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 Christentum
Haribol Offline




Beiträge: 12

20.08.2006 17:40
Karma und Christentum antworten

Karma

Wir suchen bei der Barmherzigkeit Zuflucht
nicht bei der Gerechtigkeit.
(B. R. Sridhara Swami)


Unserer begrenzten Sicht erscheinen viele Dinge zufällig, doch in Wirklichkeit sind es keine Zufälle, sondern Wirkungen, die uns aufgrund der vergangenen Taten zufallen. Karma ist ein Naturgesetz von Aktion und Reaktion, das unter der direkten Kontrolle des höchsten Herrn dafür sorgt, dass jedes Lebewesen die Früchte seines eigenen guten und schlechten Tuns entgegennehmen muss. Es ähnelt dem newtonschen Gesetz von Ursache und Wirkung in der Physik, da es sich unter anderem auch auf der grobstofflichen Ebene auswirkt, ist jedoch aufgrund seines subtilen Charakters nicht experimentell belegbar.
Die vedischen Schriften erklären, dass der Körper, den wir erhalten, und die Bedingungen, unter denen wir geboren werden, einerseits von unseren inneren Wünschen und andererseits von unseren vergangenen Taten abhängen. Unsere Handlungsweise ist bestimmend, inwieweit unsere Wünsche erfüllt werden. Wir müssen uns so immer wieder mit neuen Lebenslagen auseinandersetzen, die uns helfen sollen, uns geistig zu entwickeln und reifer zu werden. Der um 1892 in Wien geborene Bhakti-Lehrer Walter Eidlitz nennt dies treffend "das reinigende Fegefeuer der sich ständig wiederholenden Geburten und Tode". Dem Bhakti-Schüler wird gelehrt, dass es nichts Schlechtes gibt, was ihm widerfahren kann, selbst wenn es in irgendeiner Weise schmerzhaft sein sollte. Denn alles dient letztendlich dazu, unser wahres Selbst wiederzuentdecken, um so in vollster Harmonie als liebender Diener mit Gott verbunden zu sein.
In der urchristlichen Lehre kannte man das Dogma der ewigen Verdammnis noch nicht. So finden sich in der Bibel zwar Aussagen darüber, wie der Lohn entsprechend der Handlung sein werde, es wird jedoch nie mit der ewigen Verdammnis gedroht.

Sein Frevel kommt zurück auf sein Haupt, auf seinen Scheitel seine Untat. (Ps 7.17)
In dem Werke seiner Hände ist der Gottlose verstrickt. (Ps 9.17)
Der Herr tat mir nach meiner Gerechtigkeit, nach der Reinheit meiner Hände vergalt Er mir; denn ich hielt des Herrn Wege, fiel nicht frevelnd ab von meinem Gott. Denn alle Seine Rechte hatte ich vor Augen, und Seine Satzungen tat ich nicht von mir. Ich war unsträflich gegen Ihn und hütete mich vor meiner Sünde. Darum vergalt mir der Herr nach meiner Gerechtigkeit, nach der Reinheit meiner Hände vor Seinen Augen. Gegen den Frommen zeigst Du Dich fromm, gegen den Redlichen redlich; gegen den Reinen zeigst Du Dich rein, gegen den Verkehrten verkehrt. (Ps 18.21-27)
Gib ihnen nach ihrem Tun und nach der Bosheit ihrer Taten; nach dem Werk ihrer Hände gib ihnen, vergilt ihnen, wie sie es verdienen! (Ps 28.4)
Gott spricht: Wehe dem Gottlosen! Ihm geht es schlimm; denn nach dem Tun seiner Hände wird ihm vergolten. (Jesaja 3.11)
Dein Wandel und deine Taten haben dir solches bereitet. Das ist die Frucht deiner Bosheit, dass es nun so bitter steht und dir ans Herz greift. (Jeremia 4.1
So soll denn auch Mein Auge nicht gütig blicken, und Ich will Mich nicht erbarmen; ihren Wandel bringe Ich über ihr Haupt. (Ez. 9.10)
Darum will Ich einen jeden von euch nach seinem Wandel richten, Haus Israel! spricht Gott der Herr. Kehret um und wendet euch ab von all euren Missetaten, damit sie euch nicht ein Anlass zur Bestrafung werden! (Ez. 18.30)
Nach deinem Wandel und nach deinen Taten will Ich dich richten, spricht Gott der Herr. (Ez. 24.14)
Denn der Sohn des Menschen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln kommen, und dann wird er jedem nach seinem Tun vergelten. (Mt. 16.27)
Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder empfange, je nachdem er im Leibe gehandelt hat, es sei gut oder böse. (2.Kor. 5.10)
Denn jeder wird seine eigene Bürde zu tragen haben. (Gal. 6.5)
Irret euch nicht! Gott lässt Seiner nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er auch ernten. (Gal. 6.7)
Welch grenzenlose Unbarmherzigkeit wird dem Ursprung aller Lebewesen mit dem Gedanken der ewigen Verdammnis unterschoben! Nicht einmal irdische Eltern würden ihre Kinder dem Fegefeuer preisgeben wollen. Der grösste Sünder könnte in 100 Jahren nicht so viele Untaten begehen, dass ein qualvolles Verweilen in alle Ewigkeiten gerechtfertigt erschiene - ohne die Möglichkeit zur Einsicht und Umkehr.
Die karmischen Gesetze sind sehr streng, denn sie richten sich nach dem Gesetz der Gerechtigkeit. In grundsätzlicher Form sind diese Richtlinien noch in fast allen Schriften der Welt zu finden. So werden wir einerseits zu Wahrhaftigkeit, Einfachheit, Barmherzigkeit, Demut, Hingabe, Widmung, Opferbereitschaft u.s.w. aufgefordert und andererseits vor Lust, Zorn, Gier, Neid usw. gewarnt. Doch im Laufe der Zeit und mangels verwirklichter Vertreter dieser Botschaften sind diese Anweisungen relativiert und verändert worden, bis sie schliesslich zu rein sozialpolitischen Moralvorstellungen verkommen sind. Gerade im Urchristentum bildete dieser Punkt eine der heftigsten Streitfragen. Die urchristliche Gemeinde Jerusalems um Jakobus hielt die strenge Einhaltung verschiedener Gebote für absolut notwendig, um ein gottgefälliges Leben zu führen. Sie meinten damit nicht die alten, bereits degenerierten jüdischen Gesetze (z. B. der Beschneidung), sondern vielmehr die Gesetze der Einfachheit, Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit wie sie Jesus gelehrt und gelebt hatte. Sie lehnten die von Paulus eingeführte Doktrin ab, wonach einzig der Glaube an Jesu wichtig sei. Solche Christen bezeichnete Origenes später als "Namenchristen".
(Vgl. R. Sträuli, Origenes der Diamantene, 1987, S. 91 - 96)

Dr. R. Eisenman stellt diesen Konflikt gestützt auf die Qumran-Rollen drastisch dar.

Die Apostelgeschichte, Josephus und die frühen Kirchenhistoriker zeichnen ein kohärentes, wenn auch höchst unvollständiges Bild von Jakobus, dem "Bruder des Herrn". Er erscheint als Ausbund der Gerechtigkeit - und zwar so sehr, dass er den Beinamen "der Gerechte" erhält - und ist der anerkannte Führer einer sektiererischen Religionsgemeinschaft (die ersten Christen galten als Sekte, Anmerk. d. Verfassers), deren Mitglieder "Eiferer für das Gesetz" sind. Er muss sich gegen zwei voneinander unabhängige Gegner behaupten. Einer davon ist Paulus, ein Aussenstehender, der anfangs die Gemeinde verfolgt, sich dann bekehrt und in die Gemeinschaft aufgenommen wird, schliesslich aber zum Renegaten wird, Ausflüchte erfindet und mit seinen Vorgesetzten ständig im Streit liegt, das Bild von Jesus usurpiert und seine eigene Lehre zu verkünden beginnt - eine Lehre, die zwar von der Lehre der Urchristen ausgeht, sie aber entstellt...
....Als er (Dr. R. Eisenman) die fragmentarischen Details in den Qumrantexten in einer zusammenhängenden Folge geordnet hatte, ergab sich eine ausserordentliche Übereinstimmung mit der Chronik, wie sie die Apostelgeschichte, Josephus und die frühen Kirchenhistoriker darstellen. Die Schriftrollen erzählen eine eigene Geschichte, und im Zentrum dieser Geschichte steht als einziger Protagonist der "Lehrer der Gerechtigkeit" - eine Persönlichkeit, die mit den gleichen Tugenden ausgestattet ist, die mit Jakobus assoziiert werden. Wie Jakobus ist der "Lehrer der Gerechtigkeit" der anerkannte Führer einer sektiererischen Religionsgemeinschaft, deren Mitglieder "Eiferer für das Gesetz" sind. Und wie Jakobus muss sich auch der "Lehrer der Gerechtigkeit" mit zwei voneinander unabhängigen Gegnern herumschlagen. Einer dieser Gegner wird als der "Lügenmann" - auch "Lügenpriester" oder "Mann der Lüge" - bezeichnet. Er ist ein Aussenstehender, der in die Gemeinde aufgenommen worden ist, sich dann als Renegat erweist, mit dem "Lehrer der Gerechtigkeit" in Streit gerät, die Lehre der Gemeinde zum Teil usurpiert und etliche Gemeindemitglieder auf seine Seite hinüberzieht. Im Habakuk-Kommentar (eine der Qumranrollen) steht geschrieben: "Die Abtrünnigen mit dem Lügenmann ... hörten nicht auf die Worte des Lehrers der Gerechtigkeit aus dem Munde Gottes." Statt dessen habe er sich an "die Abtrünnigen vom neuen Bund" gewandt, die "nicht an den Bund Gottes glauben und seinen heiligen Namen entweihten". Im Text ist ausdrücklich die Rede vom "Lügenmann, der verworfen hat das Gesetz inmitten ihrer ganzen Gemeinde". Und er spricht vom "Lügenprediger, der viele verleitete ... eine Gemeinde durch Lüge zu errichten".
Im weiteren heisst es von ihm, dass er viele "schwanger gehen liess mit Werken der Lüge". Dies sind aber genau die Vergehen, deren Paulus in der Apostelgeschichte angeklagt wird. Und genau diese Vergehen führen am Ende der Apostelgeschichte zu einem Angriff auf sein Leben...
... Im Habakuk-Kommentar wird dieselbe Stelle aus dem Buch Habakuk zitiert und anschliessend erläutert:
"'Aber der Gerechte soll leben durch seinen Glauben.' Seine Deutung bezieht sich auf Täter des Gesetzes im Hause Juda, die Gott erretten wird aus dem Hause des Gerichtes, wegen ihrer Drangsal und wegen ihres Glaubens an den Lehrer der Gerechtigkeit." Diese ausserordentliche Passage lässt deutlich eine Formulierung der Lehre der Urkirche anklingen. Diese besagt ausdrücklich, Drangsal und der Glaube an den "Lehrer der Gerechtigkeit" stelle den Weg dar zur Befreiung und Erlösung. Aus dieser Stelle in den Schriften vom Toten Meer muss Paulus das Fundament für seine Theologie abgeleitet haben. Aber in der fraglichen Stelle heisst es weiter und unmissverständlich, dass Drangsal und der Glaube an den "Lehrer der Gerechtigkeit" nur jene erretten werde, "die das Gesetz befolgen im Hause Juda". Aber gerade diese Betonung der Treue zum Gesetz geruhte Paulus zu ignorieren, und damit ist sein Streit mit Jakobus und den anderen Mitgliedern der Urkirche um die rechte Lehre vorprogrammiert." (M. Baigent/R. Leigh, Verschlusssache Jesus, 1991, S. 246 - 251)

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