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Dieses Thema hat 10 Antworten
und wurde 845 mal aufgerufen
 Philosophie und Wissenschaft
the swot ( Gast )
Beiträge:

12.11.2006 19:04
Du sollst Vater und Mutter ehren.... antworten

Vor zwei Wochen sah ich die Simpsons(ja die Simpsons). Ganz so dämlich scheint mir diese Sendungd nicht zu sein, denn sie hat eine interessante Frage aufgeworfen auf die ich auf Anhieb keine Antwort finden konnte.....
Und zwar ging es um folgendes:
Bart und Lisa waren in der Sonntagsschule und lernten dort etwas über die Hölle. Lisa hatte nun totale Angst vor der Hölle und wollte sich in Zukunft strikt an die 10 Gebote halten. Zur gleichen Zeit hat sich Homer einen illegalen Kabelanschluss zugelegt. Lisa ist davon alles andere als begeistert, denn es heißt ja "Du sollst nicht stehlen!".Sie versucht Homer davon zu überzeugen, dass es Unrecht ist, was er tut. Homer interessiert das allerdings herzlich wenig. Lisa sieht keine andere Möglichkeit als ihren Vater zu verraten. Doch in dem Punkt hat sie nun einen Gewissenskonflikt, denn es heißt ja auch "Du sollst Vater und Mutter ehren!".

Wäre es nun in Anbetracht der 10 Gebote moralisch verwerflich seinen vater zu verraten?

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Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

12.11.2006 21:31
#2 RE: Du sollst Vater und Mutter ehren.... antworten

Da die 10 Gebote selbst in weiten Teilen unsinnig bis unmoralisch sind halte ich es für unlogisch, daraus moralisch Verwerfliches herleiten zu können.

Ansonsten ist es völlig normal, dass ethische Werte an Kreuzungspunkten in Konflikt miteinander geraten. Dann muss jeder entscheiden, welcher Wert für ihn der höhere ist. Da gibt es für mich keine gleichbleibenden ständige Ordnung, es kommt ganz auf die Situation drauf an. Ich würde meinen Vater im gleichen Fall nicht verraten.




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SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.475

13.11.2006 17:31
#3 RE: Du sollst Vater und Mutter ehren.... antworten

naja, würde es denn vater und mutter ehren, wenn man sie einen falschen Weg weitergehen lässt? PayTV ohne zu bezahlen ist vielleicht nur ein Hint auf eine generell lockere lebenshaltung was diesen bereich betrifft. Dort nicht einzugreifen, auch wenn man Kind ist halte ich für problematisch. Auch und gerade in bezug auf die Gebote. denn wenn man wieder besseren wissens, in diesem Fall das stehlen, unterstützt, indem man nichts sagt, bringt das 1)Unehre für die Eltern, und 2) macht man sich mitschuldig. Mitschuldig durch unterlassen.

Wie ein Vorgehen nun im Einzelenen aussieht ist sicherlich Sache der Situation. Nicht tun ist aber in jedem fall die Schlechtere Lösung ...

naja wie auch immer. Es macht eh jeder was er will. Gerade in diesem Punkt. Sieht man ja jeden Tag.


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

O servator, sempiterne
Te grati coluimus, Odor atrox quo nons superfundis intolerabilis est (Epica - facade of reality)

Xeres Offline




Beiträge: 2.587

13.11.2006 19:11
#4 RE: Du sollst Vater und Mutter ehren.... antworten

Zitat von the swot
Wäre es nun in Anbetracht der 10 Gebote moralisch verwerflich seinen vater zu verraten?
In anbetracht der 10 Gebote... Sind die Gebote der Wichtigkeit nach geordnet? Das erste war doch "Du sollst keinen anderen Gott neben mir haben" oder so ähnlich. Wenn das zuträfe würde ich, wollte ich nach den Geboten entscheiden, schauen welches Gebot vorrang hätte.
Grundsätzlich würde ich nach dem entscheiden, was mir einen Vorteil brächte oder den geringsten Nachteil.
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Sie glaubt an Gott, aber sie glaubt auch, daß das Radio wegen den winzigen Leuten dadrin funktioniert.
(Woody Allen, amerikan. Schauspieler u. Regisseur, *1935)

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

13.11.2006 22:52
#5 RE: Du sollst Vater und Mutter ehren.... antworten

In Antwort auf:
Auch und gerade in bezug auf die Gebote. denn wenn man wieder besseren wissens, in diesem Fall das stehlen, unterstützt, indem man nichts sagt, bringt das 1)Unehre für die Eltern, und 2) macht man sich mitschuldig. Mitschuldig durch unterlassen.


Dass ich die 10 Gebote insgesamt für moralisch wertlos halte, hatte ich doch schon gesagt. Auch Ehre ist ein Begriff, der mir irgendwie gegen die Hutschnur geht. Was soll das sein? In einem Umfeld, in dem so was üblich ist würde es vielleicht sogar Anerkennung bringen. Mitschuldig? Nach deutschem Recht hat man bei solchem Verwandschaftsverhältnis sogar vor Gericht das Recht die Aussage zu verweigern.
Für mich wär abzuwägen, was ich leichter in Kauf nehmen könnte. Die Eltern zu verpfeifen und er Bestrafung auszusetzen, mich dabei selbst als eins von den "braven" Kids aus 1984 zu fühlen oder in Kauf zu nehmen, dass ein PayTV Sender bisschen weniger verdient. Ist klar und in einer Sekunde zu beantworten.

Alles andere ist mir viel zu praxisfremd.




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SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.475

14.11.2006 07:10
#6 RE: Du sollst Vater und Mutter ehren.... antworten

In Antwort auf:
Dass ich die 10 Gebote insgesamt für moralisch wertlos halte, hatte ich doch schon gesagt.


Und das ist uns auch klar lieber Bruder. Wir hatten ja auch nur hinsichtlich der Frage von Swot gepostet, die nun mal ausdrücklich einen inhaltlichen Bezug zu den 10 Geboten herstellen wollte.

Dass für dich die 10 Gebote allein schon durch das erste ihren Wertverlust anzeigen kann und sollte an anderer Stelle diskutiert werden.

In Antwort auf:
Auch Ehre ist ein Begriff, der mir irgendwie gegen die Hutschnur geht. Was soll das sein? In einem Umfeld, in dem so was üblich ist würde es vielleicht sogar Anerkennung bringen.
Jedenfalls sind damit nicht so Sachen wie "Ehrenmorde" gemeint. Mir ist durchaus bewusst, dass biblische Begrifflichkeiten im Kontext der heutigen zeit einen zuweilen flauen Beigeschmack haben mögen.

In Antwort auf:
Mitschuldig? Nach deutschem Recht hat man bei solchem Verwandschaftsverhältnis sogar vor Gericht das Recht die Aussage zu verweigern.
Unschuldig würde dadurch aber weder ich, noch meine Eltern. Denn ein urteil kann selbst Verweigerung der Aussage - im Namen des Volkes - erfolgen.

In Antwort auf:
Die Eltern zu verpfeifen und er Bestrafung auszusetzen, mich dabei selbst als eins von den "braven" Kids aus 1984 zu fühlen oder in Kauf zu nehmen, dass ein PayTV Sender bisschen weniger verdient.
Dass du dich an die "braven Kids" aus 1984 erinnert fühlst, und daraufhin so urteilst ist doch kein Verbrechen. Nur wirst du nicht davon ausgehen können, dass alle Menschen in diesem Punkt so denken wie du. Und deine Gedanken für richtig zu halten, und sie infolgedessen sogar bei allen menschen einfordern zu wollen, wird dir als höchst kritischem geist ja nicht mal Ansatzweise in den Sinn kommen.

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Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

14.11.2006 08:27
#7 RE: Du sollst Vater und Mutter ehren.... antworten

In Antwort auf:
Nur wirst du nicht davon ausgehen können, dass alle Menschen in diesem Punkt so denken wie du. Und deine Gedanken für richtig zu halten, und sie infolgedessen sogar bei allen menschen einfordern zu wollen, wird dir als höchst kritischem geist ja nicht mal Ansatzweise in den Sinn kommen.


Nein, natürlich nicht. Zumal wir ja schon mal festgestellt hatten, dass man auch von unterschiedlichen ethischen Ansatzpunkten heraus zu gleichen Ergebnissen kommen kann. Aber cool finden würde ich es schon

Du hast Recht, swot ging es nicht um die Wertung der Gebote allgemein sondern um die Konkurrenz einzelner Werte. Da gibts doch eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Entweder die Gebote stellen durch ihre Nummern bereits ein Werteskala da, wie es Xeres schon angedacht hat, oder es muss je nach Situation entschieden werden, welcher Wert im konkreten Moment der höhere ist. Auch ich würde, wie er, dann danach urteilen, was mir den größeren Vorteil oder den geringeren Nachteil bringt. Aber dann sind nicht mehr die Gebote Grundlage meiner Ethik, sondern ich selbst. Das könnte also swot nicht akzeptieren. Wie man auf der Grundlage der Gebote aber Regeln ableiten will, welcher Wert im konkreten Moment der höhere ist, ist mir nicht klar.

Ich orientiere mich am evolutionären Humanismus. Dazu gibt es ein schönes kleines Buch von Michael Schmidt-Salomon. Darin sind nicht nur die 10 An-gebote sondern auch ein schönes Beispiel für Wertekonkurenz.

Nach den 10 Geboten sollst du nicht lügen. Was aber, wenn zur NS Zeit die Gestapo vor der Tür steht und fragt, ob du nen Juden versteckt hast oder sowas von anderen weißt? Die Antwort wäre doch wohl einfach, ohne damit groß in Konflikt kommen zu müssen.
Aber auch im gesamten gesellschaftlichen Leben sind kleine Lügen nicht nur üblich, sondern sogar notwendig um den gesellschaftlichen Umgang aufrecht zu erhalten. Wenn dich z.B. die Gastgeberin fragt, wie dir ihr Kuchen schmeckt, wenn du nette Komplimente machst um die Atmosphäre zu heben, wenn du deinem Arbeitgeber auf die unerlaubte Frage nach Schwangerschaft antwortest (na ja, du vielleicht selbst nicht) usw.

Ähnlich verhält es sich natürlich auch mit dem Gebot seine Eltern zu achten. Warum? Nur weil sie Eltern sind? Egal ob sie schon mal eigenen Kinder zu Tode geprügelt haben, sie im Dreck sitzen lassen, quälen usw.? Soll eine Tochter ihren Vater achten, der sie als kleines Kind mißbraucht hat? Aber ich merke schon, ich komme wieder zu dem Thema was die 10 Gebote eigentlich wert sind. Mach ich mal lieber Schluss, was mir zu swots Frage eingefallen ist, steht ja schon da.




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Mit diesem Beitrag wurden folgende Inhalte verknüpft
SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.475

15.11.2006 07:15
#8 RE: Du sollst Vater und Mutter ehren.... antworten

In Antwort auf:
Nach den 10 Geboten sollst du nicht lügen. Was aber, wenn zur NS Zeit die Gestapo vor der Tür steht und fragt, ob du nen Juden versteckt hast oder sowas von anderen weißt? Die Antwort wäre doch wohl einfach, ohne damit groß in Konflikt kommen zu müssen.


In solchen Verdachtsfällen stand die Gestapo oft nicht nur vor der tür, und ließen sich durch eine bloße Verneinung aufhalten. Meine Großeltern haben selbst zwei Juden und einen Sinti versteckt( sie selbst waren auch noch Zeugen Jehovas), niemals zeit und ortgleich - was zu gefährlich war. Die Gestapo, die mehrmals an der Tür war, stürmte ohne zu fragen mit den Spritzen das Haus und durchsuchten es. Mein Großvater wurde einige Male nachtsüber verhört gesagt hat er aber einfach NICHTS. Wer Nichts sagt, lügt auch nicht, oder? Zumindest wird es schwierig ihn der Lüge zu bezichtigen. So kann man die Sache in diesem konkreten Punkt auch behandeln.

Aus taktgründen gewisse nettigkeiten zu erwähnen, halte ich nicht sofort für eine Lüge. Zur Lüge wird es für mich erst dann, wenn eine böswillige Absicht, jemanden dadurch zu schaden aufkommt. Etwa wenn ich den gastgebern sage, wie gut mir alles gefällt, hintenherum aber mit den anderen Gästen genau das gegenteil von mir gebe. Du hast also recht, es ist eine Sache der abwägung und die Beweggründe spielen eine entscheidene Rolle.
Und gerade in diesem Punkt ist mir nur eines völlig sicher: Dass ich noch keine absolutes Verständnis in diesem Punkt habe; kommt Alter kommt Erfahrung ---> meine Hoffnung

In Antwort auf:
Ähnlich verhält es sich natürlich auch mit dem Gebot seine Eltern zu achten. Warum? Nur weil sie Eltern sind? Egal ob sie schon mal eigenen Kinder zu Tode geprügelt haben, sie im Dreck sitzen lassen, quälen usw.? Soll eine Tochter ihren Vater achten, der sie als kleines Kind mißbraucht hat?


Das ist es, was die meisten menschen mit dem Begriff "Ehre" verbinden. Jemandem gehorchen, unterwürfig sein, bloß nichts sagen, alles mitmachen - was fürn Quark. Jemanden zu ehren, bedeutet aus biblischer Sicht gar nicht selten ihn auf ein Fehlverhalten aufmerksam zu machen. Nicht nur das: Ändert der Betreffene sein Verhalten nicht, gereicht es ihm zur Wiederherstellung der Ehre, wenn man ihn offiziell anklagt, und die Angelegenheit durch ein gericht klären lässt; der betreffende eine Strafe auferlegt bekommt, wodurch er - wenn er nun erkennt, dass er falsch gehandelt hat - seine Ehre wiederherstellen kann.

In dem von dir geschilderten fall wäre es also keineswegs eine Ehrerbietung, wenn die Tochter aus Angst heraus, ihren Vater nicht zu ehren, gar nichts sagt.
Wie Gott einen solchen Fall behandlen würde ist auch klar: Aber das geht den meisten doch wieder zu weit. Im Gegenzug wird dann wieder lamentiert , wenn dasgleiche Verbrechen von der gleichen Person abermals begangen wird...das ist grotesk.

Zu den 10 AN-Geboten sind mir noch ein paar Gedanken gekommen; ich werde darauf heute nachmittag näher eingehen.

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Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

15.11.2006 10:35
#9 RE: Du sollst Vater und Mutter ehren.... antworten

In Antwort auf:
Jemanden zu ehren, bedeutet aus biblischer Sicht gar nicht selten ihn auf ein Fehlverhalten aufmerksam zu machen. Nicht nur das: Ändert der Betreffene sein Verhalten nicht, gereicht es ihm zur Wiederherstellung der Ehre, wenn man ihn offiziell anklagt, und die Angelegenheit durch ein gericht klären lässt; der betreffende eine Strafe auferlegt bekommt, wodurch er - wenn er nun erkennt, dass er falsch gehandelt hat - seine Ehre wiederherstellen kann.


Da hatte ich wohl Ehre mich Achtung verwechselt, ich hatte im Gedächnis: Du sollst deine Eltern achten und ehren.

Ich habe mal in der OnlineBibel nach Ehre gesucht. Ein Beispiel, dass deiner Deffinition nahe kommt, habe ich aber nicht gefunden. Vielleicht, weil da ja nur kleine Ausschnitte angezeigt werden. Aber haufenweise welche für die Ehre, die nur reinen Lobgesang meint. Die Klärung über das Gericht würde ich im Falle eines günstigen Ausgangs als Wiederherstellung der Ehre bezeichnen, aber niemals als Ehrung selbst. Kann mir auch nicht vorstellen, dass jemand, der angeklagt wird, diese Anklage selbst als Ehrung empfindet noch damals empfunden hat.




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SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.475

21.11.2006 09:16
#10 RE: Du sollst Vater und Mutter ehren.... antworten

Hallo Spaghettus

Ehre ist ja auch kein allzukleiner begriff, als das es für ihn nicht die verschiedensten Einflussbereiche gäbe...
Folgender text gibt mir da zu denken...Sprüche 27:6

6 Treu [gemeint] sind die von einem liebenden Freund zugefügten Wunden, aber die Küsse eines Hassers müssen erbeten werden.

Auf den ersten Blick scheint das mit Ehre in dem von uns besprochenem Fall nichts zu tun zu haben.

Jemanden auf ein Fehlverhalten aufmerksam zu machen, vor allem aber ihm so weit wie möglich hilfe an zu bieten, bedeutet sicherlich für den Missetäter im ersten Moment mitunter Schmerz. Im Nachhinein jedoch kann dadurch - wenn der fehler eingesehen wird - die Ehre, und das hängt ja mit daran, wieder hergestellt werden. Wenn man allerdings nur auf "die Wunden" achtet wird man eine zurechtweisung kaum als Ehre betrachten. Wie das dann im einzelen abläuft, ist Sache der Situation.


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aussätziger Ungläubiger Offline




Beiträge: 33

27.11.2006 12:25
#11 RE: Du sollst Vater und Mutter ehren.... antworten

In Antwort auf:
Vor zwei Wochen sah ich die Simpsons(ja die Simpsons). Ganz so dämlich scheint mir diese Sendungd nicht zu sein, denn sie hat eine interessante Frage aufgeworfen auf die ich auf Anhieb keine Antwort finden konnte.....
Und zwar ging es um folgendes:
Bart und Lisa waren in der Sonntagsschule und lernten dort etwas über die Hölle. Lisa hatte nun totale Angst vor der Hölle und wollte sich in Zukunft strikt an die 10 Gebote halten. Zur gleichen Zeit hat sich Homer einen illegalen Kabelanschluss zugelegt. Lisa ist davon alles andere als begeistert, denn es heißt ja "Du sollst nicht stehlen!".Sie versucht Homer davon zu überzeugen, dass es Unrecht ist, was er tut. Homer interessiert das allerdings herzlich wenig. Lisa sieht keine andere Möglichkeit als ihren Vater zu verraten. Doch in dem Punkt hat sie nun einen Gewissenskonflikt, denn es heißt ja auch "Du sollst Vater und Mutter ehren!".


Die Simpsons sind ja ein Spiegelbild unserer Gesellschaft.

Den Gewissenskonflikt,mit dem Lisa hier zu kämpfen hat(es ist weis Gott nicht ihr einziger),löst sie für sich schließlich mit ihrem stummen Protest.
Indem sie so an Homers Gewissen appelliert zwingt sie ihn letztlich zur Einsicht, sein unrechtes Tun nämlich den Kabel-Klau selbst zu beenden.
Gegen Barts Einsprüche, der ja oft als Stimme der Unvernunft auftritt, zerschneidet Homer am Ende der Episode die Kabel,
und erinnert den vor verschneitem Bildschirm zurückgelassenen Zuschauer daran ,vielleicht einmal über das eine oder andere nachzudenken.

Genial!


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