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Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 8 Antworten
und wurde 138 mal aufgerufen
 Atheismus/Agnostizismus
Athon Offline




Beiträge: 3.449

16.09.2020 11:12
"Gott" und Q - Gemeinsamkeiten? Antworten

Am 28. Oktober 2017 hat ein Unbekannter in einem Forum names "4Chan" unter dem Pseudonym "Q Clearance Patriot" einen Beitrag gepostet und damit offenbar eine Welle losgetreten. Der Unbekannte behauptet von sich, ein Agent des US-Amerikanischen Geheimdienstes zu sein, und macht kryptische Andeutungen über die angebliche Existenz eines sog. "Tiefen Staates", einer auf Verschwörungserzählungen beruhenden "Schattenregierung", die angeblich die Politik der USA und der ganzen Welt steuert. (Quelle: Internet)

Man kann daraus erkennen, dass es wohl relativ einfach zu sein scheint, Informationen in der Gesellschaft zu verbreiten, deren Inhalt sich jeglicher sachlichen Überprüfung entzieht, sich aber trotzdem im Laufe der Zeit verfestigt und quasi verselbständigt.

Lassen sich daraus hinsichtlich der Entstehung des Gottglaubens Parallelen ziehen? Kann es nicht sein, dass irgendjemand unserer Vorfahren seine Gedanken auf einer Schriftrolle verewigt hat und diese niedergeschriebenen Worte innerhalb der damaligen Gesellschaft/en auf fruchtbaren Boden gefallen sind und sich bis in die Gegenwart hinein halten?

Ich möchte hier nicht wieder die altbekannte Diskussion über Inhalte entfachen, sondern lediglich die Frage in den Raum stellen, ob sich das geschilderte Szenario so oder ähnlich abgespielt haben kann und was ggf. dafür oder dagegen spräche.

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NUR DER ZWEIFEL LÄSST UNS DENKEN

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.868

16.09.2020 13:47
#2  "Gott" und Q - Gemeinsamkeiten? Antworten

Zitat von Athon
Ich möchte hier nicht wieder die altbekannte Diskussion über Inhalte entfachen, sondern lediglich die Frage in den Raum stellen, ob sich das geschilderte Szenario so oder ähnlich abgespielt haben kann und was ggf. dafür oder dagegen spräche.

Was dagegen spricht: Fast alle Stämme der Menschen sind schon in ihrer Vorgeschichte (vor der Erfindung der Schrift) unabhänging voneinander auf Götterfamilien gekommen. Und vor 3.000 Jahren erfanden sie den Monotheismus! Dabei haben sich alle was bei gedacht, und das waren keine Jokes, um irgendjemanden zu veralbern!

Wir Menschen sind produzierende Wesen. Das gerade macht unser Menschsein aus! Und als solche sind wir irgendwann mal auf den Gedanken gekommen: Wenn wir den Faustkeil machen oder den Wintermammutmantel - wer machte dann uns? Und die Erde? Die Sonne, den Regen, den Wind? Und diese Schöpfergötter haben natürlich ihre Vorlage in uns, den einzigen Schöpferwesen, die wir kannten und kennen! => Menschlich, persönlich, führend, bestimmend, gnadenreich oder streng! So ist der Schöpfergottgedanke entstanden. Bin ich von überzeugt!

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reklov Offline




Beiträge: 5.746

16.09.2020 15:20
#3 RE: "Gott" und Q - Gemeinsamkeiten? Antworten

Zitat
Ich möchte hier nicht wieder die altbekannte Diskussion über Inhalte entfachen, sondern lediglich die Frage in den Raum stellen, ob sich das geschilderte Szenario so oder ähnlich abgespielt haben kann und was ggf. dafür oder dagegen spräche.

Athon,

... die Tätigkeit von "unsichtbaren Geheimdiensten" oder anderen "Stories" kann in keinem Fall mit der im Menschen vorhandenen Gottesvorstellung verglichen werden!
Beide sind zwar mit Sprache auf ein Papier zu bringen, sie unterscheiden sich aber gleich schon mal in ihrer gedanklichen Dimension immens voneinander!

Man verdeutliche sich hierzu einfach die Bibelstelle:

An ihren Taten sollt ihr sie erkennen! (1. Johannes 2,1-6)


Versprechen halten: Ein Zeichen von Glaubwürdigkeit

Ein Versprechen oder eine Behauptung sind schnell in die Welt hinaus posaunt mit den Worten:

Na klar, ich kümmere mich darum. Versprochen!
Ich versprech’s dir, das kommt nicht mehr vor...
Du kannst dich auf mich verlassen.
Das letzte Mal hab ich es doch auch gemacht.
Sie sollten mich doch jetzt kennen.

Jemand gibt uns ein Versprechen (od. eine Behauptung) vollkommen egal, ob im beruflichen oder privaten Kontext. Wir verlassen uns auf die Erfüllung. Wir knüpfen Hoffnungen, Sehnsüchte und Träume daran.

Der Duden gibt uns mehrere Synonyme für ein Versprechen, die alle gleichermaßen gehalten werden können oder auch nicht:
• Ein Ehrenwort geben
• Einen Eid leisten
• schwören
• zusichern
• verpflichten
• garantieren
• Die Hand ins Feuer legen
• verbürgen
• beteuern

Der Versprechens-Geber macht sich nichts daraus. Er hat die Tragweite für den Versprechens-Nehmer überhaupt nicht im Blick. Und dennoch ist es nicht so schlimm, ein Versprechen nicht halten zu können. Jetzt sind klare, wertschätzende und vor allem ehrliche Worte gefragt, die auch eine kleine Entschuldigung beinhalten sollen.

Der Versprechens-Nehmer ist sonst enttäuscht und verliert das Vertrauen in die Worte des Versprechen-Gebers.

Die BIBEL konfrontiert uns u.a. mit dem Versprechen Jesu: "... Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt."

Man kann sich damit auseinandersetzen, es glauben, anzweifeln oder verwerfen. Allerdings muss zumindest klar sein, dass ein temporärer Geheimdienst keinerlei Hoffnung in den Menschen entfachen kann - im besten Fall eine effektive Spionagearbeit zustande bringt, mit all den dunklen Seiten, die bei Geheimdiensten erforderlich werden.

Gruß von Reklov

Athon Offline




Beiträge: 3.449

17.09.2020 04:05
#4 RE: "Gott" und Q - Gemeinsamkeiten? Antworten

@Reklov

Zitat von Reklov #3
... die Tätigkeit von "unsichtbaren Geheimdiensten" oder anderen "Stories" kann in keinem Fall mit der im Menschen vorhandenen Gottesvorstellung verglichen werden! Beide sind zwar mit Sprache auf ein Papier zu bringen, sie unterscheiden sich aber gleich schon mal in ihrer gedanklichen Dimension immens voneinander!


Nun habe ich schon ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es mir hier nicht um Inhalte geht, und Du zitierst trotzdem weiterhin fröhlich aus der Bibel. Ich möchte dagegen einfach nur wissen, warum viele Menschen offenbar bereit sind, ihnen zugetragene unbewiesene Informationen widerspruchslos als die Wahrheit anzusehen.

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NUR DER ZWEIFEL LÄSST UNS DENKEN

Athon Offline




Beiträge: 3.449

17.09.2020 09:01
#5 RE: "Gott" und Q - Gemeinsamkeiten? Antworten

@Gysi

Zitat von Gysi #2
Fast alle Stämme der Menschen sind schon in ihrer Vorgeschichte (vor der Erfindung der Schrift) unabhänging voneinander auf Götterfamilien gekommen. Und vor 3.000 Jahren erfanden sie den Monotheismus! Dabei haben sich alle was bei gedacht, und das waren keine Jokes, um irgendjemanden zu veralbern!...sind wir irgendwann mal auf den Gedanken gekommen: Wenn wir den Faustkeil machen oder den Wintermammutmantel - wer machte dann uns? Und die Erde? Die Sonne, den Regen, den Wind?


Das macht natürlich den Unterschied zwischen Gottglauben und QAnon aus: Die Fragen dahinter. Feststehend scheint zu sein, dass die jeweilige Anhängerschaft abstreitenden Argumenten gegenüber absolut nicht zugänglich ist. Welche Auswirkungen hätte es aber möglicherweise in beiden Fällen, wären die entsprechenden Informationen nicht schriftlich fixiert worden? (Wobei auch der Koran dann mit ins Boot genommen werden muss).

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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.868

17.09.2020 09:23
#6  "Gott" und Q - Gemeinsamkeiten? Antworten

Zitat von Athon
Feststehend scheint zu sein, dass die jeweilige Anhängerschaft abstreitenden Argumenten gegenüber absolut nicht zugänglich ist.

Das ist die Auswirkung einer autoritätsfixierten Religion, gelehrt in den Prägejahren der frühen Kindheit! Wissenschaftliche Prägung wäre da besser. "Wer, wie, was, wieso, weshalb, warum?" zu fragen lernen, ist sinnvoller. Nein zu sagen, zu zweifeln, statt nur zu glauben, muss Kindern als erstes beigebracht werden!

Aber nun ja, das sind Demokratie und Wissenschaft, de facto antiautoritäre Erziehung, und wir Menschen kommen nun mal aus einer langen, langen Geschichte autoritätsfixierter Gesellschaftsformate, die ohne Fixierungen auf Götter, Gott und Könige, Pharaonen und Dschingis Khane micht auskamen. Sich an sowas zu orientieren, ist vermutlich leichter als selber nachzudenken, qualifiziert zu kritisieren und sich dann auch noch erfolgreich zu erheben!

Zitat
Welche Auswirkungen hätte es aber möglicherweise in beiden Fällen, wären die entsprechenden Informationen nicht schriftlich fixiert worden? (Wobei auch der Koran dann mit ins Boot genommen werden muss).

Vor der Schrift gab es auch schon Götter. Ich verstehe jetzt diesen Einwurf nicht...

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Athon Offline




Beiträge: 3.449

17.09.2020 11:58
#7 RE: "Gott" und Q - Gemeinsamkeiten? Antworten

@Gysi

Zitat von Gysi #6
Vor der Schrift gab es auch schon Götter. Ich verstehe jetzt diesen Einwurf nicht...


Ich meine ja auch nicht die bloße gedankliche Existenz von Göttern, sondern die schriftlich fixierten "Handlungsanweisungen", auf die sich stets berufen werden kann. Dienen nicht diese erst als Grundlage für z. B. Verfolgung von Ungläubigen, Ausstoßen aus der Gemeinschaft usw.?

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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.868

17.09.2020 13:52
#8  "Gott" und Q - Gemeinsamkeiten? Antworten

Zitat von Athon
Ich meine ja auch nicht die bloße gedankliche Existenz von Göttern, sondern die schriftlich fixierten "Handlungsanweisungen", auf die sich stets berufen werden kann. Dienen nicht diese erst als Grundlage für z. B. Verfolgung von Ungläubigen, Ausstoßen aus der Gemeinschaft usw.?

Also, seit wann gibt es die Schrift z.B. im mesopotamischen Raum? Seit 6.000 Jahren? Davor wird es auch schon Götter gegeben haben, die die mesopotamischen Könige autorisierten. Oder umgekehrt... Die Schrift ist ein zusätzlicher - und der mächtigste! - Multiplikator der Autorität. Und dann kamen die 10 Gebote, denen sich gefälligst auch ein König zu unterwerfen hatte. Eigentlich eine echte soziale Revolution zu der Zeit. Aber hielten sich die Könige an sie? Selbstredend nein! Auch für den neu entstandenen monotheistischen Gott waren sie offenbar nicht bindend. Siehe im Thread 'Die Bibel und der Schwangerschaftsabbrucxh - Link 'Bibelkritik'.

Also - was will ich sagen? => Nicht erst seit der Erfindung der Schrift war und ist ein Gott für die Gläubigen bindende Autorität! Wieso ist das noch heute so? Weil sich offenbar die ganze Menschheit aus den Fesseln religiöser Autoritätsfixierung erst noch befreien muss! Dazu hilft wissenschaftlich geprägte Bildung! Und bis die ganze Menschheit davon erfasst ist - das dauert nich ein Stückchen...

Warum haben Leute wie du und ich was gegen die vielen Anhänger von Verschwörungstheorien? Das sind doch immerhin Leute, die sich gegen die Autoritäten herrschender Auffassungen und Theorien auflehnen! Warum machen die das, weiß der Fuchs... Sie üben sich in Sachen Aufstand und Souveränität. Aber sie absolvieren ihre Übungen nicht gut...

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Reklov Offline




Beiträge: 5.746

18.09.2020 15:00
#9 RE: "Gott" und Q - Gemeinsamkeiten? Antworten

Zitat
Nun habe ich schon ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es mir hier nicht um Inhalte geht, und Du zitierst trotzdem weiterhin fröhlich aus der Bibel. Ich möchte dagegen einfach nur wissen, warum viele Menschen offenbar bereit sind, ihnen zugetragene unbewiesene Informationen widerspruchslos als die Wahrheit anzusehen.

Athon,

... wo habe ich hier ein Bibel-Zitat verwendet??? -
Ich sprach lediglich die unterschiedlichen Dimensionen an, welche sich der menschlichen Glaubensstärke anbieten.

Wie viele Menschen es sind, die heute unbewiesene Informationen "glauben", ist statistisch ja nicht zu erfassen. Gut ist aber, dass in der heutigen Medienlandschaft sich zu jeder Information auch schnell Gegenmeinungen und berechtigte Zweifel gesellen.

Gruß von Reklov

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