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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 695 mal aufgerufen
 Judentum
freily ( Gast )
Beiträge:

20.06.2006 02:06
Neue Chronik Israels antworten

Chronologie der Entwicklung des Staates Israel


1882 bis 1903
Erste Einwanderungswelle (Alija): Als Reaktion auf ihre Unterdrückung in Osteuropa kommen etwa 30.000 Juden nach Palästina.
1896
Theodor Herzl veröffentlicht "Der Judenstaat ".
29. bis 31. August 1897
Erster Zionistenkongress in Basel, der die Schaffung einer gesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in dem damals unter osmanischer Herrschaft stehenden Palästina fordert.
2. November 1917
Die Britische Regierung sichert den politischen Zionisten ihre Unterstützung bei der Schaffung einer "jüdischen Heimstätte" in Palästina zu (Balfour Deklaration).
24. April 1920
Konferenz der Alliierten in San Remo überträgt Großbritannien das Mandat für Palästina.
Dezember 1920
Dritter Palästinensischer Nationalkongress, der in Haifa stattfindet, verlangt für Palästina eine einheimische Regierung.
1932 bis 1938
Im Zuge der fünften Alija kommen als Reaktion auf Verfolgung in Europa mehr als 250.000 jüdische Einwanderer nach Palästina.
1936 bis 1939
Widerstand der Palästinenser gegen die britische Mandatspolitik und die zionistische Kolonisation erreicht einen Höhepunkt.
1939 bis 1945
Der Holocaust in Europa
29. November 1947
Die UN-Vollversammlung beschließt mit der Resolution 181/II die Teilung Palästinas und die Gründung eines jüdischen und eines arabischpalästinensischen Staates sowie die Internationalisierung des Gebietes von Jerusalem.
Nachdem die UNO am 29.11.1947 die Teilung des ehemaligen britischen Mandatsgebietes Palästina (britisch seit 1918, zuvor Randprovinz des Ottomanischen Imperiums) beschlossen hatte, zogen die Briten ab. Die jüdische Bevölkerung des ehem. Mandatsgebietes rief im ihr zugesprochenen Teil am 14.Mai 1948 den Staat Israel aus.
14. Mai 1948
Proklamation des Staates Israel. Der Staat Israel wird unabhängig und absorbiert in seinen ersten vier Jahren über 700.000 Immigranten.
14./15. Mai 1948
Arabische Armeen beginnen mit einem Angriff auf Israel den ersten arabischisraelischen Krieg (Unabhängigkeitskrieg).
11. Dezember 1948
UN Resolution mit Bekräftigung des Rechts auf Rückkehr oder Wiedergutmachung für Palästinenser.
1950: Israel verabschiedet das Rückkehrergesetz, das das Recht eines jeden Juden auf Einwanderung nach Israel bestätigt.
29. Oktober bis 5. November 1956
SuezKrise.
1958/59
Palästinenser, darunter Yassir Arafat, gründen in Kuwait die Bewegung zur Befreiung Palästinas, Fatah.
28. Mai bis 2. Juni 1964
Tagung des Ersten Palästinensischen Nationalkongresses, Gründung der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO).
5. bis 10. Juni 1967
Sechs-Tage-Krieg. Bei Kriegsende ist Jerusalem zum erstenmal seit 2000 Jahren unter jüdischer Souveränität vereint.
1968 - 1970
Der Abnützungskrieg fordert einen hohen Preis, doch Israel trotzt der Herausforderung.
1970
In Jordanien entbrennen zwischen Jordaniern und Palästinensern bürgerkriegsartige Auseinandersetzungen, die mit einer Niederlage der Palästinenser enden (Schwarzer September).
6. bis 26. Oktober 1973
Israel ist mit seiner bisher stärksten Bedrohung konfrontiert, dem Jom Kippur-Krieg.
13. November 1974
Erstmals Rede Yassir Arafats vor UNO-Vollversammlung.
1976
In einer dramatischen Operation rettet Israel im ugandischen Entebbe festgehaltene Geiseln.
5. bis 17. September 1978
In Camp David zwischen Jimmy Carter, Anwar al Sadat und Menachem Begin getätigte Verhandlungen sehen unter anderem für die Palästinenser in den israelisch besetzten Gebieten eine Autonomie vor.
26. März 1979
Ägypten schließt als erstes arabisches Land Frieden mit Israel.
6. Juni 1982
Israelische Truppen dringen in den Libanon ein, um dort die Palästinenser zu bekämpfen.
1982
Raketenangriffe auf Galiläa ziehen Israel in den Libanonkrieg.
21. August bis 4. September 1982: 13 000 palästinensische Kämpfer ziehen, nachdem sie Wochen hindurch dort eingekesselt waren, aus Westbeirut ab.
1984
Im Rahmen von "Operation Moses" werden 8000 äthiopische Juden insgeheim nach Israel gebracht.
8. Dezember 1987
In den israelisch besetzten Gebieten beginnen Palästinenser, vor allem Jugendliche, eine Rebellion gegen das Besatzungsregime (Intifada).
15. Dezember 1988
Die PLO proklamiert auf dem XIX. Nationalkongress den Staat Palästina bei Anerkennung der Existenz Israels.
1989
Die Masseneinwanderung aus der Sowjetunion beginnt.
Januar 1991
Golfkrieg - 1991: Innerhalb 36 Stunden werden im Rahmen von "Operation Shlomo" 14.000 äthiopische Juden nach Israel gebracht, während im Golfkrieg irakische Raketen auf das Land niedergehen.
30. Oktober 1991
In Madrid beginnt unter der Schirmherrschaft der USA und der Sowjetunion eine Nahostkonferenz, an der alle am Konflikt beteiligten Parteien teilnehmen (14 palästinensische Vertreter als Teil der jordanischen Delegation). Parallel laufen in Oslo Geheimverhandlungen mit Vertretern der PLO.
10.September 1993
Die Regierung Israels gibt die mit der PLO erzielte Grundsatzerklärung, die den Rahmen für Friedensverhandlungen bildet, bekannt. Diese wird am 13. September 1993 in Washington unterzeichnet. Vertreter der PLO und Israels unterzeichnen in Washington eine gemeinsame Prinzipienerklärung, die unter anderem für die Palästinenser im Gazastreifen und im Gebiet um Jericho für eine Übergangsperiode, eine Selbstverwaltung vorsieht.
4. Mai 1994
Gaza-Jericho-Abkommen. Israel und Jordanien unterschreiben einen Friedensvertrag.
1995
Israel und die PLO unterzeichenen "Oslo2" Am 14. Oktober 1994 erhalten Yassir Arafat, Schimon Peres und Jitzhak Rabin in Oslo den Friedensnobelpreis.
Am 4. November 1995 wird Jitzhak Rabin von einem national-religiösen Israeli ermordet.
Januar 1996
Arafat wird Präsident des Palästinenserparlaments. März 1996
Syrisch-israelische Gespräche in Wye, Maryland.
Mai 1996
Benjamin Netanjahu (Likud) wird neuer Premierminister Israels.
Januar 1997
Israel übergibt Hebron zu 80 Prozent an die Verwaltung der Palästinenser.
Oktober 1998
Arafat, Netanjahu und Clinton einigen sich in Wye nach dem Prinzip "Land für Frieden" auf weiteren Rückzug Israels aus der Westbank.
Januar 1999
Israels Regierung zerbricht, Wye-Zeitplan wird storniert.
Mai 1999
Ehud Barak (Arbeitspartei) wird neuer Premierminister Israels.
September 1999
Barak und Arafat setzen in Sharm el-Sheikh den 13. September 2000 als letzten Termin für einen Friedensvertrag fest.
Dezember 1999
Ein Treffen Baraks mit Syriens Außenminister Faruk al-Schara in Washington bleibt ohne Ergebnis
März 2000
Treffen in Genf zwischen US-Präsident Bill Clinton und dem syrischen Präsidenten Hafis el-Assad bringt keinen Fortschritt.
Juli 2000
Gipfel von Camp David endet ohne Erfolg.
28. September 2000
Der Besuch des Oppositionsführers Ariel Scharon auf dem Tempelberg in Jerusalem wird von den Palästinenser zum Anlass genommen erneut gewalttätige Auseinandersetzungen aufleben zu lassen. In der Stadt, im Westjordanland und Gaza markieren diese den Anfang der neuen Intifada.
16-18. Oktober 2000
Gipfel von Sharm el-Sheikh. Das Abkommen sieht ein Ende der Gewalt vor, die Bildung einer Untersuchungskommission und eine Aufhebung der Abriegelung der Palästinensergebiete.
Eine neue israelische Geschichtsschreibung?
Wahre Identifikation beruht auf Tatsachen


Das Heilige Land


In Israel und besonders in der Hauptstadt Jerusalem treffen drei Weltreligionen auf engstem Raum aufeinander.
Juden haben hier ihre staatliche und geistliche Heimat wieder gefunden. Über 3000 Jahre sind Juden in besonderer Weise mit diesem Land und dieser Stadt verbunden. Der Tempelplatz und die Klagemauer sind die unentbehrlichen Stätten im Glauben der Juden.
Christen finden im Heiligen Land den Ursprung ihres Hoffens und Glaubens. In Jerusalem ereignete sich das wichtigste Ereignis: Die Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi. Hier wird der Messias am Ende der Zeiten wiedererwartet - nicht nur von Christen. Die meist besuchten Stätten sind die Grabeskirche und die Via Dolorosa.
Jerusalem entwickelte sich während der muslimischen Besatzung zu einem weiteren Heiligtum des Islam. Neben dem Felsendom ist die Al-Aqsa-Moschee auf dem Tempelplatz das Glaubenszentrum der Muslime in Jerusalem.
Diese Situation birgt eine bunte Vielfalt an Menschen, Kultur und Lebensarten, aber auch ein gewaltiges Konfliktpotential.
Konfliktpunkte zwischen den drei Weltreligionen in Jerusalem gibt es genügend:
Für Moslems sind Christen und Juden Ungläubige.
Manche Christen bezeichnen die Juden immer noch als »Christusmörder«, andere bedauern sie arrogant, weil sie ihren Messias nicht erkennen.
Orthodoxe Juden lehnen strikt die offensive Art und Weise christlicher Mission ab und haben darüber hinaus die schlimmen Misshandlungen und Verfolgungen über Jahrhunderte in Erinnerung, die im Holocaust gipfelten. Bedauerlicherweise war auch Hitler nach Ansicht der meisten Juden ein »Christ«.
Moslems haben den heiligsten Ort der Juden entweiht.
Und so weiter....
Die größte Bedeutung hat Jerusalem zweifelsohne für die Juden. Sie haben kein Rom, kein Mekka, kein Medina. Für sie gibt es nur Yerushalajim, die einzige Stadt, die untrennbar mit der Geschichte, dem Glauben und dem Gott der Juden verbunden ist. Der Tempel war der Ort, an dem Gott gegenwärtig war, an dem ihm geopfert wurde. Schon in der babylonischen Gefangenschaft haben sich die Juden nach Jerusalem zurückgesehnt, wie der 137. Psalm zum Ausdruck bringt.
In der Diaspora wünschte man sich jedes Jahr am Passahfest: »Nächstes Jahr in Jerusalem!« Seit 1967, als die Altstadt Jerusalems zurückerobert wurde, dürfen Juden wieder an der Klagemauer beten, nachdem es ihnen unter jordanischer Herrschaft verboten war. Dort beklagten sie 1900 Jahre lang die Zerstörung des herodianischen Tempels. Heute ist diese Westmauer, der Überrest des alten Tempelbezirks, das höchste Heiligtum des Judentums.

Quelle: http://antisemitismus.at

Fenris Offline

Freidenker

Beiträge: 1.345

21.06.2006 11:04
#2 RE: Neue Chronik Israels antworten
Der Wert der Geschichte liegt meines Erachtens unter anderem auch in der Tatsache, dass späteren Generation neben den positiven Errungenschaften der Vergangenheit auch die Fehler und deren Auswirkungen beleuchtet und aufgezeigt werden. Nur dann hat sie Anspruch auf historischen Wert und schafft die entsprechenden Grundlagen um vergangene Ereignisse richtig zu interpretieren und deren Hintergründe zu verstehen.

Deine übernommene Darstellung der Geschichte Israels ist nicht falsch, aber beschönigt, jemand, der sich ein historisches Bild machen möchte wird somit indirekt in die Irre geführt. Daher habe ich ein paar historisch Fakten eingefügt, die aufzeigen, dass die Entstehung des Staates Israel erstens nicht unumstritten und zweitens politisch auch höchst fragwürdig ablief.

Ich bin auch kein Fan von kilometer langen posts, gewisse Dinge lassen sich nicht einfach in ein paar Sätzen abhandeln. Diejenigen dies interessiert werdens lesen die andern eben nicht, so einfach.


Teil 1


29. bis 31. August 1897
Erster Zionistenkongress in Basel, der die Schaffung einer gesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in dem damals unter osmanischer Herrschaft stehenden Palästina fordert.

Unter der Führung Theodor Herzls zog die Organisation Gebiete in Ostafrika und Argentinien als Stätte für einen jüdischen Nationalstaat in Erwägung, doch entschied sie sich schließlich unter Berufung auf die uralten jüdischen Verbindungen zum heiligen Land für Palästina.

2. November 1917
Die Britische Regierung sichert den politischen Zionisten ihre Unterstützung bei der Schaffung einer "jüdischen Heimstätte" in Palästina zu (Balfour Deklaration).

So gelangte man 1915 zu einem Abkommen zwischen dem Emir von Mekka, der als Sprecher der Araber auftrat, und dem britischen Hohen Kommissar in Ägypten, Sir Henry McMahon, der für die Briten verhandelte. Der Emir forderte die Anerkennung der Unabhängigkeit aller arabischen Gebiete des osmanisehen Reichs, einschließlich Palästinas, McMahon jedoch versuchte, Palästina dadurch auszuschließen, daß er sich unklar darüber ausdrückte, wie weit die betreffenden Gebiete reichten. Der Emir wies McMahons Versuch zurück. Die Kontroverse setzte sich bis 1939 fort, als die britische Regierung einräumte, daß "sie 1917 nicht das Recht hatte, über Palästina zu verfügen".

Mit dieser Deklaration „versprach eine Nation feierlich einer zweiten Nation das Land einer dritten Nation" (Arthur Koestler, jüdischer Schriftsteller).

der zionistische Führer Dr. Chaim Waizmann schrieb nur zehn Jahre später:

"Die Balfour-Deklaration von 1917 ist auf Luft gebaut... in diesen vergangenen zehn Jahren dachte ich jedes Mal beim Aufschlagen der Zeitung: Von wo wird der nächste Schlag kommen? Ich zitterte bei dem Gedanken, daß mich die britische Regierung zur Rede stellen und fragen würde: 'Sagen Sie, was ist eigentlich diese zionistische Organisation? Wo sind denn Ihre Zionisten?' .... Denn sie wußte, daß die Juden gegen uns waren; wir standen allein auf einer kleinen Insel, eine winzige Gruppe von Juden mit einer fremden Vergangenheit."


24. April 1920
Konferenz der Alliierten in San Remo überträgt Großbritannien das Mandat für Palästina.

DAS PALÄSTINA-MANDAT

Als Bestandteil des Palästina-Mandats erhielt die Balfour-Deklaration eine internationale Dimension. Das Mandatskonzept selbst war ein Kompromiss zwischen dem herrschenden Kolonialsystem und dem Prinzip der Selbstbestimmung der Völker - einem Prinzip, das besonders von Präsident Woodrow Wilson vertreten wurde. Nach dem Sieg Großbritanniens und seiner Verbündeten im Ersten Weltkrieg stellte das Mandatssystem des Völkerbundes viele der ehemaligen Kolonien und Untertanen des Osmanischen und dem Deutschen Reich sowie von Österreich-Ungarn beherrschten Völker unter die Vormundschaft einzelner Siegermächte. Das erklärte Ziel dieser Mandate war, die betreffenden Völker nach und nach zur Unabhängigkeit zu führen.

Es gab drei Kategorien von Mandaten mit unterschiedlicher Rangstufe, die sich danach richteten, wie die Siegermächte die politische Reife des betreffenden Volkes einstuften. Alle ehemaligen arabischen Gebiete des Osmanischen Reichs, einschließlich Palästinas, wurden Mandate der Kategorie A. Dies war die fortgeschrittenste Kategorie, und die Völkerbundssatzung beschrieb Mandate der Kategorie A als Territorien, "deren Existenz als unabhängige Nationen schon provisorisch anerkannt werden kann", während ihnen auf ihrem Wege zur Unabhängigkeit noch "verwaltungsmäßige Hilfe und Beratung" gewährt würde. Syrien und der Libanon wurden unter französisches Mandat gestellt, Palästina und Transjordanien unter britisches Mandat. Gemäß den Bestimmungen der Völkerbundssatzung über die Unabhängigkeit von Mandatsgebieten erlangten die zwei französischen Mandate ihre Unabhängigkeit noch vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges; der Libanon wurde im November 1943 unabhängig, gefolgt von Syrien im Januar 1944. Jordanien erreichte die Unabhängigkeit 1946. Palästina jedoch wurde zum Konfliktgebiet.
Die Satzung des Völkerbunds sah vor, daß die Wünsche der betroffenen Bevölkerung ein wesentlicher Gesichtspunkt bei der Wahl des Mandatsträgers sein sollten. Im Falle Palästinas wurde dies jedoch ignoriert.

Sonderausschuß der Vereinten Nationen für Palästina United Nations Special Committee on Palestine (UNSCOP)

Im Bericht des Sonderausschusses wird dazu festgestellt:
"...zur Zeit der Schaffung der 'A'-Mandate wurde es (das Prinzip der Selbstbestimmung) auf Palästina nicht angewandt, offensichtlich wegen der Absicht, dort die Gründung der jüdischen nationalen Heimstätte möglich zu machen. Man kann sogar soweit gehen zu sagen, daß die jüdische nationale Heimstätte und das Palästinamandat, das eine Kategorie für sich darstellte, diesem Prinzip zuwiderliefen".

1936 bis 1939
Widerstand der Palästinenser gegen die britische Mandatspolitik und die zionistische Kolonisation erreicht einen Höhepunkt.

1937 entsandte Großbritannien eine Königliche Kommission unter Leitung von Lord Peel, die über die Aufstände berichten sollte. Die Kommission kam zu dem Ergebnis, daß die Gründe für die ersten Aufstände und schließlich die offene Rebellion eine Kombination des Wunsches der palästinensischen Araber nach nationaler Unabhängigkeit sowie "ihres Hasses und ihrer Abscheu gegen die Errichtung einer nationalen jüdischen Heimstätte" in ihrem Land sei. Weiterhin stellte die Kommission fest, daß "...die gewaltsame Umwandlung Palästinas in einen jüdischen Staat gegen den Willen der Araber... eindeutig gegen den Geist und den Sinn des Mandatssystems verstoßen würde. Sie würde bedeuten, daß man die nationale Selbstbestimmung verweigert habe, solange die Araber die Mehrheit in Palästina bildeten, und erst dann einräumen würde, wenn die Juden in der Mehrheit seien...".

Zwischen 1936 und 1939 konzentrierten sich die zionistischen Terroraktionen vor allem auf arabische Ziele. In diesen Jahren kamen etwa 170 Palästinenser bei jüdischen Angriffen gegen Märkte, Cafes, Häuser und Verkehrsmittel um. Diese Zahl bezieht sich nicht auf die Opfer von Straßenkämpfen. Die Zahl der Verletzten war doppelt so hoch. Ab 1944 wurden auch die Briten zur Zielscheibe. In diesem Jahr wurden mehrere Mordversuche gegen britische Hochkommissare unternommen.

Im November wurde ein britischer Staatssekretär im Nahen Osten, Lord Moyne, in Kairo umgebracht Die Organisation (Stern-Gruppe) erklärte, Lord Moyne habe gegen zionistische Interessen gehandelt.

Daraufhin erklärte der eifrigste Freund der Zionisten, Winston Churchill: "Wenn unsere Träume für den Zionismus sich im Pistolenrauch von Mördern auflösen sollten, und wenn unsere Mühen für die Zukunft des Zionismus nur eine neue, den Nazis ebenbürtige Bande von Gangstern hervorbringen sollten, dann müssen ich und meinesgleichen unseren so beharrlich vertretenen Standpunkt gründlich revidieren .

Ab 1942 häuften sich die Anschlage der Irgun und der Stern-Bande gegen britische Kommissare und Polizisten. Bis 1947 waren etwa 200 Briten durch Sprengstoffanschläge und bewaffnete Angriffe getötet worden.
1946 sprengte die Irgun in Zusammenarbeit mit der Haganah und der Jewish Agency einen Flügel des King-David-Hotels in Jerusalem in die Luft. Dort war die zivile Verwaltung der britischen Mandatsregierung untergebracht. Die Angestellten waren zum Teil Palästinenser, es waren aber auch Juden darunter. Da die Explosion zu einem Zeitpunkt erfolgte, als gerade viele Menschen dort verkehrten, wurden fast 100 Menschen unter den Trümmern begraben. Auch palästinensische Verwaltungsstellen wurden getroffen, besonders aber arabische und britische Banken.

Im Januar 1947 erklärte die Irgun Großbritannien den Krieg und verübte 17 Anschläge in Tel Aviv. Großbritannien antwortete mit einem Ultimatum an die Jewish Agency.

Nachdem die UNO am 29.11.1947 die Teilung des ehemaligen britischen Mandatsgebietes Palästina (britisch seit 1918, zuvor Randprovinz des Ottomanischen Imperiums) beschlossen hatte, zogen die Briten ab.

Die britische Historikerin Elizabeth Monroe kommt in ihrer Studie Britain's Moment in the Middle East zum Schluß, daß „die Balfour Deklaration einer der größten Fehle in unserer imperialen Geschichte" war.


__________________________________________________
Gott ist eine vom Menschen erdachte Hypothese bei dem Versuch, mit dem Problem der Existenz fertig zu werden.
(Sir Julian Huxley, engl. Biologe, 1887-1975)

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

21.06.2006 11:48
#3 RE: Neue Chronik Israels antworten

Du hast Recht, auch diese Seite der Entstehung Israels muss mit erwähnt werden. Danke für die Infos, war mir so nicht geläufig. Habe erst mal kurz überlegt, ob die Hamas sich nicht einfach die Zionisten als Vorbild genommen hat. Ist ja erschreckend, was man mit Terror erreichen kann. Aber ganz kommt´s doch nicht hin. Oder waren die Zionisten damals auch so stark karitativ tätig, wie Hamas heute? Eigentlich absurd, karitativ und terroristisch in einem.

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...im Übrigen bin ich der Meinung, dass Religion verdummt

vanini Offline



Beiträge: 502

21.06.2006 12:04
#4 RE: Neue Chronik Israels antworten

Zitat von Bruder Spaghettus
Eigentlich absurd, karitativ und terroristisch in einem.

Nun, so selten ist das keineswegs: Auch die Nationalsozialisten waren gegen linientreue Volksgenossen überaus treusorgend! Es scheint sich dabei wohl auch um eine Art Köder zu handeln...


Sage mir, was du glaubst, und ich sage dir, wer du bist.

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"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

"Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" (Immanuel Kant)

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=> "Der selbstbestimmte Mensch"

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