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Atheismus vs. Religionen  

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Dieses Thema hat 30 Antworten
und wurde 1.393 mal aufgerufen
 Christentum
Seiten 1 | 2
vanini Offline



Beiträge: 502

30.07.2006 19:43
#26 RE: Die Ethik und Gott antworten
@snooker

In Antwort auf:
Nimm eine Schrift, mit philosophischen Textinhalt und lass sie hundert Leute Lesen. Das Resultat sind mindesten hundert verschiedene Verständnisse.

Das hängt allerdings definitiv mit der Qulität der Schrift zusammen. Und auch was philosophische Schriften (jedoch keineswegs nur diese) betrifft, ist die Grundlage jeglicher Qualität die Klarheit und Eindeutigkeit der Aussage. Denn jeder, der eine Wichtige Erkenntnis mitzuteilen hat, wird sich sorgsamst darum bemühen, dass sie auch ganz genau so und eben nicht miss-verstanden wird.

Etwas anderes ist es mit Schriften, denen keine klaren Gedanken voraus gegangen sind, oder bei denen sich die Autoren der Kärglichkeit und Kleinheit oder aber der Widersprüchlichkeit bis Unsinnigkeit der Substanz ihrer eigentlichen Aussagen bewusst sind. Dann freilich wird stets versucht, diese Leerheit samt den ihnen anhängenden Kleinheiten und Absurditätenwird in üppiger Weise mit den bekannten Mitteln bombastisch klingender, gleichwohl nichtssagender und lediglich verwirrender Wortnebel sowie "sinnlosem Wischiwaschi" (Schopenhauer) zu vertuschen und es am Ende dem ratlosen Leser in die Schuhe zu schieben, wenn er keinen Sinn darin findet.

Was nun etwa die Bibel angeht, so soll sie ja doch nicht nur irgend ein belehrendes Buch, sondern das "Buch der Bücher" schlechthin sein, in welchem das allerhöchste Wesen seine Geschöpfen die einzige Wahrheit und seinen einzigen unfehlbaren Willen offenbart. Was wir in dieser Schriftsammlung aber vorfinden, ist nichts weniger als die Inkarnation von Widersprüchlichkeit, garniert mit reichlich Brutalität, Archaik, Inhumanität und geradezu ätzender Verleugnung und Diffamierung des Verstandes. Das hingegen, was man als ethisch maßstäblich ansehen könnte, findet sich darin nicht nur in verschwindend geringem Maße, sondern, wie du ja weißt, meiner Überzeugung nach eigentlich gar nicht.


In Antwort auf:
Und es ist durchaus empfehlenswert, so viele Verständnismöglichkeiten kennenzulernen, um aus diesen Pool dann die zu wählen, die ethisch vertretbar erscheint.

"Empfehlenswert" ist es meiner Meinung nach darum, Werke wie die Bibel lediglich als kulturhistorisches Zeugnis zu betrachten und sie endlich vom Sockel einer "moralisch-ethischen Autorität" herunter zu holen, auf welchen sie mit den lügnerischsten, brutalsten und unlautersten Mitteln gehoben wurde und welchen man sie seit dem mit ebenso unlauteren Mitteln sowie fahrlässiger Gedankenlosigkeit in weiten Teilen immer noch ursurpieren lässt!

Und - ich wiederhole mich: Was Menschen aus diesem Bibel-Sammelsurium für sich heraus lesen, gibt lediglich Auskunft über die ethische Beschaffenheit dieser betreffenden Menschen...!


In Antwort auf:
die frage bleibt nur, ob es vernünftig ist, anzunehmen, dass jedwedes religöses Verständnis Systemen wie Logik und Rationalität widerspricht.

Religiöse Weltbilder und die dazugehörigen Aussagen beschäftigen sich im Kern immer mit transzendenten Sachverhalten. Die menschliche Erfahrung (Empirie) aber, sowie der dazugehörige Verstand, dessen "Arbeitsmittel" die Logik (hinsichtlich welcher die Sprache als die andere Seite einer Medaille zu nennen ist), können hierzu überhaupt nichts leisten, weil sie samt und sonders eben immanent sind und Transzendentes, was immer es auch sein mag, mit den Möglichkeiten des Immanenten grundsätzlich nicht erreichbar ist.

In diesem Zusammenhang will ich, da es diesen Rahmen sonst sprengen würde, auf die Lektüre von Kants "Kritik der reinen Vernunft" verweisen. Aus dieser will ich nur kurz den Beginn des Vorwortes zitieren, weil er die grundlegende Problematik sehr gut umreißt:

"Die menschliche Vernunft hat das besondere Schicksal in einer Gattung ihrer Erkenntnisse, dass sie durch Fragen belästigt wird, die sie nicht abweisen kann, denn sie sind ihr durch die Natur der Vernunft selbst aufgegeben, die sie aber auch nicht beantworten kann, denn sie übersteigen alles Vermögen der menschlichen Vernunft.

In diese Verlegenheit gerät sie ohne ihre Schuld. Sie fängt von Grundsätzen an, deren Gebrauch im Laufe der Erfahrung unvermeidlich und zugleich und durch diese hinreichend bewährt ist. Mit diesen steigt sie (wie es auch ihre Natur mit sich bringt) immer höher, zu entfernteren Bedingungen. Da sie aber gewahr wird, dass auf diese Art ihr Geschäft jederzeit unvollendet bleiben müsse, weil die Fragen niemals aufhören, so sieht sie sich genötigt, zu Grundsätzen ihre Zuflucht zu nehmen, die allen möglichen Erfahrungsgebrauch überschreiten und gleichwohl so unverdächtig scheinen, dass auch die gemeine Menschenvernunft damit im Einverständnisse steht.

Dadurch aber stürzt sie sich Dunkelheit und Widersprüche, aus welchen sie zwar ablesen kann, dass irgendwo verborgene Irrtümer zum Grunde liegen müssen, die sie aber nicht entdecken kann, weil die Grundsätze, deren sie sich bedient, da sie über die Grenze aller Erfahrung hinaus gehen, keinen Probierstein der Erfahrung mehr anerkennen..."

Und um diese grundlegende Erkenntnis am praktischen Beispiel zu illustrieren, besehe man sich nur einmal sämtliche religiösen, also transzendenten Aussagen und Behauptungen: Sie alle benützen die immanente Sprache, welche nichts anderes als immanente Logik ist und deren Begriffsinhalte auf immanenter Erfahrung beruhen, Logik und Empirie sind nun ihrerseits die Arbeitsmittel des immanenten Verstandes und dieser wieder ist dem immanenten Gehirn samt seinen Funktionen entsprungen. Sämtliche Wörter und Begriffe, sofern sie einen fassbaren Sinn haben, entnehmen diesen Sinn ausschließlich der immanenten menschlichen Erfahrung. Was nun da heraus kommt, kann notwendiger Weise nichts anderes als Immanenz sein. Darum auch, wenn man sämtliche religiöse Aussagen und Behauptungen genauer auf den Grund geht, dann entpuppen sie sich ohne Ausnahme als immanentes Gedanken- und Vorstellungsgut - oder als absurder Unsinn (wovon natürlich auch hier im Forum reichlich angeboten wird)!


In Antwort auf:
Dir kann ich ohnehin nicht wissenschaftlich sein, einzig und allein, weil ich an die Existenz eines Schöpfers glaube, aber darum geht es auch gar nicht, und mir wird nicht klar, was du mit der Diffamierung meiner Person bezwecken möchtest, DU hast das nämlich nicht nötig!

Nun, ich diffamiere nicht deine Person, sondern kritisiere entschieden die von dir in dieser Frage vorgetragenen Behauptungen - ein doch recht wesentlicher Unterschied, wie ich meine...


In Antwort auf:
Im übrigen bedeuten heutige Grenzen für menschliche Erkenntnis nicht im geringsten, dass diese nicht überwunden werden könnten. Wenne s sowäre, würden wir uns tatsächlich noch in der Bronzezeit aufhalten. Hätte man sich die technologien, die für uns heute selbstverständlich sind, vor 200 jahren auch nur vorstellen können? Heute mag es unmöglich erscheinen, Aussagen über "transzendente Dinge" zu machen. wer weiß denn aber wie es in 100, 200 jahren aussieht?

Zu den Grenzen, von denen ich spreche, habe ich mich ja eben geäußert. Und alle Fortschritte, von denen du schreibst, sind ein Fortschreiten Erkenntnis, die auf immanenter Erfahrung und immanenter Verstandestätigkeit beruhen. Auf diesem Wege wird man ganz ohne Zweifel immer weiter Fortschreiten, auf diesem Wege aber annehmen zur Transzendenz gelangen zu können, ist freillich unsinnig. Ein interessantes Beispiel zu Demonstration bietet hier der Streit um die Evolutionstheorie:

Die Evolutionstheorie ist, wie gesagt, eine wissenschaftliche Theorie, als solche behauptet sie zum einen keinerlei letzgültigen, "absoluten" Wahrheitsanspruch, weil es so etwas in der immanenten Wissenschaft nicht gibt - sondern lediglich in transzendenten Glaubenssätzen... Weiterhin stützt sich jede wissenschaftliche Theorie auf die Empirie (Erfahrung), d.h. Funde, Messergebnisse, Experimente usw. Daraus ergibt sich, dass sich die Evolutionstheorie heute auch lediglich auf die heute verfügbaren empirischen Daten zum Thema stützen kann. Kommen neue empirische Daten hinzu, so stützen sie entweder die aktuelle Theorie, und wo nicht, muss die Theorie mehr oder weniger stark modifiziert werden.

Was nun z.B. einen der Gegenentwürfe zur Evolutionstheorie angeht, dem sogenannten "Intelligent Design" (ID), so will ich mich über die konkreten wissenschaftlichen Details nicht weiter verbereiten. Diese Diksussionen sind bereits Legion. Viel entscheidender ist hierbei der zu Grunde liegende erkenntnistheoretische Ansatz des ID. Zwei Aspekte sind dabei entscheidend:

1. Die einzig nachweislich existierende selbstbewusste Intelligenz ist die des Menschen. Von dieser nun wissen wir, dass diese die Natur nicht nur immer nur so weit erkennen kann, dass bezüglich dessen, was man erkennt und weiß, immer stets eine Unendlichkeit an nicht Bekanntem und Gewusstem bleibt, sondern dass sie zudem völlig unfähig ist, Etwas aus Nichts zu "erschaffen". Von diesem realen Ausgangspunkt nun zu behaupten, es sei ausgerecnet eine Intelligenz gewesen, welche diese Welt aus dem Nichts geschaffen hätte, und zu diesem Zwecke die Begrifflichkeit "unendliche" bzw. "höchste Intelligenz" zu konstruieren, welche keinerlei sinnvollen Erfahrungswert und damit Inhalt hat, ist nachgerade erschreckend absurd - zeigt aber wieder sehr eindrücklich, in welche "Dunkelheiten und Widersprüche" die menschliche Vernunft unausweichlich gerät, wenn sie sich zur "Transzendenz" aufschwingen will.

2. Die Argumentationen des ID bemühen auf der einen Seite das der immanenten Erfahrungswelt angehörige Ursache-Wirkungsprinzip, in dem sie, von der Wirkung auf die Ursache schließend (was, nebenbei gesagt, allein logisch keinerlei Notwenigkeit begründet!), den "Beweis" der "notwendigen" Existenz einer selbstbewussten Schöpferinelligenz zu führen versuchen. Dann jedoch behaupten sie zur gleichen Zeit, dass diese Schöpferintelligenz ihrerseits keine Ursache habe. Es wird also letztlich behauptet, dass etwas in einer Ursache-Wirkungs-Kette zwar als Wirkung (mit allen Folgewirkungen) auftrete, selbst aber keine Ursache haben soll, das empirischgültige Gesetz der Kausalität also zugleich gilt und nicht gilt! Das, mit Verlaub, ist geradezu unerreichbarer hahnebüchender Unfug - und eine schlimme Verstandesbeleidigung, welche das Attribut "wissenschaftlich" sich anzuheften eigentlich eine strafwürdige Anmaßung genannt werden muss!

In Antwort auf:
Warum müssen wissenschaftlich denkende Menschen "Anwürfe der Religionen" abweisen?

Es ist durchaus keine Seltenheit, dass etwa Wissenschaftler außerhalb ihrer eigentlichen Arbeit völlig anderen Grundsätzen folgen und durchaus nicht immer wissanschaftlich denken, oder dass die Wissenschaft benützt wird, um sie für Dinge herhalten zu lassen, wozu sie eigentlich völlig untauglich ist, meist vor allem, um in den Genuss ihres seriösen Rufes zu gelangen... An der grundlegenden Tatsache, dass immanente Wissenschaft mit transzendenten religiösen Behauptungen und Glaubenssätzen rundweg nichts zu schaffen hat, ändert das allerdings überhaupt nichts.


In Antwort auf:
Das ist mir klar, denn du unterstellst jeglichem religiösem Verständnis eine barbarische, perverse, destruktive Haltung zum menschen, die sich in einer eierlegenden wollmilchsau auch immer wieder zum Ausdruck kämen, weswegen eine rein atheistische Haltung der Schlüssel zur gesellschaftlichen Einheit ist.

Nun, zunächst mal ist jeder religiöse Behauptung eine transzendente, also eine nie in irgend einer Weise belegbare. Darum richtet sich mein persönliches Urteislkritierium religiöser Weltbilder eher nach deren ehtischem Gehalt. Und da gibt es für mich durchaus Unterschiede. Daraus, dass ich jüdische, christliche wie islamische Glaubenssätze in ihrem Grundlagen für rundweg verderblich halte, mache ich ja nie einen Hehl. Hingegen finde ich die ursprüngliche buddhistische Weltsicht für um Dimensionen dem menschlichen Dasein angemessener - und zwar nicht nur, weil sie auf ganz selbstversteändliche Weise ohne den Unsinn eines "höchsten Schöpferwesens" auskommt...


Sage mir, was du glaubst, und ich sage dir, wer du bist.

Joshua ( Gast )
Beiträge:

30.07.2006 20:14
#27 RE: Die Ethik und Gott antworten
In Antwort auf:
die frage bleibt nur, ob es vernünftig ist, anzunehmen, dass jedwedes religöses Verständnis Systemen wie Logik und Rationalität widerspricht.

Blödsinn. Es gibt keine andere klare Logik und mehr Rationalität außer Liebe Gottes. Das heißt Logik ist nur in der Glaube an Gott. Das ist Logisch, wenn die Liebe ohne Bedingungen ist. Hat jemand Widerspruch???????

In Antwort auf:
Was Menschen aus diesem Bibel-Sammelsurium für sich heraus lesen, gibt lediglich Auskunft über die ethische Beschaffenheit dieser betreffenden Menschen...!

Wenn es so wäre, wie erklährst du, dass ein Auskunft den Toden lebendig machen kann, kranken heil? Bibel ist Formel neuen Kraftsyntese.

In Antwort auf:
mit transzendenten religiösen Behauptungen und Glaubenssätzen rundweg nichts zu schaffen hat

Obwohl hier reden Christen nur davon, dass es eben zu schaffen ist, und du ignorierst. Ein Wissenschaftler mit seiner Glaube an Gott mehr schafft, als die anderen, weil der einen Zugang hat unbegrenzten Möglichkeiten und Erfahrungen durch den allmächtiger Schöpfer, der allwisser ist. Ich bin selbst Wissenschaftler und habe ich mit Gottes Hilfe selbst eine neu Kapitel in der Bauphysik geöffnet und noch 3 neue Verfahren Z.b. zu Bestimmung der Salz und Wassergehalt in Niederfrequenz Bereich. Vielleicht ihr kennt das Problem, wie schwer ist das bei der Untersuchungen Salz und Wasser zu selektieren.

vanini Offline



Beiträge: 502

30.07.2006 20:22
#28 RE: Die Ethik und Gott antworten

Danke Joshua, für deine Probe auf's Exempel!

Zitat von Joshua
Ein Wissenschaftler mit seiner Glaube an Gott mehr schafft, als die anderen, weil der einen Zugang hat unbegrenzten Möglichkeiten und Erfahrungen durch den allmächtiger Schöpfer, der allwisser ist. Ich bin selbst Wissenschaftler...

Hinsichtlich der gerade gemachten Feststellung:

"Es ist durchaus keine Seltenheit, dass etwa Wissenschaftler außerhalb ihrer eigentlichen Arbeit völlig anderen Grundsätzen folgen und durchaus nicht immer wissanschaftlich denken, oder dass die Wissenschaft benützt wird, um sie für Dinge herhalten zu lassen, wozu sie eigentlich völlig untauglich ist, meist vor allem, um in den Genuss ihres seriösen Rufes zu gelangen..."

...kann man nur sagen: Was zu beweisen war!


Sage mir, was du glaubst, und ich sage dir, wer du bist.

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.475

31.07.2006 20:14
#29 RE: Die Ethik und Gott antworten

In Antwort auf:
Das hängt allerdings definitiv mit der Qulität der Schrift zusammen. Und auch was philosophische Schriften (jedoch keineswegs nur diese) betrifft, ist die Grundlage jeglicher Qualität die Klarheit und Eindeutigkeit der Aussage. Denn jeder, der eine Wichtige Erkenntnis mitzuteilen hat, wird sich sorgsamst darum bemühen, dass sie auch ganz genau so und eben nicht miss-verstanden wird.
Die Qualität der Schrift ist nicht das Einzige Kriterium, wenn es um die Verständlichkeit der darin enthaltenden Aussagen geht. Das geschriebene wort hat eine bestimmte Qualität, nehmen wir dies einmal an. Nun wird das geschriebene von verschiedenen charakteren (jeder mensch hat einen anderen charakter) gelesen. Die festgesetzte Qualität hat bei jedem Leser eine andere Wirkung. Denn man kann nicht davon ausgehen, dass die Qualität gleichschaltend wirkt. Es kommt also ebenso auf die Person an, von der das Buch gelesen wird. Und was diesen Punkt angeht tuen sich welten auf.

In unserem Pihlosophie-Kurs war Kants Kritik der reinen Vernunft ein jahr lang gegenstand des Unterrichts. Letztlich hatte jeder in der Klausur seine eigene meinung, wie die Aussagen Kants zu interprettieren seien. Auch widersprüchliches war enthalten.

Wir befinden uns hinsichtlich deiner folgenden Absätze in einer endlosschleife, bei wir beiderseits unseren Standpunkt klar machen konnten. An einer Fortsetzung a la "freily vs. vanini" habe ich kein Interesse.

In Antwort auf:
Religiöse Weltbilder und die dazugehörigen Aussagen beschäftigen sich im Kern immer mit transzendenten Sachverhalten. Die menschliche Erfahrung (Empirie) aber, sowie der dazugehörige Verstand, dessen "Arbeitsmittel" die Logik (hinsichtlich welcher die Sprache als die andere Seite einer Medaille zu nennen ist), können hierzu überhaupt nichts leisten, weil sie samt und sonders eben immanent sind und Transzendentes, was immer es auch sein mag, mit den Möglichkeiten des Immanenten grundsätzlich nicht erreichbar ist.

Nimm Transzendentes, nimm magnetismus, Molekularbiologie, nimm Astronomie. Letztere drei zählten noch vor wenigen hundert jahren zu den Bereichen, zu denen die Empirie wenig bis nichts hätte sagen können, da ihnen schlicht weg Mittel und Wege fehlten. Inwieweit kann man denn da überhaupt von "grundsätzlich nicht erreichbar" sprechen? Der Mond war vor 150 jahren auch noch grundsätzlich unerreichbar. Sowas ändert sich aber im laufe der zeit. Warum soll denn diese Änderung hinsichtlich Transzendetem, wie immer es sich auch darstellen mag, nicht möglich sein?

In Antwort auf:
Was nun da heraus kommt, kann notwendiger Weise nichts anderes als Immanenz sein. Darum auch, wenn man sämtliche religiöse Aussagen und Behauptungen genauer auf den Grund geht, dann entpuppen sie sich ohne Ausnahme als immanentes Gedanken- und Vorstellungsgut - oder als absurder Unsinn (wovon natürlich auch hier im Forum reichlich angeboten wird)!

Dass dir nur diese beiden Möglichkeiten logisch erscheinen ist freilich dein eigen Ding! Dass dieses aber "ohne Aussahme" so sei, und a priori "absoluter Unsinn" bedeutet, wage ich zu bezweifeln.

In Antwort auf:
Nun, ich diffamiere nicht deine Person, sondern kritisiere entschieden die von dir in dieser Frage vorgetragenen Behauptungen - ein doch recht wesentlicher Unterschied, wie ich meine...
Dafür musst du mir unterstellen, wenig von deinem Verständnis von Wissenschaft zu verstehen? Dass du das natürlich nicht als Diffamierung ansiehst, sondern als logische und konsequente Reaktion deiner atheistischen grundhaltung ist mir schon bewusst

Genug davon, wir weichen ab....


In Antwort auf:
Die Evolutionstheorie ist, wie gesagt, eine wissenschaftliche Theorie, als solche behauptet sie zum einen keinerlei letzgültigen, "absoluten" Wahrheitsanspruch, weil es so etwas in der immanenten Wissenschaft nicht gibt - sondern lediglich in transzendenten Glaubenssätzen... Weiterhin stützt sich jede wissenschaftliche Theorie auf die Empirie (Erfahrung), d.h. Funde, Messergebnisse, Experimente usw. Daraus ergibt sich, dass sich die Evolutionstheorie heute auch lediglich auf die heute verfügbaren empirischen Daten zum Thema stützen kann. Kommen neue empirische Daten hinzu, so stützen sie entweder die aktuelle Theorie, und wo nicht, muss die Theorie mehr oder weniger stark modifiziert werden.

Das hört sich doch so schon viel besser an, viel selbstkritischer. Vielleicht müsste eine theorie sogar ganz verworfen werden, aber wir wollen mal nicht den teufel an die wand malen... Leider gilt die Evolutionstheorie unter Hobbyevolutionisten als praktisch bewiesen. Und mit solchen hat man im Allgemeinen zu tun. Es sind solche die, schon bei fragen zur Theorierichtung (Darwinismus, Neo-Darwinismus, sythetische Evolution) ins schwanken geraten... Mit solchen fällt das diskutieren natürlich deutlich schwerer, beinahe so schwer wie mit religiöse-fundamentalen bewegungen.

In Antwort auf:
1. Die einzig nachweislich existierende selbstbewusste Intelligenz ist die des Menschen. Von dieser nun wissen wir, dass diese die Natur nicht nur immer nur so weit erkennen kann, dass bezüglich dessen, was man erkennt und weiß, immer stets eine Unendlichkeit an nicht Bekanntem und Gewusstem bleibt, sondern dass sie zudem völlig unfähig ist, Etwas aus Nichts zu "erschaffen". Von diesem realen Ausgangspunkt nun zu behaupten, es sei ausgerecnet eine Intelligenz gewesen, welche diese Welt aus dem Nichts geschaffen hätte, und zu diesem Zwecke die Begrifflichkeit "unendliche" bzw. "höchste Intelligenz" zu konstruieren, welche keinerlei sinnvollen Erfahrungswert und damit Inhalt hat, ist nachgerade erschreckend absurd - zeigt aber wieder sehr eindrücklich, in welche "Dunkelheiten und Widersprüche" die menschliche Vernunft unausweichlich gerät, wenn sie sich zur "Transzendenz" aufschwingen will.

2. Die Argumentationen des ID bemühen auf der einen Seite das der immanenten Erfahrungswelt angehörige Ursache-Wirkungsprinzip, in dem sie, von der Wirkung auf die Ursache schließend (was, nebenbei gesagt, allein logisch keinerlei Notwenigkeit begründet!), den "Beweis" der "notwendigen" Existenz einer selbstbewussten Schöpferinelligenz zu führen versuchen. Dann jedoch behaupten sie zur gleichen Zeit, dass diese Schöpferintelligenz ihrerseits keine Ursache habe. Es wird also letztlich behauptet, dass etwas in einer Ursache-Wirkungs-Kette zwar als Wirkung (mit allen Folgewirkungen) auftrete, selbst aber keine Ursache haben soll, das empirischgültige Gesetz der Kausalität also zugleich gilt und nicht gilt! Das, mit Verlaub, ist geradezu unerreichbarer hahnebüchender Unfug - und eine schlimme Verstandesbeleidigung, welche das Attribut "wissenschaftlich" sich anzuheften eigentlich eine strafwürdige Anmaßung genannt werden muss!


In beiden Punkten stützt du deine Argumentation auf das, was sich durch Empirie einwandfrei und reproduzierbar nachweisen lässt. Daran ist natürlich nichts verkehrt. Es ist das uns momentan Bekannte mit dem wir arbeiten ! Dass du nun aber den Schritt weiter gehst, und Alles was das momentan bekannte überschreitet, was also tatsächlich transzendent ist, a priori als Unmöglich verurteilst, halte ich persönlich für etwas übereilt. Nach heutigem Muster ist eine vermutung über transzendentes tatsächlich eine Beleidigung des menschlichen Verstandes, aber wer will den sagen können, ob sich selbiger menschlicher Verstand nicht in Zukunft mit genau dieser Erkenntnis wird rühmen können? Mit ganz gegensätzlichen Wirkungen, wie sie der heutige religiöse fanatismus lehrt?


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SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.475

31.07.2006 20:40
#30 RE: Die Ethik und Gott antworten

In Antwort auf:
Mein Problem fängt erst dort an, wo man mir weismachen will, dass Gott höchst persönlich dies verfasst und daher dies unverrückbar auf immer und ewig gelten soll. Wenn man dann noch das Gottesbild nimmt, in welchem er als Schöpfer von Allem gepriesen wird erschein mir die Tatsache, dass er seine Regeln und Gesetze einem einzigen Mann, ohne Zeugen auf einem Berg in der Wüste in Form von Steintafeln übergibt, wie ein ganz wirklich ganz miserabler Film!

Das sind ja gerade die Fragen, die auch aufgeworfen werden müssen Fenris: Der geltungszeitraum, Schöpfer von Allem, an wem er das gesetz übergab, all dies sind sehr wichtige fragen, die man einer textkritischen betrachtung unterziehen muss.

In Antwort auf:
Das sich der Schöpfer des Universums, dieser Art der Kommunikation verschreibt, welche wen man sie genauer betrachtet eigentlich gar keine ist, muss meines Erachtens einfach instinktiv gewisse Zweifel wecken und aufkommen lassen.
Dass einem dieses Gefühl beschleichen kann, ist klar. Woher kann ich wissen, dass etwas oder jemand, das/den ich nicht sehen kann tatsächlich existiert, und zweitens: Inwieweit ist dieses berechtigt, mir Handlungsanweisungen geben zu können? Das sind wohl die Fragen, die sich die meisten menschen hinsichtlich dieses Punktes stellen mögen, Vielleicht fallen dir auf Anhieb noch mehrere ein. Wenn man sich aufrichtig mit der Beantwortung dieser Fragen beschäftigt hat, und für sich eine Antwort fand, mit der man unter den gegeben umständen zurechtkommt, so ist diese von allen ob religiös oder atheistisch zu respektieren, egal wie man selbst damit zurechtkäme. Das nämlich ist tatsächlich jedem selbst überlassen.

In Antwort auf:
Im Konzept des Gottes-Glauben habe ich aber enorme Schwierigkeiten, solch eine Offenheit und Bereitschaft neue Erkenntnisse einzubeziehen, erkennen zu können.

Das ist auch nur verständlich, wenn man sich heute ob man will oder nicht den religiösen Hass aussetzt oder ausgesetzt wird. Dass das Gift ist, und zwar nicht nur atheistisch, sondern auch theistisch gesehen, ist klar.

In Antwort auf:
wie man das verstehen soll, ob das Druck im Zusammenhang mit Deinem Umfeld oder allgemeiner respektive spezifischer Art ist.
ich isolierte mich recht früh schon vom kirchlichen Druck, so dass ich mich heute frei von den Ängsten fühle, die die Kirche verbreitet. Ich meine also den Einfluss den die Kriche heute immer noch hat. Es ist nicht länger ein körperlich inquisitorischer Einfluss sondern vielmehr ein Einfluss der Gleichgültigkeit. Heutzutage ist es egal was man glaubt, denn glauben ist nur noch tradition, im Leben findet es keine anwendung mehr. Bei dem was die kriche dabei lehrt, ist diese Gleichgültigkeit wahrlich nichts Überraschendes. Der Atheismus, und das wird die meisten hier im Forum freuen ist weiter auf dem Vormarsch, zumindest in den westlichen Ländern.



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Joshua ( Gast )
Beiträge:

31.07.2006 22:16
#31 RE: Die Ethik und Gott antworten

In Antwort auf:
Wissenschaftler außerhalb ihrer eigentlichen Arbeit völlig anderen Grundsätzen folgen und durchaus nicht immer wissanschaftlich denken

Mit Lyrik erklärst du keine Experiment Ergebnisse. Wissenschaft muß sauber sein. Ich schrieb über Zugang zur wissenschaftliche Denken. Aber das kapierst du nicht. Eben kein Geistiger.


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