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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 520 mal aufgerufen
 Christentum
Zeus Offline




Beiträge: 103

10.09.2006 00:36
(Katholische) Kirche im NS / Holocaust antworten
Ich glaube zwar, dass ich das Thema hier irgendwo schon gesehen habe, finde es aber nicht mehr. Falls es das schon gibt, dann sagt mir bitte Bescheid, dann kann der Beitrag hier wahrscheinlich verschoben werden.
Nun zum Thema: Es gibt ja schon länger die Diskussion über die Rolle der Kirche im NS und im Holocaust . Ich habe mich ein wenig informiert und frage mich jetzt, wie die Kirche es so erfolgreich schafft, sich solcher unangenehmen Themen zu entledigen!
Kurz nach der Machtergreifung der Nazis wurden ja im Grunde alle katholischen Jugendverbände aufgelöst. Die Kirche hat protestiert, konnte gegen Hitler aber nichts ausrichten. Später hat sie sogar einen Vertrag mit Hitler unterzeichnet. Das war allerdings noch gerechtfertigt, da Hitler bei Ablehnung mit völliger Verbannung der Kirche aus Deutschland drohte (grob gesagt).

Ich springe gleich zum Hauptthema: Als der Holocaust dann langsam begann, hat die Kirche im Grunde so gut wie nichts aktiv unternommen. Sie hat für einige fliehenden Juden eine Überreise nach GB/USA mithilfe teilweise gefälschter Papiere erlangen können. Ansonsten natürlich noch Unterbringung fliehender Juden in einigen Klostern, was aber nicht von Dauer war. Dazu noch ein paar kleinere Aktionen. Falls ich hier etwas Wichtiges vergessen habe, dann fügt es bitte hinzu. Die Kirche hat damit einigen wenigen Juden geholfen, Millionen aber keine Hilfe angeboten. Während des gesamten Krieges hat sich die Kirche NIEMALS offen gegen den NS und Hitler ausgesprochen. Der Papst hat damals zu starken Nationalismus als falsch angeprangert. Ebenso ein paar weitere Dinge, die im NS vorhanden waren. Das waren allerdings niemals offene Kritiken, immer allgemein gehalten und kaum konstruktiv.

Was ich unglaublich komisch finde: Sobald Rom von den Alliierten eingenommen wurde, hagelte es geradezu mit Kritik am Krieg, NS, Judenverfolgung... Was hindert einen Papst daran, das schon vorher zu tun? Sehr mysteriös.
Es geht sogar noch weiter: Der Papst hat sich niemals gegen den Russlandfeldzug ausgesprochen. Er war sogar ein starker Befürworter des Kampfes gegen den Bolschewismus. Warum? Hmm, mal überlegen. Bolschewismus = Kommunismus = anti-religiös, anti-kapitalistisch. Ist das ein Grund, einen Krieg zu befürworten?
Die Kirche lässt mal wieder eine Menge Lücken... Was ich sowieso nicht verstehe: Warum gibt es im Vatikan Büchereien und Chroniken, religiöse Schriften und mehr, die "nicht für die Öffentlichkeit zugänglich" sind? Was soll da denn so schlimmes drinstehen, dass niemand außer dem Papst, ein paar Bischöfen und wenigen Anderen das einsehen darf? Tja, darüber spricht man ja nicht. Schade eigentlich.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

11.09.2006 14:11
#2 RE: (Katholische) Kirche im NS / Holocaust antworten

Na, dass die katholische Kirche nicht eingiges unternommen hätte, um Verfolgten die Flucht ins Ausland zu ermöglichen, stimmt aber nun wirklich nicht: http://de.wikipedia.org/wiki/Rattenlinie




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Zeus Offline




Beiträge: 103

27.09.2006 17:46
#3 RE: (Katholische) Kirche im NS / Holocaust antworten

wow, ich bin echt enttäuscht, dass hier niemand Stellung bezieht. Mir geht es hier weniger um religiöse Dinge, sondern den weltlichen Einfluss der Kirche und seine Schattenseiten.

Fenris Offline

Freidenker

Beiträge: 1.345

28.09.2006 09:23
#4 RE: (Katholische) Kirche im NS / Holocaust antworten

@Zeus

In Antwort auf:
wow, ich bin echt enttäuscht, dass hier niemand Stellung bezieht. Mir geht es hier weniger um religiöse Dinge, sondern den weltlichen Einfluss der Kirche und seine Schattenseiten.

Mag daran liegen, wie Du schon selber festgestellt hast, dass das Thema allgemein, nicht nur hier im Forum, schon aus allen Ecken beleuchtet wurde.
Ich persönlich finde, dass das Verhalten der Kirche im 2. Weltkrieg nur eines von vielen Kapiteln ist, welches die Diskrepanz zwischen ihrer Lehre und dem was sie praktiziert, aufzeigt. Die Blutspur der kirchlichen Politik ist fast so lang wie diese alt ist. Heute sind für viele die Nazis das ultimative „Böse“ und die Opfer des Holocaust die ultimativen „Opfer“. Auch für mich ist dieses Verbrechen gegen die Menschheit eine Tragödie, nur bin ich der Meinung, man sollte alle geschichtlichen Ungeheuerlichkeiten mit der gleichen Elle messen.

Wiedergutmachungen sind immer nur ein tropfen Balsam auf die Wunden derer, die unter solchem Horror gelitten haben und für die meisten kommt diese Einsicht eh viel zu spät. Aber Gerechtigkeit sollte alle berücksichtigen, denen solch ein Leid wieder fahren ist und sei es nur, dass man sie wenigstens nicht unter den Teppich der Geschichte kehrt.

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