aber jetzt etwas Entscheidendes: Woher kam (und kommt) das moralische Rechtsbewusstsein, Schwarze unterdrücken, versklaven und eher als einen Weißen töten zu dürfen? Wie neulich George Floyd.

Das könnte unter anderem in den überlieferten Traditionen begründet sein, die kulturell ja auch in die Erziehung und Prägung jüngerer Generationen einfließen. Auch hier zeigt sich wieder, wie wichtig ein kritischer Geist ist, um derartiges, unmoralisches Rechtsbewusstsein zu überwinden.

Zitat von Gysi im Beitrag #1
Oder ist dieser Reflex den Menschen als Naturrecht des Stärkeren biologisch eingepflanzt?
Das würde ja eine Legitimation für Rassismus nach sich ziehen. Ein eher gruseliger Gedanke. Stark ist der Mensch in der Gemeinschaft, in der Kommune. Die Talente des Einzelnen entfalten ihre vollständige Wirkung im gemeinschaftlichen Zusammenleben - und nicht in einer auf Rassismus gründenden Isolation.

Zitat von Gysi im Beitrag #1
Oder ist ein aggressiver Imperialismus eher eine europäische Geschichte, die unsere "sozialen Gene" traditionell geprägt hat? Dieser europäische Imperialismus angefangen von Alexander dem Großen über Julius Cäsar, die Wickinger, die Kreuzzüge, den 30-jährigen Religionskrieg, Napoleon, die Weltkriege, Hitler und so fort.
Viele Völker haben nicht weniger aggressiv Imperialismus betrieben. Nicht immer über große Flächen der Erde, wie z.B. die Hunnen, aber auch auf lokalere Räume beschränkt, nicht weniger aggressiv. Gibt genug Beispiele, die sich durch Internet-Recherche erarbeiten lassen.


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 8.255

21.06.2020 13:16
#4 RE: Der Rassist in uns Antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #2
Nun, ich explodierte und nannte ihn: "Du arabische Herrensau!!" Was geschah? Die Gäste, alles eigentlich meine Bekannten, 'Freunde', empörten sich und schmissen mich raus! Meine Beteuerungen, dass Coddac betrüge, und zwar auch sie!, nutzten mir nichts.


Die Reaktion deiner Bekannten ist mehr als verständlich. "Coddac´s" Betrug hat ja nichts mit seiner Herkunft zu tun. Wenn du ihn als "Betrüger" bezeichnet hättest, hättest du sein Vergehen öffentlich erklärt ohne von diesem auf seine Herkunft abzulenken. Wenn "Coddac" nun "Richard" hieße und ein "ur-germanischer" Teutone wäre, hättest du ihn dann als "germanische Herrensau" bezeichnet? Aber auch das hätte vom eigentlichen Vergehen, welches unabhängig von der Herkunft eines Menschen, von jedem Menschen begangen werden kann, abgelenkt. Das ist ja gerade ein Punkt, der durch den Rassismus zum Ausdruck kommt: Ein bestimmtes, meist negatives Verhalten, wird anhand von äußeren Merkmalen "begründet"

Zitat von Gysi im Beitrag #2
Diese Geschichte ist ein Beispiel für negativen Rassismus! Und zwar der Leute, die mich mit dem Vorwurf angegriffen hatten, ein Rassist zu sein!

Bei solchen Äußerungen, musst du dich keineswegs über eine solche Reaktion wundern. Du hast ihnen diesen Vorwurf quasi auf dem Silbertablett präsentiert.

Könntest du denn für uns kurz definieren, was du unter positivem Rassismus - im Gegensatz zu negativem Rassismus verstehst?


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.883

21.06.2020 13:54
#5  Der Rassist in uns Antworten

Zitat von Snooker
Die Reaktion deiner Bekannten ist mehr als verständlich. "Coddac´s" Betrug hat ja nichts mit seiner Herkunft zu tun. Wenn du ihn als "Betrüger" bezeichnet hättest, hättest du sein Vergehen öffentlich erklärt ohne von diesem auf seine Herkunft abzulenken.

Sehr gut argumentiert! Respekt. In meiner Wut war ich damals nicht in der Lage gewesen, Coddacs Herkunft politisch korrekt auszublenden. Ich wollte ihn beleidigen! Und ich stehe außerdem auch zu meinem Rassismus in mir! Ich halte ihn nicht für richtig - aber ich habe ihn nun mal in mir.

Und zweitens: Mit der Anrede "du arabische Herrensau!" habe ich die 'Araber' nicht generell unter- sondern überbewertet - so wie sich etliche von denen, (meiner unmaßgeblichen Auffassung nach, die ich auch heute noch habe), auch selber sehen: als was Besseres als die ungläubigen Eingeborenen hier!

Zitat
Bei solchen Äußerungen, musst du dich keineswegs über eine solche Reaktion wundern.

Meine Wut auf Coddacs Betrügereien gegen die Gäste war denen moralisch verwerflich - Coddacs Betrügereien selber nicht die Rede wert! DAS nenne ich 'negativen Rassismus'! Also Rassismus mit umgekehrtem Vorzeichen. So nach dem Motto: Einen Muslimen aus dem Nahen Osten greifen wir wegen irgendwelchen Verfehlungen erst gar nicht an, um nicht in den Verdacht einer rassistischen Vorverurteilung zu kommen! Und wenn da einer wie der etwas schnell erhitzbare Gisi, der sich so gerne als 'Islamkritiker' präsentiert, ihn eines Betruges bezichtigt, dann kann das doch von vornherein nicht richtig sein! DAS ist 'negativer Rassismus'!

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 8.255

21.06.2020 17:19
#6 RE: Der Rassist in uns Antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #5
Sehr gut argumentiert! Respekt. In meiner Wut war ich damals nicht in der Lage gewesen, Coddacs Herkunft politisch korrekt auszublenden. Ich wollte ihn beleidigen! Und ich stehe außerdem auch zu meinem Rassismus in mir! Ich halte ihn nicht für richtig - aber ich habe ihn nun mal in mir.
Korrekt und du hast auch eine weitere Problematik die durch den Rassismus ensteht bzw. begünstigt wird - erwähnt. Nämlich der Wille zur Abwertung - zur Beleidigung einer Person. Es geht dabei gar nicht mehr um ein spezifisches Vergehen, sondern um die gezielte Abwertung auf persönlicher Ebene.

Zitat von Gysi im Beitrag #5
Und zweitens: Mit der Anrede "du arabische Herrensau!" habe ich die 'Araber' nicht generell unter- sondern überbewertet - so wie sich etliche von denen, (meiner unmaßgeblichen Auffassung nach, die ich auch heute noch habe), auch selber sehen: als was Besseres als die ungläubigen Eingeborenen hier!
Das stellt sich als eine ziemlich eigentümliche Wertung dar. Nicht nur aufgrund der Tatsache, dass sich der Charakter eines ganzes Volkes keineswegs an dem Verhalten "etlicher" (was subjektiv ist), feststellen lässt, sodass man berechtigt wäre von einer generellen Wertung sprechen zu können, sondern auch der Umstand, das gerade das Schwein bei den Arabern auch heute noch als unrein gilt und der Vergleich bzw. die Anrede als Schwein/Sau eine intensive Form der Beleidigung darstellt, zeigen, dass du mit deiner Auffassung, die "Araber" generell überbewertet zu haben, weidlich allein dastehst. So sagte mit ein ehem. muslimischer Arbeitskollege aus Syrien, dass man einen Araber eher als "Arschloch" bezeichnen kann, denn als Schwein/Sau.

Zitat von Gysi im Beitrag #5
Meine Wut auf Coddacs Betrügereien gegen die Gäste war denen moralisch verwerflich - Coddacs Betrügereien selber nicht die Rede wert! DAS nenne ich 'negativen Rassismus'!

Deine Wut bezüglich Coddacs Betrügereien dürfte den Gästen noch sehr verständlich gewesen sein. Wer will schon betrogen werden? Niemand, auch die Gäste nicht. Dass du aber nicht zuerst seinen Betrug verurteilt hast, sondern ihn durch deine Äußerung - wie du es ja selbst sagst - beleidigen wolltest hat bei den Gästen berechtigterweise Unmut erzeugt. Du selbst hast das Augenmerk der Gäste vom eigentlichen Vergehen (den Betrug) abgelenkt. Wenn du zuerst und einzig seinen Betrug offen angesprochen hättest, wäre die Situation wahrscheinlich nicht zu deinem Nachteil verlaufen.

Zitat von Gysi im Beitrag #5
Also Rassismus mit umgekehrtem Vorzeichen.[/b] So nach dem Motto: Einen Muslimen aus dem Nahen Osten greifen wir wegen irgendwelchen Verfehlungen erst gar nicht an, um nicht in den Verdacht einer rassistischen Vorverurteilung zu kommen! Und wenn da einer wie der etwas schnell erhitzbare Gisi, der sich so gerne als 'Islamkritiker' präsentiert, ihn eines Betruges bezichtigt, dann kann das doch von vornherein nicht richtig sein! DAS ist 'negativer Rassismus'!
Das ist richtig. Aber frage dich doch mal, woher dieses Unverhältnis kommt? Weil man sich beiderseits auf das äußerere Merkmal die Herkunft konzentriert. Du konzentrierst dich darauf, weil du ihn beleidigen wolltest, und die Gäste konzentrieren sich auf die Herkunft weil sie nicht unter Verdacht kommen wollen, Rassisten zu sein. Beides geht am eigentlichen Vergehen (den Betrug) völlig vorbei. So wird jemand einerseits veruretilt und andererseits freigesprochen. Aber beides ist falsch! Die Herkunft spielt gar keine Rolle. Betrügen kann jeder, ungeachtet seiner Herkunft oder anderer äußerer Merkmale, auf die der Rassismus abzielt.

Lange Rede, kurzer Sinn: Das Problem mit dem "negativen Rassismus" ist hausgemacht.


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.883

21.06.2020 18:10
#7  Der Rassist in uns Antworten

Zitat von Snooker
Korrekt und du hast auch eine weitere Problematik die durch den Rassismus ensteht bzw. begünstigt wird - erwähnt. Nämlich der Wille zur Abwertung - zur Beleidigung einer Person. Es geht dabei gar nicht mehr um ein spezifisches Vergehen, sondern um die gezielte Abwertung auf persönlicher Ebene.

1. Ich wollte Coddac beleidigen, weil er mich betrügen wollte, wie er schon andere betrogen hatte!

2. Daraus kannst du doch nicht schließen, dass ich generell jeden Araber beleidigen wollte und will, weil er Araber ist!

3. Wenn ein Hinweis auf arabische oder türkische Herkunft eine Beleidigung ist, die als Rassismus moralisch zu verurteilen ist, wird eine solche Herkunft offenbar von allen negativ konnotiert - auch von den Türken und den Arabern selbst!

4. Wenn das so ist, sollten wir derartige Etikettierungen in der Tat nicht machen dürfen! Ich will niemanden aufgrund von Dingen geringschätzen, aufgrund von Dingen, für die er nichts kann! Aber wir sollten wirklich mal darüber nachdenken, ob eine türkische oder libanesische (Coddac) Staatsangehörigkeit eine negative Konnotierung gerechtfertigen kann... Und wenn nicht - warum ist es dann eine Beleidigung, jemandem seine Herkunft in Erinnerung zu rufen? Gut, es kommt auf den Ton an, in dem man das tut. Und warum ist ein Araber dann nicht in der Lage, selbstbewusst mit einen 'Wie kann mich das beleidigen?' zu kontern?

Zitat
Das stellt sich als eine ziemlich eigentümliche Wertung dar. Nicht nur aufgrund der Tatsache, dass sich der Charakter eines ganzes Volkes keineswegs an dem Verhalten "etlicher" (was subjektiv ist), feststellen lässt, sodass man berechtigt wäre von einer generellen Wertung sprechen zu können,

Ich habe auch nicht von einer 'generellen Wertung' geredet, sondern von meinen erfahrenen subjektiven Eindrücken, die mir zeigen, dass nicht jeder Muslim (zum Beispiel) von Vorurteilen und Hass gegen die eingeborenen und ungläubigen 'Inländer' frei ist... Nur, dass man diese Ablehnung unserer Ethnie gemeinhin nicht als 'Rassismus' bezeichnet und vielleicht auch gar nicht bezeichnen kann.

Zitat
das gerade das Schwein bei den Arabern auch heute noch als unrein gilt und der Vergleich bzw. die Anrede als Schwein/Sau eine intensive Form der Beleidigung darstellt, zeigen, dass du mit deiner Auffassung, die "Araber" generell überbewertet zu haben, weidlich allein dastehst. So sagte mit ein ehem. muslimischer Arbeitskollege aus Syrien, dass man einen Araber eher als "Arschloch" bezeichnen kann, denn als Schwein/Sau.

Soweit hatte ich damals nicht gedacht. Und ich bin der Auffassung, dass man das im Zustand berechtigter Erregung auch nicht muss! Außerdem habe ich Coddac "arabische Herrensau" genannt - und nicht nur 'Sau'. Auch nicht 'arabische Sau'. Sondern 'arabische Herrensau'! Da kann man schon eine andere Konnotierung heraushören, als die, die du mir jetzt wohl unterstellen willst... Wenn einem soviel Rücksicht auf die ethnischen Gepflogenheiten und Abfälligkeiten (gegen Schweine, Hunde und Affen) abverlangt wird - kann man dann von den Migranten nicht auch den Respekt vor unserer Toleranz, z.B. Lesben gegenüber, verlangen? Und vor unserem Verhaltenskodex, sich einander nicht zu betrügen?

Zitat
Wenn du zuerst und einzig seinen Betrug offen angesprochen hättest, wäre die Situation wahrscheinlich nicht zu deinem Nachteil verlaufen.

So geht eine kühle Rechnung auf, und ich kann sie auch nur unterstützen! Ich war aber nicht so cool zu dem Zeitpunkt! Ich fühle mich durchaus verpflichtet, auf die sozialen und seelischen Belange meiner Mitbürger Rücksicht zu nehmen - aber ich erwarte eine Rücksichtnahme auf meine bitteschön auch!

Zitat
Lange Rede, kurzer Sinn: Das Problem mit dem "negativen Rassismus" ist hausgemacht.

Ja, das ist es. Von Leuten, die Angst vor ihrem eigenen Rassismus haben.

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 8.255

21.06.2020 21:00
#8 RE: Der Rassist in uns Antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #7
1. Ich wollte Coddac beleidigen, weil er mich betrügen wollte, wie er schon andere betrogen hatte!
Und in deiner Wut fiel dir nichts anderes ein, als: "Du arabische Herrensau"?

Zitat von Gysi im Beitrag #7
2. Daraus kannst du doch nicht schließen, dass ich generell jeden Araber beleidigen wollte und will, weil er Araber ist!
Weiß ich, deswegen mache ich es ja auch nicht.

Zitat von Gysi im Beitrag #7
3. Wenn ein Hinweis auf arabische oder türkische Herkunft eine Beleidigung ist, die als Rassismus moralisch zu verurteilen ist, wird eine solche Herkunft offenbar von allen negativ konnotiert - auch von den Türken und den Arabern selbst!

Der Hinweis in Verbindung mit der beleidigend gedachten Bezeichnung "Herrensau" dürfte da schon viel eher negativ konnotiert werden. Nun stell dir nur vor, du hättest ihn als "arabischen Mustermigranten" bezeichnet...Auch das hätte wohl eine andere Reaktion ausgelöst.

Zitat von Gysi im Beitrag #7
4. Wenn das so ist, sollten wir derartige Etikettierungen in der Tat nicht machen dürfen! Ich will niemanden aufgrund von Dingen geringschätzen, aufgrund von Dingen, für die er nichts kann! Aber wir sollten wirklich mal darüber nachdenken, ob eine türkische oder libanesische (Coddac) Staatsangehörigkeit eine negative Konnotierung gerechtfertigen kann... Und wenn nicht - warum ist es dann eine Beleidigung, jemandem seine Herkunft in Erinnerung zu rufen? Gut, es kommt auf den Ton an, in dem man das tut. Und warum ist ein Araber dann nicht in der Lage, selbstbewusst mit einen 'Wie kann mich das beleidigen?' zu kontern?
Wie oben schon angedeutet, dürfte der alleinige Hinweis auf einen beliebige Staatsangehörigkeit unter keinen Umständen zu einer Grundlage für eine Geringschätzung werden. Falls das doch geschieht, hat die Gesellschaft, die das betrifft ein großes Problem. So war es zur Zeit Hitlers eine Beleidigung, wenn man als "Bolschewist" bezeichnet wurde. Noch während des kalten Krieges galt "du Russe" ebenfalls vielerorts als Beleidigung. Die Probleme innerhalb der Gesellschaft wurden dadurch offensichtlich.

Zitat von Gysi im Beitrag #7
Ich habe auch nicht von einer 'generellen Wertung' geredet, sondern von meinen erfahrenen subjektiven Eindrücken, die mir zeigen, dass nicht jeder Muslim (zum Beispiel) von Vorurteilen und Hass gegen die eingeborenen und ungläubigen 'Inländer' frei ist... Nur, dass man diese Ablehnung unserer Ethnie gemeinhin nicht als 'Rassismus' bezeichnet und vielleicht auch gar nicht bezeichnen kann.
Natürlich mögen Vorurteile und Hass auf beiden Seiten bestehen. Das ist nichts Ungewöhnliches. So wird Rassismus auf beiden Siten befeuert.


Zitat von Gysi im Beitrag #7
Soweit hatte ich damals nicht gedacht. Und ich bin der Auffassung, dass man das im Zustand berechtigter Erregung auch nicht muss! Außerdem habe ich Coddac "arabische Herrensau" genannt - und nicht nur 'Sau'. Auch nicht 'arabische Sau'. Sondern 'arabische Herrensau'! Da kann man schon eine andere Konnotierung heraushören, als die, die du mir jetzt wohl unterstellen willst...
Offensichtlich wäre ich nicht der Einzige, der dir da eine bestimmte Konnotierung bescheinigt hätte. Die Gäste - Bekannte, "Freunde" - haben wohl ähnlich reagiert. Nicht nur mich dürfte das an den Begriff "Judensau" erinnern, der ähnlich negativ konnotiert wird, und in keiner Weise mit einer Überbewertung in Verbindnung gebracht wird.


Zitat von Gysi im Beitrag #7
Wenn einem soviel Rücksicht auf die ethnischen Gepflogenheiten und Abfälligkeiten (gegen Schweine, Hunde und Affen) abverlangt wird - kann man dann von den Migranten nicht auch den Respekt vor unserer Toleranz, z.B. Lesben gegenüber, verlangen? Und vor unserem Verhaltenskodex, sich einander nicht zu betrügen?
Natürlich kann man das. Man steht aber auch in der Verantwortung selbst mit gutem Beispiel voranzugehen. Die Bezeichnung "Du arabische Herrensau" würde ich jetzt nicht unter "gutes Beispiel" verbuchen wollen. Die Pflichten und Verantwortungen des "Gastes" entbinden den "Gastgeber" nicht von seinen Pflichten und seiner Verantwortung.



Zitat von Gysi im Beitrag #7
So geht eine kühle Rechnung auf, und ich kann sie auch nur unterstützen! Ich war aber nicht so cool zu dem Zeitpunkt! Ich fühle mich durchaus verpflichtet, auf die sozialen und seelischen Belange meiner Mitbürger Rücksicht zu nehmen - aber ich erwarte eine Rücksichtnahme auf meine bitteschön auch!
Du kannst es erwarten... Aber musst du dich auf das gleiche Niveau derjenigen begeben, die ihrer Verpflichtung gegenüber ihren Mitbürgern nicht nachkommen wollen? Was gewinnst du dadurch?


Zitat von Gysi im Beitrag #7
Ja, das ist es. Von Leuten, die Angst vor ihrem eigenen Rassismus haben.
Und wie möchtest du deine Angst behandeln, die sich in solchen Äußerungen wie "du arabische Herrensau" etabliert?


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.883

22.06.2020 08:57
#9  Der Rassist in uns Antworten

Zitat von Snooker
Und in deiner Wut fiel dir nichts anderes ein, als: "Du arabische Herrensau"?

Wie das so ist, wenn man wütend ist: Es fällt einem eigentlch weniger ein - es fällt einem raus.

Zitat
Der Hinweis in Verbindung mit der beleidigend gedachten Bezeichnung "Herrensau" dürfte da schon viel eher negativ konnotiert werden. Nun stell dir nur vor, du hättest ihn als "arabischen Mustermigranten" bezeichnet...Auch das hätte wohl eine andere Reaktion ausgelöst.

Also, bei dem Wort 'Herrensau' dachte ich nicht an das für Muslime halale Schweinefleisch. Das Attribut war als von 'Herrenmensch' abgeleitet beabsichtigt. => Der Araber, der sich hier als was Besseres aufspielt in Sachen Moral (gegen Lesben) und Ungläubige bestiehlt, also als rechtlich nicht gleichwertig behandelt!

Zitat
Nicht nur mich dürfte das an den Begriff "Judensau" erinnern, der ähnlich negativ konnotiert wird,

Ja, die Ähnlichkeit fällt mir jetzt auch ein. War aber gewiss von mir nicht beabsichtigt. Ist mir damals aber auch nicht vorgeworfen woden. Wenn, dann hätte ich meine Absicht und meine Interpretation erklärt!

Zitat
Die Bezeichnung "Du arabische Herrensau" würde ich jetzt nicht unter "gutes Beispiel" verbuchen wollen. Die Pflichten und Verantwortungen des "Gastes" entbinden den "Gastgeber" nicht von seinen Pflichten und seiner Verantwortung.

Es war kein 'gutes Beispiel', natürlich nicht! Ich fühlte mich aber auch nicht als der 'Gastgeber' Coddacs - ich war als Kneipenbesucher sein Gast. Und egal, ob 'Gast' oder 'Gastgeber' - man maßregelt seinen 'Gastgeber' nicht moralisch und man beklaut seine 'Gäste' nicht! Ich fühle nicht nur meine Pflichten! Ich erwarte auch von anderen, ihre zu tun!

Zitat
Aber musst du dich auf das gleiche Niveau derjenigen begeben, die ihrer Verpflichtung gegenüber ihren Mitbürgern nicht nachkommen wollen? Was gewinnst du dadurch?

Wenn ich explodiere, denke ich nicht an mein 'Niveau' und an meine 'Gewinne'! Dann kommt alles raus, auch mein 'Rassismus', der in Teilen, Ansätzen, offenbar vorhanden ist. Wie bei allen anderen mit Herrenrassegeschichte auch...

Zitat
Und wie möchtest du deine Angst behandeln, die sich in solchen Äußerungen wie "du arabische Herrensau" etabliert?

Meine Angst? ICH habe meine Klappe aufgerissen, und meine eingeborenen Kumpels der links-grünen Ostertor-Szene haben ihren Rassismus hinter einem Schwall einseitiger Selbstgerechtigkeit versteckt!! Sie haben mich attackiert, denn das war einfach, das zu tun! Zu - und auch nicht über - Coddac, dem Dieb und Westwerteverachter, hatten sie kein kritisches Wort! Weil ich mit meinem (offenbar viel schwerer wiegenden) moralischen Vergehen des 'Rassismus' denen den Raum dafür nahm? Nee! Weil die generell Schiss davor hatten (und haben), einen muslimischen Migranten zu kritisieren! Alles tolle Menschen! Geht doch nicht anders... Der klaut? Man muss den sozialen Druck berücksichtigen, dem der arme Mensch hier im Land der Nazis und anderen Ausländerfeinde ausgesetzt ist... Die Charakterdefekte kann man nur in seinen eigenen Reihen finden... Aber nie bei sich selbst!

Es geht darum, wie wir Rassismus bekämpfen können! Können wir das, indem wir unser Benehmen verbessern? Das Benehmen verbessern wir, indem wir unsere Sprache mit noch mehr Verboten der political correctness aufrüsten. Damit brettern wir unsere wirklichen Gedanken und Gefühle aber nur zu! Damit machen wir uns feiner, höflicher - und distanzierter zueinander! Ich plädiere hingegen mehr für offene Kommunikation und Aufarbeitung dessen was ist - und nicht der Ausblendung dessen, was nicht sein soll! Es geht um die Aufarbeitung des Rassismus in uns!

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 8.255

22.06.2020 18:21
#10 RE: Der Rassist in uns Antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #9
Wie das so ist, wenn man wütend ist: Es fällt einem eigentlch weniger ein - es fällt einem raus.
So ist es ganz treffend beschrieben. Und das mag dann zu den Schwierigkeiten mit anderen Menschen führen, wie du sie hier erzählt hast. Und es beschäftigt dich ja immer noch. Anstatt also durch das "Rauslassen der Wut" "gereinigt" zu werden, so wie es bei Aristoteles und seiner „Katharsis“ lautet, "beschwert" dich diese Angelegenheit immer noch. Das bedeutet doch, dass Wut zwar angenommen werden muss, das heißt, sie darf nicht unterdrückt werden, aber man muss lernen, diese überaus starke Empfindung zu kontrollieren, um nicht sich selbst, oder anderen (nicht nur physischen) Schaden zuzufügen.
Es gibt einige gute biblische Grundsätze, die einen bei diesem Lernprozess unterstützen können.

Zitat von Gysi im Beitrag #9
Also, bei dem Wort 'Herrensau' dachte ich nicht an das für Muslime halale Schweinefleisch. Das Attribut war als von 'Herrenmensch' abgeleitet beabsichtigt. => Der Araber, der sich hier als was Besseres aufspielt in Sachen Moral (gegen Lesben) und Ungläubige bestiehlt, also als rechtlich nicht gleichwertig behandelt!
Wie hoch ist/war wohl die Wahrscheinlichkeit, dass Coddac bzw. deine "Bekannten" das in der akuten Situation so auffassen, wie du es jetzt begreifst? Ich schätze mal, dass sie nicht sehr hoch gewesen sein kann. Außerdem hast du ja geschrieben, dass du ihn beleidigen wolltest.

Zitat von Gysi im Beitrag #9

Es war kein 'gutes Beispiel', natürlich nicht! Ich fühlte mich aber auch nicht als der 'Gastgeber' Coddacs - ich war als Kneipenbesucher sein Gast. Und egal, ob 'Gast' oder 'Gastgeber' - man maßregelt seinen 'Gastgeber' nicht moralisch und man beklaut seine 'Gäste' nicht! Ich fühle nicht nur meine Pflichten! Ich erwarte auch von anderen, ihre zu tun!
Und wie könntest du deine Erwartungshaltung besser verdeutlichen, als durch dein eigenes gutes Beispiel? Du kennst doch das Sprichwort: Wie du mir, so ich dir. Oder: Wie man in den Wald hineinruft,... . Im Grunde also die sog. Goldene Regel... Klar, es gibt keine Garantie, dass dein Gegenüber auch an seine Pflichten dir gegenüber denkt und diese fühlt. Aber du hättest dann zumindest dein dir Mögliches getan.




Zitat von Gysi im Beitrag #9
Wenn ich explodiere, denke ich nicht an mein 'Niveau' und an meine 'Gewinne'! Dann kommt alles raus, auch mein 'Rassismus', der in Teilen, Ansätzen, offenbar vorhanden ist. Wie bei allen anderen mit Herrenrassegeschichte auch...
Das verdeutlicht noch mal, wie wichtig das Erlernen von Kontrolle über die Wut ist. Bei "Explosionen" schadet man ja nicht nur anderen, sondern auch und gerade sich selbst.

Zitat von Gysi im Beitrag #9
Meine Angst? ICH habe meine Klappe aufgerissen, und meine eingeborenen Kumpels der links-grünen Ostertor-Szene haben ihren Rassismus hinter einem Schwall einseitiger Selbstgerechtigkeit versteckt!! Sie haben mich attackiert, denn das war einfach, das zu tun! Zu - und auch nicht über - Coddac, dem Dieb und Westwerteverachter, hatten sie kein kritisches Wort! Weil ich mit meinem (offenbar viel schwerer wiegenden) moralischen Vergehen des 'Rassismus' denen den Raum dafür nahm? Nee! Weil die generell Schiss davor hatten (und haben), einen muslimischen Migranten zu kritisieren! Alles tolle Menschen! Geht doch nicht anders... Der klaut? Man muss den sozialen Druck berücksichtigen, dem der arme Mensch hier im Land der Nazis und anderen Ausländerfeinde ausgesetzt ist... Die Charakterdefekte kann man nur in seinen eigenen Reihen finden... Aber nie bei sich selbst!

Natürlich gibt es auch diese Angst in der Gesellschaft und bei der momentanen Politik in Sachen Einwanderung und der Reaktion der Politiker auf die Angst und das Unverständnis der Bürger, habe ich das ungute Gefühl, dass sich diese Angst noch verstärken wird, sich aufstauen um sich dann in fremdenfeindlichen, rassistischen Äußerungen oder gar Anschlägen bahnzubrechen.
Deswegen halte ich deine Zielsetzung ...

Zitat von Gysi im Beitrag #9
Es geht darum, wie wir Rassismus bekämpfen können!

...auch für unbedingt notwendig:
Zitat von Gysi im Beitrag #9

Können wir das, indem wir unser Benehmen verbessern? Das Benehmen verbessern wir, indem wir unsere Sprache mit noch mehr Verboten der political correctness aufrüsten. Damit brettern wir unsere wirklichen Gedanken und Gefühle aber nur zu! Damit machen wir uns feiner, höflicher - und distanzierter zueinander!
Und genau das wäre auch kein "gutes Benehmen". Es wäre lediglich die politisch korrekte Fassade, hinter der sich das genaue Gegenteil - nämlich Angst, Wut und Hass verbirgt und gegenseitig befeuert.


Zitat von Gysi im Beitrag #9
Ich plädiere hingegen mehr für offene Kommunikation und Aufarbeitung dessen was ist - und nicht der Ausblendung dessen, was nicht sein soll! Es geht um die Aufarbeitung des Rassismus in uns!

So ist es! Und eine solche offene Kommunikation sollte auch auf Äußerungen, wie "du arabische Herrensau" gut verzichten können.


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.883

23.06.2020 09:20
#11 Der Rassist in uns Antworten

Zitat von Snooker
Es gibt einige gute biblische Grundsätze, die einen bei diesem Lernprozess unterstützen können.

Ah. Die Bibel - der Lebensratgeber... Kannst du mir einen Satz aus ihm sagen zum Ausleben von Wut und dem Leben mit ihr in sozialer Verträglichkeit? Ist Jesus mit seiner Tempelrandale, die ihn zum Pontius Pilatus brachte, ein gutes Beispiel dafür?

Zitat
Und wie könntest du deine Erwartungshaltung besser verdeutlichen, als durch dein eigenes gutes Beispiel? Du kennst doch das Sprichwort: Wie du mir, so ich dir. Oder: Wie man in den Wald hineinruft,... . Im Grunde also die sog. Goldene Regel... Klar, es gibt keine Garantie, dass dein Gegenüber auch an seine Pflichten dir gegenüber denkt und diese fühlt. Aber du hättest dann zumindest dein dir Mögliches getan.

Hätte, hätte, Fahrradkette. Du gibst hier derzeit ein gutes Beispiel eines neugermanischen Gutmenschen-Spießers ab, wie meine linksetikettierten Kolleginnen und Kollegen auch: Du wirfst auschließlich mir Fehlverhalten vor! Verständnis - eine große Errungenschaft humanistischer Soziologie - für mich: keines!

Zitat
So ist es! Und eine solche offene Kommunikation sollte auch auf Äußerungen, wie "du arabische Herrensau" gut verzichten können.

Es war aber rausgerutscht! Und alle halten das für unverzeihlich! Man hielt mich für böse! Wieso denn 'Herrensau'? Niemand fragte danach. Und NIEMAND hatte je Coddac für seine Westwerteverachtung kritisiert! Nur die Lesben selbst. Der einzige, der sich nach dem Eklat mir gegenüber angemessen verhalten hatte, war Coddac selbst! Indem er mir tags darauf einen ausgab. Und wahrscheinlich nie wieder im 'Wienerhof-Café' die Gäste betrog. Nehme ich mal an.

Wie gehen Antirassismus und Verständigung zwischen den Ethnien? Ich glaube - auch so! => Indem man die Spannung nicht mit falschen Höflichkeiten noch mehr anspannt - sondern einfach platzen lässt! Indem man sich streitet! Wer sich streitet, kann sich freund sein. Wer sich mit Sauberkeiten einschleimt... da ist Vorsicht geboten...

Wann werden wir Freunde, die Migranten und wir? Wenn wir sie unbefangen fragen, was es denn mit dem Ungläubigenhass des Koran auf sich hat. Und wir seien doch diese 'Ungläubigen'. Und wenn wir unbefangen Westwertefeindlichkeit anprangern, die wir als 'Gastgeber' der Migranten als verletzend empfinden! Und dass eine Religion, die diese Westwertefeindlichkeit unterstützt, hier nichts verloren hat! Die Grenzen der Religionsfreiheit werden durch unsere säkularen Gesetze gezogen! Und die Meinungsfreiheit gibt uns das Recht, zu den archaischen Werten des Koran NEIN!! zu sagen! Laut! Nicht maximal in seinen Palästinenserschal hineingemurmelt, wie das meine Freunde der Antifa und der Pflastersteinfraktion tun, die sich für die Meinungsfreiheit offenbar meinen schämen zu müssen! Sie sind so, weil sie mit jedem Herzschlag Angst vor einem Rassismus haben, der aus ihnen selber kommen könnte!

Wenn solche Ansagen nicht ankommen können - nun gut, dann werden wir eben keine Freunde. Noch nicht. Doch wir wissen dann wenigstens Bescheid.

Aber solange sich ein faschistoider Antifa-Schutzwall unserer einheimischen Linksspießer vor den Coddacisten unserer Migranten aufbaut, können derartige Gespräche ja nicht gemacht werden und derartige Ansagen keine Früchte tragen!

Zitat
So ist es! Und eine solche offene Kommunikation sollte auch auf Äußerungen, wie "du arabische Herrensau" gut verzichten können.

Die 'arabische Herrensau'... Ein anderes Problem hast du nicht, hm? Ich werde dieses - beinahe poetisch vorgetragene - Attribut nie wieder sagen, natürlich nicht. Ist damit der Rassismus beseitigt? Nein. Nicht meiner, nicht deiner und erst recht nicht der negative Rassismus meiner politprogressiven Genossinnen und Genossen des Gutmenschentums und der Selbstgerechtigkeit!

Sagt Nein zum Rassismus, aber gebt doch zu, dass auch ihr ihn in euch tragt! Keinen Mut zu haben, die Westwerteverachtung eines Coddac auch nur im Ansatz zu diskutieren, ist ein schlimmer Auswuchs von einem Rassismus, den die Saubermänner in Lederjacke und Flickenjeans sich selber nicht eingestehen mögen! Das ist Erkennungsverweigerung der eigenen Identität!

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 8.255

23.06.2020 18:20
#12 RE: Der Rassist in uns Antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #11
Ah. Die Bibel - der Lebensratgeber... Kannst du mir einen Satz aus ihm sagen zum Ausleben von Wut und dem Leben mit ihr in sozialer Verträglichkeit? Ist Jesus mit seiner Tempelrandale, die ihn zum Pontius Pilatus brachte, ein gutes Beispiel dafür?
Die "Tempelreinigung" brachte ihn nicht bis zu Pilatus. Die Oberpriester und Schriftgelehrten scharrten zwar mit den Füßen, fürchteten aber einen Aufruhr unter dem Volk, das Jesus gerne zuhörte. Aber da du das Beispiel schon selbst anführst: Jesus kritisierte den Betrug der Händler und reduzierte sie nicht auf ihre Herkunft.

Zitat von Gysi im Beitrag #11
Hätte, hätte, Fahrradkette. Du gibst hier derzeit ein gutes Beispiel eines neugermanischen Gutmenschen-Spießers ab, wie meine linksetikettierten Kolleginnen und Kollegen auch: Du wirfst auschließlich mir Fehlverhalten vor! Verständnis - eine große Errungenschaft humanistischer Soziologie - für mich: keines!
Nein, Gysi. Ich werfe keineswegs ausschließlich dir Fehlverhalten vor. Habe ich irgendwo Coddac´s Betrug gerechtfertigt? Habe ich, wie du mir vielleicht unterstellen willst, wie deine Bekannten reagiert? Dein Fehlverhalten wird allerdings nicht gegen Coddac´s Fehlverhalten entschuldigt. Dazu bedarf es auch gar keiner "Linksetikettierung" Außerdem: Standest oder stehst du den Links-Grünen-Polit-Theater nicht eher nahe?


Zitat von Gysi im Beitrag #11
Es war aber rausgerutscht! Und alle halten das für unverzeihlich! Man hielt mich für böse! Wieso denn 'Herrensau'? Niemand fragte danach. Und NIEMAND hatte je Coddac für seine Westwerteverachtung kritisiert! Nur die Lesben selbst. Der einzige, der sich nach dem Eklat mir gegenüber angemessen verhalten hatte, war Coddac selbst! Indem er mir tags darauf einen ausgab. Und wahrscheinlich nie wieder im 'Wienerhof-Café' die Gäste betrog. Nehme ich mal an.
Siehst du: Dein Verhalten lässt dich damit sogar doppelt bedröppelt dastehen. Wenn es Theater wäre, könnte man meinen, Coddac habe dich vorgeführt. Er steht trotz seines Betruges als reumütiger Held da, und du als unversöhnlicher Rassist, obwohl du hinsichtlich deiner Wut den Betrug betreffend, im Recht bist.

Zitat von Gysi im Beitrag #11
Wie gehen Antirassismus und Verständigung zwischen den Ethnien? Ich glaube - auch so! => Indem man die Spannung nicht mit falschen Höflichkeiten noch mehr anspannt - sondern einfach platzen lässt! Indem man sich streitet! Wer sich streitet, kann sich freund sein. Wer sich mit Sauberkeiten einschleimt... da ist Vorsicht geboten...
Eine ausgewogene Streitkultur ist sicherlich von Vorteil, solange das Ziel die Überwindung von Vorurteilen bleibt.

Zitat von Gysi im Beitrag #11
Wann werden wir Freunde, die Migranten und wir? Wenn wir sie unbefangen fragen, was es denn mit dem Ungläubigenhass des Koran auf sich hat. Und wir seien doch diese 'Ungläubigen'. Und wenn wir unbefangen Westwertefeindlichkeit anprangern, die wir als 'Gastgeber' der Migranten als verletzend empfinden! Und dass eine Religion, die diese Westwertefeindlichkeit unterstützt, hier nichts verloren hat! Die Grenzen der Religionsfreiheit werden durch unsere säkularen Gesetze gezogen! Und die Meinungsfreiheit gibt uns das Recht, zu den archaischen Werten des Koran NEIN!! zu sagen! Laut! Nicht maximal in seinen Palästinenserschal hineingemurmelt, wie das meine Freunde der Antifa und der Pflastersteinfraktion tun, die sich für die Meinungsfreiheit offenbar meinen schämen zu müssen! Sie sind so, weil sie mit jedem Herzschlag Angst vor einem Rassismus haben, der aus ihnen selber kommen könnte!
Diejenigen unter den Migranten, die die Ungläubigen tatsächlich hassen, werden sich mit dir auf keinen Diskurs darüber einlassen und wenn du noch so unbefangen fragst. Außerdem führt das auch nur wieder zur Pflege der Feindseeligkeiten untereinander. Am Ende werden dann wieder Pflastersteine geworfen - Das kennt man doch. Im Links-Grünen Politik-Spektrum wirst du dich mit einem Gesinnungs-Maulkorb arrangieren müssen. Und wenn du dagegen was sagst, wirst du direkt in die rechte Ecke verbannt. Deine Bekannten fürchten sich da ja nicht umsonst.

Zitat von Gysi im Beitrag #11
Wenn solche Ansagen nicht ankommen können - nun gut, dann werden wir eben keine Freunde. Noch nicht. Doch wir wissen dann wenigstens Bescheid.

Aber solange sich ein faschistoider Antifa-Schutzwall unserer einheimischen Linksspießer vor den Coddacisten unserer Migranten aufbaut, können derartige Gespräche ja nicht gemacht werden und derartige Ansagen keine Früchte tragen!
Ja, diese Beobachtung machen viele.


Zitat von Gysi im Beitrag #11
Die 'arabische Herrensau'... Ein anderes Problem hast du nicht, hm? Ich werde dieses - beinahe poetisch vorgetragene - Attribut nie wieder sagen, natürlich nicht. Ist damit der Rassismus beseitigt? Nein. Nicht meiner, nicht deiner und erst recht nicht der negative Rassismus meiner politprogressiven Genossinnen und Genossen des Gutmenschentums und der Selbstgerechtigkeit!
Nicht die Aussprache solcher "beinahe poetisch vorgetragenen - Attribute ist das Problem, sondern die Denkweise dahinter. Deswegen hast du auch Recht: Erst wenn sich die Denkweise ändert, bekommen wir eine Handhabe gegen Rassismus. Und auch das ist ein Prozess und keine "von-heute-auf-morgen-Nacht-und- Nebel-Aktion"

Zitat von Gysi im Beitrag #11
Sagt Nein zum Rassismus, aber gebt doch zu, dass auch ihr ihn in euch tragt! Keinen Mut zu haben, die Westwerteverachtung eines Coddac auch nur im Ansatz zu diskutieren, ist ein schlimmer Auswuchs von einem Rassismus, den die Saubermänner in Lederjacke und Flickenjeans sich selber nicht eingestehen mögen! Das ist Erkennungsverweigerung der eigenen Identität!

Ich kann jetzt nur für mich sprechen, aber ich habe eine solche Art Rassismus, wie du ihn beschreibst, nicht in mir. Und ich lasse mir eine solche Denkweise auch nicht anheften, nur weil alle sie haben oder weil es gerade "hip" ist. Wir wollen Rassismus doch überwinden.

Mir kommt dazu allerdings noch eine Frage in den Sinn: Sind für dich die Funktionäre der Europäischen Zentralbank, die die Entscheidung über die Null-Zins-Politik getroffen haben und damit ehrliche Arbeiter um ein Vermögen erleichtern, deiner Meinung nach ebenfalls Verachter der westlichen Werte oder verkaufen sie ihren Betrug nur besser? Vielleicht sogar im Sinne der "westlichen Werte" ?


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.883

24.06.2020 07:56
#13  Der Rassist in uns Antworten

Zitat von Snooker
Aber da du das Beispiel schon selbst anführst: Jesus kritisierte den Betrug der Händler und reduzierte sie nicht auf ihre Herkunft

Jesus' Jähzorn ist ein Vorbild für mich, um meine Wut in den Griff zu bekommen?

Zitat
Standest oder stehst du den Links-Grünen-Polit-Theater nicht eher nahe?

Klar. Aber Vieles ist da in der Tat 'Theater'... Besonders bei der Gutmenschen-Basis.

Zitat
Im Links-Grünen Politik-Spektrum wirst du dich mit einem Gesinnungs-Maulkorb arrangieren müssen. Und wenn du dagegen was sagst, wirst du direkt in die rechte Ecke verbannt. Deine Bekannten fürchten sich da ja nicht umsonst.

Du würdest also den 'Gesinnungs-Maulkorb' tragen wollen und die aus deinen Reihen verurteilen, die das nicht tun?

Zitat
Ich kann jetzt nur für mich sprechen, aber ich habe eine solche Art Rassismus, wie du ihn beschreibst, nicht in mir.

Würdest du einen Muslimen fragen, ob er ein Ungläubigenhasser ist? Würdest du ihm sagen, dass eine solche Religion mit der Meinungsfreiheit und dem Toleranzgebot einer Demokratie nicht vereinbar ist? Würdest du einem Türken oder Araber vorwerfen, dass nach deiner Wahrnehmung deren Verhalten - wohl islamisch befeuert - im Schnitt zu empfindlich, aggressiv und westwerteverachtungsgeneigt ist? Was tust du mit Leuten, die das doch tun? Nicht: in eine 'rechte Ecke' stellen?

Zitat
Er steht trotz seines Betruges als reumütiger Held da, und du als unversöhnlicher Rassist, obwohl du hinsichtlich deiner Wut den Betrug betreffend, im Recht bist.

Der 'Rassist' war ich in den Augen der Rassisten, die ihren eigenen Rassismus nicht wahrhaben wollen - den 'negativen' Rassisten! Die, die einem Coddac alles schweigend durchgehen lassen, alles an ihm entschuldigen, aber den sozial vernichten, der das - wenn auch in hoher Emotionalität - zur Sprache bringt! Aber seit wann sind Gefühle weniger wert, als das trockene Wort? Wenn sie Gefühle in dir anfackeln, die man sich selber nicht erlaubt - immer!

Wir müssen uns jetzt nicht an meinem höchsteigenen bösen Rassismus festbeißen. Sooo verstörend ist der nicht, oder? Ich beschäftige mich da mehr mit dem gesellschaftlich wahrnehmbaren Phänomen des Rechtsradikalismus, des pauschlierten Ausländerhasses, der selbst vor Morden nicht zurückschreckt. Woher kommt der? Aus unserer Nazi-Geschichte? Auch. Aber zuvorderst aus der Überregelmentierung von Verhaltensverboten gegenüber Muslimen, Migranten, anderen Ethnien durch die political correctness - die beinahe nur noch Lob und Mitleid, aber keine Kritik mehr zulässt. Verbote, die derart fest gespannt sind, zerstören erstens die Meinungfreiheit, und dieses Gespannte muss zweitens irgendwann mal reißen! Dann quillt die gepresste Soße so raus, wie sie uns da läuft! Die Rechtsradikalen kommen nicht von einem anderen, bösen Stern - sie kommen aus unserer Gesellschaft selbst! Und deren scharf gehauener Rassismus hat auch was mit dem 'negativen Rassismus' unserer Gutmenschenfraktion zu tun, die sich mit überbordenden selbst auferlegten Rede- und Denkverboten vor ihrem eigenen Rassismus schützen wollen! Alternative? => Wir sollten etwas mehr Meinungsfreiheit wagen... Mehr Konfliktbereitschaft, auch, wenn wir Fehler dabei machen! Oder wollen wir das Feld denen überlassen, die nur draufhauen, beißen und morden wie psychisch gestörte Kettenhunde, aber keine Konflikte intelligent und begründet austragen können?

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 8.255

24.06.2020 18:00
#14 RE: Der Rassist in uns Antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #13
Jesus' Jähzorn ist ein Vorbild für mich, um meine Wut in den Griff zu bekommen?
Wir reden offenbar nicht von demselben Jesus. Als Jähzorn bezeichnet man laut wikipedia

Zitat von wikipedia
einen aus kleinstem Anlass oder unvermittelt ausbrechenden Zorn gegen eine bestimmte Person oder Sache. Er wird als Affekt angesehen.


Ob der Betrug an Menschen nun ein "kleinster Anlass" oder als "unvermittelter" Grund für Zorn bezeichnet werden kann, überlasse ich jedem selbst.


Zitat von Gysi im Beitrag #13
Klar. Aber Vieles ist da in der Tat 'Theater'... Besonders bei der Gutmenschen-Basis.
Diese Basis scheint aber mächtig den Ton anzugeben.[quote]

Zitat von Gysi im Beitrag #13
Du würdest also den 'Gesinnungs-Maulkorb' tragen wollen und die aus deinen Reihen verurteilen, die das nicht tun?
Habe ich das irgendwo behauptet? Du bist doch derjenige, welcher sich politisch links-grün affin betrachtet. Und die schlagen in der Rassismus-Debatte nun mal einen völlig anderen Ton an, als du. Jetzt soll ja nach Frau Kapek (Grünen-Fraktionschefin im Berliner Abgeordnetenhaus) die "Mohrenstraße" aus Rassismus-Gründen umbenannt werden... Sie schägt "George-Floyd-Straße" vor.
Ist nur ein Beispiel von vielen.


Zitat von Gysi im Beitrag #13
Würdest du einen Muslimen fragen, ob er ein Ungläubigenhasser ist? Würdest du ihm sagen, dass eine solche Religion mit der Meinungsfreiheit und dem Toleranzgebot einer Demokratie nicht vereinbar ist? Würdest du einem Türken oder Araber vorwerfen, dass nach deiner Wahrnehmung deren Verhalten - wohl islamisch befeuert - im Schnitt zu empfindlich, aggressiv und westwerteverachtungsgeneigt ist? Was tust du mit Leuten, die das doch tun? Nicht: in eine 'rechte Ecke' stellen?
Wohl eher in die "konservative Ecke". Ich halte nicht viel von der derzeitigen Aufspaltung der Gesellschaft in die Lager Links und Rechts. Das führt nur zu weiteren Spannungen, was wohl auch beabsichtigt ist.

Ich konnte mich bis jetzt regelmäßig mit Muslimen verschiedenster Herkunftsländer ganz offen unterhalten. Da gibt es nicht nur die religiös Empfindlichen. Einer ganzen Menge ist es auch einfach egal, was wir von deren Religion halten mögen.


Zitat von Gysi im Beitrag #13
Der 'Rassist' war ich in den Augen der Rassisten, die ihren eigenen Rassismus nicht wahrhaben wollen - den 'negativen' Rassisten! Die, die einem Coddac alles schweigend durchgehen lassen, alles an ihm entschuldigen, aber den sozial vernichten, der das - wenn auch in hoher Emotionalität - zur Sprache bringt! Aber seit wann sind Gefühle weniger wert, als das trockene Wort? Wenn sie Gefühle in dir anfackeln, die man sich selber nicht erlaubt - immer!

Das ist wohl die Krux mit der Wichtigkeit der Gefühle. Deine Bekannten - die du "negative" Rassisten nennst, haben sicherlich auch entsprechend ihren Gefühlen reagiert. und die hattest du mit deiner Aussage über Coddac wohl eher beleidigt.


Zitat von Gysi im Beitrag #13
Wir müssen uns jetzt nicht an meinem höchsteigenen bösen Rassismus festbeißen. Sooo verstörend ist der nicht, oder? Ich beschäftige mich da mehr mit dem gesellschaftlich wahrnehmbaren Phänomen des Rechtsradikaleinismus, des pauschlierten Ausländerhasses, der selbst vor Morden nicht zurückschreckt.
Woher kommt der? Aus unserer Nazi-Geschichte? Auch. Aber zuvorderst aus der Überregelmentierung von Verhaltensverboten gegenüber Muslimen, Migranten, anderen Ethnien durch die political correctness - die beinahe nur noch Lob und Mitleid, aber keine Kritik mehr zulässt. Verbote, die derart fest gespannt sind, zerstören erstens die Meinungfreiheit, und dieses Gespannte muss zweitens irgendwann mal reißen! Dann quillt die gepresste Soße so raus, wie sie uns da läuft! Die Rechtsradikalen kommen nicht von einem anderen, bösen Stern - sie kommen aus unserer Gesellschaft selbst! Und deren scharf gehauener Rassismus hat auch was mit dem 'negativen Rassismus' unserer Gutmenschenfraktion zu tun, die sich mit überbordenden selbst auferlegten Rede- und Denkverboten vor ihrem eigenen Rassismus schützen wollen! Alternative? => Wir sollten etwas mehr Meinungsfreiheit wagen... Mehr Konfliktbereitschaft, auch, wenn wir Fehler dabei machen! Oder wollen wir das Feld denen überlassen, die nur draufhauen, beißen und morden wie psychisch gestörte Kettenhunde, aber keine Konflikte intelligent und begründet austragen können?


Das Feld ist aus politischer Sicht schon längst denen übergeben worden, die nur draufhauen, beißen und morden wie psychisch gestörte Kettenhunde. Jedenfalls hört man in den Medien mehr über solche Fälle, als über eine gepflegte Diskussion, wie sie dir vorschwebt. Hast du dich schon mal gefragt, warum das so ist?


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.883

25.06.2020 08:22
#15  Der Rassist in uns Antworten

Zitat von Snooker
Wohl eher in die "konservative Ecke".

Ich bin nicht konservativ! Auch das nicht!

Zitat
Das Feld ist aus politischer Sicht schon längst denen übergeben worden, die nur draufhauen, beißen und morden wie psychisch gestörte Kettenhunde. Jedenfalls hört man in den Medien mehr über solche Fälle, als über eine gepflegte Diskussion, wie sie dir vorschwebt. Hast du dich schon mal gefragt, warum das so ist?

1. Das Interesse ist dazu zu gering. Selbstkritik ist den meisten zu soziologisch. Zu kompliziert. Die Gefahr ist zu groß, selber in die 'rechte Ecke' geschoben zu werden... Wer das Gutmenschenimage nötig hat, zeigt sich nicht gerne mutig...

2. Die Medien unterstützen das System der Leitung (und Unterdrückung) durch die Political Corretness.

3. Es ist leicht, das 'Böse' und die Fehler bei ANDEREN zu suchen! Dass der Rechtsradikalismus unser eigenes, böses Kind ist, wissen wir eigentlich, und soziologisch Geschulte müssten das sowieso wissen, aber wenn es um HETZE geht, die unsere eigenen Gut-Seelchen erst mal entlastet, dann sind die linksgewandeten Spießbürger vorne dabei!

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reklov Offline




Beiträge: 5.755

25.06.2020 12:48
#16 RE: Der Rassist in uns Antworten

Zitat
Ich will mal eine Ursache herausgreifen - die Kolonisation und Unterwerfung Afrikas!

Gysi,

... als seinerzeit die ersten "Buren" ihre Schiffe vor dem heutigen Kapstadt ankerten, sahen sie sich bald einer gewaltigen Übermacht von kriegerischen Eingeborenen gegenüber. Es gab viele Schlachten, welche die Weißen nur dank besserer Waffen nach und nach für sich entscheiden konnten.
Auch nützte ihnen, dass die afrikan. Stämme untereinder bis aufs Blut verfeindet waren. Die Buren machten es wie seinerzeit Cäsar in Germanien: "Teile und herrsche." - Sie ließen afrikan. Stämme auf ihrer Seite gegen die schon immer verhassten Nachbarstämme kämpfen.

Wenigen ist auch bekannt, dass die Araber mächtig beim Sklavenhandel mitmischten. Ihre Karawanen schleppten die oft von afrikan. Königen an sie ausgelieferten/verkauften Gefangenen bis an die Westküste Afrikas, wo bereits die Sklaven-Schiffe warteten.

In der Regel ging dann die Reise zunächst nach Liverpool und von dort aus nach Übersee. Dieses menschenverachtende Treiben, das auf Gewinnstreben aufgebaut war, rächte sich bald, denn in Süd- und Nordamerika haben sich die Nachfahren der einstigen Sklaven zahlenmäßig ordentlich vermehrt und mischen nun als Bürger auch im politischen Leben mit.-

Dass man aber zu wenig "Wechselgeld" herausbekommt, ist nicht nur in einer arab. Kneipe möglich.
Meine erste Italien-Fahrt in den 60er Jahren begann damit, dass mir, kurz hinter der Grenze, ein Tankwart 10,- DM (umgerechnet in Lira) zu wenig herausgab. Als ich ihn darauf ansprach, entschuldigte er sich mit großer theatralischer italiensicher Geste und besserte gleich in Lira-Währung nach.
Ich dachte mir damals, wenn er solches 5x am Tag eiligen, durchfahrenden Touristen abknöpft, hat er 50,- DM schwarz verdient, - an 6 Tagen also 300,- DM steuerfrei in seiner Tasche.

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.883

25.06.2020 16:50
#17 Der Rassist in uns Antworten

Zitat von Reklov
Wenigen ist auch bekannt, dass die Araber mächtig beim Sklavenhandel mitmischten. Ihre Karawanen schleppten die oft von afrikan. Königen an sie ausgelieferten/verkauften Gefangenen bis an die Westküste Afrikas, wo bereits die Sklaven-Schiffe warteten.

Stimmt dann also der Satz: Wer's kann, der tut's? Wer mächtig ist, hat recht? Und dass unsere Moral der Rassengleichheit heute lediglich (christlich, humanistisch) aufgesetzt ist?

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 8.255

25.06.2020 19:23
#18 RE: Der Rassist in uns Antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #15
Ich bin nicht konservativ! Auch das nicht!
Das hatte ich auch nicht behauptet. Ich habe lediglich von meiner Erfahrung aus Gesprächen mit Konservativen berichtet. Dass du Links-grün orientiert bist, hast du ja mehrfach eingeräumt.


Zitat von Gysi im Beitrag #15
1. Das Interesse ist dazu zu gering. Selbstkritik ist den meisten zu soziologisch. Zu kompliziert. Die Gefahr ist zu groß, selber in die 'rechte Ecke' geschoben zu werden... Wer das Gutmenschenimage nötig hat, zeigt sich nicht gerne mutig...
Traurig, aber wahr. Daran ist zudem erkennbar, dass du mit 2.)

Zitat von Gysi im Beitrag #15
2. Die Medien unterstützen das System der Leitung (und Unterdrückung) durch die Political Corretness.

ebenfalls Recht hast. Was nicht minder traurig ist. Zum Glück gibt es auch in Deutschland noch freie Medienformationen, auch wenn auf einer bekannten Videoplattform fleißig zensiert wird. Alleridngs muss dafür das Interesse an freien Informationen groß genug sein, womit wir wieder bei 1.) wären.


Zitat von Gysi im Beitrag #15
3. Es ist leicht, das 'Böse' und die Fehler bei ANDEREN zu suchen! Dass der Rechtsradikalismus unser eigenes, böses Kind ist, wissen wir eigentlich, und soziologisch Geschulte müssten das sowieso wissen, aber wenn es um HETZE geht, die unsere eigenen Gut-Seelchen erst mal entlastet, dann sind die linksgewandeten Spießbürger vorne dabei!
Und so bleibt die Frage offen, ob das nicht aus politischer Sicht einen tieferen Sinn hat.


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.883

26.06.2020 08:38
#19 Der Rassist in uns Antworten

Zitat von Snooker
Und so bleibt die Frage offen, ob das nicht aus politischer Sicht einen tieferen Sinn hat.

Welchen?

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 8.255

26.06.2020 10:01
#20 RE: Der Rassist in uns Antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #19
Welchen?


Die Etablierung eines Überwachungsstaates unter dem Deckmantel der Demokratie, wobei die angestrebte, politische Gesinnung durch die Macht des Staates diktiert wird. Jeder, der es wagt anders zu denken, wird in eine bestimmte extreme Ecke geschoben und entsprechend befeindet. Die Aufspaltung eines Volkskörpers nach dem Prinzip: Divide et impera!


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.883

26.06.2020 10:56
#21  Der Rassist in uns Antworten

Zitat von Snooker
Die Aufspaltung eines Volkskörpers nach dem Prinzip: Divide et impera!


1. Wer teilt?

2. Wer herrscht - oder will herrschen?

3. Ist die political correctness ein derartiges Teilungsinstrument? Wer hat sie erfunden und setzt sie durch?

Oder handelt es sich hier nicht doch um eine psychosoziologische Dynamik, die eher unbewusst abläuft und keinen 'bösen' Anleiter hat?

Oder ist es die neue Algorithmen-Herrschaft des digitalisierten Kapitalismus? Was das mit Rechtsradikalismus und Rassismus, der political correctness und dem 'negativem Rassismus' zu tun hat, müsste mir aber jemand mal erklären...

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 8.255

26.06.2020 15:14
#22 RE: Der Rassist in uns Antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #21
1. Wer teilt?
Politik und Wirtschaft

Zitat von Gysi im Beitrag #21
2. Wer herrscht - oder will herrschen?
Diejenigen, die teilen, um zu herrschen, also auch hier Politik und Wirtschaft

Zitat von Gysi im Beitrag #21
3. Ist die political correctness ein derartiges Teilungsinstrument? Wer hat sie erfunden und setzt sie durch?
Offensichtlich ist die pc ein ausgezeichnetes Teilungsinstrument. Das siehst du zum Beispiel an den Reaktionen, wenn die pc mal außer Acht gelassen wird. Es gibt viele prominente "Opfer", deren Karrieren durch die folgende "Teilung" vernichtet wurden... Ein ganz brauchbarer Artikel zum Thema:
https://makroskop.eu/2017/11/political-c...acht-der-opfer/

Zitat von Gysi im Beitrag #21
Oder handelt es sich hier nicht doch um eine psychosoziologische Dynamik, die eher unbewusst abläuft und keinen 'bösen' Anleiter hat?
Das denke ich eher nicht. Zu offensiv ist meines Erachtens der Anspruch der einzelnen Profiteure auf die pc.

Zitat von Gysi im Beitrag #21
Oder ist es die neue Algorithmen-Herrschaft des digitalisierten Kapitalismus? Was das mit Rechtsradikalismus und Rassismus, der political correctness und dem 'negativem Rassismus' zu tun hat, müsste mir aber jemand mal erklären...
Das wird in dem Artikel auch kurz thematisiert.


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.883

26.06.2020 16:11
#23  Der Rassist in uns Antworten

Zitat von Snooker
Das denke ich eher nicht. Zu offensiv ist meines Erachtens der Anspruch der einzelnen Profiteure auf die pc.

Na, das denke ich eher doch! Was du da anreißt, ist eine wilde Verschwörungstheorie! "Profiteure der Wirtschaft und der Politik!" Alle Mächtigen gegen die Schwachen... Die KI ist auch kein 'böses' Instrument. Und die Kapitalverwerter (ohne ökologische Moral) treffen auf ohnmächtige Konsumenten, die sich selber ohnmächtig machen! Wenn es den bösen Verschwörer wirklich gäbe, den Paten des Kapitals, gäbe es nur einen Weg zur Herstellung von Demokratie und menschlicher Souveränität: Revolution! Aber wie will man gegen eine Macht revoltieren, die irgendwie das unpersonifizierte Geisterbild unserer eigenen Ohnmacht und Dummheit ist?

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 8.255

26.06.2020 17:44
#24 RE: Der Rassist in uns Antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #23

Zitat von Snooker


Na, das denke ich eher doch! Was du da anreißt, ist eine wilde Verschwörungstheorie! "Profiteure der Wirtschaft und der Politik!" Alle Mächtigen gegen die Schwachen... Die KI ist auch kein 'böses' Instrument. Und die Kapitalverwerter (ohne ökologische Moral) treffen auf ohnmächtige Konsumenten, die sich selber ohnmächtig machen! Wenn es den bösen Verschwörer wirklich gäbe, den Paten des Kapitals, gäbe es nur einen Weg zur Herstellung von Demokratie und menschlicher Souveränität: Revolution! Aber wie will man gegen eine Macht revoltieren, die irgendwie das unpersonifizierte Geisterbild unserer eigenen Ohnmacht und Dummheit ist?

Der Vorwurf der "Verschwörungstheorie" ist ein beliebtes Scheinargument der pc-Engagierten.

Du bestätigst auf deine Weise die Aussagen des von mir zitierten Artikels - vielleicht unbewusst, aber dennoch anhand verschiedener Aussagen:

1) Vorwurf der "Verschwörungstheorie"
2) Die "Ohnmacht der Konsumenten" (für die sie selbstverständlich selbst verantwortlich sind), woraus dann logischerweise nächstens
3) folgt:
"Revolution gegen das System" wäre zwar die Lösung, aber das Volk ist ja selbst der Grund für seine Ohnmacht und Dummheit. Also nützt die Revolution gegen das System nichts.

Und genau diese Schlussfolgerung wird von der Saatsmacht (Politik und Wirtschaft) gepflegt: Das Volk ist dumm und ohnmächtig und solange das Volk in diesem geistig gedachten Zustand gehalten werden kann, braucht sich niemand vor einer Revolution zu fürchten. Das Spiel der aristokratischen Demokratur kann weitergehen, in welchem der dumme, ohnmächtige Konsument an den Seilen und Ketten des "Paten des Kapitals" hängt und weiter süß von seiner demokratischen Souveränität träumen darf.


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.883

26.06.2020 18:04
#25 Der Rassist in uns Antworten

Zitat von Snooker
Und genau diese Schlussfolgerung wird von der Saatsmacht (Politik und Wirtschaft) gepflegt: Das Volk ist dumm und ohnmächtig und solange das Volk in diesem geistig gedachten Zustand gehalten werden kann, braucht sich niemand vor einer Revolution zu fürchten.

Ich sehe keinen Klassengegensatz zwischen Politikern und dem Volk, ich glaube auch nicht an ihn - ich glaube unverbrüchlich an die Demokratie! Ich bin also kein Marxist! (Was Marx auch von sich behauptete...)

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Seiten 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | ... 11
 Sprung  
________________________________________

"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

"Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" (Immanuel Kant)

________________________________________

=> "Die Ewigkeit gibt es ohne Gott!"

... Platz für Verlinkungsaustausche ...

VORSICHT! Vertrauensunwürdige Werbung!

Xobor Erstelle ein eigenes Forum mit Xobor
Datenschutz