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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  

Der substanzielle  Dialog
 
"Je suis Charlie!" - "Je suis Berlin!"


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Dieses Thema hat 54 Antworten
und wurde 5.218 mal aufgerufen
 Christliche Kultur und Politik
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Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

29.12.2005 17:37
#51 RE: Erfahrungen antworten

Das kann man bestimmt. Dürfte nicht mal so schwer sein. Nur, wo publizieren?

Der Artikel der Religionslehrerin stand unter der Rubrik "Gedanken zur Zeit" in der Lokalzeitung. Diese Rubrikt steht ausschließlich den verschiedenen Kirchen bzw. deren Vertretern zur Verfügung. Meine Antwort auf diese Zeitgedanken wurde nicht mal als Leserbrief veröffentlicht. Dabei war sie gar nicht so scharf :


Noch nie habe ich so offen ein Mitglied der Kirche darüber reden hören, dass der Religionsunterricht in erster Linie Instrument zur Missionierung neuer Gläubiger zu sein hat. "Ehrfurcht vor Gott, Dankbarkeit und eine gewisse Demut, das sind Grundhaltungen, die unsere Kinder lernen müssen" - wer mit dieser Haltung als Religionskundelehrer in den Unterricht geht sollte lieber zur Christenlehre wechseln. Dass dabei ausdrücklich der christliche Gott gemeint ist, wird nicht extra betont. Braucht es auch nicht, es ist aus jeder Zeile zu entnehmen.

Im Streit mit LER wurde von Seiten der Kirche immer betont, dass hier keine Erziehung zur Religiosität erfolgen, sonder einfach verschiedene Religionen vorgestellt werde sollen, wobei dem Christentum mehr Zeit gewidmet wird. Anders wäre es auch kaum denkbar, denn warum sollte der Staat, der die Kosten für den Unterricht trägt, dies tun, wenn Religionskunde nur eine große Werbeveranstaltung für die Kirche ist?

„Wie kann man weltanschaulich neutral über Schuld und Gewissen, Strafe und Vergebung reden? Da muss eigentlich Gott vorkommen.“ und „Der weltanschaulich neutrale Staat kann keine verbindlichen Werte schaffen.“ Diese Meinung ist christlicher Fundamentalismus. Sie zeigt auch wenig Geschichtskenntnisse, schon lange vor Entstehung des Christentums gab es wertevermittelnde Philosophien die absolut lebenstauglich waren.
Freilich kamen den Begriffen Schuld, Gewissen, Strafe und Vergebung besonders dann große Bedeutung zu, wenn die Kirche in absoluter Machtstellung auch das politische Leben dominierte. Waren sie doch wichtig sowohl zur Unterdrückung und Vernichtung anders Denkender als auch zur Füllung der Kirchenkasssen. Aber gerade diese Zeiten haben gezeigt, wie wichtig es ist, den Staat weltanschaulich neutral zu führen. Und so brauchen wir in Deutschland keine Erhöhung des Einflusses der Kirchen, sonder eine eher eine Verminderung ihrer überaus großzügigen staatlichen Subventionierungen von mehr als 10 Mrd Euro jährlich.

In meinen Augen ist dieser Artikel keine Empfehlung, sein Kind in den Religionskundeunterreicht zu schicken, sond"ern eher eine Aufforderung an das Schulamt, dessen Durchführung in Lychen äußerst kritisch zu prüfen.
...was zu bezweifeln ist

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 15.743

29.12.2005 17:59
#52 Erfahrungen antworten
Die Atheisten haben nicht die PR-Plattformen wie die Christen. Aber bestehende - wie der IBKA - werden aber auch nicht richtig genutzt. Ich bin ja der Auffassung, dass die Religion philosophisch substanziell in die Diskussion bebracht werden muss. Und dass die Vertreter der Kirchen nach Möglichkeit dazu gebracht werden, sich dieser Diskussion zu stellen. Hier geht es nicht nur um rechtliche Rangeleien - ob Kirchensteuer oder nicht (natürlich keine!!), hier geht es schlichtweg um den Wahrheitsgehalt der Religionen! "Du sollst nicht falsch Zeugnis reden!" Daran möchte ich mich halten...

Wir müssen mit dem auskommen, was wir haben. Z. B. müssen wir auch gegen eine Presse kämpfen, die eine Plattform für substanzielle Diskussion nicht stellen mag. U.a., weil es den §§ 166 des StGB gibt, nach dem religiöse Bekenntnisse nicht beleidigt werden - und auch nicht so in die Diskussion gebracht werden dürfen, dass damit der soziale Frieden gefährdet ist! D.h. zum Islam darfst du also keinen Pups machen! Unsere muslimische Hard-Core-Front ist ja recht humorlos und sehr empfindlich...

Deine Homepage ist z.B. eine Sache, mit der DU einen guten Beitrag leistest. Und mein Forum und und meine HP hoffentlich eine, mit der ICH meinen positiven Beitrag leiste.
Gehen wir weiter. Und gehen wir so weit, wie es geht.

Gysi
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Die Menschheit befindet sich in der Vorgeschichte der Menschheit (Karl Marx)

the swot ( Gast )
Beiträge:

31.01.2006 18:34
#53 RE: Erfahrungen antworten

Ich bin absolut gegen Religionsunterricht, weil ich aus eigener Erfahrung nur christlichen Religionsunterricht in Schulen kenne.Ich bin aber Jude.......
Außerdem halte ich Religion für eine Sache die man privat ausleben sollte(was bei mir Besuche der Synagoge etc. bedeutet....

OPA Offline



Beiträge: 385

07.02.2006 14:02
#54 RE: Erfahrungen antworten

Eben. Religion hat nichts mit der vom Staat zu bietenden Schulbildung zu tun. Der Religionsunterricht basiert auf dem Reichskonkordat zwischen Vatikan und Hitler, ist also Hitlers Erbe an uns, das wir zu vernichten haben. Solange es Religionsunterricht in staatlichen Schulen gibt, solange wird Hitler weiter herrschen, und unser Ziel sollte es sein, das Tausendjährige Reich zu verhindern, indem wir es jetzt, nach 73 Jahren, auslöschen.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

07.02.2006 18:40
#55 RE: Erfahrungen antworten

Mag sein, dass es auf dem Reichskonkordat beruht. Aber bestimmt gibt es Nachfolgeverträge. Unser bettelarmes Brandenburg hatte jedenfalls noch 60 Mio für einen Staatsvertrag mit dem Vatikan übrig, nur um katholischen Religionsunttericht durchführen zu dürfen. Dazu kommt dann noch das Gehalt für die, selbstverständlich katholischen Lehrer, Betriebskosten usw.

Schade ums Geld, wäre eigentlich auch was für den Rechnungshof.

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...was zu bezweifeln ist

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