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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  

Der substanzielle  Dialog
 
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Dieses Thema hat 6 Antworten
und wurde 497 mal aufgerufen
 Christliche Kultur und Politik
Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

18.12.2006 13:33
Neue Hoffnung? antworten

Politiker und Parteien sind etwas in Verruf geraten. Aber wenn die SPD zusichert, im Falle eines Wahlsieges wieder die Zypries als Justizministerin (oder sogar noch höher?) einzusetzen, haben die meine Stimme sicher.
Warum? Solche Worte machen Hoffnung:

"Im säkularen Verfassungsstaat kann Religion nicht mehr den Anspruch haben, das Leben der Menschen vollständig und verbindlich zu regeln. Religion bestimmt nicht mehr die gesamte gesellschaftliche Ordnung, sondern sie ist weitgehend zur Privatsache der einzelnen Staatsbürger geworden....Durch diese Rechtsprechung ist Artikel 4 des Grundgesetzes zu einer Art „allgemeiner Handlungsfreiheit“ für jedes beliebige Verhalten geworden, solange es nur religiös motiviert ist....Wir brauchen wieder mehr begriffliche Klarheit beim Punkt der Religionsausübung, und wir sollten nicht mehr jedes beliebige Verhalten unter den besonderen Schutz dieses wichtigen Grundrechts stellen...Wir müssen das Verständnis der Religionsfreiheit deshalb wieder stärker präzisieren. Wenn wir das nicht tun, werden immer häufiger Menschen versuchen, sich durch den Hinweis auf ihre Religion von der Geltung der allgemeinen Gesetze zu befreien...In dieser Situation erleben wir nun in Deutschland das, was einige die „Renaissance der Religion“ nennen. Sie scheint allerdings eher ein Feuilleton-Phänomen zu sein; denn eine Welle von Kircheneintritten ist wohl nicht zu verzeichnen...Der Rückgriff auf die Religion ist eine Modeerscheinung von Autoren, denen alles zu unordentlich geworden ist in Deutschland. Er sagt viel über ihre Sehnsucht nach der Ordnung von gestern, aber er bietet keine Antworten auf die Fragen von heute. Was unsere Gesellschaft in ihrem Innersten zusammenhält – diese Frage stellt sich doch auch deshalb so eindringlich, weil heute eben kaum mehr als 60 Prozent der Bevölkerung den beiden großen christlichen Kirchen angehören – und sich noch weniger dort wirklich zu Hause fühlen....Ich frage mich, ob wir uns diese Passivität des Staates an diesem Punkte weiterhin leisten können. Sicher, im freiheitlichen Staat kann es keine verordnete Leitkultur geben. Aber fördern kann der Staat die Ausbildung von Kultur und Werten schon – und zwar nicht zuletzt in der Schule....Es gibt keinen Exklusiv-Anspruch der Religionen auf einen Werte-Unterricht. Gerade wegen der Vielfalt der Bekenntnisse muss der Staat auch in den Schulen durch gemeinsame Werte-Unterrichte die gesellschaftliche Integration noch stärker fördern....Mögen sich die Menschen in unserem Land auch an Bibel, Koran oder Talmud halten. Wir werden auf Dauer nur dann in Frieden zusammenleben, wenn ein Buch für uns alle gilt – und das ist das Grundgesetz.

Manches, was sie in ihrer Rede sagt, sehe ich auch anders, aber insgesamt ist sie schon toll:
http://www.bundesjustizministerium.de/en...k=1&pmc_id=3758




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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.062

18.12.2006 17:10
#2 Neue Hoffnung? antworten

Bei den Muslimen sieht die Bindung an der Religion aber anders aus als bei den Christen. Die Christen werden die fortschreitende Säkularisierung schlucken. Den Muslimen wird auch nicht viel andres übrig bleiben. Unbestreitbar ist jedoch, dass Religionserziehung den Charakter prägt, und der ist nicht nur Privatsache, sondern wertet die Mitmenschen und strahlt in die Gesellschaft aus. Religion muss aus der Erziehung entfernt werden.

Gysi
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Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

18.12.2006 18:00
#3 RE: Neue Hoffnung? antworten

Ja, das ist auch der Punkt, wo ich nicht zustimmen kann. Aber ich halte das, was sie andenkt, für das derzeit Machbare. Zuwenig, aber doch deutlich besser als das, was jetzt läuft.




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SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.462

18.12.2006 20:08
#4 RE: Neue Hoffnung? antworten

Nun, es bleibt abzuwarten ob eine fortschreitende A-Religiösität ausreichen wird, um die Probleme im feld der Erziehung zu beheben. Radikale Strömungen gibt es auch unter den antireligiösen Gruppierungen und solche stehen dem religiösen Fundamentalismus in nichts nach. Die DDR-Jugend hatte es auch ohne "Gott-Syndrom" nicht einfacher.


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Wohl gibt es zwei Arten von freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

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Te grati coluimus, Odor atrox quo nons superfundis intolerabilis est (Epica - facade of reality)

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

18.12.2006 20:21
#5 RE: Neue Hoffnung? antworten
Natürlich ist fortschreitende A-Religiösität kein Heilmittel für sich allein. Das, was dann fehlt muss anders ausgefüllt werden um Werte deklarieren zu können. Mir, und sicher auch Gysi, geht es nicht um Streichung der Religiosität an sich, sondern um deren Ersatz durch Philosophie.





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SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.462

18.12.2006 20:33
#6 RE: Neue Hoffnung? antworten

In Antwort auf:
Mir, und sicher auch Gysi, geht es nicht Streichung der Religiosität an sich, sondern um deren Ersatz durch Philosophie.,




Nicht jede Philosophie kann von sich behaupten friedenstiftend zu sein. Und darauf kommt es schließlich an.Du kennst die negativen Beispiele von Philosophien, die dem Wohl des menschen entgegenstanden. Ich weiß, ihr geht nicht davon aus, dass sich auch mit Religion friedlich zusammenleben lässt. Trotzdem bleibt unser aller hauptfeind das mangelnde Selbstwertgefühl der menschen. Wer sich selbst nichts mehr wert ist, gerät in große Gefahr sich selbst aufzugeben, und dann womöglich fragwürdigen Ideologien zu folgen; um für sich ein gemeinschafts-gefühl aufzubauen. Meist verfährt man dann nach dem Motto: Je radikaler je durchsetzungsfähiger, letztendlich eine erzwungene Bestätigung.

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Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

18.12.2006 20:35
#7 RE: Neue Hoffnung? antworten

In Antwort auf:
Trotzdem bleibt unser aller hauptfeind das mangelnde Selbstwertgefühl der menschen. Wer sich selbst nichts mehr wert ist, gerät in große Gefahr sich selbst aufzugeben, und dann womöglich fragwürdigen Ideologien zu folgen; um für sich ein gemeinschafts-gefühl aufzubauen.

Ja, da treffen wir uns wieder.




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