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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  

Der substanzielle  Dialog
 
"Je suis Charlie!" - "Je suis Berlin!"


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Dieses Thema hat 54 Antworten
und wurde 5.258 mal aufgerufen
 Christliche Kultur und Politik
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PublicEnemy Offline

Mitglied

Beiträge: 13

25.01.2005 16:06
Erfahrungen antworten

Ich bin 23 Jahre alt, bin gerade dabei meine Matura (Abitur) in einer Abendschule nachzuholen. Obwohl ich Atheist bin, besuche ich den Religionsunterricht. Ich mache das, weil ich denke, dass Religion noch immer einen großen Einfluss im täglichen Geschehen hat (auch in der Weltpolitik). Ein Sprichwort sagt: "Atheismus ist ein Zeichen dass man Religion ernst nimmt". Ich habe meiner Religionslehrerin auch von anfang an gesagt das ich Atheist bin, und sie hat es akzeptiert und war sogar froh dass sich auch "nicht Gläubige" für den Unterricht interessieren.

Nun habe ich das Glück dass meine Lehrerin eine sehr Aufgeschlossene ist und mit mir auch gern, über alle Fragen die ich habe, diskutiert.

Früher, als ich zwischen 7-12 war, hab ich den Religionsunterricht nicht sehr ernst genommen, er war auch anders als heute. Mit Jüngeren redet man mehr über die Bibel, Apostel, Gott und Engeln. Jetzt aber lern ich Fakten, die mir wesentlich mehr geben, Fakten über andere Weltreligionen, Sekten, Aberglauben, Okkultismus und so weiter.

Und das finde ich wesentlich besser, da ich jetzt den Verstand habe Religion mehr zu begreifen und auch die Reife Religion zu hinterfragen.

Meine Erfahrung, leider hab ich das unter Zeitdruck geschrieben, also entschuldigt bitte meine Fehler *g*

Gruß

PS: Ich denke Religionsunterricht ist wichtg, aber wenn dann zur Aufklärung und nicht als Werbung für eine Kirche.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 15.853

25.01.2005 16:26
#2 Erfahrungen antworten

Hallo PublicEnimy, herzlich Willkommen erst mal!

Fehler? Die paar kleinen stören mich nicht. Wenn sie dich aber stören: du kannst sie jederzeit ja korrigieren - hier gibt es keine Korrektur-Deadlines.

Der Religionsunterricht wird heute sicher anders gehalten als damals, als ich in der Schule war. Ich bin jetzt 52. Und die Kinder nehmen ihn verschieden auf. Für mich war der RU jedenfalls eine Leidensgeschichte: Ich konnte den Müll nicht glauben, hatte aber Angst vor Gottesstrafe, falls die Kirchenleute vielleicht doch recht haben würden... Die Höllenstrafe wird heute subtiler vermittelt, aber sie ist immer noch Bestand der Lehre.
Ich halte es für unverantwortlich, den Kindern einen solchen Unsinn wie die Wiederauferstehung (Jesus') und die (damit verbundene) Sündenbefreiung (bei Glauben daran!) zu lehren! Erstens macht die Lehre Angst und zweitens kann man die wertvolle Lehrzeit der Kinder für diese (und für unsere Gesellschaft) besser nutztn! Wir alle sind heutzutage wissens- und realorientiert. Aber die meisten glauben immer noch an einen Christengott. Das ist der "Erfolg" des Zugriffs auf unsere Kinder durch den RU. Ich kann in diesem Ergebnis nichts anderes als einen Akt der Gehirnwäsche erkennen.

Gysi
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Die Menschheit befindet sich in der Vorgeschichte der Menschheit (Karl Marx)

PublicEnemy Offline

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Beiträge: 13

26.01.2005 14:57
#3 RE:Erfahrungen antworten

Wie ich im alten Forum gelesen habe, würdest du ja am liebsten den Religionsunterricht abschaffen, oder? :)

Nur ich denke, Religionsunterricht der Aufklärt ist sehr wichtig. Man sollte aber weniger Klosterschwestern, oder Pfarrer als Religionslehrer nehmen (wie es an manchen Schulen so ist).

Hier in Ö. kann man sich schriftlich vom Rel.Unterricht abmelden, also ist er nicht verpflichtend. Was zu folge hat, dass nur sehr wenige Schüler den Rel. Unterricht besuchen.

Gäbe es sonst noch Alternativen?

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 15.853

26.01.2005 16:24
#4 Erfahrungen antworten

Ja, die gäbe es. Der Religionsunterricht hat nach meiner Auffassung nichts in den staatlichen Schulen zu suchen. Entweder sind wir ein laizistischer Staat, oder wir machen mauschelmauschel mit der hier herrschenden Quasi-Staats-Religion. Ich bin dafür, den RU zu streichen, auch nicht als Wahlfach anzubieten. Wenn die Kinder Fragen nach Gott stellen, dann sollte ein weltlicher Lehrer die Antworten geben. Aber man sollte mit hochabstrakten Weltbildern (die auch noch subtil Angst schüren) nicht an die Kinderseelen herantreten. Nur umgekehrt. Oder würdest du 6-Jährige zu einer sexuellen Aufklärung drängen? Schafft nur falsche Phantasien und Gefühle. Würdest du den Kindern Horrorfilme zeigen? Warum aber mit einer Lehre konfrontieren, nach der ein uns alles liebender Gott aus einer schlechten Laune heraus Genozid (Sintflut) betreibt? Nach der er Kindesopfer verlangt (den Esau von Abraham, glaube ich)! Nach der er die Ungläubigen und Sündigen (Schwule, betuchte Kaufleute, Leute und die, die zu viele kritische Fragen stellen) zum Jüngsten Gericht für die Ewigkeit mit Foltern bestraft! Muss doch nicht sein.
Und: Die Muslime fordern auch ein Recht danach, ihre Kinder in den Schulen nach dem Koran unterrichten zu dürfen. Gleiches Recht für alle. Es ist nicht gut, den Kindern den tiefen Hass gegen die "Ungläubigen" einzuprägen, so wie der Koran das in erschreckender Weise tut. Er fordert sogar (unter nicht genau beschriebenen Umständen!), die Ungläubigen im Kampf um die Glaubensvorherrschaft zu töten! Und es gibt manche, die diese Aufforderung etwas hardcore-mäßiger auslegen als andere, um sich einen guten Platz im Paradies zu sichern, wie wir leider in dieser Epoche besonders erleben...

Gysi
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Die Menschheit befindet sich in der Vorgeschichte der Menschheit (Karl Marx)

diderot Offline

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Beiträge: 21

03.02.2005 14:29
#5 RE:Erfahrungen antworten

Ich bin auch gegen den Religionsunterricht in den Schulen. Was ich mir aber vorstellen könnte, wäre ein Unterricht über die Religionen aus neutraler Sicht, der Fragen behandelt, wie: Warum gibt es Religion, was glauben die verschiedenen Religionen, wie begründen sie es usw. Aber da würden sich natürlich gewisse einflussreiche Gruppierungen mit allen möglichen Mitteln dagegen wehren.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 15.853

03.02.2005 15:36
#6 Erfahrungen antworten

Dieser neutrale Unterricht hätte dann den gleichen Wert wie Philosophie. Warum ist denn Philosophie kein Pflichtfach für Kinder? Kann ich dir sagen: Weil Philosophie sie nicht die Bohne interessiert.
Was ich wichtig fände, ist Ethiklehre und Verhaltenskunde an praktischen Beispielen, aus dem Leben der Kinder. Und Erziehungsunterricht für die Teenies - als angehende Eltern.

Gysi
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Die Menschheit befindet sich in der Vorgeschichte der Menschheit (Karl Marx)

diderot Offline

Mitglied

Beiträge: 21

03.02.2005 21:48
#7 RE:Erfahrungen antworten

Philosophie sollte wirklich ein Pflichtfach sein. Das Problem ist nur, dass erstens die Schüler schon mit Pflichtfächern überlastet sind, und dass zweitens kaum ein Lehrer das Fach so unterrichten könnte, dass es die Schüler interessiert. Aber grundsätzlich denke ich, dass Kinder nicht unbedingt philosophischen Fragestellungen abgeneigt sind. Es dürfte eben kein sturres Lernen dessen sein, was irgendwelche Philosophen einmal gesagt haben - aber darauf würde es wohl hinauslaufen.
Ein neutraler Religionsunterricht, der natürlich den konfessionellen ersetzen müsste, hätte den Vorteil, dass er den Schülern helfen würde, die Religiosität zu verstehen, mit der sie ständig konfrontiert werden. Aber das ist rein theoretisch, da es in der Politik nicht einmal ansatzweise eine Unterstützung für eine Abschaffung des konfessionellen Religionsunterrichtes gibt.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 15.853

04.02.2005 01:10
#8 Erfahrungen antworten

Du bist selber in deinen Erfahrungen befangen. Du kannst dir eine Schule ohne Religionsunterricht nicht vorstellen! Jedes Kind fragt nur nach Gott, weil die Erwachsenen diese Vorgabe leisten. Jedes Kind stellt Fragen aus seinem eigenen Leben heraus. Die größte wissenschaftliche/philosophische Frage, die sie zu stellen vermögen, ist: Woher kommen die Babies? Schafft den Religionsunterricht ab! Der irritiert nur. Der bekommt Sinn, wenn die Kinder nach Gott fragen. Aber dann doch nicht gleich Religionsunterricht.

Gysi
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Die Menschheit befindet sich in der Vorgeschichte der Menschheit (Karl Marx)

diderot Offline

Mitglied

Beiträge: 21

04.02.2005 21:00
#9 RE:Erfahrungen antworten

Ach nö, ich kann mir eine Schule ohne Religionsunterricht sehr gut vorstellen. Am Abendgymnasium hatten wir übrigens auch keinen Religionsunterricht.
Aber die Religion wäre mit dem Religionsunterricht noch nicht abgeschafft. In Frankreich sind die Leute auch nicht weniger religiös, obwohl es dort keinen Religionsunterricht gibt. In den USA gibt es übrigens auch keinen Religionsunterricht, aber die religiösen Eltern schicken die Kinder in die Sonntagsschule. Die neutraler Religionsunterricht könnte die Kinder dagegen vor dieser religiösen Indoktrinierung außerhalb der Schule schützen.

Gast
Beiträge:

12.02.2005 11:11
#10 RE:Erfahrungen antworten

Hallo!


In dieser Diskussion sieht man deutlich die zwei Aufgaben, die ein Religionsunterricht hat/ haben kann.

Einerseits die religiöse Unterweisung - in Richtung Missionierung, Glaubensfestigung. Andrerseits eine Einführung in kulturelle Errungenschaften unserer Gesellschaft.

Das eine hat - meiner Meinung nach in öffentlichen Schulen nichts zu suchen. Ein sachliches Argument dazu wäre allein die Tatsache, dass es in Europa keine einheitliche christliche Religion gibt. Was geschieht mit den Kindern/ Jugendlichen anderer religiöser Bekenntnisse, während unsere " Katholen" oder "Protestanten" ihre Stunden absolvieren. Es kommt ( hier in Ö) immer wieder dazu, dass die Eltern ihre Kinder ( im Pflichtschulalter, erst ab 16 darf man sich selbst vom Unterricht abmelden) vom Religionsunterricht abmelden und die öffentliche Hand muss dann , wenn die Stunden innerhalb der Stundenvorgabe liegen, noch für Aufsicht sorgen. Es ist organisatorisch gar nicht möglich, alle dies Einheitren in der ersten oder letzten Stunde anzusetzen.

Der zweite Aspekt deutet aber auf etwas hin, was zur umfassenden Bildung nötig ist: Überblicke uber die Glaubensinhalte aller Religionen, das Wirken dieser in Vergangenheit und Gegenwart, Verflechtungen von Macht und Religion usw.

Meiner Meinung nach gehörte in die Grundschul/ Pflichtschulzeit ein für alle Schüler - egal ob oder welchen religiösen Bekenntnisses - neuer Unterrichtsgegenstand. Hauptinhalt: Miteinander umgehen zu lernen: Schlagworte: Akzeptanz ( mich und andere) Toleranz ( das Fremde im Eigenen und das Eigene im Fremden erkennen zu lernen) Wir haben da aus Soziologie und Psychologie - Geographie und Gesschichte - Deutsch und Englisch viele Erkenntnisse, um diesen Unterricht sogar als spannende Unterbrechung des Schulalltags empfinden zu lassen. In diesem Fach darf es keine Benotung geben, sondern eher: t eilgenommen- mit Erfolg teilgenommen - mit gutem Erfolg teilgenommen - mit sehr gutem Erfolg teilgenommen. So würde verhindert werden, dass - völlig kontraproduktiv - ein Kind wegen dieses Faches sitzenbleiben müsste und gleichzeitg wäre es möglich, Vorzüge eines Kindes, die in anderen Fächern nicht im erforderlichen Ausmaß berwertet werden, rauszustreichen: etwa: Koperationsfähigkeit, soziale Intelligenz, Entschlussfähigkit und wohl vieles mehr.


In die Oberstufe aller weiterführenden Schulen gehört ein verpflichtender Ethikunterricht: religionsunabhängig. Dieser kann dann das mitleisten, was heute ein Religionsunterricht leisten sollte! Er wäre dann von Fachphilosophen der anderen Lehrern, die einen Kurs besuchen müssten ( etwa Historikern, Germanisten, Anglisten, Lateinern) u halten. Und das im Rahmen ihrer Unterrichtsverpflichtungen.

Das sind meine Ideen.

Marianne


Mr.Sunshein Offline

Mitglied


Beiträge: 23

02.03.2005 20:55
#11 RE:Erfahrungen antworten

religionsunterricht: ja
christlicher oder sonstiger spezifischer unterricht: nein
wenn man in der schule über alle religionen mehr oder weniger grob in kentniss gesetzt wird, ist das nur gut und recht, aber leicht beeinflussbare kinder von kleinauf ein unfreiwillige religion auftrimmen ist falsch
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Die Interesanten Seiten der Menschlichen Psyche, sind ihre Schlechten.

Darky Offline




Beiträge: 87

02.03.2005 21:03
#12 RE:Erfahrungen antworten

jop dem stimm ich zu.... etwas über andere Religionen und Kulturen erfahren find ich gut, aber Kinder sollten sich ihre eigene Meinung bilden und wenn sie alt genug sind selbst entscheiden ob ihnen sowas entspricht oder nicht. Ich find auch die Eltern sollten so tolerant sein und die Kinder nicht zu sehr da mit reinziehen....
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The only good god is a dead god the only good god for me!!!

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 15.853

03.03.2005 10:29
#13 Erfahrungen antworten

Hallo, ihr beiden!
????

Ich bin für Religionsfreiheit!
Aber Kinder einer ansonsten wissens- und realitätsbejahenden Gesellschaft den augenscheinlichem Unsinn (Wiederauferstehung, Erlösungsversprechen etc.) einer Religion unkritisch einzuimpfen, das halte ich für unverantwortlich. Diese Religion ist immerhin auch eine Angstreligion, d.h., sie droht mit ewiger Höllenfolter, wenn man nicht so glaubt (und dann auch noch so widersinnig!), wie es die Religionslehrer wollen. Diese Lehre ist Gehirnwäsche und schafft seelischen Stress.
Kinder konfrontiert man nicht mit Horrorgeschichten - aus erzieherischen Gründen. Und auch den (einseitigen) Religionsunterricht können die Kinder so schlecht verarbeiten, dass sie mehrheitlich tätsächlich bis zum Lebensende an diesen Widersinn glauben! Der RU arbeitet nicht der Meinungsbildungsfreiheit zu. Und damit auch nicht der Religionsfreiheit! Die wäre allenfalls gegeben, wenn man sich andere Ergebnisse anschauen könnte: 50 % Atheisten, 40 % Agnostiker, 5 % Buddhisten, 3 % Hinduisten - Christen? 1 %, maximal! Muslime? 0 %! Oder weniger . Satanisten? Die würden sich erübrigen. Ich bin auch der Auffassung, dass der Satanismus eine Reflexbewegung auf das Christentum war und ist. LaVey war im tief fundamentalistisch-christlichen US-Amerika hochgekommen. Und das hat schon seinen naheliegenden Grund.

Ich bin dafür, (einseitigen) Religionsunterricht gegen Kinder bis 16 zu verbieten! (Auch außerschulisch!) In den Schulen sollte über Religionen neutral unterrichtet werden, aber über alle Weltreligionen. So wie sie auch über die verschiedenen Philosophien unterrichtet. Aber nicht als Pflichtfach.

Gysi
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Darky Offline




Beiträge: 87

03.03.2005 13:28
#14 RE:Erfahrungen antworten

öhm haben wir doch gesagt o.O
nur nicht so lang XD
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Vanion Offline

Atheist


Beiträge: 1.568

03.03.2005 14:36
#15 RE:Erfahrungen antworten

>Ich bin dafür, (einseitigen) Religionsunterricht gegen Kinder bis 16 zu verbieten! (Auch außerschulisch!)

Und wie willst du das durchsetzen ohne gleich das GG zu ändern?

Außerdem geht es den Staat, der das als einzigestes durchführen könnte nen scheiß an was daheim
abläuft. Da hält er sich auch raus denn um da was zu machen braucht man nen Durchsuchungsbefehl.

Ich hab mit RU nur gute Erfahrungen gemacht, lag auch dran das es nur 1 ev-Relilehrer gab.
Und bei dem haben wir Meditation, andere Religionen, Okkultismus ect. gemacht.
Kann mich nicht erinnern das wir speziell christliches Aufgegriffen haben oder wir ständig vor dem Teufel gewarnt wurden.

Ich wäre für das Modell wie es in Frankreich an den Schulen ist, NIX Religion ect.
Das sollen die Leute privat machen.

Sowas wie "keine Kreuze mehr als Schmuck" find ich aber maßlos übertrieben.
Wenn ich jemand mit Kreuz um dem Hals rumrennen seh (oder ein Mädel mit nem Jesus-Shirt)
dann interessiert mich das sowas von nicht die Bohne, obwohl die Christen denken das sie
damit der Mittelpunkt des Interesses wären.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 15.853

03.03.2005 18:07
#16 Erfahrungen antworten

In Antwort auf:
Ich hab mit RU nur gute Erfahrungen gemacht,
Das höre ich zugestandenermaßen auch von fast allen. Ich sage aber: Wenn die Mehrheit der Menschen in unserer relativ aufgeklärten Zeit den Unsinn in ihr Herz gelassen hat und zeitlebens glaubt, dann ist sie das Opfer erfolgreicher Gehirnwäsche geworden.

Der RU hat sich inhaltlich in den letzten 30 Jahren offensichtlich sehr verändert. Die Reli-Lehrer picken sich aus der Bibel nur noch die Jesus-Rosinen raus. Da wird ein Christen-Bild an die Leute gebracht, die mit der Bibel - und die ist ja die geheiligte Grundlage der christlichen Religion - wenig zu tun hat. Für mich nichts als Bauernfängerei und kluge PR-Politik zur Erhaltung der Macht.
Zu meiner Zeit wurde noch das Jüngste Gericht und die Hölle (für böse und ungläubige Kinder) gelehrt. Und die gehören auch zu einer kompletten Lehre dazu.

Der RU könnte auch ohne Grundgesetzänderung verboten werden, wir leben schließlich in einen laizistischen Staat.
Die Bibel könnte (theoretisch) als jugendgefährdend verboten werden, wenn wir an die Kindsofer, die Gott von Abraham verlangte, an seinen durchgesetzten Genozid (Sintflut) und an die apokalyptischen Reiter der Offenbarung des NT denken.
Aber das wird nicht geschehen, dazu hat die Kirche zu viel Macht, und die Menschen sind mit ihr noch zu verflochten.
Jugendgefährdend - und dazu noch verfassungsfeindlich - ist nach meiner Auffassung eindeutig der Koran! Mit den schon herrschenden Gesetzen könnte man dieses schlimme Buch auf den Index der verbotenen Bücher setzen. Aber auch das wird nicht geschehen, weil um dieses faschistoide Buch das religiöse Mäntelchen hängt... Und unser Gesetz toleriert doch jede Religion...

Gysi
______________
Die Menschheit befindet sich in der Vorgeschichte der Menschheit (Karl Marx)

diderot Offline

Mitglied

Beiträge: 21

03.03.2005 23:01
#17 RE:Erfahrungen antworten

Mit dem Laizismus in Deutschland ist es ja nicht so weit her. Schließlich werden die Kirchen teilweise vom Staat finanziert, die Bischöfe werden von Staat bezahlt, und die Vertreter der Kirchen sitzen in den Aufsichtsräten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. In Bayern müssen die Bischöfe bei ihrer Amtsernennung einen Eid auf den bayerischen Staat leisten.
Was den Religionsunterricht betrifft, so sagt Artikel 7 des Grundgesetzes: "(3) Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen ordentliches Lehrfach."
Allerdings weiß ich nicht, was mit "bekenntnisfreien Schulen" gemeint ist. Anyway, um einiges deutlicher ist da die bayerische Verfassung, Artikel 131, Abs. 2: "Oberste Bildungsziele sind die Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor religiöser Überzeugung ..."
Artikel 136, Abs. 2 der besagten Verfassung: "Der Religionsunterricht ist ordentliches Lehrfach aller Volksschulen, Berufsschulen, mittleren und höheren Lehranstalten."
Man sieht, ich komme aus Bayern. In den anderen Bundesländern schaut es hinsichtlich des Laizismus vermutlich nicht viel besser aus. Was man von Baden-Württemberg so hört, sind die genauso klerikal.

Mr.Sunshein Offline

Mitglied


Beiträge: 23

04.03.2005 15:00
#18 RE:Erfahrungen antworten

wow, bayern is ja noch schlimemr als ich dachte XD

ich muss sagen, das mein RU ungefähr genauso ablief wie der von Gyni, und ich bin selbst erst 16 oO
unser Ru-Lehrer war ein richtiger Pfarrer der uns ausser mit dem fegefeuer und der hölle nieh etwas wirklich wissenswertes gelehrt hat. da war immer diese fingerzeig auf schandtaten, die ihm nach "gotteslästerig und wiederwertig" waren. so hat er homosexuele wirklich als ausgeburten der hölle beschrieben, die vom teufel ausgesand wurden um kinder zu verderben! ich meine, ich mag schwule auch nich besonders, aber ich toleriere sie (heisst jetzt nicht sowas wie "du bist schwul? mit dir red ich nich mehr!") der hätte seine eigenen kinder ins leuterfeuer geworfen (wen er wälche gehabt hatte)

Ps: Ist das ein Zufall? der Kerl hies Pfarrer Bayr XD
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Die Interesanten Seiten der Menschlichen Psyche, sind ihre Schlechten.

diderot Offline

Mitglied

Beiträge: 21

12.03.2005 14:46
#19 RE:Erfahrungen antworten

Was ich noch zur Verfilzung von Religion mit Staat, Gesellschaft und Institutionen in Bayern hinzufügen wollte:
Die Bayernhymne fängt ja auch mit Gott an: "Gott mit dir, du Land der Bayern ... er behüte deine Fluren, schirme deiner Städte Bau ..." und so weiter.
In den Klassenzimmern müssen Kreuze gemäß einer Verordnung der bayerischen Staatsregierung aufgehängt werden.

OPA Offline



Beiträge: 385

09.05.2005 19:45
#20 RE:Erfahrungen antworten

.

In Antwort auf:
Mit dem Laizismus in Deutschland ist es ja nicht so weit her. Schließlich werden die Kirchen teilweise vom Staat finanziert, die Bischöfe werden von Staat bezahlt, und die Vertreter der Kirchen sitzen in den Aufsichtsräten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. In Bayern müssen die Bischöfe bei ihrer Amtsernennung einen Eid auf den bayerischen Staat leisten.
Was den Religionsunterricht betrifft, so sagt Artikel 7 des Grundgesetzes: "(3) Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen ordentliches Lehrfach."
Allerdings weiß ich nicht, was mit "bekenntnisfreien Schulen" gemeint ist. Anyway, um einiges deutlicher ist da die bayerische Verfassung, Artikel 131, Abs. 2: "Oberste Bildungsziele sind die Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor religiöser Überzeugung ..."
Artikel 136, Abs. 2 der besagten Verfassung: "Der Religionsunterricht ist ordentliches Lehrfach aller Volksschulen, Berufsschulen, mittleren und höheren Lehranstalten."
Man sieht, ich komme aus Bayern. In den anderen Bundesländern schaut es hinsichtlich des Laizismus vermutlich nicht viel besser aus. Was man von Baden-Württemberg so hört, sind die genauso klerikal.

Genau deswegen gehört die Bayerische Verfassung aufgehoben, Parteien wie die CSU gehören verboten und der Religionsunterricht aus der Schule raus.

Ein Staat der seinen Bürgern vorschreibt, was ihre Bildungsziele sind, ist nichts anderes als ein stockkonservativer und fundamentalistischer Gottesstaat, eine Diktatur des Klerikariat, die jegliche Anfeindung gleich mit öffentlichen Verleumdungskampanien von sich weist und bei der Polizei ihren Einfluss soweit ausnutzt, dass sie jederzeit jeden wegen der schlimmen Verbrechen der Gotteslästerung anzeigen kann. Und wenn es auch noch ein Quasi-Ein-Parteien-Staat nach dem Muster des Dritten Reiches ist, umso schlimmer.

Sop etwas gehört mit Sicherheit nicht in eine freiheitliche Verfassung

Malak Offline

Mitglied


Beiträge: 68

10.05.2005 10:40
#21 RE:Erfahrungen antworten

Aber man sollte es erlauben. Nicht Raus mit dem Religionsunterricht. Man sollte ihn wählen können, wenn man ihn will. Wenn nicht, dann nicht. Ich wär alternativ für eine Art Ethikunterricht. Aber schon ab der Grundschule.
MfG Malak

OPA Offline



Beiträge: 385

30.05.2005 15:12
#22 RE:Erfahrungen antworten

Wenn man RU erlaubt, dann nur FREIWILLIG im Sinne aus Willen der Kinder, nicht der Eltern. Und ganz bestimmt nicht ab der Grundschule, da sind sie noch zu beeinflussbar. Gilt wohl auch für Unter- und Mittelstufe. Erst die gymnasiale Oberstufe bzw. entsprechende Einrichtungen für mittlere-Reife-Schüler, wie FOS und so sollten die öglichkeit bieten, sich mit den sekten auseinanderzusetzen. Nicht Pfarrer/Priester oder alte RU-Lehrer, sondern frische Absolventen, die entsprechend geschult wurden, sollten sich dieses annehmen, denn sie sollen nicht bekehren, sondern die Gefahren aufzeigen.

Malak Offline

Mitglied


Beiträge: 68

02.06.2005 08:47
#23 RE:Erfahrungen antworten

Und das positive auch.
Ich bin jedoch der Meinung, dass in der Unter und Mittelstufe schon soweit ist. Beeinflusst wird man immer ganz egal wie.

Malak
Rechtschreibfehler sind gewollt und zur allgemeinen Belustigung gedacht!

Tobias.Künning Offline

Mitglied

Beiträge: 1

31.08.2005 14:06
#24 Verändern und nicht Abschaffen antworten

Hallo,

ich bin der Meinung man sollte, den Religionsunterricht, nicht zur Gotteslehere in dem Sinne nutzen dazu ist der Konfimantenunterricht, Firmunterricht ect.

Man sollte alles von aussen wirken lassen, jede Religion zeigen/vorstellen, damit die Kinder und Jugendlichen sich ihre eigene Meinung bilden können. Man sollte des weiteren auch Disskussionen über Themen wie z.B. Fanatismus führen, man sollte Gespräche über Vor- und Nachteiler des Glaubens führen. Jeder sollte meiner Meinung nach, dazu eine kritische Einstellung haben und sich somit eine eigene Meinung bilden. Ich bin 21 und möchte demnächst mein Abitur nach machen um danach Theologie zu studieren und in der evangelischen Kirch Aufgaben übernehmen, aber dieser Berufswunsch hat sich erst weit nach meiner Schulzeit entwickelt, als ich gemerkt habe, was mir Gott persönlich gibt und das man als Kirchlicher vertreter auch Gutes tun kann. Mit Menschen reden, einfach für andere da sein, wenn sie einen Gesprächspartner brauchen und so weiter. Ich empfinde es als wichtig, das jeder eine kritische Meinung in die Kinderschuhe gelegt bekommt. So wird er den glauben finden, der zu ihm passt, oder er findet eben keinen Glauben. Jeder sollte das entscheiden wie er das will.

Ein bisschen Off-Topic aber deshalb bin ich auch gegen große Geschenke bei der Konfirmation, Firmung ect. lieber 10 Leute die an Gott glauben als 100 die nur aus Geld gier in die Kirche gehen!

In Antwort auf:
Was ich noch zur Verfilzung von Religion mit Staat, Gesellschaft und Institutionen in Bayern hinzufügen wollte:
Die Bayernhymne fängt ja auch mit Gott an: "Gott mit dir, du Land der Bayern ... er behüte deine Fluren, schirme deiner Städte Bau ..." und so weiter.
In den Klassenzimmern müssen Kreuze gemäß einer Verordnung der bayerischen Staatsregierung aufgehängt werden.

Ich finde es unverantwortlich, wenn ein Staat so Gottes verbunden ist, überall auf der Welt kann man sehen was da durch passiert. Deshalb bin ich auch der Meinung die CDU und CSU gehören wegen Fanatismus verboten, den so etwas schürrt Fremdenhass, in einem gewissen sinn, ich muss mir nur meine Eltern anschaun, die sind CDU-Wähler und ich muss mir immer anhören: Diese Neger oder ähnliches fällt mir seit dem aktuellen Wahlkampf zu oft.

Es zeugt meiner Meinung nach davon, das die CDU den Menschen zeigt, das nur Christen, Weiß und Deutsch gute Menschen sind. Herr Stoiber unterdrückt, sogar die Ostdeutschen und diese Menschen sind Deutschestaatsbürger, die wirklich nichts dafür können, dass es die DDR gab.

Gruß
Tobias

Darky Offline




Beiträge: 87

02.09.2005 07:58
#25 RE:Verändern und nicht Abschaffen antworten

ich finde in der grundschule sollte man noch gar nichts mit religionen in der schule machen. ab 12-13 könnte man dann ethik (auch als pflichtfach) nehmen. alle religionen durchnehmen und auch sekten etc und wie hier jemand schon meinte das für und gegen diskutieren. ich hatte im RU die erfahrung dass wir in der grundschule hauptsächlich das vater unser auswendig lernen mussten und kleine jesusbildchen malen... ich hatte als kind auch oft angst dass ich dann in die hölle komme wenn ich schon mit 12 gelüste spüre oder meine eltern anlüge. dann haben mich meine eltern noch stark beeinflusst und hab somit heute kaum selbstbewusstsein. es mag vielleicht nicht allen gehen wie mir aber sicher bin ich nicht die einzige und daher wäre es besser grade in der grundschule den RU zu lassen da es kinder doch zu stark beeinflusst und die ja noch in der entwicklung sind.
in der realschule hatte ich dann ethik genommen und hatte dann das wo ich denke dass mans einführen sollte.
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