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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  

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Dieses Thema hat 7 Antworten
und wurde 743 mal aufgerufen
 Christentum
Ronnie77 ( Gast )
Beiträge:

22.11.2006 10:25
Abschaffung der 10 Gebote antworten

Vielen aufrichtigen Christen wurde gesagt, dass die Gesetze Gottes im Alten Testament – über den Sabbat, die heiligen Tage, reines und unreines Essen und die Gabe des Zehnten – abgeschafft wurden und für neutestamentliche Christen nicht mehr relevant sind. Angeblich seien diese Gesetze durch das Opfer Jesu Christi „ans Kreuz genagelt" worden.

Leuten, die sich zum Christentum bekennen, wird erzählt, dass sie nicht mehr „unter dem Joch" des Alten Bundes und seiner „veralteten Gesetze" stehen, die Mose aufgezeichnet hat, sondern dass sie unter einem Neuen Bund leben, nach dem sie die Freiheit hätten, Gott auf jede ihnen gefällige Art zu verehren.
Für gewöhnlich werden dann Worte des Apostels Paulus zitiert, um diese Lehre zu untermauern: Römer 6, 14 – dass wir nicht länger unter dem Gesetz sind, sondern unter der Gnade; Kolosser 2, 14 – dass Jesus den Schuldbrief getilgt hat, der mit seinen Forderungen gegen uns war; Galater 3, 13 – dass Christus uns erlöst hat vom Fluch des Gesetzes; und Galater 3, 24-25 – dass das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen ist auf Christus hin und wir nun nicht mehr unter dem Zuchtmeister stehen.

Ein 12-seitiger Artikel zum Thema.
http://www.gutenachrichten.org/PDF/IN/in199907.pdf

Hat Jesus Christus die 10 Gebote wirklich abgeschafft?
Was meint ihr dazu?
Ist es möglich die 10 Gebote überhaupt immer einzuhalten?

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

22.11.2006 13:12
#2 RE: Abschaffung der 10 Gebote antworten

In Antwort auf:
Ist es möglich die 10 Gebote überhaupt immer einzuhalten?


Meine Frage lautet da zunächst erst mal: Ist es sinnvoll, die 10 Gebote als Wertmaßstab zu nutzen?
Klar, die Antwort habe ich auch gleich: Ganz und gar nicht. Sie sind entweder so selbstverständlich, dass sie nicht erwähnenswert sind, klar gegen die menschliche Natur oder sogar im Widerspruch zum Grundgesetz und den Menschenrechten.

Habe gerade was ergoogelt, aber noch nicht selbst richtig durchgelesen. Die Einleitung gefiel mir aber schon erst mal:

http://www.gkpn.de/uppendahl_deschner.pdf




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SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.475

23.11.2006 08:59
#3 RE: Abschaffung der 10 Gebote antworten

In Antwort auf:
Hat Jesus Christus die 10 Gebote wirklich abgeschafft?
Was meint ihr dazu?
Ist es möglich die 10 Gebote überhaupt immer einzuhalten?


Was Paulus meinte und Jesus an den Pharisäern kritisierte ist die starre gesetztesauslegung der über (swot weiß die genaue Zahl) 600 Gebote, die den Gesetzesbund ausmachten. Es waren eben nicht nur die zehn Gebote welche in der Bundeslade aufbewahrt wurden.

Die ganzen Opfervorschriften, die dieses Gesetz enthielt waren durch den Opfertod Jesu, der damit das adamische Fehlverhalten ausglich, nun nicht mehr nötig.

Und wer nur einmal die Bergpredigt gelesen hat, befindet sich in der Lage zu wissen, dass Jesus gerade die zehn Gebote ausdrücklich verifiziert hat. Dies spiegelt sich in seiner Lehrtätigkeit hier auf der Erde wider.

In Antwort auf:
Ist es möglich die 10 Gebote überhaupt immer einzuhalten?


Klares Nein! heißt das nun aber, dass wir darin Abstriche machen müssen? Heißt das nur weil es dem Menschen schwer fällt, nicht Neidisch zu sein, muss dieses Gebot abgeschafft werden?

lg,
ralf

In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

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O servator, sempiterne
Te grati coluimus, Odor atrox quo nons superfundis intolerabilis est (Epica - facade of reality)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.475

23.11.2006 09:21
#4 RE: Abschaffung der 10 Gebote antworten

http://www.gkpn.de/uppendahl_deschner.pdf

Mich würde dein urteil zu diesem Artikel sehr interessieren, Spaghettus! Ich bin gespannt, ob du mit der Herangehensweise des Schreibers zufrieden sein kannst.


In Memory of Soul-Society

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Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

25.11.2006 22:39
#5 RE: Abschaffung der 10 Gebote antworten

Hab mir heute alles durchgelesen. Kontrolliert, ob alle Zitate stimmen, habe ich nicht. Da aber überall Nachweise stehen, wo man es kontrollieren könnte gehe ich davon aus, die sind richtig. Inhaltlich bin ich deshalb zufrieden.

Was mir nicht gefällt ist der Tonfall. Oder sagen wir, es wird durch Wertungen gleich festgelegt, wie die Zitate zu deuten sind. Da sollte dem Lesere mehr eigene Urteilskraft zugebilligt werden. Allerdings wäre ich meist zu den gleichen Schlüssen gekommen.

Insgesamt sehe ich in dem Artikel schon eine für mich verwert- und akzeptierbare Bewertung der 10 Gebote.




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89 ( Gast )
Beiträge:

27.11.2007 22:24
#6 RE: Abschaffung der 10 Gebote antworten

Der Thread ist fast auf den Tag 1 Jahr alt, sorry, mir ist da gerade noch was zwischen die Finger gekommen.

Die 10 Gebote für Unbedarfte, oder Leute, die mit dem bibeldeutsch nicht zurecht kommen.

"Die 10 Gebote - in heutiger Sprache

1. Ich will dein Gott sein. Entscheide du, ob du mit mir leben willst, oder ohne mich. Wenn du mit mir leben willst, dann wirst du merken, dass vieles andere sich relativiert. Du wirst weniger Ängste haben. Du wirst frei davon sein, falschen Zielen und Nichtigkeiten hinterher zu laufen. Das Bild, das du von mir hast, wird sich ändern. Immer wieder. Das ist gut so. Denn wir sind in einer lebendigen Beziehung. Morgen werde ich dir anders begegnen, als gestern. Ich habe viele Gesichter. Du tust gut daran, mich nicht auf eines davon festzulegen. Ich bin wie Vater und Mutter, wie die Quelle des Lebens und wie das scharfe Schwert.
Versuche nicht, dich dem "Gesetz des Marktes" zu unterwerfen. Das ist der große Götze unserer Zeit. Es hat viele Gesichter. Es unterteilt die Menschheit in Gewinner und Verlierer. Es gebiert Unrecht, Krieg und Umweltzerstörung. Du lebst in einer Welt, die zwar von ihm beherrscht wird. Aber keine Angst. Ich bin größer.
2. Wenn du mit mir leben willst, dann rede nicht dumm über mich daher. Vor allem: Benutze mich nicht. Benutze mich nicht gegen andere Menschen. Ich bin mit Dir. Aber ich bin nicht mit dir, wenn du mich brauchst, um andere fertig zu machen. Missbrauche mich nicht für deine vermeintlichen Heiligen Kriege und für Deine "Kreuzzüge gegen das Böse" - damit habe ich nichts zu tun.
3. Wenn du mit mir leben willst, dann nimm dir Zeit. Zeit für dich selbst und Zeit für unsere Beziehung. In der Ruhe liegt die Kraft. Vergiss nicht zu beten. Fang an, mit anderen über deinen Glauben zu reden. Vergiss nicht, dass ich dich geschaffen habe. So wie alle anderen Menschen auch. So wie die wunderbare Natur. Schütte dich nicht mit Terminen und Aktivitäten zu, sondern versuche Räume zu schaffen, in denen du zur Besinnung kommst. Glaube nicht, du könntest das auf Dauer alleine.
4. Wenn du mit mir leben willst, dann ehre das Alter. Lass die Kranken und Alten nicht hängen. Sie brauchen dich. Deine Zeit und deine Hilfe. Wenn du dich auf sie einlässt, wirst du klüger. Denn sie haben viel Erfahrung und kennen Seiten des Lebens, von denen du keine Ahnung hast. Lerne zuhören.
5. Wenn du mit mir leben willst, dann stehe auf gegen das große Morden. Gegen den Krieg und gegen den Hunger, der sich aus der Wurzel der Ungerechtigkeit nährt. Gegen den Rassismus und gegen die Fremdenfeindlichkeit. Gegen die Todesstrafe und gegen die mutwillige Zerstörung der Schöpfung.
6. Wenn du mit mir leben willst, dann spielst du nicht mit Menschen und ihren Gefühlen. Du wirst denen, die dich lieben, die Treue halten. Du lebst in einer Zeit, in der das schwer ist. Ich werde dir treu sein, auch wenn du scheiterst.
7. Wenn du mit mir leben willst, dann wirst du dich nicht auf Kosten anderer bereichern.
8. Wenn du mit mir leben willst, dann wirst du nicht mitmachen, wenn sich die Leute und die Medien den Mund zerreißen. Du wirst am Besten überhaupt nicht schlecht reden von anderen Menschen. Und wenn, dann hab den Mut, es ihnen ins Gesicht zu sagen und die Antwort zu ertragen.
9. Wenn du mit mir leben willst, dann lebst du mit all meinen Kindern im großen Haus der Welt, in der großen Ökumene. Du wirst den anderen nicht Gewalt antun. Du wirst bereit sein, mit Fremden zu teilen. Für den Frieden untereinander wirst du alle deine Gaben einsetzen.
10. Wenn du mit mir leben willst, dann musst du nicht neidisch sein, wenn andere Dinge haben, die dir scheinbar fehlen. Ich bin bei dir und werde dir geben, was du zum Leben brauchst."

Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

30.11.2007 09:33
#7 RE: Abschaffung der 10 Gebote antworten
Das einzige,was die heutige Sprache auszuzeichnen scheint, ist eine enorme Langatmgkeit. Wie man von "Du sollst nicht..:" auf dieses weichgespülte "Wenn Du mit mir leben willst..." kommt ist mir schleierhaft, und wirken tuts auch nicht. Entweder alttestamentarische Strenge, oder gleich das FSM-Original "Irgendwie wärs mir lieber, wenn...".

Die Ähnlichkeit zwischen diesen Pastafari-"Vorschriften" und den neuen zehn Geboten zeigt, wie kompliziert ordentlich Satire ist; wie schnell man nicht häufig von der Realität eingeholt wird, die einem klar macht, das das wirkliche Leben oft alberner ist als alles,was der Mensch sich ausdenken kann...
Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

30.11.2007 11:45
#8 RE: Abschaffung der 10 Gebote antworten

Tja, die Näherung zu SEIEN 8 Bitten fiel mir auch gleich auf.
Von den weichen moralischen Standards her, aber auch daher, weil sie absolut nichts mit der Bibel zu tun haben.

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