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Dieses Thema hat 50 Antworten
und wurde 8.236 mal aufgerufen
 Judentum
Seiten 1 | 2 | 3
the swot ( Gast )
Beiträge:

02.07.2007 00:32
#26 RE: tägliches leben antworten

Du das kann ich dir ganz leicht erklären. BS sieht in jeder meiner Aussagen und in allem was ich tue zionistische Motive. Also da muss doch schon eine Abneigung vorhanden sein.

Leibele Offline

Yehudi - Lo Zioini


Beiträge: 64

02.07.2007 00:53
#27 RE: tägliches leben antworten

Zitat von the swot
Oj was hat denn der Moshe Katzav jetzt damit zu tun?
Ihr "Torah-treuen Juden seid doch eine Schande vor G´tt! Bitte erkläre mir was euch in diesen Wahn treibt, dass ihr euer eigenes Volk verratet? Und das auch noch unter dem Deckmantel der Torah....dieses Schneckenhaus Diaspora zieht nicht mehr...

BS hat sich auf Katzav bezogen und du hast ihm darauf geantwortet. Also musst du nur folgendes tun: Seine und deine eigenen Beiträge nochmals lesen und dann den Sinn meiner Antwort daraus ableiten. Zu deinem restlichen Geschreibsel soviel: Ich habe hier mehrere inhaltliche Beiträge gebracht, die die Positionen des authentischen Judentums und aller Rabbonim und Gedolim zur Frage des Zionismus klar umreißen. Bis heute bist du jegliche adäquate Antwort schuldig geblieben und ziehst dich stattdessen jetzt zum wiederholten Male auf Beleidigungen und Beschimpfungen der übelsten Art zurück. Nun gut, wenn dies dein "Stil" ist. Aber unterlasse bitte künftig wenigstens die Beleidigungen und dumme Verratsvorwürfe. Wenn du auch nur etwas in den Schriften der Rabbonim und dem Sinn des Talmud bewandert wärst, wüsstest du, wo die wahren Verräter zu finden sind. Oder meinst du etwa, dass alle Rabbonim und Gedolim auch "Antisemiten" und "Verräter" waren? Der Chazon Ish sel. A., um nur einen zu zitieren, fragte folgendermaßen: "Wer Mitzvos hält in unserer Zeit und trotzdem ein Ungläubiger genannt wird? Jeder, der den Unabhängigkeitstag feiert. Es ist schwer die ganze Angelegenheit des Goldenen Kalbes zu verstehen. Bei Betrachtung des Staates kann man es verstehen. Der Gegenstand des Staates ist der des Goldenen Kalbes ähnlich" (Sefer Maaseh Ish). Du weißt nichts von den Schriften eines R. Elchonon Wasserman hy"d, eines Rav Rottenberg aus Antwerpen, eines Chofetz Chaim, des Brisker Rav, jenen Lubavitscher Rebbes vor "deinem Mendy", dem Satmar Rebbe, dem Belzer Rebbe, vom Kashoa Rebbe, vom Tosher Rebbe, kennst den "Iggeres Teiman" vom Rambam nicht, nicht die Schriften des Maharal von Prag, nicht den Kongreß der Agudath Jisrael von 1913 in Marienbad, nichts von der absoluten Opposition des "alten Yishuv" unter den Rabbonim Sonnenfeld und Dushinsky in Eretz Jisrael gegen jegliche Art von Zionismus. Deine Unwissenheit und Ungelehrtheit ist es, die aus dir spricht, die Unkenntnis dessen, was die Tora von einem Juden verlangt, hat dich zu einem willigen Opfer einer weltlich-nationalistischen Doktrin werden lassen, die seit ihren Ursprüngen bis zum heutigen Tag mit Judentum absolut nichts gemeinsam hat. Du bist Zionist - nun gut! Aber behaupte nicht, dass du deshalb ein Recht dazu hättest, jemanden der die jüdischen Grundlagen und all unsere Lehren verteidigt und in bester historischer Gesellschaft von Tora- und Talmud-Gelehrten sich befindet, einen "Verräter" zu nennen.

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Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

02.07.2007 08:53
#28 RE: tägliches leben antworten

@Leibele
Danke für die ausführliche Schilderung deines Alltags. Ich habe schon viele jüdische Belletristik gelesen, wie weit aber Religion tatsächlich den Tagesablauf bestimmen kann, ist mir erst jetzt noch mal so richtig bewusst geworden.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

02.07.2007 08:53
#29 RE: tägliches leben antworten



In Antwort auf:
...typisch die Gojim....

Nee, swot, auf die Falle fall ich nicht rein. Ich schreibe jetzt nicht: Typisch die Juden, spezielle Wörter für Andersgläubige und die dann noch alle über einen Kamm scheren. Mir ist schon klar, das ist nur die Meinung eines einzelnen Heranwachsenden der halt mal übers Ziel hinausschießt und zufällig Jude mit ner großen Liebe zum Koran ist.

Zitat von the swot
BS...woher rührt deine tiefe Abneigung gegen das jüdische Volk? Hat man dir als Kind Geschichten von den Pessachopfern erzählt? Ich glaube du weißt es selbst nicht...schade...

Nee, hat man nicht. Ich weiß bis jetzt noch nicht mal wirklich, was Pessach ist. Vor allem aber weiß ich absolut nichts von meiner tiefen Abneigung gegen das jüdische Volk.

Dafür um so mehr von meiner Abneigung gegen zwar feurige aber falsche Behauptungen wie "Es ist nirgendwo einfach außer du lebst in Israel oder in den USA..", gegen fehlende rechtliche Gleichstellung von Prominenten mit Normalos und noch gegen ne Masse anderes mehr.

In Antwort auf:
Oj was hat denn der Moshe Katzav jetzt damit zu tun?

Ich dachte halt, die Anspielung wäre eindeutig genug um sie nicht noch erklären zu müssen. Leibele hats ja auch erkannt. Es ging mir tatsächlich darum, dass ein evtl. Vergewaltiger sich vom Vorwurf der Vergewaltigung freikaufen kann, indem er einfach sexuelle Übergriffe zugibt. Unter solchen Bedingungen lebt es sich wirklich einfach.

Wenn du aber der Meinung bist, für die Mehrheit der Leute in einem Land, von dem Nachbarn nicht mal das Existenzrecht anerkennen, dass seit Jahrzehnten in Auseinandersetzungen mit diesen und anderen liegt, das ohne Fremdhilfe nicht über die Runden kommt wäre das Leben einfach, kann das wohl nur mit realitätsausblendender Verklärung oder mit Unbedarftheit der Behauptung zu tun haben.

In Antwort auf:
BS sieht in jeder meiner Aussagen und in allem was ich tue zionistische Motive.

Nö, tu ich ganz und gar nicht. Mir ist schon völlig klar, du bist ein zwar sehr intelligentes, aber auch noch suchendes und wenig erfahrenes Bürschchen. Das meine ich in keiner Weise abwertend. Nur erklärend.

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

02.07.2007 10:27
#30 RE: tägliches leben antworten

In Antwort auf:
...und man ist dort Präsident. Dann darf man sich aus Sachen raus nehmen, wegen denen andere ins Gefängnis müssten.
Für einen Großteil der Bevölkerung, sicher sogar für den größten, ist das Leben dort alles andere als einfach.


Jep, lieber Bruder. Wie überall in der Welt. Ist eine bekannte Sache: Der Grosse bekommt den Kopf gestreichelt und der Kleine geht in den Bau.

In Antwort auf:
Ich weiß bis jetzt noch nicht mal wirklich, was Pessach ist


Das Passahfest: Wird am 15ten Nissan (ist der Vollmond vor Ostern) von den Juden gefeiert. In Israel ist dann zumeist die erste Gerste geerntet worden. Pessach gehört mit Schawuot (dem Wochenfest) und Sukkot (dem Laubhüttenfest) zu den Wallfahrtsfesten, den Festen, die zur Zeit der beiden Tempel mit einer Pilgerfahrt nach Jerusalem und Opfern im Tempel begangen wurden. Pessach war der Anlaß für Jesus von Nazareth, nach Jerusalem zu ziehen, wo er gekreuzigt wurde. So ist Pessach der Ursprung der christlichen Kartage und des Osterfestes.

Guck mal bitte hier: http://www.judentum-projekt.de/religion/...sach/index.html

Bis dann

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So wie die Lotosblume lieblich und unbefleckt aus dem Schlamm sich erhebt...
() Tao-Ho

the swot ( Gast )
Beiträge:

02.07.2007 12:24
#31 RE: tägliches leben antworten

In Antwort auf:
Dafür um so mehr von meiner Abneigung gegen zwar feurige aber falsche Behauptungen wie "Es ist nirgendwo einfach außer du lebst in Israel oder in den USA..", gegen fehlende rechtliche Gleichstellung von Prominenten mit Normalos und noch gegen ne Masse anderes mehr


Nej nej nej BS...du musst schon den Kontext betrachten. Es ging darum inwiefern es möglich ist sich speziell an die Kaschrut,sprich an die Speisegesetze, zu halten. Ich habe daraufhin gesagt, dass es nur in den USA und in Israel perfekt möglich ist. Das hat auch nichts mit zionistischer Propaganda zu tun we Leibele mutmaßte. Das ist einfach Fakt. Sicher ist es auch in Städten wie in Paris oder Antwerpen möglich, doch in Berlin zum Beispiel würde es auch wieder ein Problem darstellen. Bis auf Ausnahme von einigen europäischen Großstädten ist es de facto nur in den USA und in Israel möglich 100% koscher im Sinne der Kaschrut zu leben.

Wäre übrigens interessant Leibele wenn du mal erzählen würdest in welcher Stadt du lebst. Ich lebe in einem Ot mit 1000 Juden aber mind. genauso vielen Nazis. Wir haben keine Synagoge bzw. Beth Knesset sondern nur einen kleinen Gebetsraum. Ein koscheres Geschäft gibt es nicht und wir bestehen zu 98% aus sog. "Ostjuden"....ih zähle mich auch zu den "Ostjuden" auch wenn meine Familie mittlerweile aufgrund des Holocausts schon etwas länger in Deutschland anwesend ist. Koschere Geschäfte gibt es nicht und die Gemeinde hat kaum Geld. Zu Rosh haShana und Pessach bestellen wir die Sachen aus München. Das einzige as immer vorhanden ist, ist Wein aus Israel. Man ist hier also auf ich gestellt koscher zu leben. Und wer kann es sich schon leisten sich immer einen Wochenvorrat aus den Niederlanden oder so zukommen zu lassen?

Deutschland ist nicht dein "Stetl" Leibele. Schächten etc. is hier nicht...koscheres Leben nur sehr eingestrengt und sehr teuer möglich.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

02.07.2007 13:48
#32 RE: tägliches leben antworten
In Antwort auf:
Es ging darum inwiefern es möglich ist sich speziell an die Kaschrut,sprich an die Speisegesetze, zu halten. Ich habe daraufhin gesagt, dass es nur in den USA und in Israel perfekt möglich ist.

Na dann habe ich wohl wirklich was falsch gesehen, in dieser Sicht mag deine Behauptung stimmen.
Wobei mir dann aber USA zu allgemein vorkommt. Ich bin mir sicher, dass es auch dort Städte gibt, in denen die Einhaltung der Speisegesetze schwer bis unmöglich ist, während es doch Leibele nach seinen Worten in einer Stadt außerhalb der USA keine Schwierigkeiten hat.
the swot ( Gast )
Beiträge:

02.07.2007 14:12
#33 RE: tägliches leben antworten

Ja in den USA lebt wohl kaum ein Jude au einer Farm in Texas
Und Juden in Amerika sind besser organisiert als man denkt

Leibele Offline

Yehudi - Lo Zioini


Beiträge: 64

02.07.2007 18:37
#34 RE: tägliches leben antworten

Zitat von the swot
Sicher ist es auch in Städten wie in Paris oder Antwerpen möglich, doch in Berlin zum Beispiel würde es auch wieder ein Problem darstellen. Bis auf Ausnahme von einigen europäischen Großstädten ist es de facto nur in den USA und in Israel möglich 100% koscher im Sinne der Kaschrut zu leben.

Du hast Strasbourg, Wien, Manchester und vor allem London vergessen. Der Begriff "kosher" meint ja nicht nur die Lebensmittel, die in Orten, wo es keine funktionierende Gemeinde gibt, meist einfach nicht zu haben sind. Es mangelt in solchen Orten wegen fehlender jüdisch-orthodoxer Strukturen an vielen anderem, so z.B. an einem täglichen Minyan, an einer Mikve, an Schulen und Kindergärten, an Seforim (Büchern), Shiurim, es gibt meist keinen Mashgiach, keine Mohalim und vor allem auch keine Chevra Kaddisha. Kurz: Das, was in Deutschland vorzufinden ist und was in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten dort angeblich "entstanden" sein soll, ist in meinen Augen nichts weiter als eine Blendung. Es werden - wie beispielsweise in München - Millionen in neue "Synagogen" und Gemeindezentren als Prestigeobjekte investiert, ohne diese mit tatsächlichem jüdischen Leben zu füllen. Es kommt nicht auf die Beschaffenheit der Räumlichkeiten und den Popanz an, sondern auf das, was drin ist. Die Gemeinden sind meist hoffnungslos überaltert, die russischen "Juden" haben in den wenigsten Fällen tatsächlich einen Drang nach echter "Jiddischkeit" und ihre Kinder gehen auf nicht-jüdische Schulen und werden auf kurz oder lang dem Judentum in den meisten Fällen wenigstens verloren gehen.
Zitat von the swot
Wäre übrigens interessant Leibele wenn du mal erzählen würdest in welcher Stadt du lebst.

Ich habe Deutschland vor einigen Jahren auch aus den oben genannten Gründen heraus den Rücken in Richtung Antwerpen gekehrt. In Deutschland ist nicht das vorzufinden, was man unter "Jiddischkeit" versteht und was ich von derselben für mich und vor allem für meine Kinder erwarte. Es existiert in Deutschland kein "Chinuch"-System (Erziehungssystem), das diesen Namen verdienen würde. Die Gemeinden sind - wie vor dem Krieg - in sogenannten "Einheitsgemeinden" gebündelt, eine unabhängige und nicht-zionistische Orthodoxie hätte wohl kaum eine Chance (schon alleine deshalb, weil es dort an entsprechenden Leuten fehlt), die "Führung" selbst praktiziert kein jüdisches Leben und ist nichts weiter als ein Sprachrohr zionistischer Politik, ein nicht geringer Teil von mittleren und unteren Funktionären als auch ein Teil der Mitglieder sind halachisch gesehen überhaupt keine Juden. Als frommer Jude, als Chassid, kann man zur Zeit in Deutschland nicht leben. Dies würde sich nur dann ändern, wenn sich beispielsweise mindestens 15 bis 20 chassidische Familien dazu entschließen würden, an einen Ort in Deutschland gemeinsam umzusiedeln, um dort eine eigenständige und unabhängige orthodoxe Gemeinde aufzubauen. Doch das sehe ich zumindest auf absehbare Zeit nicht. Leider, füge ich hinzu, weil ich mich persönlich nach wie vor sehr an Deutschland gebunden fühle. Doch ein Jude sollte dort leben wo die Tora ist, wo Gelehrsamkeit vorherrscht und vor allem wo die Kinder jüdisch erzogen werden können.
Zitat von the swot
Wir haben keine Synagoge bzw. Beth Knesset sondern nur einen kleinen Gebetsraum.

Wie gesagt, darauf kommt es nicht an. Das kleine Bethaus oder Beis Medresh ist oft mit mehr Kedusha erfüllt als ein großer Prunkbau. Auf die Menschen, auf den Minyan, kommt es an. Wir haben hier in Antwerpen um die 30 Bethäuser, vom Beth HaKnesset bis zum Stiebl ist alles dabei. Ich beschränke mich auf den regelmäßigen Besuch von höchstens drei, die mir aus verschiedenen Gründen lieb geworden sind: Ich treffe "gleichgesinnte" Jidden und Freunde, die dem gleichen Chassidus angehören (das eine Beis HaMidrash hat ein "Fassungsvermögen" von ungefähr 250 Menschen und das andere ist ein "Stiebl", das im besten Fall nur 30 Leute platzmäßig aufnehmen kann), die Freunde meiner Söhne kommen mit ihren Tates auch dort hin und in dem einen Fall ist mir besonders der Rebbe ans Herz gewachsen.
Zitat von the swot
Ein koscheres Geschäft gibt es nicht und wir bestehen zu 98% aus sog. "Ostjuden"....ih zähle mich auch zu den "Ostjuden" auch wenn meine Familie mittlerweile aufgrund des Holocausts schon etwas länger in Deutschland anwesend ist. Koschere Geschäfte gibt es nicht und die Gemeinde hat kaum Geld.

Du meinst mit "Ostjuden" die bereits angesprochenen Kontingentflüchtlinge aus den Ländern der ehemaligen SU, nehme ich an. Solange du das Wort in diesem Zusammenhang in Anführungszeichen setzt, will ich mich nicht weiter über das bereits Geschriebene hinweg äußern. Wenn es kein "Kosher-Geschäft" gibt, aber Nachfrage nach entsprechenden Produkten vorhanden ist (was ich bezweifle), sollte man eines eröffnen. Vielleicht kommen wir ins Geschäft? Dass die Gemeinden in Deutschland kaum Geld haben, halte ich für nicht ganz wahrheitsgemäß. Sie geben es nur für die falschen Dinge aus.
Zitat von the swot
Zu Rosh haShana und Pessach bestellen wir die Sachen aus München. Das einzige as immer vorhanden ist, ist Wein aus Israel.

Mir sind die gängigen Bestellwege in Deutschland durchaus bekannt. Den Wein aus der Medina trinke ich nicht, ich bevorzuge für den Kiddush den Kedem-Wein aus den USA oder nehme hie und da auch mal eine Flasche aus Frankreich.
Zitat von the swot
Man ist hier also auf ich gestellt koscher zu leben. Und wer kann es sich schon leisten sich immer einen Wochenvorrat aus den Niederlanden oder so zukommen zu lassen?

Ich erwähnte ja bereits, dass jüdisches Leben teuer ist. Nicht nur in Hinblick auf die Kashrus. Doch dies würde sich auch nicht ändern, wenn die Produkte vor Ort zu beziehen wären. Man muss schon etwas "Bitachon" haben und wissen, dass Ribono Shel Ojlam der eigentliche Versorger und Ernährer ist und wenn man danach strebt auch in dieser Hinsicht sich an die Regeln zu halten, wird Er auch einen Weg weisen. Darüber hinaus kann man vieles auch beim normalen Supermarkt oder beim "Türken um die Ecke" kaufen (Obst, Gemüse, Apfel- und Orangensaft, bestimmte Brände, Bier, Tee und Kaffee und einiges mehr), auch mit dem Fisch kann man sich unter bestimmten Bedingungen einlassen und einiges kann man auch selbst machen: das Brot, den Kuchen, das Gebäck, sogar den Traubensaft. Wirklich schwierig wird es erst bei den Milch- und Fleischprodukten. Da gibt es - und das weißt du ja selbst - entweder wenig Alternativen ("Chalav Jisrael") oder gar keine.


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the swot ( Gast )
Beiträge:

02.07.2007 19:39
#35 RE: tägliches leben antworten

In Antwort auf:
Du hast Strasbourg, Wien, Manchester und vor allem London vergessen


Waren ja auch nur Beispiele.

In Antwort auf:
Der Begriff "kosher" meint ja nicht nur die Lebensmittel, die in Orten, wo es keine funktionierende Gemeinde gibt, meist einfach nicht zu haben sind


Ich habe ja auch gesagt "im Sinne der Kashrut"

In Antwort auf:
Es mangelt in solchen Orten wegen fehlender jüdisch-orthodoxer Strukturen an vielen anderem, so z.B. an einem täglichen Minyan, an einer Mikve, an Schulen und Kindergärten, an Seforim (Büchern), Shiurim, es gibt meist keinen Mashgiach, keine Mohalim und vor allem auch keine Chevra Kaddisha. Kurz: Das, was in Deutschland vorzufinden ist und was in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten dort angeblich "entstanden" sein soll, ist in meinen Augen nichts weiter als eine Blendung.


Es ist klar, dass wir kein Klein-Jerusalem vorweisen können, doch die Errungenschaften der letzten Jahre als Blendung zu bezeichnen halte ich für falsch. Ich weiß ja nicht ob du schon einmal jüdisches Leben in Deutschland wirklich erlebt hast. Ich erlebe es jeden Tag und kann dir sagen dass sich vieles verbessert hat. Klar fehlen vor allen in kleineren Städten religiöse Institutionen und das nötige Gebetsmaterial. In Berlin beispielsweise klappt das aber mittlerweile sehr gut. Es gibt mehrere Synagogen, auch ein paar kleinere Jeschivot und auch täglich einen Minjan. Und das in jeder Gemeinde nach verschiedenem Ritus. Ein Musterbeispiel sind dabei die Sefardim in Berlin. Anfangs trafen sie sich jeden Tag zum Gebet und mittlerweile konnten sie es sich sogar erlauben eine Synagoge zu beziehen. Es geht vorwärst mit dem jüdischen Leben. Doch du musst doch bitte eins bedenken: Wie soll das so schnell gehen? Es gab in Deutschland prächtiges jüdisches Leben. Natürlich hauptsächlich in Berlin wo ganze Stadtteile jüdisch geprägt waren. Doch was der Nationalsozialismus kulturell in Europa zerstörte lässt sich in 60 Jahren nicht wieder aufbauen. Zum einen fehlen ganz einfach die Menschen. Der Holocaust hat unser Volk um 1/3 verkleinert. Während Polen früher Zentrum jüdischen Lebens auf der ganzen Welt war mit Chassidim,Stetl,Jeschivot,Synagogen,Klezmer usw. ist es heute schon shcön zu sehen, dass vor kurzem eine neue Synagoge eröffnet wurde. Man kann es nicht mit dem osteuropäischen Judentum von vor 60-70 Jahren vergleichen...wie denn auch? Du kannst es daran nicht messen und musst dankbar für jeden kleinen Fortschritt sein. Ja dankbar.
Wie soll denn jüdisches Leben in Deutschland aussehen? Es ist doch ein Wunder dass überhaupt Juden in Deutschland leben. Wer wollte nach dem Holocaust schon hier bleiben? Meine Großeltern landeten nach einem Todesmarsch hier in Mecklenburg-Vorpommern.Ja wohin? Sie waren sehr geschwächt und meine Großmutter war an Kinderlähmung erkrankt. Sie waren gezwungen hier zu bleiben. Doch wie soll man leben? Es ist doch klar, dass man nach diesem Massenmord nicht einfach ein religiöses Leben wie früher im Stetl führen kann. Schon garnicht im Land der Täter. Während sich in Westdeutschland ein bescheidenes aber odch nettes jüdisches Leben entwickelte wurde das Judentum in der DDR doch quasi weiter gelyncht. Es gab durchaus Juden in der DDR. Aber wer gab schon zu ein Jude zu sein? Zum einen ließ das System es nicht zu und zum anderen war da einfach diese Angst.
Umso erstaunlicher finde ich es wie sich jüdisches Leben in Deutschland momentan entwickelt. Man kann es nicht mit Städten wie Paris etc. vergleichen doch ich finde Berlin zum Beispiel hat mittlerweile auch wieder einen gewissen jüdischen Charme
Du musst deine Beurteilung immer an den Umständen messen und ich sage dir ich bin froh wenn ich mal einen Tag auf der Straße auskomme ohne wegen meinem Davidstern an der Kette blöd angemacht zu werden. Eine Kippah tragen? Ich bin doch nicht verrückt! Doch bin ich deswegen weniger jüdisch? Ich bewundere die "neuen Ostjuden". Viele von ihnen sind sehr alt,sprechen zum Teil noch Jiddisch,einige kennen das Stetl,sie sind viel zu alt um hier eingegliedert zu werden in die deutsche Gesellschaft doch trotzdem kommen sie nach Deutschland. Meine Großmutter wollte hier nicht her. Sie konnt nur nicht anders. Und diese Leute kommen freiwillig und wollen auch jüdisches Leben aufbauen obwohl sie selbst kaum wissen was es bedeutet jüdisch zu sein. Das ist doch schön zu sehen
Ich sehe es an meiner Gemeinde täglich. Einen unglaublich tollen Rabbiner haben wir. Er ist schon 80 Jahre alt aber macht sich trotzdem die Mühe und lernt für die Gemeinde Russisch,unterrichtet sie in Hebräisch,in der Religion etc...der G´ttesdienst findet nach orthodoxem Ritus statt und das obwohl die meisten sich erst langsam an ihr Judentum gewöhnen. Doch sie wollen es so. Und es erfreut meine Seele wie ich sehe, dass einige von ihnen trotz dem Sowjetsystem ihre Wurzeln nie aufgegeben haben und voller Leidenschaft die Mesusa küssen. Und sie wissen auch warum. Und wie sollen wir auf jüdische Schulen gehen? Es gibt ganz einfach kaum welche. Doch das kommt! Es braucht Zeit! Unser Volk ist ein starkes Volk. Und das ist nicht überheblich gemeint. Nie haben die Judensich aufgegebn und so wird es weitergehen. Wir sind da! Egal ob nun orthodox oider reformiert,ob nun zionistisch oder nicht. Wir sind Juden und sind vor G´tt gleich. Wir stehen alle auf der selben Leiter, nur nicht auf der selben Stufe
Ich danke G´tt für jeden Tag den er mir schenkt und für jeden Tag den er es mich in der Diaspora ertragen lässt
Baruch weShalom!

In Antwort auf:
Ich habe Deutschland vor einigen Jahren auch aus den oben genannten Gründen heraus den Rücken in Richtung Antwerpen gekehrt


Hab ich mir gedacht Antwerpen
Aber meinst du nicht du machst es dir mit deiner Begründung zu einfach? Ganz ehrlich...schau doch nicht immer nach "den Zionisten". Wir sind alle Brüder und Schwestern und nur gemeinsam können wir wieder aufbauen was man uns genommen hat. Der Zentralrat ist bedingungslos pro-Israel, das stimmt. Doch du hast Deutschland verlassen und weißt vielleicht nicht wie wichtig der Staat Israel für einen Juden ist der in Deutschland lebt(bitte lass uns darüber jetzt nicht disktutieren;diskutieren wir jetzt lieber über Dinge wie den jüdischen Alltag)
Und es gibt nicht nur "Einheitsgemeinden".Nehmen wir Berlin. Ja da gibt es die eine große Einheitsgemeinde quasi als Dachverband, doch die unterteilt sich in einzelne Gemeinden der verschiedensten Facon. Aschkenasim und Sefardim,Masorti und liberal,orthodox und dann noch irgendwas dazwischen. Doch wie will man jüdisches Leben in Deutschland denn aufbauen wenn alle Gemeinden total eigenständig agieren sollen? Die Situation lässt es ganz einfach noch nicht zu.

Unabhängige orthodoxe Gemeinden gibt es übrigens. Nämlich Chabad. Ich weiß du magst Chabad nicht, aber sie tuen einen wirklich wichtigen Dienst für uns Juden in Deutschland. Sie schaffen doppelt so viel wie der Zentralrat. Sie mischen nicht so in der großen Politik mit sondern haben religiöse und soziale Strukturen aufgebaut. Sie führen die Menschen an das jüdische Leben heran und immer mehr Menschen kommen gerne

In Antwort auf:
Wie gesagt, darauf kommt es nicht an. Das kleine Bethaus oder Beis Medresh ist oft mit mehr Kedusha erfüllt als ein großer Prunkbau


Sicher ur es ist problematisch wenn 1000 Juden in einer so kleinen Stadt leben und auch alle sich irgendwie in der Gemeinde einbringen wollen. Es ist so schön - sie wollen jüdisch Leben. Und dann ist es doch Schade wenn nur 30 Leute zum Shabbes kommen können obwohl viel mehr es wollen. Wie gesagt du musst immer die Umstände bedenken und du kannst es nicht mit Antwerpen vergleichen Aber bald bekommen wir endlich wieder eine Synagoge! Ich freue mich schon
Antwerpen ist sicher schön und ich würde es gerne mal besuchen.

In Antwort auf:
Du meinst mit "Ostjuden" die bereits angesprochenen Kontingentflüchtlinge aus den Ländern der ehemaligen SU, nehme ich an. Solange du das Wort in diesem Zusammenhang in Anführungszeichen setzt, will ich mich nicht weiter über das bereits Geschriebene hinweg äußern


Ich setze den Begriff in Anführungsstriche weil ein Jude für mich ein Jude ist. Egal ob aus Russland,Frankreich,Deutschland,Israel,Äthiopien oder sonst wo her.

In Antwort auf:
Dass die Gemeinden in Deutschland kaum Geld haben, halte ich für nicht ganz wahrheitsgemäß. Sie geben es nur für die falschen Dinge aus.


Bevor du die Menschen an das religiöse Leben heranführen kannst musst du sie erst einmal in eine Gemeinde eingliedern. Das kostet Geld. Schließlich müssen sie auch Deutsch lernen. Das ist einfach so. Was wir von den Muslimen erwarten muss auch für uns Juden gelten. Eine Gemeinde ist hier nicht nur eine religiöse sondern auch eine soziale Einrichtung. Das halte ich für wichtig und auch richtig. Du musst die Umstände bedenken.

Und glaube mir das Interesse an jüdischem Leben ist vorhanden. Sie wollen jüdisch lernen. Und es ist schön, dass wir eine Einheitsgemeinde mit orthodoxem Ritus sind. Denn ich habe mal über die Geschichte der Juden in dieser Stzadt nachgeforscht und es gab kam immer wieder zur Ausgrenzung der orthodoxen "Ostjuden" durch die liberalen und wohlhabenden "deutschen Juden". Es gab immer generell zwei Gemeinden. Gelitten hat dadurch immer die orthodoxe Seite, da einfach das Geld fehlte. Nun gibt es eine recht große Gemeinde und sie bemüht sich um ein orthodoxes Leben. Ich finde das schön
In Antwort auf:

Darüber hinaus kann man vieles auch beim normalen Supermarkt oder beim "Türken um die Ecke" kaufen (Obst, Gemüse, Apfel- und Orangensaft, bestimmte Brände, Bier, Tee und Kaffee und einiges mehr), auch mit dem Fisch kann man sich unter bestimmten Bedingungen einlassen und einiges kann man auch selbst machen: das Brot, den Kuchen, das Gebäck, sogar den Traubensaft


Ich gehe bevorzugt zum Araber
Ähnlichkeiten sind ja vorhanden und im Supermarkt wird man auch schon nicht so dusslig sein und Schweinefilet kaufen Geschächtet ist das Fleisch meist aber trotzdem nicht und somit nicht koscher

Also einigen wir uns auf zwei Sachen:
1. Am Yisrael Chaj!
2. Du musst alles an den Umständen messen,dankbar und zuversichtlich sein

Baruch weShalom Chawer!(und das meine ich ernst!)

the swot ( Gast )
Beiträge:

19.07.2007 20:32
#36 RE: tägliches leben antworten

Wozu habe ich mir die Mühe gemacht diesen Beitrag zu schreiben

kadesch Offline



Beiträge: 2.705

20.07.2007 10:46
#37 RE: tägliches leben antworten
ist doch ok was du geschrieben hast.


Das einzige wo ich anderer Meinung bin ist bei gewissen Kontingentflüchtlingen
aus der SU. Da sind einige dabei die definitiv keine Juden sind ( aus religiöser Sichtweise)
Wenn der Vater Jude ist und die Mutter nicht jüdisch, dann sind die Nachkommen keine Juden,
außer wenn sie den jüdischen Glauben übernommen haben.
Sie sind allerdings im Zuge der Familienzusammen Führung auch ausgereist.

Gruß Kadesch

Glaube ist Aberglaube

the swot ( Gast )
Beiträge:

20.07.2007 14:12
#38 RE: tägliches leben antworten

Ich habe eigentlich eine Antwort von Leibele erwartet...wie dem auch sei...sicherlich sind bei den Zuwanderern auch Nichtjuden dabei. Doch sollen familien auseinandergerissen werden?
Sie dürfen ja auch kein Mitglied in einer Gemeinde werden, aber sie kriegen trotzdem die gleichen sozialen Hilfestellungen von der Gemeinde, denn sie sind Teil der Familie und mussten in der UDSSR genauso leiden wie ihre jüdischen Verwandten. Das hat auch was mit jüdischer Nächstenliebe zu tun.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

20.07.2007 14:44
#39 RE: tägliches leben antworten

Was für soziale Hilfestellungen sind denn das?

the swot ( Gast )
Beiträge:

20.07.2007 15:12
#40 RE: tägliches leben antworten

Ganz oben auf der Liste Sprachkurse!
Dann vor allem für die älteren Menschen Hilfestellungen bei Arztterminen etc.
Die Kinder können die Sonntagsschulen besuchen um so auch etwas über ihre Wurzel zu erfahren. Nichtjüdische Kinder können an allen Veranstaltungen teilnehmen außer es sind nun ganz spezifisch religiöse Dinge.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

20.07.2007 15:53
#41 RE: tägliches leben antworten

Sprachkurse sind wohl das Wichtigste. Finde ich gut dass die Juden, die deutsch können, ihren russischen Brüdern und Schwestern das bei bringen. Oder läuft das über die VHS?

the swot ( Gast )
Beiträge:

20.07.2007 15:55
#42 RE: tägliches leben antworten

In der Gemeinde gibt es Deutschunterricht. Teilweise von den wenigen deutschen Juden oder es werden Deutschlehrer bezahlt.

89 ( Gast )
Beiträge:

01.08.2007 21:13
#43 RE: tägliches leben antworten

Zitat von the swot
Wozu habe ich mir die Mühe gemacht diesen Beitrag zu schreiben
Um uns nicht dumm sterben zu lassen wahrscheinlich.

Ich weiß gar nicht, was du willst, war doch ok. der Beitrag.......informativ und interessant.

the swot ( Gast )
Beiträge:

01.08.2007 23:01
#44 RE: tägliches leben antworten

Joa aber er bliebt total unbeachtet und ich hätte von Leibele eigentlich eine Antwort erwartet

Titan Offline

Ex-Thetan

Beiträge: 1.223

01.08.2007 23:39
#45 RE: tägliches leben antworten

Ich werde ihn daran erinnern keine Sorge.

the swot ( Gast )
Beiträge:

02.08.2007 00:25
#46 RE: tägliches leben antworten

Warum du

Titan Offline

Ex-Thetan

Beiträge: 1.223

02.08.2007 00:35
#47 RE: tägliches leben antworten

Weil ich mit ihm auch außerhalb dieses Forums in Verbindung stehe.

the swot ( Gast )
Beiträge:

02.08.2007 02:27
#48 RE: tägliches leben antworten

Haha das habe ich mir doch gedacht

Titan Offline

Ex-Thetan

Beiträge: 1.223

02.08.2007 02:34
#49 RE: tägliches leben antworten

Er wird antworten wenn er wieder mehr Zeit hat.

Leibele Offline

Yehudi - Lo Zioini


Beiträge: 64

12.08.2007 02:52
#50 RE: tägliches leben antworten
Zitat von the swot
Es ist klar, dass wir kein Klein-Jerusalem vorweisen können, doch die Errungenschaften der letzten Jahre als Blendung zu bezeichnen halte ich für falsch. Ich weiß ja nicht ob du schon einmal jüdisches Leben in Deutschland wirklich erlebt hast. Ich erlebe es jeden Tag und kann dir sagen dass sich vieles verbessert hat.


Erlebt habe ich es einige Jahrzehnte lang. "Verbessert" hat sich die Mitgliederzahl, "verbessert" hat sich die Organisationsstruktur, sprich der Apparat in quantitativer Hinsicht, jedoch nicht in qualitativer.

Zitat von the swot
Klar fehlen vor allen in kleineren Städten religiöse Institutionen und das nötige Gebetsmaterial.


Dafür wird kein Geld bereitgestellt, obwohl es vorhanden ist. Auf der anderen Seite hat man es versäumt (haben es auch diese Mitglieder versäumt) sich dort anzusiedeln, wo man am ehesten Strukturen hätte aufbauen können bzw. dort wo schon welche vorhanden waren. Was will denn ein Jude in einer Kleinstadt, wo nichts jüdisches vorhanden ist? Was will derjenige, der an Jüdischkeit sowieso nur wenig Interesse hat, denn in Städten erwarten, wo diesbezüglich nichts ist und er aufgrund seiner bisherigen "Lebensphilosophie" auch nichts einbringen kann?

Zitat von the swot
In Berlin beispielsweise klappt das aber mittlerweile sehr gut. Es gibt mehrere Synagogen, auch ein paar kleinere Jeschivot und auch täglich einen Minjan. Und das in jeder Gemeinde nach verschiedenem Ritus. Ein Musterbeispiel sind dabei die Sefardim in Berlin. Anfangs trafen sie sich jeden Tag zum Gebet und mittlerweile konnten sie es sich sogar erlauben eine Synagoge zu beziehen. Es geht vorwärst mit dem jüdischen Leben.


Ich kenne die Verhältnisse in Berlin auch etwas und es wäre mehr als ein Armutszeugnis wenn bei einer geschätzten Anzahl von vorgeblich 12000 Juden sich in dieser Stadt nicht wenigstens etwas rühren würde. Doch Fakt ist nun Mal, dass nur ein kleiner Teil überhaupt an einem religiösen Leben interessiert ist und zum anderen, dass speziell Berlin geradezu vom Zionismus verseucht ist. Berlin ist geradezu die Reflexion des Gesamtzustandes des "Judentums" in Deutschland. Alles ist unter zionistischer Kontrolle, auch und gerade die Jeshivos.

Zitat von the swot
Doch du musst doch bitte eins bedenken: Wie soll das so schnell gehen? Es gab in Deutschland prächtiges jüdisches Leben. Natürlich hauptsächlich in Berlin wo ganze Stadtteile jüdisch geprägt waren. Doch was der Nationalsozialismus kulturell in Europa zerstörte lässt sich in 60 Jahren nicht wieder aufbauen. Zum einen fehlen ganz einfach die Menschen.


Hauptsächlich setzte in Berlin die häretische Reformbewegung ein. Von "prächtigem jüdischem Leben" war dort schon lange vor den Nazis nichts mehr zu spüren. Das orthodoxe Judentum war eine kleine Minderheit in Berlin und die spirituelle Vernichtung des deutschen Judentums begann dort mit der Reform.

Zitat von the swot
Du kannst es daran nicht messen und musst dankbar für jeden kleinen Fortschritt sein. Ja dankbar.


Ich wäre für jeden Fortschritt dankbar, wenn ich einen erkennen könnte, der sich wesentlich vom Wege des Berliner Vorkriegsjudentums und dem Zerrbild des Judentums in Deutschland überhaupt unterscheiden würde. Doch genau dies ist nicht der Fall.

Zitat von the swot
Es ist doch ein Wunder dass überhaupt Juden in Deutschland leben. Wer wollte nach dem Holocaust schon hier bleiben? Es ist doch klar, dass man nach diesem Massenmord nicht einfach ein religiöses Leben wie früher im Stetl führen kann. Schon garnicht im Land der Täter.


Tatsache ist, dass immer mehr Menschen nach Deutschland kommen, die von sich behaupten "Juden" zu sein. Über alles andere braucht in diesem Zusammenhang nicht geredet zu werden. Zum einen sind höchstwahrscheinlich 70 Prozent davon überhaupt keine Juden und zum anderen ist der kleine Rest, der tatsächlich jüdisch ist, in den wenigsten Fällen an einem jüdischen Leben, das über ein paar "kulturelle Erlebnisse" hinausgeht, interessiert. Das jedenfalls ist mein Eindruck und meine subjektive Erfahrung. Die einzelnen Ausnahmen sind Ernst zu nehmen, zu unterstützen und zu ermuntern. Doch früher oder später wird sich die Spreu vom Weizen trennen, wobei ich mir für die Zukunft ziemlich sicher bin, dass auch wirklich orthodoxe Juden wieder in der einen oder anderen Stadt in Deutschland leben werden. Noch eine Bemerkung zum Holocaust: Er fand im wesentlichen an den osteuropäischen Juden, den Shtetl-Juden, den chassidischen Juden, statt, die nach dem Krieg mit ihren dezimierten Kräften alles daran setzten ihre verbliebenen "Schäflein" wieder zu sammeln und wieder Gemeinden in anderen Ländern aufzubauen. Der Begriff "im Lande der Täter" ist darüber hinaus nicht nur schlecht gewählt, sondern vor allem kein Begriff der Tora. Es ist ein geradezu klassisch zu nennender zionistischer Kampfbegriff, der überhaupt keinerlei Grundlage in unseren Schriften hat.

Zitat von the swot
Du musst deine Beurteilung immer an den Umständen messen und ich sage dir ich bin froh wenn ich mal einen Tag auf der Straße auskomme ohne wegen meinem Davidstern an der Kette blöd angemacht zu werden. Eine Kippah tragen? Ich bin doch nicht verrückt! Doch bin ich deswegen weniger jüdisch?


Wozu ein Davidstern? Du trägst ein Symbol, das mittlerweile ein Symbol der Unterdrückung für ein ganzes Volk geworden ist, am Hals? Was willst du denn damit beweisen? Deine Unterstützung für diese Unterdrückung? Deine Unterstützung für den zionistischen Staat, der diese Unterdrückung tagtäglich praktiziert? Wie du dich mit oder ohne Kippa fühlst, bleibt dir überlassen, ob du weniger jüdisch oder mehr zionistisch bist, wirst du mit der Zukunft und vor allem mit Hakadosh Baruch Hu selbst ausmachen müssen, wenn du vor Ihm Rechenschaft abzulegen hast.

Zitat von the swot
Aber meinst du nicht du machst es dir mit deiner Begründung zu einfach? Ganz ehrlich...schau doch nicht immer nach "den Zionisten". Wir sind alle Brüder und Schwestern und nur gemeinsam können wir wieder aufbauen was man uns genommen hat.


Zionisten sind nicht meine Brüder und Schwestern und - sofern ich ab und an in Deutschland bin - nehme ich an keinem Minyan mehr teil, weil ich nicht zusammen mit Reshajim und Apikorsim in einem Minyan sein will. Ich möchte keinen direkten und keinen indirekten Anteil an der Unterjochung bzw. der Duldung dieser Unterjochung eines anderen Volkes haben und zum anderen will ich mich nicht an dem Zionisten-Kult beteiligen. Sollte der eine oder andere jedoch Tshuva tun und erkennen, dass der Zionismus die modernste Form des Götzenkultes ist, bin ich der letzte, der dies nicht anerkennen würde. Doch solange dies nicht der Fall ist, gehen wir getrennte Wege. Und das war immer der jüdische Weg gewesen, sich von den Häretikern und Götzendienern zu trennen und dies schreibt einer, der leider selbst einmal Zionist und dementsprechend verblendet war und den "Emes" der Tora nicht kannte. Ich weiß in jeder Hinsicht wovon ich schreibe.

Zitat von the swot
Der Zentralrat ist bedingungslos pro-Israel, das stimmt. Doch du hast Deutschland verlassen und weißt vielleicht nicht wie wichtig der Staat Israel für einen Juden ist der in Deutschland lebt(bitte lass uns darüber jetzt nicht disktutieren;diskutieren wir jetzt lieber über Dinge wie den jüdischen Alltag


Der Alltag lässt sich davon nicht trennen. Gerade in Deutschland nicht, wo jeder zum Yom Tov herausgeschmückte Saal mit den Staatsflaggen des Zionismus geschmückt wird. Widerlich ist das! Ja, der zionistische Staat ist wichtig für die Juden in Deutschland, weil man ihnen und den Völkern eingeredet hat, dass dieser Staat der "Judenstaat" sei, der sie schützen würde. Es ist nicht mehr G-tt, der mit uns im Galus ist und uns beschützt, sondern dieser Staat. Klassischer Götzenkult! Darüber hinaus wurde dieser Staat ja mehr oder weniger von Deutschland aus aufgebaut und schon alleine deshalb ist er ja so wichtig. Wichtig als alles andere auf der Welt. Doch hat das nichts mehr mit Judentum zu tun. Der Alltag ist nur noch Beiwerk, die "Religion" nur noch Schmuck für diesen Götzendienst.

Zitat von the swot
Und es gibt nicht nur "Einheitsgemeinden".Nehmen wir Berlin. Ja da gibt es die eine große Einheitsgemeinde quasi als Dachverband, doch die unterteilt sich in einzelne Gemeinden der verschiedensten Facon. Aschkenasim und Sefardim,Masorti und liberal,orthodox und dann noch irgendwas dazwischen. Doch wie will man jüdisches Leben in Deutschland denn aufbauen wenn alle Gemeinden total eigenständig agieren sollen? Die Situation lässt es ganz einfach noch nicht zu.


Alles ist mehr oder weniger über die Struktur der "Einheitsgemeinde" organisiert. Alle sind in diesem "Dachverband" (ausgenommen die Liberalen), eine Struktur, die im übrigen zuerst von den Nationalsozialisten aufgebaut worden ist und zur Voraussetzung hatte, dass alle eigenständigen und auch nicht-zionistischen Gruppen dort zwangsvereinigt wurden. Doch eine Gegenfrage: Wie haben sich denn andere eigenständigen Gruppen in anderen Ländern Europas oder in den USA ohne diese Struktur aufgebaut? Oder wie hat sich denn zum Beispiel die unabhängige Orthodoxie eines Samson Raphael Hirsch zt"l mit gerade mal einem Minyan damals in Deutschland aufgebaut und das gegen die reformerische Mehrheitsströmung? Es geht alles, wenn man es nur will und wenn man nicht meint, man müsse an einem Geldtropf hängen.

Zitat von the swot
Sicher ur es ist problematisch wenn 1000 Juden in einer so kleinen Stadt leben und auch alle sich irgendwie in der Gemeinde einbringen wollen. Es ist so schön - sie wollen jüdisch Leben. Und dann ist es doch Schade wenn nur 30 Leute zum Shabbes kommen können obwohl viel mehr es wollen.


Darum ging es aber nicht beim Bau der Münchner Synagoge. Denn wäre dies der Maßstab gewesen, hätte man deiner Logik zufolge einen Bau mit dem Fassungsvermögen von 10000 Menschen bauen müssen und soweit ich weiß, fasst der Neubau in München nicht so viele. Stimmt´s? Ich unterstelle, dass es um Prestige ging und um die Befriedigung des Ehrgeizes einer Person und insofern um nicht mehr als um Politik und auch ein wenig um Rachsucht. Nebenbei bemerkt: Achte mal auf die "übrig gebliebenen" und nicht in der Pogromnacht zerstörten Synagogen und Bethäuser in Deutschland: Es waren dies vor allem jene, die in die baulichen Strukturen der Stadtviertel eingebettet waren, die nicht gesondert standen, sondern nach außen hin bescheiden wirkten und auch nicht gesprengt werden konnten, ohne gleich das ganze Viertel mit zu gefährden. Die Rykestraße in Berlin ist ein beredtes Beispiel dafür. Zerstört wurden vor allem die architektonischen Prunkbauten des liberalen "Judentums", die Ende des 19. Jahrhunderts erbaut worden sind. Dies nur als kleine gedankliche Anregung.

Zitat von the swot
Aber bald bekommen wir endlich wieder eine Synagoge! Ich freue mich schon


Ich freue mich trotz allem Widerspruch mit dir und hoffe sehr, dass dieses Gebäude ein Haus des Dienstes an dem Einen und Ewigen G-tte Jisraels sein wird, in dem kein Platz sein wird für Götzenverehrung und zionistischen Kult und Aberglaube.

Zitat von the swot
Antwerpen ist sicher schön und ich würde es gerne mal besuchen.


Boruch habo! Herzlich Willkommen!

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