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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  

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Dieses Thema hat 40 Antworten
und wurde 2.224 mal aufgerufen
 Atheismus/Agnostizismus
Seiten 1 | 2
Lukrez Offline




Beiträge: 5.513

04.12.2006 23:27
#26 RE: Über den Sinn der Existenz antworten
Und der Sinn nochmal ganz kurz zusammengefasst:
Alle Tiere befleißigen sich einer räuberischen Erwerbsform. Sie fallen Energonkollegen an, fressen ihre Teile, verdauen sie, und machen die gewonnene Energie den eigenen Zielen zugänglich.
(Das gilt nach der Energontheorie ganz genauso für berufliche Erwerbsformen)

Was das Christentum letztendlich als lebensfeindlich ad absurdum führt!
Liebet eure Feinde, bedeutet ernsthaft angewendet, die Selbstvernichtung.
Es ist nichts als religiöse Schwärmerei, ohne Bezug zur Lebenswirklichkeit.

Und wenn es einen (womöglich auch noch "lieben" ) Schöpfergott gäbe, was hätte er sich nur bei diesem barbarischen Prinzip gedacht? Aus diesem Prinzip gibt es kein Entrinnen, ausgenommen durch den Tod!

Treffendes dazu von Paul Thiry D'Holbach (1723-1789) - System der Natur oder von den Gesetzen der physischen und der moralischen Welt.

S. 124:
In den vielgerühmten Geboten und Ratschlägen, die Jesus Christus uns gegeben hat, finden wir schließlich nur überspannte Leitsätze, deren Anwendung unmöglich ist, Regeln, die wörtlich befolgt, der Gesellschaft schaden würden. In jenen Geboten aber, die wirklich angewendet werden können, finden wir nichts, was nicht den Weisen der Antike ohne die Hilfe der Offenbarung schon besser bekannt war. Dem Messias zufolge besteht sein ganzes Gesetz darin, Gott über alles zu lieben und seinen Nächsten wie sich selbst. Ist dieses Gebot möglich? Einen zornerfüllten, launischen, ungerechten Gott lieben, den Gott der Juden lieben! Einen ungerechten, unversöhnlichen Gott lieben, der grausam genug ist, seine Geschöpfe auf ewig zu verdammen! Das fürchterlichste Wesen lieben, das der menschliche Geist jemals hervorbringen konnte! Ist ein derartiges Wesen etwa geeignet, im Herzen des Menschen ein Gefühl der Liebe zu wecken? Wie soll man lieben, was man fürchtet? Wie soll man einen Gott verehren, unter dessen Geißel man zittern muß? Belügt man sich nicht selbst, wenn man sich einredet, ein so furchteinflößendes, zur Empörung reizendes Wesen zu lieben?
Seinen Nächsten wie sich selbst lieben, ist das eher möglich? Es liegt in der Natur jedes Menschen, vor allen anderen sich selbst zu lieben. Seine Nächsten liebt er überhaupt nur nach Maßgabe dessen, was sie zu seinem eigenen Glück beitragen. Er ist tugendhaft, wenn er seinem Nächsten Gutes tut, er ist großmütig, wenn er ihm seine Eigenliebe opfert. Er liebt ihn aber immer nur um der nützlichen Eigenschaften willen, die er in ihm findet. Er kann ihn nur lieben, wenn er ihn kennt, und seine Liebe zu ihm muß sich nach den Vorteilen richten, die ihm daraus erwachsen.
S. 125:
Seine Feinde zu lieben ist also ein unmögliches Gebot. Man kann es sich versagen, dem, der einem schadet, Böses zu tun; aber die Liebe ist eine Regung des Herzens, die nur in uns erwacht angesichts eines Gegenstandes, den wir als vorteilhaft für uns ansehen.
Die Christen mögen doch aufhören, uns die Vergebung des Unrechts als ein Gebot zu rühmen, das nur von einem Gott habe ausgehen können und das die Göttlichkeit seiner Moral beweise! Pythagoras hatte lange vor dem Messias gesagt, man räche sich an seinen Feinden nur, indem man sich bemüht, sie zu Freunden zu machen; und Sokrates sagte im "Kriton", daß es keinem Menschen gestattet sei, sich mit einem neuen Unrecht für ein erhaltenes Unrecht zu rächen.

S. 126:
Ganz allgemein kann man sagen, daß Fanatismus und Schwärmerei die Grundlage der Moral Christi bilden. Das Christentum ist fortwährend damit beschäftigt, entweder die Menschen durch bedrohliche Schrecken zu entwürdigen oder sie mit leichtfertigen Hoffnungen zu berauschen. Wie man sieht, erfordert diese Tugend (Glauben) einen totalen Verzicht auf den gesunden Menschenverstand, eine widersinnige Anerkennung unwahrscheinlicher Tatsachen, eine blinde Unterwerfung unter die Autorität der Priester, der einzigen Bürgen für die Wahrheit der Dogmen und Wunder ...


Wenn du es nicht wagst, den Sinnen zu trauen, stürzen die Pfeiler des Lebens ein. (Lukrez)

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

05.12.2006 08:29
#27 RE: Über den Sinn der Existenz antworten

Hallo Lukrez,

auch wenn ich mehr auf Epikur stehe, sei herzlich hier im Forum willkommen.
Sieht so aus, als könnte es interessante Diskussionen mit dir geben.




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Etymon Offline



Beiträge: 60

05.12.2006 12:35
#28 RE: Über den Sinn der Existenz antworten

In Antwort auf:
Für sämtliche Lebewesen ist der Erwerb arbeitsfähiger Energie die wichtigste Voraussetzung ihrer Existenz. Da Energie nicht selbst erzeugt werden kann, ist es für alle Lebewesen Voraussetzung, dass sie die für sie notwendigen Energiemengen aus Umweltquellen gewinnen. Erlischt diese Fähigkeit, dann erlischt ihr Leben, sie sterben. Bei der Fortpflanzung wird soviel Energie weitergegeben, dass die Nachkommen, die für ihr selbstständiges Leben notwendige Energie besitzen.


Was unterscheidet den Menschen von allen anderen Geschöpfen Gottes?
Der Mensch hat von seinem Schöpfer als einziges Lebewesen die Fähigkeit erhalten, komplizierte Zusammenhänge zu erforschen und zu begreifen. Er hat somit von Gott die Fähigkeit bekommen, Gott in dem Geschaffenen zu erkennen. Wenn der Mensch aber nun in dem Geschaffenen, welches ihm sein Leben ermöglicht, Gott erkennt, dann liegt es doch nahe, das Gott von uns Dank und Ehre für all das, was ER um unseretwillen Geschaffen hat, erwarten kann.

Darin liegt der eigentliche Sinn des Lebens. Wir sind geschaffen, IHM zu danken und IHN zu ehren. Da Gott aber nun keine Roboter haben wollte, die diesen Zweck erfüllen, darum hat ER dem Menschen einen freien Willen gegeben, mit dem er sich sowohl für, als auch gegen seinen Schöpfer entscheiden kann.

Wenn ein Mensch nun in dem Geschaffenen Gott nicht erkennen WILL, dann hat er sich gegen Gott gewandt und wird die Konsequenzen tragen müssen. Hat ein Mensch aber nun in dem Geschaffenen Gott erkannt und gibt IHM dafür Dank und Ehre so ist er trotz seiner Sünden, durch sein Vertrauen auf Gott, nach dem ewigen Evangelium errettet.

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Christsein ohne Bekehrung ist wie ein Wettrennen ohne Startschuss. Du rennst zwar, aber es zählt nicht

Etymon Offline



Beiträge: 60

05.12.2006 12:36
#29 RE: Über den Sinn der Existenz antworten

Das einzige, was jetzt noch stört,ist die eben schon angesprochene Sünde.Gott ist heilig und somit absolut sündlos! ER kann darum nicht, auch nur eine einzige Sünde in SEINEM Himmel dulden. Um diese Kluft zwischen dem heiligen Gott und dem sündigen Menschen zu überbrücken, sandte ER seinen Sohn Jesus Christus. Dieser wurde Mensch, lebte unter uns und war der Einzige, der nicht gesündigt hat.

ER der Sündlose, trug stellvertretend die Strafe für unsere Sünden, damit wir von unserer Schuld gereinigt sind und so nun von Gott begnadigt werden können.

Da du dieses Gnadenangebot Gottes nun kennst, liegt es an dir, ein Gnadengesuch an Gott zu stellen.Denn erst wennDu erkannt hast, dass du aufgrund deiner Schuld und Sünde die Gnade Gottes brauchst und IHN um deine Begnadigung bittest, wird ER sie auch dir gewähren. Stellst Du dieses Gnadengesuch nicht,bleibst du schuldig vor Gott und wirst niemals Gemeinschaft mit IHM haben.

Es ist ein Irrtum, zu glauben, mit dem Tod sei alles aus, denn Gott ist ewig und so sind auch die Ziele Gottes mit den Menschen auf die Ewigkeit angelegt.

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Christsein ohne Bekehrung ist wie ein Wettrennen ohne Startschuss. Du rennst zwar, aber es zählt nicht

Vanion Offline

Atheist


Beiträge: 1.568

05.12.2006 12:44
#30 RE: Über den Sinn der Existenz antworten

<Was unterscheidet den Menschen von allen anderen Geschöpfen Gottes?
Der Mensch hat von seinem Schöpfer als einziges Lebewesen die Fähigkeit erhalten, komplizierte Zusammenhänge zu erforschen und zu begreifen. Er hat somit von Gott die Fähigkeit bekommen, Gott in dem Geschaffenen zu erkennen. Wenn der Mensch aber nun in dem Geschaffenen, welches ihm sein Leben ermöglicht, Gott erkennt, dann liegt es doch nahe, das Gott von uns Dank und Ehre für all das, was ER um unseretwillen Geschaffen hat, erwarten kann.<

Also Preiset Jhwh, Allah, das FSM, Vishnu, Marduk, Ra, Zeus, Buddah, Jesus und alle Götter die ich bisher vergessen habe.

Manchmal denk ich mir echt wieso Christen davon ausgehn der Begriff Gott wäre ein Eigenname

<darum hat ER dem Menschen einen freien Willen gegeben<

den hat er dem Menschen mit seinem Obstverbot sogar vorenthalten, der Teufels wars dem die Menschen ihren Freien Willen verdanken (und sein leben).
(davon abgesehn das die Christenliche Altertestamantsinterpretation falsch ist)

<mit dem er sich sowohl für, als auch gegen seinen Schöpfer entscheiden kann.<

schwarz/weiß denken, er kann sich doch ein bischen für ihn entscheiden, oder ein bischen weniger usw. usf.
denn freier Wille bedeutet nicht das man sich zwischen 2 Dingen sondern zwischen Allen Dingen entscheiden kann.


<Wenn ein Mensch nun in dem Geschaffenen Gott nicht erkennen WILL, dann hat er sich gegen Gott gewandt und wird die Konsequenzen tragen müssen.<

Warum regst du dich denn so auf wenn jemand halt nicht mit deinem Gott spielen will? Ist doch kein grund zum Drohen

Vanion Offline

Atheist


Beiträge: 1.568

05.12.2006 12:50
#31 RE: Über den Sinn der Existenz antworten
<Das einzige, was jetzt noch stört,ist die eben schon angesprochene Sünde.<

Also mich stört die nicht...


<Denn erst wennDu erkannt hast, dass du aufgrund deiner Schuld und Sünde die Gnade Gottes brauchst und IHN um deine Begnadigung bittest, wird ER sie auch dir gewähren.<

Das ist doch klar, erst wenn ich mir einbilde Schnupfen zu haben kann ich mir einbilden dafür eine Medizin zu brauchen und kann mir
schlussendlich einbilden ich wäre Geheilt.

<Es ist ein Irrtum, zu glauben, mit dem Tod sei alles aus<

Da ein glauben nicht auf Wissen/Tatsachen beruht kann man im Glauben auch nicht Irren

<denn Gott ist ewig<

ect. pp. blabla

Alles in allem der übliche Christenquark schön in Kreislogik eingewickelt... ein Teufelskreis sozusagen

Ronnie77 ( Gast )
Beiträge:

05.12.2006 12:54
#32 RE: Über den Sinn der Existenz antworten

In Antwort auf:

Da du dieses Gnadenangebot Gottes nun kennst, liegt es an dir, ein Gnadengesuch an Gott zu stellen.Denn erst wenn Du erkannt hast, dass du aufgrund deiner Schuld und Sünde die Gnade Gottes brauchst und IHN um deine Begnadigung bittest, wird ER sie auch dir gewähren. Stellst Du dieses Gnadengesuch nicht,bleibst du schuldig vor Gott und wirst niemals Gemeinschaft mit IHM haben.



Was hat den dieser Gott davon, wenn du dich schuldig fühlst und um Vergebung bittest?
So eine Gemeinschaft mit diesem Gott lehne ich dankend ab!
Als ich mich vom Glauben an Gott gelöst hatte lebte ich viel leichter.
Als ich an Gott glaubte fühlte ich mich schuldig. "Er wird mir hoffentlich meine Schuld vergeben"
Um zu ihm zu gehören musste ich mich schuldig fühlen und ein armer Sünder sein.
Seit ich Gott als Hypothese betrachte und die Verantwortung auf mich genommen hatte ist das Leben viel schöner.
Es ist ja für die Menschen ziemlich einfach: Sie sagen Gott hat die Verantwortung, ich bin klein....
Wenn ich die Verantwortung aber nicht trage, wozu bin ich dann hier?



Lukrez Offline




Beiträge: 5.513

05.12.2006 20:14
#33 RE: Über den Sinn der Existenz antworten
@Etymon
Was mich an der christlichen Religion am allermeisten stört, das ist die sog. Erbsünde!
Eigentlich gibt es in keiner anderen Religion solch ein blödsinnniges und auch menschenverachtendes Konstrukt.
Die beste Erklärung für den sog. "Sündenfall" gibt Hans Joachim Rieseberg in seinem Buch
"Arbeit bis zum Untergang - Die Geschichte der Naturzerstörung durch Arbeit"

Die Arbeit als Ackerbauer veränderte das Verhältnis des Menschen zu der ihn umgebenden Natur grundsätzlich und nachhaltig. Sie muß auch auf ihn sehr prägend gewirkt haben, denn der Mensch hat diesen Schock des Übergangs nie richtig verarbeiten können, sondern ihn mit allen möglichen Mitteln zu verdrängen versucht.
Eines der Hauptverdrängungsinstrumente dürfte die Erfindung der Religion, der Glaube an das Jenseitige gewesen sein. Der Schock der Arbeit, der bis heute als Fluch bezeichnet wird, war für den Menschen so schwerwiegend, daß er bis heute nicht akzeptiert hat, daß er ihn selbst herbeigeführt hat.


»Verflucht sei der Acker, um deinetwillen, mit Kummer sollst du dich drauf nähren dein Leben lang, Dornen und Disteln soll er dir tragen und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis daß du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist.«

Den Volltext des Buches und auch andere sehr lesenswerter Bücher, u.a. von Ulrich Horstmann, gibt es hier:
http://u1u1.de/R/Rieseberg/index.htm
Sehr lesenswert auch die ausgezeichnete Seite über Horstmann:
http://www.untier.de/

Wenn du es nicht wagst, den Sinnen zu trauen, stürzen die Pfeiler des Lebens ein. (Lukrez)

Lukrez Offline




Beiträge: 5.513

05.12.2006 21:11
#34 RE: Über den Sinn der Existenz antworten
Hallo Bruder Spaghettus,

Lukrez ist ja Verkünder der Lehre Epikurs!
Sein Ziel ist die Befreiung des Menschen von der Religion, und zwar durch Erkenntnis.
Seine Philosophie sollte dem Menschen Gemütsruhe und Gelassenheit geben und ihm die Furcht vor dem Tode und den Göttern nehmen.

Ich musste mir einen neuen passenden Namen suchen, da mein sonstiger Forenname hier leider schon vergeben war!

Wenn du es nicht wagst, den Sinnen zu trauen, stürzen die Pfeiler des Lebens ein. (Lukrez)

Ahriman Offline



Beiträge: 1.493

16.02.2007 08:54
#35 RE: Über den Sinn der Existenz antworten

Was den Sinn des Lebens betrifft, halte ich mich an Monty Python. Wenn einer den Film "Der Sinn des Lebens" noch nicht kennt, dann wird es aber Zeit, ihn anzusehen! Gibt es auf DVD, ist nicht mal teuer.
Die einfachste Lebensregel finden wir in dem alten schön Kinderbuch "Der kleine Lord". Cedric Lord Fauntleroy sagt, daß jeder Mensch mit seinem Leben diese Welt etwas besser machen sollte.
Der streng rational-wissenschaftlich denkende Mensch, wie es Atheisten eigentlich sein sollten, weiß, daß wir wie alle Lebewesen nur Wegwerfartikel der Evolution sind. Der Sinn des Lebens besteht darin, die Gene weiterzugeben, also sich erfolgreich fortzupflanzen. In dieser Kunst sind wir Menschen Weltmeister - wäre gut, wenn wir uns da endlich mal bremsen würden.
Da es nun keinen höheren Sinn des menschlichen Lebens gibt, bleibt uns nichts anderes übrig, unserem Leben selbst einen Sinn zu geben. Je besser uns das gelingt, umso zufriedener können wir am Ende zurückblicken und entsprechend leichter sterben - ganz im Sinne Lord Fauntleroys.
Ein Christ, der immer nur demütig vor seinem Gott im Staub lag, weil man ihm gesagt hat, das sei der wahre Sinn des Lebens, kann sich damit zufriedengeben, wenn sein geistiger Horizont eng genug ist. Selig sind die, die da arm im Geiste sind, hat Jesus sehr richtig gesagt. Fängt er aber an zu denken, kommt die Frage, ob das wohl genug gewesen sei. Luther warnte davor, die Vernunft sei der größte Feind des Glaubens, hat er gesagt. Wilhelm Busch äußerte sich ähnlich: "Wer in Glaubenssachen den Verstand befragt, bekommt lauter unchristliche Antworten."
Übel dran sind die Menschen, denen es nicht gelang, ihrem Leben einen Sinn zu geben, was allzuoft nicht ihre Schuld ist.

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Glaubst du noch oder denkst du schon?

deor Offline



Beiträge: 4

21.02.2007 22:26
#36 RE: Über den Sinn der Existenz antworten

@xeres
Wäre ein "Sinn des Lebens" nicht letztenendes eine Einschränkung?

Das habe ich mich auch gefragt - kannst du deine Gedanken dazu mal darlegen?

Xeres Offline




Beiträge: 2.587

21.02.2007 22:45
#37 RE: Über den Sinn der Existenz antworten

In Antwort auf:
Wäre ein "Sinn des Lebens" nicht letztenendes eine Einschränkung?

Das habe ich mich auch gefragt - kannst du deine Gedanken dazu mal darlegen?
Wenn es dir Freude macht:
In jedem Lebewesen hat ein Grundlegendes Programm. Ernährung, Selbstschutz und Fortpflanzung sind durch Triebe geregelt auf die man größtenteils kaum Einfluss hat. Die meisten Lebewesen haben eigentlich ganz gut damit zu tun. Was immer an Zeit übrig bleibt kann man auf irgendeine Art und Weise nutzen.
Stünde ein tieferer Sinn hinter dem ganzen, so wäre ich sicher, dass er mindestens so offensichtlich ist wie den Hunger den man spürt.
Offensichtlich gibt es also nichts, was wir im Leben tun müssten, außer zu Leben (und selbiges zu behalten).
Damit haben wir die Freiheit zu tun und zu lassen was wir möchten, wenn es unser Leben nicht beeinträchtigt.
Gäbe es einen Sinn des Lebens, woran auch immer man ihn erkennen mag, so wäre es eindeutig ein Einschnitt in unsere Souveränität, unser Leben so zu Leben wie wir es gern hätten.

Mh, joa, soweit meine Anschauung

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Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

22.02.2007 07:33
#38 RE: Über den Sinn der Existenz antworten

Klar, da ist was dran.

Andererseits empfinde ich Ernährung, Selbstschutz und Fortpflanzung, also den evolutionären Lebenssinn, in keiner Weise als Einschränkung. Manchmal sogar eher als das Gegenteil.
Selbst die Leute, die die Befolgung der wahnsinnigsten Gebote eines Gottes als Lebenszweck sehen, sich deshalb unstrittig ungeheuer einschränken müssen, empfinden das nicht als Einschränkung sondern als Vorteil.

Bleibt die Frage, ist eine Einschränkung die ich nicht als solche empfinde trotzdem eine?

Ahriman Offline



Beiträge: 1.493

22.02.2007 11:06
#39 RE: Über den Sinn der Existenz antworten

Zitat von Xeres
Stünde ein tieferer Sinn hinter dem ganzen, so wäre ich sicher, dass er mindestens so offensichtlich ist wie den Hunger den man spürt.

Die Sache wird bitter, wenn wir sie rein naturwissenschaftlich betrachten. "Leben" jetzt mal definiert als alles das was auf diesem Planeten fleucht und kreucht: Der Sinn dieses Lebens, als dessen, was lebt, ist allein, in der Wechselbeziehung zur Umwelt erfolgreich zu sein und seine Gene weiterzugeben. Fertig - aus. Das einzelne Individuum, Pflanze, Tier oder Mensch ist dabei absolut und völlig bedeutungslos. Es geht allein um die Erhaltung der Art.
Wie gesagt, diese Erkenntnis ist für den Menschen bitter. Ich nenne das den "Fluch der Vernunft". Hätten wir den Verstand nicht, ginge es uns besser, wir sehen es an den Tieren. Und so ließ Goethe ja auch den Mephisto zu Gott über den Menschen sagen:
"Ein bißchen besser könnt er leben,
hätt'st du ihm nicht den Schein des Himmelslichts gegeben.
Er nennt's Vernunft und braucht's allein
nur tierischer als jedes Tier zu sein."
Womit er recht hat. Es gibt nur eine Tierart außer dem Menschen, die seinesgleichen zum Lustgewinn foltert, das sind die Bonobos. Aber die sind Menschenaffen!
Der Sinn unseres Daseins wäre demgemäß, Kinder zu zeugen, diese aufzuziehen und dann möglichst bald zu sterben. Eben das, was alle anderen Lebewesen tun. Da wir aber ein bißchen Intellekt haben, sagen wir sehr richtig: "Das kann doch nun nicht alles sein!" und suchen nach einem höheren Sinn.
Die wenig intelligenten unter uns tun sich dabei schwer. Denken ist noch unangenehmer als Arbeiten, es tut so weh im Kopf. Also lassen sie sich einen "Sinn des Lebens" fertig liefern, man nennt es Religion. Wer etwas mehr Grips hat, dem genügt das nicht, er sucht nach mehr. An dieser Stelle wird es gefährlich, weil sich die meisten auch über die Religion hinaus immer noch sagen lassen, was "sinnvoll" sei, statt selbst zu denken. So wurde uns gesagt, es sei sinnvoll, die Nachbarländer kriegerisch zu überfallen und zu unterjochen. Es wurde uns gesagt, es sei sinnvoll, die Juden zu ermorden - und so weiter. George W. Bush sagt den Amerikanern, es sei sinnvoll, Krieg zu führen. Nicht alle glauben es, und die jungen Männer müssen dran glauben...
Viele hielten das "Dulce et decorum est, pro patria mori" (Süß und ehrenvoll ist es, für das Vaterland zu sterben) für einen besonders edlen Sinn des Lebens, und dabei ahnten sie nicht, daß Horaz, der das sagte, in der Schlacht bei Philippi Fersengeld gab und abhaute. Da hat er wohl gemerkt, daß das Sterben für das Vaterland wohl doch nicht der richtige Sinn des Lebens war.
Für den wirklich denkenden Menschen heißt das, daß keinesfalls immer das der richtige Sinn des Lebens ist, was die anderen ihm als solchen verkaufen wollen! Dabei ist die Auswahl groß.
Um ein ganz willkürlich herausgegriffenes Beispiel zu zeigen: Ich bin der Meinung, das Peter Ustinow ein wahrhaft sinnvolles Leben führte: Er hat ungezählten Menschen viel Freude und Frohsinn gegeben!

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Ahriman Offline



Beiträge: 1.493

22.02.2007 11:13
#40 RE: Über den Sinn der Existenz antworten

In Antwort auf:
Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen,

Der sogenannte "Biblische Fluch".
Gerade an diesem Satz zeigt sich, daß die Bibel von unwissenden Menschen geschrieben wurde. "Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen" ist, wie wir heute wissen, ein sehr guter Ratschlag, wie man gesund leben kann. Wer in unserer modernen Gesellschaft bei der Arbeit nicht schwitzen muß, geht ins Fitneßstudio oder macht Jogging.
Wäre der unbekannte Bibelschreiber, allgemein "Moses" genannt, klüger gewesen, so hätte der Biblische Fluch gelautet: "Du sollst am Leben hängen und den Tod über alles fürchten!"
Denn das ist der Fluch, der auf dem Menschen liegt. Die Furcht vor dem Tod macht es möglich, den Menschen zu beherrschen, ihn zu versklaven und ihn, so paradox das auch klingt, in den Tod zu treiben: "Wenn du nicht auf die Franzosen (Engländer, Russen usw) schießt, wirst du erschossen!"

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Ahriman Offline



Beiträge: 1.493

23.02.2007 09:34
#41 RE: Über den Sinn der Existenz antworten

Zitat von Etymon
Wir sind geschaffen, IHM zu danken und IHN zu ehren.

So was auch, nein! Also Gott saß auf seinem Thron und langweilte sich. Da erschuf er Menschen und sagte: Huldigt mir! Betet mich an! Und die Menschlein knieten vor ihm, beteten ihn an und krochen ihm in den - und Gott saß da und freute sich, es gefiel ihm wie man ihn lobhudelte. Genau wie Adolf Hitler in Nürnberg auf dem Reichsparteitag, wie Stalin auf der Tribüne vor dem Kremel am 1. Mai.
Du liebe Zeit, ist euer Gott so primitiv?!
Zitat von Vanion
darum hat ER dem Menschen einen freien Willen gegeben<

Oh ja, und gleichzeitig hat er zum Menschen gesagt: "...und wehe dir, wenn du deinen freien Willen gebrauchst, um dich von mir abzuwenden..." Ja, wozu ist dann dieser freie Wille gut, der offensichtlich nicht frei gebraucht werden darf? Sklavenhalter ließen ihre Sklaven auch frei herumlaufen. Aber wenn diese zu weit weg gingen, kamen sie mit Hunden hinter ihnen her und peitschten sie aus und verstümmelten sie. Ist der Mensch ein Sklave Gottes? Wozu taugt uns der freie Wille, wenn wir seine Leibeigenen sein sollen?

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"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

"Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" (Immanuel Kant)

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