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Atheismus vs. Religionen  

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Dieses Thema hat 8 Antworten
und wurde 778 mal aufgerufen
 Philosophie und Wissenschaft
Zeus Offline




Beiträge: 103

14.07.2006 20:24
Evolution - sinnlos antworten

Bei genauerem Nachdenken kommt mir die Frage auf, wieso die Evolution eigentlich stattgefunden hat.
Die Evolution sorgt dafür, dass nur der am besten angepasste überlebt.

Doch wozu?

Dann ist der einzige Sinn des Lebens nicht das Leben selbst, sondern nur die Weiterentwicklung der Spezies Mensch.
Doch was ist dessen Sinn?

Hat jemand da eine Vorstellung/These?

Ich vermute mal, dass es uns nur gibt, weil es uns geben kann...

Aus religiöser Sicht steht natürlich (mal wieder) ein Gott da...
Der scheint ja für alles gut zu sein.

Eigentlich habe ich mir die Frage selbst beantwortet, will aber mal eure Ansichten hören.

____________________

Audiatur et altera pars!

vanini Offline



Beiträge: 502

14.07.2006 22:04
#2 RE: Evolution - sinnlos antworten

Zitat von Zeus
...will aber mal eure Ansichten hören.

Nun, die üblichen zwangsoptimistischen "Sinn-des-Lebens"-Statemants, die durchaus nicht nur von religiöser Seite zu hören sind, müssen hier sicherlich nicht endlos wiederholt werden... Es sind halt gängige Allgemeinplätze.

Darum soll an dieser Stelle man ein sehr interessanter Gegenentwurf über "Sinn" und "Gehalt" des Lebens zur Sprache kommen. Und zwar von Schopenhauer, welcher einer von denjenigen Philosophen ist, der sich nicht nur getraute, unangenehme Fragen zu stellen, sondern auch unangenehme Antworten zu geben...:

"Das Leben stellt sich zunächst dar als eine Aufgabe, nämlich die, es zu erhalten. Ist diese gelöst, so ist das gewonnene eine Last, und es tritt die zweite Aufgabe ein, darüber zu disponieren, um nämlich die Langeweile abzuwehren, die über jedes gesicherte Leben wie ein Raubvogel herfällt. Also ist die erste Aufgabe, etwas zu gewinnen, und die zweite, dasselbe, nachdem es gewonnen ist, unfühlbar zu machen, weil es sonst eine Last ist.

Versucht man, die Gesamtheit der Menschenwelt in einem Blick zusammen zu fassen; so erblickt man überall einen rastlosen Kampf, ein gewaltiges Ringen mit Anstrengung aller Körper- und Geisteskräfte um Leben und Dasein, drohenden und jeden Augenblick treffenden Gefahren und Übeln aller Art gegenüber. - Und betrachtet man dann den Preis, dem alles dies gilt, das Dasein und das Leben selbst, so findet man einige Zwischenräume schmerzloser Existenz, auf welche sogleich die Langeweile Angriff macht und welche neue Not schnell beendigt.

Dass hinter der Not sogleich die Langeweile liegt, welche sogar die klügeren Tiere befällt, ist eine Folge davon, dass das Leben keinen wahren echten Gehalt hat, sondern bloß durch Bedürfnis und Illusion in Bewegung erhalten wird: sobald aber diese stockt, tritt die gänzliche Kahlheit und Leere des Daseins zu Tage.

Wenn man, soweit dies annäherungsweise möglich ist, die Summe von Not, Schmerz und Leiden aller Art sich vorstellt, welche die Sonne in ihrem Laufe bescheint, so wird man einräumen, dass es viel besser wäre, wenn sie auf dieser Erde sowenig wie auf dem Monde hätte das Phänomen des Lebens hervorrufen können, sondern, wie auf diesem, so auch auf jener die Oberfläche sich noch im kristallinischen Zustande befände. Man kann auch unser Leben auffassen als eine unnützerweise störende Episode in der seligen Ruhe des Nichts.

Man möchte toll werden, wenn man die überschwänglichen Anstalten betrachtet, die zahllosen flammenden Fixsterne im unendlichen Raum, die nichts weiter zu tun haben, als Welten zu beleuchten, die der Schauplatz der Not und des Jammers sind und im glücklichsten Fall nichts abwerfen als Langeweile - wenigstens nach dem uns bekannten Probestück zu urteilen.

Sehr zu beneiden ist niemand, sehr zu beklagen unzählige.

Wenn man von der Betrachtung des Weltlaufs im Großen und zumal der reißend schnellen Sukzession der Menschengeschlechter und ihres ephemeren Scheindaseins sich hinwendet auf das Detail des Menschenlebens, wie etwan die Komödie es darstellt, so ist der Eindruck, den jetzt dieses macht, dem Anblick zu vergleichen, den mittelst des Sonnenmikroskops ein von Infusionstierchen wimmelnder Tropfen oder ein sonst unsichtbares Häuflein Käsemilben gewährt, deren eifrige Tätigkeit und Streit uns zum Lachen bringt. Denn wie hier im engsten Raum, so dort in der kürzesten Spanne Zeit wirkt die große und ernstliche Aktivität komisch.

Da werde ich wohl wieder vernehmen müssen, meine Philosophie sei trostlos - eben nur, weil ich nach der Wahrheit rede, die Leute aber hören wollen, Gott der Herr habe alles wohl gemacht. Geht in die Kirche und lasst die Philosophen in Ruhe! Wenigstens verlangt nicht, dass sie ihre Lehren eurer Abrichtung gemäß einrichten sollen: das tun die Lumpe, die Philosophaster; bei denen könnt ihr euch Lehren nach Beliben bestellen..."


Sage mir, was du glaubst, und ich sage dir, wer du bist.

OPA Offline



Beiträge: 385

15.07.2006 13:02
#3 RE: Evolution - sinnlos antworten

Die Evolution findet nicht zu einem Zweck statt. Sie findet einfach von sich aus statt, durch Angebor und nachfrage.

Zum einen natürlich, indem einfach diejenigen Individuen, die am fittesten sind, die besonders schnell, kräftig, klug oder sonstwie besonders sind, oft einfach bessere Chancen haben, einem Freßfeind zu entkommen bzw. an Nahrung zu kommen. Dadurch überleben sie statistisch gesehen öfter, können ihre Anlagen also öfter vererben und sorgen so für eine Abänderung der Art in die Richtung der eigenen Anlagen.

Die künstliche, oder geschlechtliche Selektion, läßt wiederum diejenigen Anlagen besonders oft in die nächste Generation kommen, die auf das andere Geschlecht (meist auf die Weibchen) die größte Anziehungskraft haben. Das sorgt ebenfalls zu einer Abänderung der Art, da anscheinend immer die selben Muster im Vorteil zu sein scheinen.

Die Kombination der natürlichen und geschlechtlichen Selektion nennt man Evolution.

Das ganze ist eine stark vereinfachte Darstellung, sollte dem Laien aber ein durchaus annehmbares Bild von den Grundsätzen der Evolution geben.

freily ( Gast )
Beiträge:

16.07.2006 13:14
#4 RE: Evolution - sinnlos antworten

Zitat von Zeus

Hat jemand da eine Vorstellung/These?
Ich vermute mal, dass es uns nur gibt, weil es uns geben kann...
Aus religiöser Sicht steht natürlich (mal wieder) ein Gott da...
Der scheint ja für alles gut zu sein.
Eigentlich habe ich mir die Frage selbst beantwortet, will aber mal eure Ansichten hören.
Die These aus dem Tanach der Juden wäre der Sinn des Lebens darin zu finden, denn Willen des Schöpfers zu erkunden und dann danach zu leben.
Damit wäre die Langeweile ausgeschlossen, denn es bedeutet viel Arbeit nach der Schrift zu leben.

Anders bei den Nichtgläbigen, die das Leben nach der eigenen Fasson ausrichten, da hat der vanini einen denkwürdigen Beitrag von dem Philosophen Schoppenhauer gebracht. Der aus dieser Perspektive betrachtet durchaus sinnvoll, aber für mich unbefriedigend ist, deshalb wählte ich die erste Variante.

Ob das jemend jetzt versteht oder nicht, liegt nicht in meinem Ermessen.

OPA Offline



Beiträge: 385

16.07.2006 20:23
#5 RE: Evolution - sinnlos antworten

Was hab ich davon, ein Leben lang irgendeinem Gott zu dienen? Und was hat er davon? Aber über so was denkst du ja nicht nach. Wie ein braver, aber dummer Soldat nimmst du Befehle an, und gehorchst ihnen, ohne sie zu hinterfragen.

freily ( Gast )
Beiträge:

17.07.2006 20:04
#6 RE: Evolution - sinnlos antworten

Zitat von OPA
Was hab ich davon, ein Leben lang irgendeinem Gott zu dienen? Und was hat er davon? Aber über so was denkst du ja nicht nach. Wie ein braver, aber dummer Soldat nimmst du Befehle an, und gehorchst ihnen, ohne sie zu hinterfragen.
Tja OPA, da ich als Kind über sechs Jahre mißhandelt wurde und als Mensch ständig aneckte, wenn es um die Wahrheit ging, da allerdings verlernt man gewisse Dinge zu hinterfragen. Deshalb habe ich fast 50 Jahre gebraucht um zu erkennen, dass die jüdische Lehre doch die Richtige ist.
Hmmm, vielleicht doch zuviel hinterfragt, scheint mir.

DeGaertner Offline



Beiträge: 1.193

17.07.2006 21:36
#7 RE: Evolution - sinnlos antworten

In Antwort auf:
Hmmm, vielleicht doch zuviel hinterfragt, scheint mir.

Schön, dass du von selbst drauf kommst......

atz


Und hütet euch vor den leuchtenden Augen der Missionare, die vorgeben euch die Wahrheit zu bringen ....
denn das Leuchten könnte auch die Sonne sein , die durch die hohle Birne scheint !!

beautyxxl Offline



Beiträge: 202

18.07.2006 09:37
#8 RE: Evolution - sinnlos antworten

Zeus > Ich vermute mal, dass es uns nur gibt, weil es uns geben kann...

... genau so ist es ....

Zum Zeitpunkt des Urknalls wurde Energie frei .... Energieniveaus schlendern aus lange Weile durchs Universum auf den Aussenbahnen der Elemente ist jede Menge Platz
für andere Elemente. Die sogenannten Lebenden - Org. Verbindungen sind die am meisten Verkettetsten ect. Die Evolution hat dafür gesorgt, dass nichts Ungenutzt bleibt und alles was irgend wie brauchbar ist, verwertet wird,(Also Verbindungen eingeht) dabei entwickelte der Mensch eine schier unentliche Fresslust als Sonderspezie -- Er ist das Wesen, das die Natur und alles an Energie aufsaugt wie ein Schwarzes Loch, weil er wie

Arestoteles sagt: nichts Wissen MUSS, sondern Glauben Will ... von Gott zu sein.

so ist nun mal seine Natur, Und die Evelution ist nichts weiter als Bewegung und die daraus folgende Veränderung, hinter der das Leben hinterherhinkt oder stirbt weil es die angebotene Energie nicht verwerten kann.

Also Philosophisch nicht gerade Spannend.. weil der einzige Sinn im Ineineinderfließen verschiedenster Energieniveaus aus deren Elementarer Bewegung liegt.

Das Gesetz der Enenrgieerhaltung trotz Veränderung.

Xeres Offline




Beiträge: 2.587

21.07.2006 16:26
#9 RE: Evolution - sinnlos antworten

@ beautyxxl

In Antwort auf:
Energieniveaus schlendern aus lange Weile durchs Universum auf den Aussenbahnen der Elemente ist jede Menge Platz für andere Elemente.[...]
weil der einzige Sinn im Ineineinderfließen verschiedenster Energieniveaus aus deren Elementarer Bewegung liegt.

Das Gesetz der Enenrgieerhaltung trotz Veränderung.


Das Phänomen "Leben" ist sehr interessant, weil es der natürlichen Entropie (Unordnung) entgegenwirkt um sich selbst zu erhalten. Dauernd muss Energie aufgewendet werden um die Ordnung im Organismus aufrecht zu erhalten. Leben ist praktisch die Kunst der Materie sich selbst in einem Energieniveau zu halten.
Die Evolution ist nur logische Konsequenz dieses Strebens das keinen weiteren Sinn verfolgt als sich selbst zu erhalten. Der Mensch hat es geschafft das er nicht mehr seine ganze Zeit auf seinen selbsterhalt ausrichten muss. Mit der freien Zeit ziehen nicht nur Kunst, Mathematik und diverse andere Erfindungen in sein Leben ein sondern auch Langeweile.
Wenn man sich langweilt tut man was? Man spielt etwas. Nicht der ernst des Lebens, nur ein abklatsch davon. Junge Löwen balgen sich auch zum Spaß um später einmal richtite Revierkämpfe hinter sich zu bringen. Ist der Mensch besser? Gewiss nicht. Alle spiele sind auf den Selben Prinzipien von Leben und Evolution aufgebaut - Man muss der Beste sein, ganz oben im Highscore stehen - Man muss schneller, stärker oder klüger sein als die anderen. Der Mensch will überleben - darum existiert er.
__________________________________________________
Gott ist nur eine Arbeitshypothese. Es zeigt sich, daß alles auch ohne Gott geht und zwar ebenso gut wie vorher.
(Dietrich Bonhoeffer, dt. ev. Theologe, 1906-1945)

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"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

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