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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  

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Dieses Thema hat 154 Antworten
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 Atheismus/Agnostizismus
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Zeus Offline




Beiträge: 103

04.09.2006 13:42
#26 RE: "Leben" nach dem Tod - nach atheistischer Ansicht möglich? antworten

Natürlich wird das nächste Universum (falls es je wieder eines gibt oder falls es Paralleluniversen gibt) völlig anders aussehen. Die Naturgesetze werden völlig anders sein, es gibt dann vielleicht 7 Dimensionen usw. Die wichtige Vorraussetzung ist, dass es unendlich viele Universen gibt. In 1 von Abermilliarden Universen wird es dann überhaupt dieselben Naturgesetze geben wie in unserem. Davon werden wiederum zig-billionen keine Erde haben, auf der wir jetzt ja leben. Doch falls es unendlich Universen gibt, sind diese gigantischen Zahlen wieder nichtig. Daher wäre es auch möglich, dass du unendlich oft existierst.
Mir gieht es sowieso nur um die theoretische Möglichkeit, die praktische Umsetzung ist immer was anderes.

Xeres Offline




Beiträge: 2.587

04.09.2006 18:24
#27 RE: "Leben" nach dem Tod - nach atheistischer Ansicht möglich? antworten

Hier wird ja ganz schön was zusammengewürfelt... Ein Paralleluniversum würde zeitlich mit unserem Parallel ablaufen, d.h. wenn es uns dort in ähnlicher Form gäbe wie hier, könnten wir das vermutlich niemals wissen, geschweige denn nach dem Tod dort weiterleben. Es ist ja noch kein Beweis für die Theorie der Paralleluniversen erbracht worden, sie ist mehr ein mittel der Sciene-fiction-Literatur. Eine Interpretationsmöglichkeit der Quantentheorie sagt zwar aus, dass alle Entscheidungen real werden (viele Welten Theorie) aber ich halte das eher für Wunschdenken das aus der Tatsache entsteht, dass Menschen sich Quantenobjekte niemals vorstellen werden können - höchstens Mathematisch beschreiben.
Die zweite Möglichkeit, das das Universum ein immerwährender Kreislauf ist, ist meiner Meinung nach auch keiner "Leben nach dem Tod" Definition würdig. Zumal vor und nach unserem leben immernoch mindestens 15 Milliarden Jahre Zeit liegen... warum meint ihr, das würde etwas an der Tatsache des Todes ändern?
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Fenris Offline

Freidenker

Beiträge: 1.345

06.09.2006 14:43
#28 RE: "Leben" nach dem Tod - nach atheistischer Ansicht möglich? antworten

@Zeus @ Fritzchen

Wenn ich einen Science Fiction Film anschaue, der mir suggeriert, wir befänden uns im Jahre 2400, geht es meistens nicht lange bis der erste Lapsus passiert z.B. hat man dort zwar Laserpistolen aber man schiesst noch wie zu Wyatt Earp’s Zeiten. Die Technik wird als hoch entwickelt gezeigt, der Mensch bleibt gleich.

Wen wir über Paralell-Universen diskutieren, wo möglicherweise völlige andere Gesetze gelten, sollte man erstens auch die Entwicklung des Menschen berücksichtigen. Hat aber ein biologisch völlig anderer Mensch trotzdem noch unser Bewusstsein und unser Empfinden? Wie sieht’s mit der Entwicklung des Geistes aus, von Lucy bis heute? Ging da nichts oder hat sich nur der Körper entwickelt? Angenommen es gibt diesen „paralellen Himmel“, könnte ich dann dort mit Lucy Schach spielen obwohl sie wie ein Affe aussieht?

Falls mein Ich aber immer dasselbe bleibt müsste ich mich fragen, wo war ich früher? Was nützt es mir, wenn ich ständig in irgendwelchen Universen umhergeistere ohne memory und, für mich noch wichtiger, welchen Nutzten oder Zweck hätte das Ganze überhaupt.

Die Frage stellt sich auch im Zusammenhang mit der Gottesvorstellung, welche auf ein Ebenbild zurückgreift und uns glauben macht, der heutige Mensch sei in biologischer Hinsicht genau so, wie Gott ihn erschaffen hätte.

Werden Menschen, falls es sie in 500’000 Jahren noch geben sollte , noch so aussehen wie wir? Was ist mit dem Gehirn? Wenn der IQ dort im Schnitt 250 betragen würde, welchen Einfluss hätte das auf unsere Vorstellungen/Empfindungen von Geist und Seele?

Wenn sich aber die Erkenntnis mitentwickelt, bedeutet das doch auch, dass diese wie die Rübe an der Angel vor uns herschwebt ohne Chance unsererseits, diese jemals zu erreichen. Somit wird alles relativ und hat eigentlich nur hier und heute Bedeutung. Wenn der Vorhang mal fällt, wird es dunkel sein und bleiben.

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Das Tier taugt zu allem, was es soll, vollkommen. Der Mensch zu nichts recht, als was er lernt, liebt und übt. (Johann Heinrich Pestalozzi 1746-1827)

Gysi Offline

Atheist


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06.09.2006 16:49
#29 "Leben" nach dem Tod - nach atheistischer Ansicht möglich? antworten

In Antwort auf:
Wen wir über Paralell-Universen diskutieren, wo möglicherweise völlige andere Gesetze gelten,
So wie ich das mit dem Paralleluniversum verstanden habe, ist es genauso wie das unsere, vielleicht ein wenig anders. Ob du in dem, oder in dem anderen bist, das merkst du nicht.
Du sagst, der Tod sei "dunkel". Ich meine, der Tod ist eine Grenze, die nur die Nachbleibenden als eine solche sehen und empfinden. Der Gestorbene empfindet kein "dunkel". Er lebt in anderen Universen oder Körpern im selben Universum und weiß nichts von seiner Transformation oder den "Hinterbliebenen" - NICHTS! Ich glaube, die Empfindung, der Tod sei "Dunkelheit", ist eine Irreführung der Wahrnehmung der Hinterbliebenen. Wann hat der Mensch schon etwas richtig gesehen, wenn er es nicht von außen angeschaut hat? Aus unserer Perspektive fühlen wir, dass der andere Zug abfährt, dabei ist das unser Zug! Aus unserer Perspektive sehen wir die Sonne sich um die Erde kreisen, dabei ist es ja exakt umgekehrt.

Gysi
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Die Menschheit befindet sich in der Vorgeschichte der Menschheit (Karl Marx)

Fenris Offline

Freidenker

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06.09.2006 17:11
#30 RE: "Leben" nach dem Tod - nach atheistischer Ansicht möglich? antworten
@Gysi

In Antwort auf:
Du sagst, der Tod sei "dunkel".


Nun wie es genau ist weiss ich (noch) nicht. Ich persönlich vergleich es mit dem Einschlafen respektive dem Schlafen. Bewusst kann man ja das Schlafen nicht empfinden, ich jedenfalls nicht, sondern man spürt nur den Uebergang z.B. vor dem TV und erst wenn man aufwacht, merkt man das man geschlafen hat. Wenn aber auch die Gehirnfunktion lahmgelegt wird, stelle ich es mir wie schlafen vor ausser dass man nicht mehr träumt. Ob es so ist oder nicht, keine Ahnung aber das ist es, was ich mit "es wird dunkel" meine.

Aber wichtiger scheint mir der Punkt, wie sich Empfinden und Bewusstsein mit der Weiterentwicklung des Menschen verändern.
Auch das ICH muss irgendwie dem evolutionären Prozess unterworfen sein, da es direkt mit dem/der Gehirnvolumen-leistung, also einer Bio-Komponente, zusammenhängt.
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Xeres Offline




Beiträge: 2.587

06.09.2006 18:03
#31 RE: "Leben" nach dem Tod - nach atheistischer Ansicht möglich? antworten

In Antwort auf:
Er lebt in anderen Universen oder Körpern im selben Universum und weiß nichts von seiner Transformation oder den "Hinterbliebenen"
Das erscheint mir nun völlig unlogisch.
Wie sollte mein Geist (nennen wir mal so den Teil von mir, der nach meinem Tod weiterexistiert) in ein anderes Universum/Körper gelangen?
1. Jeder lebende Körper dürfte doch einen eigenen Geist besitzen, sowohl hier als auch in einem anderen Universum (wie es auch immer geartet sein sollte). Wie oder Warum würde mein Geist mit dem schon vorhandenem interagieren?
2. Diese These der "Geist-Transformation" setzt voraus, dass der Geist selbst in einer anderen Form als unserem Biologischem Gehirn existiert. Welche Form soll unser purer Geist haben?
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Gysi Offline

Atheist


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06.09.2006 19:57
#32 "Leben" nach dem Tod - nach atheistischer Ansicht möglich? antworten

In Antwort auf:
Das erscheint mir nun völlig unlogisch.
Wie sollte mein Geist (nennen wir mal so den Teil von mir, der nach meinem Tod weiterexistiert) in ein anderes Universum/Körper gelangen?
Das hat eben was mit dem Phänomen der Paralleluniversen zu tun: Setzen wir unendlich viele Universen voraus, gibt es auch (unendlich viele) Universen mir einer Materialstruktur, die derart dem Unseren gleicht, dass man von indentischen Universen sprechen kann. Dein Leben, das du hier erfährst, ist identisch mit dem in anderen Universen. Du wirst keine Verschiedenheit fühlen, die "anderen" Leben sind auch nicht andere, dir völlig Fremde, das ist alles - DU!

Gysi
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Xeres Offline




Beiträge: 2.587

06.09.2006 20:42
#33 RE: "Leben" nach dem Tod - nach atheistischer Ansicht möglich? antworten

Okay, dann gibt es von mir aus ein Paralleluniversum, in dem ein Uranatom objektiv zufällig NICHT zerfallen ist. In wie fern wäre es für mein Ich ein "Leben nach dem Tod" wenn ich in diesem anderen Universum weiterleben würde? In dem einen lebe ich zwar, aber das hat doch keine Wirkung auf das Universum in dem ich tot bin. Ich verstehe immer noch nicht, auf was die Sache mit den unendlich vielen Paralleluniversen hinauslaufen soll...
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Gysi Offline

Atheist


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07.09.2006 08:43
#34 "Leben" nach dem Tod - nach atheistischer Ansicht möglich? antworten

In Antwort auf:
In wie fern wäre es für mein Ich ein "Leben nach dem Tod" wenn ich in diesem anderen Universum weiterleben würde?
Stimmt. Das völlig identische Paralleluniversum im Hier und Jetzt garantiert dir das ewige Leben nicht. Aber die Unendlichkeit garantiert dir die Existenz, so wie sie Hier und Heute ist, unendliche Mal! Das, was du heute hast und bist, das bist du auch morgen, übermorgen, immer. Das Gesetz der "ewigen Wiederkehr"... (Stoiker, Nietzsche) Aber ein Leben über dieses, hier erlebte Leben hinaus, kannst du nur in der VERSCHIEDENHEIT der Paralleluniversen haben. Indem die identischen Leben eben nicht ganz identisch sind, und aus der Ewigkeit (die wir ja - ich finde, mit absoluter Berechtigung! - annehmen können) kannst du ALLE Existenz schöpfen, die möglich ist! D.h. alle möglichen Materialstrukturen, die die Naturgesetze hergeben, alle möglichen Lebensaugenblicke, die gibt es auch! Aus den Vorstellungen und Determinanten kannst du nichts anderes ableiten, als auch deine eigene Ewigkeit.

Gysi
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Bruder Spaghettus ( gelöscht )
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07.09.2006 13:26
#35 RE: "Leben" nach dem Tod - nach atheistischer Ansicht möglich? antworten
Wenn es tatsächlich unendlich viele Universen gibt, gibt es auch unendlich viele, die unserem gleichen. Dann gibt es auch unendlich viele, in denen gerade jemand geboren wird, der mal das wird, was ich bis zum Tod war. Und zwar genau im Moment meines Todes.

Dann gibt es aber auch unendlich viele "Ich`s" die gerade dann geboren werden, wenn ich mir mein Brötchen schmiere, mal furze, mir die Nase wische usw.

Was das mit dem Leben nach dem Tod zu tun haben soll, ist auch mir nicht klar.
Für mich wäre das eher eine Hinweis auf meine absolute Unwichtigkeit.






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Gysi Offline

Atheist


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07.09.2006 17:10
#36  "Leben" nach dem Tod - nach atheistischer Ansicht möglich? antworten
In Antwort auf:
Was das mit dem Leben nach dem Tod zu tun haben soll, ist auch mir nicht klar.
Es hat was damit zu tun, dass unsere Vorstellung von der ewigen Dunkelheit des Todes so ziemlich genauso falsch ist, wie alles andere sich als falsch herausgestellte hatte, solange es wir nicht von außen anschauten oder anzuschauen vermochten. (Bsp.: Die Erde umkreist die Sonne - nicht so, wie wir es sehen.) Aus der Position unserer Leben kommst du mit der Geburt und gehst mit dem Tod. Für immer. Aus der Perspektive der Vielweltentheorie sieht die Geschichte schon anders aus. Vertraust du ausschließlich deiner sinnlichen Wahrnehmung - hören, sehen, riechen, schmecken -, obwohl nach all unserer wissenschaftlichen Erfahrung die Erkenntnis mit diesen Instrumenten in der Regel nicht auskommt? Erkenntnis braucht die logische Verknüpfung.

Warum macht dir deine Vorstellung von deinen "unendlichen Ichs" nicht auch DEINE Unendlichkeit klar? Die unendliche Anzahl der Universen vorausgesetzt. Das verstehe jetzt ich nicht.

Auch ist mir noch lange nicht klar, dass die Zeit, die wir als Vergangenheit erleben, nichtexistent ist - weil "vergangen". Und die Zukunft ebenso nichtexistent. Weil wir das zufällig so erleben, muss diese Wahrnehmung nicht die Wirklichkeit beschreiben. Vielleicht ist die Zeit ja ebenso eine Dimension wie der Punkt, die Linie, die Fläche der Raum. Wir durchlaufen sie nur, wie die Nadel des Tonarms die Platte durchläuft.

Gysi
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Fenris Offline

Freidenker

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07.09.2006 17:46
#37 RE: "Leben" nach dem Tod - nach atheistischer Ansicht möglich? antworten

In Antwort auf:
Es hat was damit zu tun, dass unsere Vorstellung von der ewigen Dunkelheit des Todes so ziemlich genauso falsch ist, wie alles andere sich als falsch herausgestellte hatte, solange es wir nicht von außen anschauten oder anzuschauen vermochten.


Diese Erkenntniss lässt sich aber ebenso auf die Vielweltentheorie anwenden. Trotz ihrer "Losgelöstheit" von den altbekannten Vorstellungen, verschiebt sie meines Erachtens das Problem nur, ohne wirklich zu überzeugen. Vielleicht stimmt sie vielleicht auch nicht, vielleicht gibt es Gott vielleicht auch nicht. Früher suchte man die Lösung bei einem Gott, heute bei der Vielweltentheorie und wo morgen..oder.. übermorgen?

Ich denke wir sind bei dieser Art von Lösung gleichweit entfernt, wie der Neanderthaler bei der Herstellung einer Polycarbonat-Scheibe.


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Gysi Offline

Atheist


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07.09.2006 18:33
#38 "Leben" nach dem Tod - nach atheistischer Ansicht möglich? antworten
In Antwort auf:
Diese Erkenntniss lässt sich aber ebenso auf die Vielweltentheorie anwenden. Trotz ihrer "Losgelöstheit" von den altbekannten Vorstellungen, verschiebt sie meines Erachtens das Problem nur, ohne wirklich zu überzeugen.
Dieses Universum hat die für ihn relevanten Dimensionen Raum und Zeit erst mit seinem Beginn geschaffen. Richtig? Und was war vorher? Das MUSS ein raum- und zeitloser Zustand gewesen sein. Und ein zeitloser Zustand ist nichts anderes als ewig. Und wenn dieses Ewige aus irgendwelchen Bedingungen heraus unser Universum geschaffen hat, dann spräche alles dagegen, dass dieser Schöpfungsakt ein einmaliger wäre. aber alles spricht dafür, dass diese Ewigkeit diesen Schöpfungsakt grenzenlos und immer vollzieht. Ich vermag es nicht anders zu sehen. => Die Vielweltentheorie ist nicht mit wild spekuliertem Religionsglauben gleichzusetzen.

Gysi
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Bruder Spaghettus ( gelöscht )
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07.09.2006 19:03
#39 RE: "Leben" nach dem Tod - nach atheistischer Ansicht möglich? antworten

In Antwort auf:
Warum macht dir deine Vorstellung von deinen "unendlichen Ichs" nicht auch DEINE Unendlichkeit klar?


Dagegen habe ich gar nichts gesagt (im System der Vielweltentheorie gedacht) Denn danach ist alles und jeder unendlich, also letztlich auch bedeutungslos. Schon aus diesem Grund kommt für mich die Vielweltentheorie als für mich anerkennbares Konstrukt nicht in Frage.

Mir ging es um den Begriff "Leben nach dem Tod". Ich denke, darunter wird im Allgemeinen verstanden, dass im Leben eines Individuums mit dem Tod ein "neuer Lebensabschnitt" beginnt, also Ursache-Wirkung. Und das lässt sich aus der Vielweltentheorie nicht herleiten.




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Gysi Offline

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07.09.2006 19:16
#40  "Leben" nach dem Tod - nach atheistischer Ansicht möglich? antworten

In Antwort auf:
Mir ging es um den Begriff "Leben nach dem Tod". Ich denke, darunter wird im Allgemeinen verstanden, dass im Leben eines Individuums mit dem Tod ein "neuer Lebensabschnitt" beginnt, also Ursache-Wirkung. Und das lässt sich aus der Vielweltentheorie nicht herleiten.
Nein, das nicht.

Gysi
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Bruder Spaghettus ( gelöscht )
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07.09.2006 19:24
#41 RE: "Leben" nach dem Tod - nach atheistischer Ansicht möglich? antworten
In Antwort auf:
Die Vielweltentheorie ist nicht mit wild spekuliertem Religionsglauben gleichzusetzen.


Stimmt, sie ist eine Theorie. Aber auch sie lässt offen, woher das Ewige kommt. Genau das ist aber der Punkt, um den es geht. Wie entstand die Erde und der Weltraum? Für die einen hat es Gott geschaffen, bleibt die Frage wer hat Gott geschaffen. Für andere war es der Urknall. Bleibt die Frage, was war vor dem Urknall. Immer kommt man an einen Punkt, wo man das Vorher nicht erklären kann. Man kann es nicht erkennen, weder bei Gott, noch beim Urknall noch bei der Vielweltentheorie. Ich akzeptiere das vielleicht einfach ein bisschen früher als andere. Mir reicht schon, bevor ich eins von den dreien oder noch was anderes zu rate ziehe, es gibt halt Sachen die sich noch, vielleicht auch immer, unserer Kenntnis entziehen. Dabei fühle ich mich durchaus wohl. Wozu den Punkt bis zur fehlenden Erkenntis durch irgendwelche Konstrukte noch weiter hinaus schieben? Würde mir nichts bringen, also lass ich´s und bin ohne Gott und Vielweltentheorie ganz glücklich.




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Gysi Offline

Atheist


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07.09.2006 20:04
#42  "Leben" nach dem Tod - nach atheistischer Ansicht möglich? antworten
In Antwort auf:
Wozu den Punkt bis zur fehlenden Erkenntis durch irgendwelche Konstrukte noch weiter hinaus schieben? Würde mir nichts bringen, also lass ich´s und bin ohne Gott und Vielweltentheorie ganz glücklich.
Tja - und ich eben nicht: Ich brauche Antworten auf meine Fragen, und brauche das geschlossene Weltbild, das für mich am ehesten akzeptabel ist. Auch und gerade in Bezug auf das, was über den Tellerrand unseres Lebens hinausgeht. Ich bin nun mal neugierig, und muss diese Neugierde befriedigen. Neue Erkenntnisse dürfen gerne alte Vorstellungen kippen.

Woher kommt diese raum- und zeitlose Ewigkeit?
Perlmutt, Schmidt und Leibundgut - drei amerikanische Astro-Physiker - sagen, dass dieser zeit- und raumlose Zustand das Nichts sei. Und dieses Nichts hätte - entgegengesetzt zu unserer allgemeinen Vorstellung - auch eine Eigenschaft: die der Antigravitation. Das, was die Fülle der Materie hier im Universum hält, das ist die Gravitation. Dieses Nichts ist das exakte Spiegelbild unserer Fülle. Vielleicht ein wenig zu kühn, jetzt eine symbiotische Verbindung und Ursachenverknüppfung zwischen diesem Nichts und unserer Fülle herzustellen. Wenn wir das aber können, braucht nicht weiter nach der "Ersten Ursache" gesucht zu werden: Das NICHTS braucht keine Ursachenerklärung. Der raum- und zeitlose Zustand generell eigentlich auch nicht. Jedenfalls nicht, wenn Determinismus nur als Zeitphänomen vorstellbar ist.

Gysi
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Bruder Spaghettus ( gelöscht )
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07.09.2006 22:50
#43 RE: "Leben" nach dem Tod - nach atheistischer Ansicht möglich? antworten

In Antwort auf:
Tja - und ich eben nicht: Ich brauche Antworten auf meine Fragen, und brauche das geschlossene Weltbild, das für mich am ehesten akzeptabel ist


Du machst es dir schwer. Es gibt kein geschlossenes Weltbild, ganz einfach weil halt die letzte Ursache, oder der erste Anfang, nicht klärbar ist.

Es ist wirklich nicht so, dass ich nicht neugierig wär. Gerade durch mein Pastafarianertum habe ich in den letzten Monate unheimlich über Religion dazu gelernt, viel gelesen. Aber irgendwo ist halt die Grenze für das, was ich noch als wahrnehmbar oder erklärbar ansehe. Was darüber hinaus geht ist für mich nicht wichtig. Nicht, weil es generell unwichtig wäre, aber weil es noch zu spekulativ ist oder vielleicht einfach auch zu hoch angesiedelt für mich um mir eine vernünftige Auseinandersetzung zu ermöglichen. Egal, es bringt mir weder Nutzen noch Freude mich damit zu beschäftigen, also warum sollte ich es tun?
Du brauchst das scheinbar. Auch in Ordnung.




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Gysi Offline

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08.09.2006 08:36
#44 "Leben" nach dem Tod - nach atheistischer Ansicht möglich? antworten

In Antwort auf:
Es gibt kein geschlossenes Weltbild, ganz einfach weil halt die letzte Ursache, oder der erste Anfang, nicht klärbar ist.
Auf dem Stand war die Wissenschaft vor 50 Jahren. Das hat sich geändert. Dazu musst du aber nur z.B. mein letztes Post schon durchlesen...
In Antwort auf:
Gerade durch mein Pastafarianertum habe ich in den letzten Monate unheimlich über Religion dazu gelernt,
Es ist nicht die Religion, sondern die Astrophysik, die uns vielleicht was Entscheidendes beibringen kann...

Gysi
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Bruder Spaghettus ( gelöscht )
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08.09.2006 09:54
#45 RE: "Leben" nach dem Tod - nach atheistischer Ansicht möglich? antworten
In Antwort auf:
Dazu musst du aber nur z.B. mein letztes Post schon durchlesen..


Mensch, Gysi, hab ich doch gemacht.
Nur halte ich das nicht für neue Erkenntnisse, sondern nur für eine neue Hypothese. Außerdem bleibt mir da noch die Frage, wie ist es möglich, dass aus dem Nichts etwas entstehen kann? Muss es da nicht auch irgendeinen Anlass geben dass es z.B. gerade jetzt und gerade so entsteht? Sicher auch noch mehr.

In Antwort auf:
Es ist nicht die Religion, sondern die Astrophysik, die uns vielleicht was Entscheidendes beibringen kann...

Jetzt enttäuscht du mich aber.
Wie kannst du annehmen, ich würde mir von Religion erwarten, dass sie uns in Bezug auf die letzte Erkenntnis was Entscheidendes beibringen kann? Das erwarte ich nicht mal von meiner eigenen
Es ging mir lediglich darum, ob Neugier existent sein kann wenn man sich nicht für die letzte Erkenntnis interessiert. Ich hatte irgendwie noch im Auge, dass du mir mal das fehlen selbiger bei mir angedeutet hast.

Aber wir kommen wohl langsam OT. Deshalb nur noch mein kurzes Statement:

Für mich ist ein Leben nach dem Tod nicht denkbar, egal in welcher Form.


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Fenris Offline

Freidenker

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08.09.2006 11:10
#46 RE: "Leben" nach dem Tod - nach atheistischer Ansicht möglich? antworten
@Gysi

In Antwort auf:
Die Vielweltentheorie ist nicht mit wild spekuliertem Religionsglauben gleichzusetzen.


Was ist denn die Grundaussage, die zu diesem Gedankengut führt? Beide möchten mir doch vermitteln, dass mein “Leben“ hier nur ein kleiner Abschnitt sei, mein Körper bloss Verpackung für Geist und eine, nicht beweisbare, Seele. Wahres Leben sei hingegen eine ganz andere Form, die „ewig“ existieren würde.


In Antwort auf:
Aber ein Leben über dieses, hier erlebte Leben hinaus, kannst du nur in der VERSCHIEDENHEIT der Paralleluniversen haben.


Theoretisch sind solche physikalischen Gedankenkonstrukte ja amüsant, aber nach wie vor ist mir nicht klar, was das mit meinem bewusst erlebten Leben hier und jetzt zu tun haben soll, respektive was mir das schlussendlich bringt. Welche andere Motivation steht hinter dem Gedanken vom „ewigen“ Leben, in welcher Form auch immer, als die Angst vor dem Tod?

Wie würde sich ein solches Gedankengut auf unser Verhalten auswirken? Wenn wir hier nur einen kleinen Abschnitt auf der Strasse der Ewigkeit zurücklegen, was haben Rechtund Ordnung, Ethik und Moral dann noch für einen Bedeutung? Kann doch jeder seine Triebe voll ausleben sofern er die hiesigen Konsequenzen trägt?
Die Religionen scheinen dieser Befürchtung Rechnung zu tragen und schieben hier einen Riegel, indem sie Gesetze aufstellen, die das "ewige Leben" vom hiesigen direkt abhängig machen.




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Gysi Offline

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08.09.2006 12:16
#47  "Leben" nach dem Tod - nach atheistischer Ansicht möglich? antworten

In Antwort auf:
Nur halte ich das nicht für neue Erkenntnisse, sondern nur für eine neue Hypothese.
Es gibt zwingende logische Ableitungen, die - nach meinem Verständnis - einer empirischen Beweisführung eigentlich nicht mehr bedürfen. Wie z.B. Paralleluniversen beweisbar sein sollen - das weiß ich auch nicht. Aber die logische Ableitung... also, die ist echt mehr als nur eine Hypothese.
In Antwort auf:
Für mich ist ein Leben nach dem Tod nicht denkbar, egal in welcher Form.
Und ich sage, dass der Tod kein Ewigkeitszustand, sondern lediglich Trennwände sind.

Dass unser Leben nach dem Tod direkt nahtlos fortgesetzt wird, das hatte ich in einem meiner letzten Posts hier auch bestritten. So sieht/sähe die Ewigkeit nicht aus. Das war zu voreilig bestritten. Denn: Wenn du hinübergehst, eines Tages, dann gehst du mit einer ganz bestimmt strukturierten Festplatte rüber, die deine letzte Sekunde auf deinem Monitor auswirft. Und irgendwo in einem anderen Universum wird es diese Struktur auch geben, die möglicherweise einen anderen Ausgang hergibt als deinen Tod. Ich gehe mal davon aus, dass der nicht logisch zwingend ist. Denn es gibt immer etwas, was du gegen diesen Sterbeprozess tun kannst - und sei es die Transformation aus der Biologie in die Elektronik. Ich halte das für möglich. Und wenn das wirklich möglich ist, dann ist das irgendwo auch WIRKLICH!

Gysi
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Gysi Offline

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08.09.2006 12:30
#48  "Leben" nach dem Tod - nach atheistischer Ansicht möglich? antworten
In Antwort auf:
Was ist denn die Grundaussage, die zu diesem Gedankengut führt?
Dass ein raum- und zeitloser Zustand unser Universum geschaffen haben muss. Und dass der schlecht nur ein Universum geschaffen haben wird, sondern - unendlich viele.
In Antwort auf:
Beide möchten mir doch vermitteln, dass mein “Leben“ hier nur ein kleiner Abschnitt sei, mein Körper bloss Verpackung für Geist und eine, nicht beweisbare, Seele.
Nein, das stimmt nicht. Wie kommst du darauf? Die Vielweltentheorie ist materialistisch. Was stellst du dir unter "Seele" vor? Für mich ist sie der Gefühlshaushalt eines jeden Individuums.
In Antwort auf:
Theoretisch sind solche physikalischen Gedankenkonstrukte ja amüsant,
Amüsant? Amüsant ist Pastewka. Amüsant sind Dick und Doof. Hier geht es um logische Ableitungen über unser Universum hinaus, in die erste Ursache und in nichts weniger als die Unendlichkeit und Ewigkeit. Für mich sind Gedankenreisen dieser Art nicht "amüsant" sondern aufregend!
In Antwort auf:
Wenn wir hier nur einen kleinen Abschnitt auf der Strasse der Ewigkeit zurücklegen, was haben Rechtund Ordnung, Ethik und Moral dann noch für einen Bedeutung?
Recht und Ethik haben die Bedeutung, unser Leben zu ordnen und halbwegs angenehm zu gestalten. Du verfällst einer Argumentation, wie die Religionsfritzen sie uns beigebracht haben.
In Antwort auf:
Welche andere Motivation steht hinter dem Gedanken vom „ewigen“ Leben, in welcher Form auch immer, als die Angst vor dem Tod?
Willst du damit sagen, dass Leute wie ich spinnen? Oder Leute wie Tipler, Perlmutt, Leibundgut? Na, auch egal. Aber ich halte ein wissenschaftliches "Angebot" der Ewigkeit für revolutionär! Damit sind die Religionen des Monopolanspruchs auf ewiges Leben beraubt! Das ist doch DAS Versprechen, das sie am Leben hält und immer noch so furchtbar und verstandesdestruktiv wirken lässt! Eine solche Wissenschaft gibt den Gläubigen die beste Chance, sich aus der ANGST zu befreien, die die Religionen ihnen auferlegen!


Gysi
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Xeres Offline




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08.09.2006 13:21
#49 RE: "Leben" nach dem Tod - nach atheistischer Ansicht möglich? antworten

In Antwort auf:
Damit sind die Religionen des Monopolanspruchs auf ewiges Leben beraubt! Das ist doch DAS Versprechen, das sie am Leben hält und immer noch so furchtbar und verstandesdestruktiv wirken lässt!
Ja und nein... Wenn die viele Welten Theorie zutrifft, dann existiert man zwar ewig, allerdings nicht in einem Universum. Ich habe keine Angst vor meiner zukünftigen Nicht-Existenz - aber nicht weil ich daran glaube, in einem Paralleluniversum weiter zu leben. Genauso bin ich auch für Recht, Ordnung und Ehtik - eben weil ich nie ein anderes Universum tauschen kann, in dem es anders ist.
Ich hab nur ein Leben das ich in unendlich vielen denkbaren Möglichkeiten ausleben kann, ob alle Möglichkeiten, die ich nicht wähle tatsächlich real werden, dass muss mir egal sein. Mag sein das andere es als tröstlich empfinden wenn sie möglicherweise woanders weiterexistieren, aber es macht einfach keinen Unterschied. Die Kirchen haben noch immer den Anspruch auf ewiges Leben (ich verstehe immer noch nicht wofür man das haben möchte).
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Fenris Offline

Freidenker

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08.09.2006 16:13
#50 RE: "Leben" nach dem Tod - nach atheistischer Ansicht möglich? antworten
@Gysi

In Antwort auf:
Dass ein raum- und zeitloser Zustand unser Universum geschaffen haben muss. Und dass der schlecht nur ein Universum geschaffen haben wird, sondern - unendlich viele.

Woher leitest Du das ab, im Zusammenhang mit dem Urknall und der darauf folgenden Expansion der Materie? Um unendlich viele Universen zu haben, müsste doch auch ein unendlicher Raum vorhanden sein, dies würde aber der Theorie von der Ausdehnung des Alls widersprechen oder meinst Du, dass gleichzeitig unendliche viele Räume und somit auch unendlich viele Universen entstanden?
In Antwort auf:
Die Vielweltentheorie ist materialistisch.

Ok, einverstanden.
In Antwort auf:
Recht und Ethik haben die Bedeutung, unser Leben zu ordnen und halbwegs angenehm zu gestalten. Du verfällst einer Argumentation, wie die Religionsfritzen sie uns beigebracht haben.

Komplimente sind immer willkommen.Ethik und Moral sind für mich Begriffe, welche durch religiöses Gedankengut geprägt sind und sich dadurch von Begriffen wie Recht und Ordnung unterscheiden. Also zwei paar Schuhe für mich.
In Antwort auf:
Willst du damit sagen, dass Leute wie ich spinnen?

Hättest wohl gerne, nein nur die Römer spinnen wie Du sicher weißt.

Wie funktioniert Deine Theorie wenn man, im Gegensatz zu Tipler, von der „Big Rip“ Theorie ausgeht?

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 Sprung  
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"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

"Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" (Immanuel Kant)

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=> "Die Ewigkeit gibt es ohne Gott!"

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