Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  

Der substanzielle  Dialog
 
"Je suis Charlie!"
Für Säkularismus und Religionskritik!


Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 16 Antworten
und wurde 893 mal aufgerufen
 Atheismus/Agnostizismus
Surtur Offline



Beiträge: 10

15.11.2006 22:54
Weder, noch antworten
Ich hoffe, dieser Thread passt hier am besten hinein.

Noch bis vor einigen Monaten bin ich selbst überzeugter Atheist gewesen. Doch seit einiger Zeit denke ich über einen anderen Gedanken nach, welcher eine Grundhaltung bedeutet, die weder mit Religion, noch mit Atheismus zu hat. Dennoch werde ich hoffentlich die gleiche Meinung wie einige Atheisten haben.

Nun, hier meine Gedanken.

Ich habe mir überlegt, wie es wohl wäre, wenn niemals eine Form des Theismus aufgekommen wäre. Dann wäre auch niemals der Atheismus entstanden. Offen gesagt, halte ich Atheismus auch für eine Form des Glaubens, da man die Nicht-Existenz eines Gottes ebenso wenig wie die Existenz beweisen kann. Das klingt für viele nach Agnostik, ich nenne es ganzheitlichen Realismus. Realismus ist, wie der Name schon sagt, die Ausrichtung an den realistischen Fakten. Diesen Realismus wende ich nun auf mein gesamtes Verständnis an. Demnach kann ich mit heutigen Mitteln nichts beweisen, außer, dass ich nichts weiß, wie Sokrates schon sagte. Wahrheiten können nur innerhalb eines rationalen Rahmens entdeckt werden, sprich, innerhalb unseres Verständnisses. Um die absolute Wahrheit über eine Sache zu erfahren, müsste man alles wissen, um das Irrelevante ausschließen und so das Wissen bestimmen zu können. Ich werde es einmal bildlich veranschaulichen.

Nehmen wir an, ich stehe an einem Punkt. Von diesem Punkt führen viele Wege in unterschiedliche Richtungen. Jeder dieser Wege repräsentiert ein Gedankenkonstrukt, wie z. B. Theismus und Atheismus. Die meisten Menschen gehen einen dieser Wege und werden von dieser Idee und ihren Begrifflichkeiten eingeschränkt. Ich bleibe an meinem Punkt stehen und schaue auf alle Gedankenwege. Ich werde erst losgehen, wenn am Ende eines der Wege die uneingeschränkte, vollbewiesene Wahrheit steht.

Ich hoffe, dass war einigermaßen verständlich. Aber natürlich besteht meine Auffassung nicht nur aus Unwissen. Wie gesagt, wurden alle wissenschaftlichen Erkenntnisse innerhalb eines logischen Rahmens bewiesen. Da diese Erkenntnisse am Wahrscheinlichsten sind, erkenne ich sie als "begrenzte Wahrheiten" an.

Edit: Trotz dieser scheinbar "toleranten Haltung" lehne ich den Anspruch der Kirche auf die einzige und absolute Wahrheit entschieden ab, da niemals ein Beweis, auch nicht in einem rationalen Rahmen, erbracht wurde.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

16.11.2006 08:16
#2 RE: Weder, noch antworten

Hallo Surtur,

willkommen hier.

Es ist immer interessant neue Wege zu gehen. Dein Weg scheint aber erst mal zu sein, stehen zu bleiben und abzuwarten. So nach dem Motto: Was kümmerts mich? War ne zeitlang auch meine Haltung. Inzwischen fühle ich mich aber als Atheist bzw. Pastafari zunehmend diskriminiert. Es nervt auch dass die Kirche versucht ihre Werte als die einzig gültigen hinzustellen. Es ist schädlich, wenn die Kirche Millardenförderung bekommt, die woanders fehlen usw. Alles ganz praktische Sachen.
Was hat das mit deinem Thema zu tun? Für mich gibt es nur einen Weg obig Beschriebenes abzustellen: gesellschaftliches und rechtliches Vorgehen gegen die Institutionen und Auseinandersetzung mit ihren inhaltlichen Lehren. Da sehe ich auch einiges anders als du. Sicher lässt sich die Nichtexistenz eines Gottes, höheren Prinzips usw nicht beweisen. Genau wie vieles andere auch nicht, z.B. dass es keinen Weihnachtsmann gibt. Nichtexistenz ist halt nicht beweisbar. Empirisch deutet aber so viel mehr darauf hin dass es keinen Gott gibt, um es für mich als Fakt zu werten.
Noch einfacher ist es mit den jeweiligen personalisierten Göttern. Deren Nichtexistenz lässt sich schon allein aus den Paradoxen ihrer Lehren jeweiligen heiligen Bücher herleiten. Hinzu kommt, wie du auch gesagt hast, wir können nur im Rahmen unseres Verständnisses urteilen. Sollte es einen Gott geben, wäre es uns völlig unmöglich den in diesem Rahmen zu erfassen. Erst recht unmöglich wäre dann natürlich eine Personalisierung.

Intellektuell verstehe ich dein weder-noch ganz gut, praktisch halte ich es für die falsche Haltung. Oder bist du trotz dieses Abwartens bereit, dort auch aktiv vorzugehen wo du gesellschaftlich schädigende Einflüsse der Kirchen und des Glaubens wahrnimmst, dagegen vorzugehen und bist du doch auch bereit, solche Einflüsse zu suchen und finden?




--------------------------------------------------

Ronnie77 ( Gast )
Beiträge:

16.11.2006 10:29
#3 RE: Weder, noch antworten

@Surtur

Über den Atheismus habe ich mir auch ähnliche Gedanken gemacht.

Wenn ein Mensch an irgend einen Gott glaubt, dann ist dieser Gott für ihn das höchste Ideal.
Wenn ein Mensch an keinen Gott glaubt und auch keiner anderen Religion (Buddhismus, eine Religion ohne Gott) angehört, dann kann man ihn als Atheisten bezeichnen.
Ein Atheist lebt nach seinen eigenen Werten und Idealen und schafft sich somit eigentlich seine eigenen Götter.
Nur wenn du bei dir selbst die Wahrheit suchst, und keinen anderen Ideal nacheiferst, dann gehst du deinen Weg.
Wahrheit ist nämlich nicht für jedermann auf die selbe weise zugängig, man kann sie daher nur bei sich selbst suchen. Wenn Wahrheit für jeden gleich wäre, dann würde es auch keine Kriege mehr geben. Die Kirche hat daher kein Recht die Wahrheit für sich alleine zu beanspruchen!

Fenris Offline

Freidenker

Beiträge: 1.345

16.11.2006 11:05
#4 RE: Weder, noch antworten
Hallo Surtur

sehe es eigentlich ähnlich wie Ronnie, ausser das ich Werte und Ideale nicht mit Götter vergleichen würde, dafür sind sie mir zu wichtig.


Hast Du Deinen Nick eventuell der Edda entnommen? Gibt dazu ein gutes Gedicht.

Surtur from the south
wielding fire
The gods' swords shine in the darkness,
like stars in the night
Mountains collapse into rubble
And fiends shall fall
Man walks the road to ruin
as the sky splits in two






__________________________________________________
Das Tier taugt zu allem, was es soll, vollkommen. Der Mensch zu nichts recht, als was er lernt, liebt und übt. (Johann Heinrich Pestalozzi 1746-1827)

Surtur Offline



Beiträge: 10

16.11.2006 15:23
#5 RE: Weder, noch antworten

@ Bruder Spaghettus:
Du sagst, meine Haltung bedeutet stehenbleiben und abwarten. Aber das ist es nicht. Obwohl ich ganzheitlich orientiert bin, muss ich mich dennoch in der Welt zurechtfinden. Daher richte ich mich in gewisser Weise an den wahrscheinlichsten Dingen aus. Das ist die Wissenschaft. Das Ziel der Wissenschaft ist die Suche nach der Wahrheit. Der Weg der Wissenschaft ist die Suche nach dem Wahrscheinlichsten.

Dennoch schließe ich niemals aus, dass es es noch eine andere Erklärung geben könnte, egal wie unwahrscheinlich sie ist. Allerdings muss diese Erklärung immer in einem Rahmen begründet sein, der mir zugänglich ist. Ergo, ich werde niemals eine Kette von "Wahrheiten" hinnehmen, in der ein Glied fehlt. Genau das tut aber die Kirche, daher meine Abneigung gegen solche Institutionen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse dagegen bauen stehts aufeinander auf. Und wenn nicht, dann wird es eine Theorie genannnt und nicht Erkenntnis.

@ Fenris:
Ja, mein Name kommt aus der Edda. Surtur ist der Feuerriese, das erste Lebewesen in der nordischen Mythologie. Dein Name kommt auch aus diesen Mythen. Der Fenriswolf. Gute Wahl.

Fenris Offline

Freidenker

Beiträge: 1.345

16.11.2006 16:29
#6 RE: Weder, noch antworten

Zitat von Surtur
Ich bleibe an meinem Punkt stehen und schaue auf alle Gedankenwege. Ich werde erst losgehen, wenn am Ende eines der Wege die uneingeschränkte, vollbewiesene Wahrheit steht.


Warum die Zeit nicht besser nutzen um am eigenen Weg zu arbeiten? Ich denke niemand kann Dir Deinen Weg so „vordenken“, dass er zu Deinem Weg wird. So wie bei den Emotionen die, obwohl gleich beschrieben, jeder individuell empfindet, so ist die ultimative Wahrheit nur bei sich selbst zu finden.

Ich denke aber, der Hinweis oder die Begründung, dass Atheismus auch eine Art Glauben sei, wird zwar häufig angeführt, entspricht aber nicht der Tatsache. Ich glaube nicht an die Nicht-Existenz Gottes sondern weiss, für mich persönlich, dass Gott nicht existiert, ohne dass es einer (unlogischen) Beweisführung bedarf. Man muss das natürlich im Zusammenhang mit der Definition von Gott (oder Götter) sowie unser Beziehung zu diesen sehen, damit schliesse ich aber nicht automatisch aus, dass es noch Dinge gibt, deren Existenz und Eigenschaften wir uns momentan nicht einmal in den wildesten Träumen vorstellen können. Diese Offenheit bewahre ich auch als Atheist.



__________________________________________________
Das Tier taugt zu allem, was es soll, vollkommen. Der Mensch zu nichts recht, als was er lernt, liebt und übt. (Johann Heinrich Pestalozzi 1746-1827)

Surtur Offline



Beiträge: 10

16.11.2006 17:36
#7 RE: Weder, noch antworten

Du bezeichnest es für dich persönlich als Wissen, also als bewiesen, dass Gott nicht existiert. Aber ich bezeichne mich selbst nicht umsonst als ganzheitlichen Realist. Von diesem Standpunkt aus kann ich im Prinzip nichts beweisen, nichts als Wahrheit benennen, nur in einem bestimmten Rahmen. In einem solchen Erkenntnissrahmen argumentierst du, wenn du sagst, dass kein Gott oder ähnliches existiert. Schließlich wurde von der Wissenschaft oft genug ein Gegenargument gegen jede Form von Religion erbracht.

Zitat: "Warum die Zeit nicht besser nutzen um am eigenen Weg zu arbeiten? Ich denke niemand kann Dir Deinen Weg so „vordenken“, dass er zu Deinem Weg wird. So wie bei den Emotionen die, obwohl gleich beschrieben, jeder individuell empfindet, so ist die ultimative Wahrheit nur bei sich selbst zu finden."

Dass ich mich von Begriffen wie Theismus und Atheismus, die unsere Existenz bestimmen wollen, entferne, ist Teil meiner Grundhaltung. Denn meines Erachtens sind Erkenntnisse, die ohne ein grundlegendes Wissen der Materie (irgendwo muss man ja anfangen), völlig wertlos. Das ist es was Realismus ausmacht. Die Suche nach einer realistischen klarstrukturierten Wahrheit. Die Wahrnehmung aller wahrnehmbaren Dinge. Diese Dinge befinden sich in dem mir zugänglichen Wissensspektrum. Dieses Spektrum vergrößert sich mit jeder Erkenntnis, die innerhalb dieses Spektrums bewiesen wurde. Die Ganzheitlichkeit bezieht sich auf den Aspekt, dass ich jede mögliche Erkenntnis in mein potentielles Spektrum einbeziehe.

Das Beispiel mit dem Punkt und den Gedankenwegen war vermutlich schlecht gewählt. Stell dir lieber einen Kreis vor. Er ist schwarz. In der Mitte befindet sich ein weißer Punkt, welcher mein Wissen darstellt. Der schwarze Bereich ist demnach, das Wissen, das es noch zu erforschen gilt. Mit der Zeit füllt sich der Kreis. Wenn er voll ist, weiß ich alles.

Ich hoffe, dieses Beispiel war verständlicher. Ich habe also keine apathische Haltung und warte ab, welcher der richtige Weg ist. Mein Verstand ist stetig in Bewegung und nimmt ständig neue Informationen auf. Nur lasse ich mich dabei von keiner Information einschränken und blind für andere Möglichkeiten machen.

Fenris Offline

Freidenker

Beiträge: 1.345

17.11.2006 09:10
#8 RE: Weder, noch antworten

Zitat von Surtur
Du bezeichnest es für dich persönlich als Wissen, also als bewiesen, dass Gott nicht existiert. Aber ich bezeichne mich selbst nicht umsonst als ganzheitlichen Realist.

Dies Aussage ist im erwähnten Zusammenhang mit der Definition von Gott und der wechselseitige Beziehung der Gläubigen zu diesem (diesen) zu betrachten. Ein personifizierter Gott, dessen höchste Priorität darin besteht, den Menschen mit detaillierten Geboten und Gesetzen, teils zuwider deren Natur, zu massregeln und unter ständiger Androhung von Strafe sicherzustellen, dass sein Geschöpf im Staube, in den zu werfen es sich aus Dankbarkeit verpflichtet sieht, liegen bleibt. Ein Gott, der seine höchste Erquickung anscheinend nur durch die ständige Lobhudelei seiner geschaffenen Wesen erfährt und akribisch Buch führt, damit er dann irgendwann, nachtragend wie er ist, einem die Quittung für sein eigenes Versagen, welches die Gläubigen paradoxerweise auf den freien Willen abwälzen, um die Ohren haut. Diese Art von Gott existiert für mich definitiv nicht und ich werde in meinem Leben keine Gedanken darüber verschwenden, ob solch ein Gott möglicherweise doch existieren könnte.

Dieses menschliche Fantasiegebilde, das ständig zwischen Erschaffen und Vernichten hin und her gerissen wird und seine Existenz durch seine Nichtbeweisbarkeit unterstreicht, sprengt mein Verständnis von Realität und realistisch sein. Offenheit und offen sein heisst für mich nicht, jeden Mist als eventuell möglich in Betracht zu ziehen. Dies schliesst die Existenz einer übergeordneten „Intelligenz“ nicht aus, lässt mich aber auch erkennen, dass es überhaupt keinen Sinn macht, diese mit meinem „untergeordneten“ Potenzial in irgend einer Art und Weise auch nur im Ansatz zu charakterisieren oder noch schlimmer, schon vorsorglich, trunken vom Gedanken an mögliche Paradiese, speichelleckend Halleluja zu singen.



__________________________________________________
Das Tier taugt zu allem, was es soll, vollkommen. Der Mensch zu nichts recht, als was er lernt, liebt und übt. (Johann Heinrich Pestalozzi 1746-1827)

Surtur Offline



Beiträge: 10

17.11.2006 14:07
#9 RE: Weder, noch antworten

Das sagte ich auch nicht. An Dingen, deren Wahrscheinlichkeit zu existieren, verschwindend gering ist (du erwähntest beispielsweise das Paradis), kann und werde ich mich niemals ausrichten. Ich halte mich an die wahrscheinlichsten Dinge. Aber all das schrieb ich bereits in meinem letzten Post wesentlich ausführlicher und werde das hier nicht noch einmal wiederholen.

Antony11 ( Gast )
Beiträge:

17.11.2006 15:05
#10 RE: Weder, noch antworten

Zitat von Fenris
Ein personifizierter Gott, dessen höchste Priorität darin besteht, den Menschen mit detaillierten Geboten und Gesetzen, teils zuwider deren Natur, zu massregeln und unter ständiger Androhung von Strafe sicherzustellen, dass sein Geschöpf im Staube, in den zu werfen es sich aus Dankbarkeit verpflichtet sieht, liegen bleibt.
Harte Worte, nur dass es bei dem Gott im Tanach der Juden um eben deren Gott geht und deren Vorväter sich verpflichteten den Weg zu gehen den ER ihnen aufzeigte.
Es war also keinerlei Zwang vorhanden, noch nicht einmal die Drohung des Todes, wenn sie sich anders entschieden hätten, die Juden damals.

Den Menschen selber bürdet dieser Gott keine großen Pflichten auf, ausser dass es gut wäre die 10 Gebote zu halten und das Blut nicht mit dem Fleisch essen, mehr ist nicht für uns.
Also warum dann deine Aggressionen?

Zudem, niemand kann beweisen, dass es Gott nicht gibt, ebenso wenig wie jemand beweisen kann, dass es IHN gibt, wenn der Gegenpart nicht bereit ist, bestehende mathematische Gesetze als gegeben zu akzeptieren, die den unsichtbaren paralellen Bereich bestätigt.

Ich finde es reichlich müsig, über etwas zu diskutieren, das im Grunde genommen ein Streit mit sich selbst darstellt, denn das Gefühl bestätigt eine "höhere Macht", die Ratio des rein logischen Verstandes liegt darin in Widerspruch, kann aber im Prinzip über die Möglichkeiten der mathematischen Grundlehren zu den Bereichen der Unsichtbarkeit die entsprechenden logischen Schlußfolgerungen ziehen.

Das Problem dabei befindet sich lediglich in einem Selbst, ob man welche Schlußfolgerung wie interpretieren möchte.

Ergo, ist alles Subjetiv, da es sich um ausschließliche Gedankengebilde handelt die manche Begebenheiten zu Hilfe nehmen um das eine zu Bestätigen, das andere aber ablehnen.

Xeres Offline




Beiträge: 2.587

17.11.2006 16:13
#11 RE: Weder, noch antworten

In Antwort auf:
Zudem, niemand kann beweisen, dass es Gott nicht gibt, ebenso wenig wie jemand beweisen kann, dass es IHN gibt, wenn der Gegenpart nicht bereit ist, bestehende mathematische Gesetze als gegeben zu akzeptieren, die den unsichtbaren paralellen Bereich bestätigt.
Mathematische Gesetzte die einen Gott beweisen können? Nach Euler (a+b^n)/n = x, oder wie ist das gemeint? Wie schon zu tausendmalen erwähnt ist es nicht nötig zu beweisen das Gott nicht existiert. Vor Gericht muss man auch die Schuld beweisen, nie die unschuld...
__________________________________________________
Sie glaubt an Gott, aber sie glaubt auch, daß das Radio wegen den winzigen Leuten dadrin funktioniert.
(Woody Allen, amerikan. Schauspieler u. Regisseur, *1935)

Fenris Offline

Freidenker

Beiträge: 1.345

17.11.2006 16:19
#12 RE: Weder, noch antworten

Hallo Anthony

Was für dich harte Worte sind, bezeichne ich selber als „klare“, die meistens keiner nachträglichen Deutung bedürfen.
Das Du meine Definition nur auf die Juden beziehst ist etwas einseitig, weil das Gottesbild der kath. Kirche ebenso meiner Darstellung entspricht.

In Antwort auf:
Also warum dann deine Aggressionen?

Komme ich wirklich als aggressiv rüber? Bin ich eigentlich nicht, obwohl sicher ein gewisser Hang zur Provokation nicht von der Hand zu weisen ist.

In Antwort auf:
Ich finde es reichlich müsig, über etwas zu diskutieren, das im Grunde genommen ein Streit mit sich selbst darstellt, denn das Gefühl bestätigt eine "höhere Macht", die Ratio des rein logischen Verstandes liegt darin in Widerspruch…

Es sollte Dir doch bekannt sein, dass ich mich zu dieser „höheren Macht“ bekenne aber leider auch die Erfahrung gemacht habe, dass einige mit dieser Bezeichnung einfach das Gottesbild umbenennen ohne wirklich die Eigenständigkeit des Begriffs zu erkennen.
Meiner Ratio widerspricht es einfach, einer „höhere Macht“ oder vielleicht besser einer „übergeordnete extraterrestrische Intelligenz“ mit meinem dadurch automatisch unzulänglichen Verständnis, irgendwelche Absichten oder Eigenschafen unterzujubeln.
Woher soll ich wissen, dass diese mich schuf, liebt und sich auch nach meinem Tod um mich kümmert, wenn ich sie nicht begreifen kann. Soll ich dies einfach annehme, aus dem schlichten Fakt meiner Existenz oder weil’s sich so angenehmer leben lässt? Erscheint Dir das rational und widerspruchslos?

In Antwort auf:
Zudem, niemand kann beweisen, dass es Gott nicht gibt, ebenso wenig wie jemand beweisen kann, dass es IHN gibt, wenn der Gegenpart nicht bereit ist, bestehende mathematische Gesetze als gegeben zu akzeptieren, die den unsichtbaren paralellen Bereich bestätigt.


Auch diese Aussage ist m.E. nicht ganzheitlich durchdacht. Auch wenn diverse Parallel-Universen bestehen, alle mathematischen und physikalischen Gesetze gleich oder komplett anders sind etc. besteht doch der Anspruch auf einen „Gott“ im Kostüm des gütigen Vaters in keiner Art und Weise. Die Zeit unsere Existens auf Erden ist im Vergleich
zu den zeitlichen Prozessen im Universum fast nicht messbar, daher ist es ebenfalls durchaus denkbar, dass wir, sobald
entdeckt, gnadenlos ausgemerzt werden. Auch dieses Szenarion lässt sich weder beweisen noch dementieren.

Meine Definition der "höheren Macht" habe ich Dir schon einmal zu erklären versuch, im Sinne von -durch den Begriff als solchen bereits definiert-, worauf Du nicht näher eingegangen bist. Du kannst mir gerne einmal (oder endlich)und ich bin ehrlich gespannt, Deine Definition dieser „übergeordneten Macht“ erläutern.

__________________________________________________
Das Tier taugt zu allem, was es soll, vollkommen. Der Mensch zu nichts recht, als was er lernt, liebt und übt. (Johann Heinrich Pestalozzi 1746-1827)

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

17.11.2006 17:49
#13 RE: Weder, noch antworten

In Antwort auf:
Aber all das schrieb ich bereits in meinem letzten Post wesentlich ausführlicher und werde das hier nicht noch einmal wiederholen.


Ich würde mich aber sehr freuen, wenn du mal deine Meinung zu meinen Auslassungen von oben
In Antwort auf:
Nichtexistenz ist halt nicht beweisbar. Empirisch deutet aber so viel mehr darauf hin dass es keinen Gott gibt, um es für mich als Fakt zu werten.
Noch einfacher ist es mit den jeweiligen personalisierten Göttern. Deren Nichtexistenz lässt sich schon allein aus den Paradoxen ihrer Lehren jeweiligen heiligen Bücher herleiten. Hinzu kommt, wie du auch gesagt hast, wir können nur im Rahmen unseres Verständnisses urteilen. Sollte es einen Gott geben, wäre es uns völlig unmöglich den in diesem Rahmen zu erfassen. Erst recht unmöglich wäre dann natürlich eine Personalisierung.


sagen würdest. Hälst du auch die Nichtexistenz dieser personalisierten Götter für nicht bewiesen?




--------------------------------------------------

Surtur Offline



Beiträge: 10

17.11.2006 18:44
#14 RE: Weder, noch antworten

Ganzheitlich betrachtet ist natürlich nichts auszuschließen, solange man nicht alles weiß. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass tatsächlich ein personifizierter Gott existiert verschwindend gering. Solche Gottheiten sind allem Anschein nach nur menschliche Konventionen. Diese Annahme wird dadurch verstärkt, dass viele der Thesen von Religionen, welche personifizierte Gottheiten anbeten, entweder, wie du sagtest, widersprüchlich sind, oder durch die Wissenschaft mit Beweisen widerlegt wurden. Kurz gesagt, ich schließe die Existenz eines solchen Gottes nicht aus, allerdings ist die Wahrscheinlichkeit dafür so gering, dass ich diese Möglichkeit kaum beachte. Sollte jemand mir gegenüber so etwas behaupten, also die Existenz eines personifizierten Gottes, dann muss er mir zusammenhängende Beweise liefern, die bis in mein Verständnisspektrum reichen.

Antony11 ( Gast )
Beiträge:

17.11.2006 22:10
#15 RE: Weder, noch antworten

Zitat von Fenris
Es sollte Dir doch bekannt sein, dass ich mich zu dieser „höheren Macht“ bekenne aber leider auch die Erfahrung gemacht habe, dass einige mit dieser Bezeichnung einfach das Gottesbild umbenennen ohne wirklich die Eigenständigkeit des Begriffs zu erkennen.
Da bin ich der gleichen Ansicht, es wurde einfach zuviel Schindluder getrieben um da noch durchblicken zu können, deshalb bin ich ja Agnostiker, obwohl ich auch in manchen Dingen dem freily zustimme und manchmal in Konfrontation gehe, aber das verträgt er schon.

Die paar ungeklärten Dinge die unser Thema noch betreffen, was solls, damit kann ich leben, ich bilde mir nicht ein alles wissen zu müssen.

Fenris Offline

Freidenker

Beiträge: 1.345

21.11.2006 14:36
#16 RE: Weder, noch antworten

Zitat von Antony11
Die paar ungeklärten Dinge die unser Thema noch betreffen, was solls, damit kann ich leben, ich bilde mir nicht ein alles wissen zu müssen.


Das habe und würde ich von mir auch nie behaupten, das mit dem Wissen, aber eigentlch wollte ich ja nur Deine persönliche Meinung zur "höheren Macht" und nicht eine allgemein gültige Definition dieses Begriffs.

In Antwort auf:
deshalb bin ich ja Agnostiker


mit gewissen Tendenzen zum Pantheismus.


__________________________________________________
Das Tier taugt zu allem, was es soll, vollkommen. Der Mensch zu nichts recht, als was er lernt, liebt und übt. (Johann Heinrich Pestalozzi 1746-1827)

Antony11 ( Gast )
Beiträge:

23.11.2006 23:08
#17 RE: Weder, noch antworten

Zitat von Fenris
.. mit gewissen Tendenzen zum Pantheismus.
Jepp, so hat jeder seine Fehlerchen!

 Sprung  
________________________________________

"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

"Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" (Immanuel Kant)

________________________________________

=> "Der selbstbestimmte Mensch"

... Platz für Verlinkungsaustausche ...

VORSICHT! Vertrauensunwürdige Werbung!

Xobor Erstelle ein eigenes Forum mit Xobor