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Dieses Thema hat 6 Antworten
und wurde 501 mal aufgerufen
 Christentum
emanuel ( Gast )
Beiträge:

03.07.2006 00:28
Der Nazaräner in der Geschichte antworten

steht irgendwo ein argument zu dem man ganz anderer meinung ist, dann werden die degen gezückt und es wird gefochten was das zeug hält. so geschehen unter "wiedersprüche im koran" wo ich nicht mehr anhängen wollte und daher dieses thema hier eröffne.

Zitat von Joshua
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Zitat von vanini
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Außer den Schriften des NT (die in dieser Hinsicht nicht einmal untereinander widerspruchsfrei sind) gibt es keine neutralen Berichte über das, "was Jesus" (angeblich) "getan hat"
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Gab es keinen Pilatus, Herodes, Nero und sein Chronik Schreiber Tazitus?
Und warum Nero wollte Junger Jesu Petrus, Johannes töten, Paulus wurde ständig verfolg und letzt endlich er auch getötet? Wie kamm Christentum in Grichenland? Gibt es keine Geschichte Chronologie? Alles gibts. Aber wenn du sogar das alles in deinem Hand hättest, du würdest auf das alles als Altpapier hinsehen und nicht mehr.
[...]
(und neuerlich:)
Du liest die Schrifften, die nach 600 (!!!!!!!!!!) Jahren nach dem Jesus Auferstehung aufgeschrieben worden. Lies doch Zeitzeugen. Unabhängige Quellen, die gleiche Ereignisse schreiben.
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Tja, Joshua, das mit den "neutralen" Berichten ist eben leider ein großer Irrglaube. Denn die gesamte außerchristliche zeitgenössische Geschichtsschreibung des 1. Jahrhunderts verliert über Jesus kein einziges Wort. Selbst die jüdischen Geschichtsschreiber dieser Zeit, wie etwa Josephus Flavius oder Justus von Tiberias (Zeitgenosse und Landsmann Jesu), die ansonsten selbst über die geringsten Details des politischen und gesellschaftlichen Lebens Palästinas berichten (wie Herodes, Johannes der Täufer, Pilatus usw.), erwähnen Jesus mit keinem Wort.

Die einzige namentliche Erwähnung in einer neutralen nichtchristlichen Quelle findet sich bei Tacitus. Der betreffende Bericht entstand aber erst im Jahr 117, also etwa neunzig Jahre nach Jesu Tod - basiert also auf den von den Christen in Umlauf gebrachten Erzählungen. Zudem keine Spur von irgend welchen religiösen "Bestätigungen" sonderen nur die Erwähnung eines "Christus, der unter Kaiser Tiberius durch den Landpfleger Pontius Pilatus getötet worden sein soll..." Übrigens, sehr bezeichnend, fährt Tacitus bezüglich des Christentums fort: "Für den Augenblick war der verderbliche Aberglaube zurück gedrängt worden, doch brach er sich wieder Bahn, nicht nur in Judäa, dem Ausgangspunkt dieses Übels, sondern auch in der Hauptstadt, wo von überall her alles Scheußliche und Schandbare in Hülle und Fülle zusammen kommt und Anhang gewinnt..."

Fazit: Nicht einmal die Existenz des Menschen Jesus kann mit Sicherheit historisch verbürgt werden, geschweige denn, dass er das, was ihm nachgesagt wird, tatsächlich gesagt und getan hat. Und dass es für die religiösen Behauptungen bezüglich Jesu keinen "Nachweis" gibt, nicht geben kann, versteht sich ja ohnehin von selbst...

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Sage mir, was du glaubst, und ich sage dir, wer du bist.


emanuel ( Gast )
Beiträge:

03.07.2006 02:51
#2 RE: Der Nazaräner in der Geschichte antworten

tritt der religiöse aspekt in den hintergrund und ebenso die wissenschaftliche betrachtung darüber,
dann ist historisch für mich ein punkt in der mitte der handlung: die kreuzigung.

egal wie man zu ihr steht und gleichgültig wie sie entstanden ist,
es muß sich um eine skandalöse oder sogar katastrophale begebenheit gehandelt haben,
die verschwiegen oder nur am rande erwähnt wurde.

neben der einfachen ausführung der evangelien in literarischer hinsicht,
bestand in den anfängen des christentums auch die schwierigkeit der geschichtlichen festlegung.
es beginnt mit der angabe der geburt, bei einer volkszählung soll es gewesen sein,
nicht genau da aber doch so um die drei sterneneinheiten plus oder minus.
sie waren einfach dazu gekommen.
ebenso die nennung des großen tempels, den es noch gab.
besonders auffallend die genauen politischen verhältnisse die uns lukas dokumentiert.

zuletzt die exakte angabe des johannes in seiner offenbarung,
versehen mit sieben siegeln, so dass sie keiner lesen konnte.

mit einem wort ein hin und her zwischen genauen benennungen und vorsorglicher verschwiegenheit.

in diesen rahmen reiht sich nahtlos die beschreibung der essener über den nazaräner ein.
nennung von begebenheiten ohne bestimmte zeitangaben.

außerhalb von diesem zyklus befindet sich noch ein bericht von einer hungersnot in plästina.
neben den persönlichen beweggründen die man ihr zu grunde legt, kann gerade dieser umstand
der auslöser für den beginn der mission gewesen sein.
jener augenblick, der aus einem meditierenden einsiedler einen menschen der gesellschaft werden läßt.

betrachten wir die geschichtlichen angaben aus dieser position, dann müssen wir eigentlich
zu dem schluß kommen, durch die teilweise verschleierung ist die glaubwürdigkeit von der
geschichtlichen wahrheit der person selbst eben durch ihre nicht darauf pochende art in einer
weise verstärkt, so dass wir ihr eigentlich vertrauen dürfen.

und ein

Ronnie77 ( Gast )
Beiträge:

06.07.2006 08:55
#3 RE: Der Nazaräner in der Geschichte antworten

Was weiß man eigentlich genau über die historische Persönlichkeit von Jesus?

Man ist heute der Ansicht, dass Jesus nicht im Jahre Null, sondern schon vier Jahre vorher zur Welt gekommen sein soll?

emanuel ( Gast )
Beiträge:

06.07.2006 20:28
#4 RE: Der Nazaräner in der Geschichte antworten

die am meisten als reale beweise angeführten argumente außerhalb der bibel sind das "turiner grabtuch" und der "titulus", das täfelchen am kreuze. beide gelten heute in fachkreisen als eindeutige fälschung jedoch findet man immer wieder auslegungen die einen wahrheitsgehalt anzeigen.
hier klarheit bringen kann nur eine c-14-methode oder eine DNA-analyse, alles andere verliert sich in den legenden.

und ein

Joshua ( Gast )
Beiträge:

07.07.2006 13:12
#5 RE: Der Nazaräner in der Geschichte antworten

Ihr vergisst dabei, dass viele Schriftliche Belege verlohren sind oder noch auf ihre Entdeckung warten. 2000 Tausend Jahre... Kann jemand vorstellen was 100 Jahre ist? Und was 500 Jahre ist? Was 1000 Jahre ist? Na, konnt ihr immer noch?


freily ( Gast )
Beiträge:

07.07.2006 13:33
#6 RE: Der Nazaräner in der Geschichte antworten

Zitat von Joshua
Ihr vergisst dabei, dass viele Schriftliche Belege verlohren sind oder noch auf ihre Entdeckung warten. 2000 Tausend Jahre... Kann jemand vorstellen was 100 Jahre ist? Und was 500 Jahre ist? Was 1000 Jahre ist? Na, konnt ihr immer noch?
Ja und wenn die Schriftbeweise gefunden werden, die in den Katakomben Roms noch versteckt sind von der Kirche, dann werden die Menschen den Vatikan schleifen.!

emanuel ( Gast )
Beiträge:

09.07.2006 12:05
#7 RE: Der Nazaräner in der Geschichte antworten
besonders was das "turiner grabtuch" betrifft, das seit mitte des 14. jhdt im umlauf ist und sofort von den katholischen als fälschung bezeichnet wurde, muß die öffnung nach beiden seiten in erwägung gezogen werden:

zwar stelle man nach der c-14-methode fest anhand von proben des originales, das tuch könne frühestens mitte des 13. jhdt entstanden sein. um gleichzeitig darauf hinzuweisen die gefundenen pollen im tuch weisen merkmale auf die ein entstehen im "heiligen land" in der zeit des frühen ersten jahrtausend möglich erscheinen lassen.

sicher ist jedoch, dass die abgebildete männliche person auf dem tuch in der größe vom original um etwa 15 bis 20 cm abweicht.

neben diesen sogenannten direkten zeugen der vergangenheit, ist ein verfahren in der bibelforschung zu bemerken, das als dreiecks-analyse bezeichnet werden kann: antiker gegenstand - beschreibung in der bibel - brauchtum und sitte in der zeit.

im bezug auf "das heilige grab" und die damit verbundene dreitägige ruhe nach der hinrichtung fällt auf, dass dies ganz im gegensatz zu den üblichen handlungsweisen bei einem begräbnis in jener zeit dargestellt wurde.

es war sogar eine ausnahmeregelung getroffen worden für die waschung eines leichnams am sabbat in der jüdischen begräbniszeremonie, die ein solches nicht geschehen nur als eines dastehen lassen kann, nämlich ein verbot.

eine untersagung das grab zu betreten in einem angemessenen zeitraum von eben drei tagen, die erst aufgehoben wurde gemeinsam mit der bewachung der stätte, als der endgültige "totenschein" in form der abgelaufenen totenstarre ausgestellt war.

hier "überschneidet" sich "das heilige grab" mit dem "turiner grabtuch" in einem wesentlichen punkt. während die lagerung der leiche im wartenden rohzustand beschrieben wird und diese durchführung auch einen sinnvollen zweck erfüllte, finden wir im abdruck auf dem "turiner grabtuch" jene elemente von myrrhe und aloe-extrakten, die erst zu einem späteren zeitpunkt auf den plan treten sollten.

damit sprechen wieder einige fakten mehr dafür, der nazaräner ist zuerst in einer jüdischen auseinandersetzung ermordet worden, erst danach wurde seine leiche ausgeliefert und diese in einer römischen hinrichtung "getötet", wobei die spuren der ersten tat "übermalt" wurden, um danach eine gewisse zeit abzuwarten und erst nach der absoluten sicherheit des todes das begräbnis frei zu geben.

solche handlungsweisen der obrigkeit zeigen jedoch nur eines, der statthalter hat die bevölkerung nicht mehr im griff. also ein eskalationspunkt mehr für eine abberufung von pilatus, wenn nicht der auslöser, dann doch die gewichtung für ein urteil in die verbannung, in ein gebiet wo die nordischen völker in das reich drängten.
gerade recht, um das süße leben mit der realität einzutauschen.

ob das geleerte grab von den juden an die christen verschenkt wurde, oder ob es sich die christen von den juden gekauft haben, das ist eine betrachtung vom jeweiligen standpunkt.

von all dem nicht betroffen sind jedoch die vorgelagerte entwicklung des menschen im irdischen leben und eine weitere und andere form davon im jenseits.

und ein

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