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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  

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Dieses Thema hat 93 Antworten
und wurde 2.426 mal aufgerufen
 Christentum
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Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

27.09.2007 13:03
#51 RE: Zuviele Kirchen zuwenig Moscheen? antworten

Du hast mich falsch verstanden. Auch ich möchte nicht, dass in Deutschland mehr Moscheen gebaut werden. Genau wie ich nicht möchte, dass mehr Kirchen, Synagogen oder sonst welche religiösen Tempel gebaut werden.

Das heißt aber nicht, dass ich damit, wie du so allgemein formuliert hast, den Gläubigen das Recht abspreche, in Gebäuden ihrer Religion nachzugehen. Nur eben in ganz normalen von außen sich einpassenden und nicht nach außen wirkenden (Glocke, Muezin) Gebäuden. Kein Gott hat, soweit ich weiß, gefordert ihm solche Gebäude zu bauen. Und selbst wenn. Gottes Recht geht nicht über staatliches, auch nicht unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit.

Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

27.09.2007 13:11
#52 RE: Zuviele Kirchen zuwenig Moscheen? antworten
ad welfen:

Welchen Grund gibt ews dann gegen große Moscheen? Ganz ehrlich, ich verstehs nicht.

Der einzige Grund ist eine Bekämpfung des Islams ansich. Egal, welche Richtung, egal, ob Gesetze und Menschenrechte akzeptiert werden, der Koran wörtlich ausgelegt wird, das alles interessiert nicht, es wird der gesamte Glaube bekämpft. Wenn gleichzeitig gegen den Kölner Dom protestiert würde, den ich als total überdimensioniert und potthäßlich empfinde, meinethalben. Atheisten dürfen genauso religionsfendlich sein, wie Theisten es z.T. in der anderen Richtung sind. Aber dieses rauspicken des Islam als Feindbild ist gefährlich. Unter anderem weil es blind macht für aufgeklärte Muslime, die nicht wegdiskutiert werden können, und weil es wie schon gesagt xenophob bis rassistisch wirkt.

EDIT: Hab Deinen letzten Beitrag nicht lesen können, bevor das rausging. Versteh schon, was Du meinst (und das es bei Dir gegen alle Religionen geht ist auch klar...;)); bin da aber anderer Meinung, schon um alsAtheist auch öffentlichkeitswirksam auftreten kann, wenn ich das wollte.

Und nochmal: Es gibt keine Gründe, dem Islam prinzipiel repräsentative Gebäude vorzuenthalten. Keine, die mit den GG in Übereinstimmung gebracht werden können.

ad B.S.: Du könntest probieren, im Zuge der Gleichberechtigung und des staatlichen Neutralitätsgebots jeden Auftritt von Religionen in der Öffentlichkeit zu unterbinden. Kirchen schließen oder zumindest die Kreuze entfernen, Kapellen abreissen, Werbung für Religionsgemeinschaften verbieten etc. pp. Das BVerfG würde dem ein Riegel vorschieben, da bin ich mir sicher, aber was solls, wäre zumindest eine Gleichbehandlung der Weltanschauunggemeinschaften. Darum gehts aber nicht. Es geht darum, eine Religionsgemeinschaft zu benachteiligen. Und dadurch werden Grundrechte verletzt und das Neutralitätsgebot des Staates ad absurdum geführt.
Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

27.09.2007 14:06
#53 RE: Zuviele Kirchen zuwenig Moscheen? antworten

In Antwort auf:
Du könntest probieren, im Zuge der Gleichberechtigung und des staatlichen Neutralitätsgebots jeden Auftritt von Religionen in der Öffentlichkeit zu unterbinden. Kirchen schließen oder zumindest die Kreuze entfernen, Kapellen abreissen, Werbung für Religionsgemeinschaften verbieten etc. pp.
Was dichtest du mir denn nun schon wieder an?
Die sollen sich treffen, ihre Weltkirchentage feiern und in der Öffentlichkeit rumhopsen so oft sie wollen. Aber auf ihre Kosten und ohne staatliche Förderung. Was ich aber schon zweifelhaft hinsichtlich des Neutralitätsgebotes finde ist, wenn gewählte Repräsentanten in ihrer Eigenschaft als solche an religiösen Zeremonien teilnehmen.

Aber das ist nicht das Feld, auf dem wir bisher diskutiert haben. Dort meine Meinung kurz zusammengefasst: Bestandschutz für bestehende religiöse Gebäude aber keine Neubauten mehr. Egal von wem und mit welcher Begründung.
Oder meinethalben die Einrichtung religöser Parks oder so wo dann Kirche neben Synogoge, Moschee neben Hinduistischem Tempel steht. Auf jeden Fall keine religösen Prestigbauten im städtischen Bereich mehr die versuchen, sich gegenseitig zu übertrumpfen.

Nieselpriem ( Gast )
Beiträge:

27.09.2007 16:39
#54 RE: Zuviele Kirchen zuwenig Moscheen? antworten

In Antwort auf:
Welchen Grund gibt ews dann gegen große Moscheen? Ganz ehrlich, ich verstehs nicht.


Ok, ich will mich auch mal versuchen. Mögliche Gründe wären:

- Sie passen nicht ins Stadtbild.

Das ist durchaus verständlich, da unsere Kultur eben christlich geprägt ist, auch was die Architektur angeht. Dass manche Menschen sich dadurch in ihrem ästhetischen Empfinden gestört fühlen, muss man einfach akzeptieren. Und wenn die überwiegende Mehrheit der direkten Nachbarschaft das so empfindet, dann ist das eben so. Ich würde auch nicht wollen, dass direkt nebenan eine Kirche gebaut würde. Mich nervt dieses ewige Gebimmel furchtbar.

- Man fürchtet eine Ghettoisierung der Nachbarschaft

Auch hier gibt es durchaus berechtigte Argumente für diese Angst. Natürlich gibt es viele Menschen, denen etwas orientalisches Flair in ihrer Nachbarschaft durchaus angenehm ist. Aber nicht alle denken so. Und auch hier muss man akzeptieren, dass letztendlich die Mehrheit entscheidet, und sei es per Bürgerbegehren.

- Es herrscht eine latente Angst vor dem Islam in unserer Gesellschaft

Das ist wahrscheinlich der Hauptgrund um gegen den Neubau einer Moschee zu stimmen. Und diese Angst ist nicht ganz unbegründet. Dafür hat der Islam allerdings selbst gesorgt. Der Islam ist in seinem Kern intolerant und gewaltbereit. Natürlich gibt es viele Moslems, die vollkommen friedlich unter uns leben. Aber es gibt genügend schwarze Schafe, die das anders sehen. Und diesen radikalen Elementen ein Podium im eigenen Umfeld zu geben, ist vielen Deutschen mehr als suspekt. Das muss man einfach akzeptieren, denn es kommt nicht von ungefähr.

Letztendlich hat B.S. absolut Recht. Für jeden Neubau muss man in Deutschland einen Antrag stellen. Das Grundgesetz sichert keiner Religionsgemeinschaft zu, ihre Gotteshausvorstellungen unkontrolliert umsetzen zu dürfen. Das gilt ja auch nicht nur für Moscheen. Jeder Neubau einer Kirche muss mehrfach genehmigt und abgesegnet werden. Sie muss ins Stadtbild passen und sich an gängige Bauvorschriften halten. Und wenn die Bürger dagegen sind, muss eventuell darüber abgestimmt werden. Warum sollte man das bei Moscheen anders handhaben? Ich sehe da keinen plausiblen Grund.

Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

27.09.2007 16:44
#55 RE: Zuviele Kirchen zuwenig Moscheen? antworten
EDIT: ad B.S. (den Beitrag von Nieselpriem hab ich noch nicht gelessen)

Aber um staatliche Förderung gehts doch gar nicht (oder ich habe da echt was verpasst). Andichten wollte ich Dir gar nichts, B.S.; wirklich nicht...

Hab auch gar nichts gegen Deinen radikalen "Keine-neuen-Tempel"-Ansatz, eben weil er zumindest alle Religionen gleich betrifft. Ich teile ihn zwar nicht, da ich repräsentative schätze, egal von wem; und wenigstens bauen Kirchen/Religionsgemeinschaften überhaupt noch so, das man als Betrachter was von dem Gebäude hat (ohne jetzt ne Dikussion zur Stadtplanung vom Zaun brechen zu wollen).

Problematisch finde ich die Sonderbehandlung einer Weltanschauungsgemeinschaft; weswegen habe ich öfters gesagt.
Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

27.09.2007 16:56
#56 RE: Zuviele Kirchen zuwenig Moscheen? antworten

In Antwort auf:
Niieselpriem schrieb: Das ist wahrscheinlich der Hauptgrund um gegen den Neubau einer Moschee zu stimmen. Und diese Angst ist nicht ganz unbegründet. Dafür hat der Islam allerdings selbst gesorgt. Der Islam ist in seinem Kern intolerant und gewaltbereit.

Da ich die ersten beiden Gründen für gelinde gesagt albern halte, um deswegen ein Grundrecht einzuschränken, beschränke ich mich mal auf dieses, denn hier liegt wohl der Hase im Pfeffer.

Und konkret heißt das: Weil einige (meinethalben auchviele) Moslems ein ... Problem ... mit der Neuzeit haben, werden alle abgestraft. Ist ja eine im Kern intolerante Religion.

Mit dem Argument könntest Du jede Weltreligion verbieten, denn die haben alle ihre fundamentalistischen Wirrköpfe; dann verbieten wir alles, was sich "sozialistisch" nennt, weil die ja auch Dreckam Stecken haben, und zu guter letzt die CDU, weil zumindest mir die Sprüche von Schäuble und Jung echt Angst machen. Ist ein bissel polemisch, zugegeben, aber diffuse Ängste reichen nicht zur Einschränkung konkreter Rechte.

Was derletzte Absatz soll frag ich mich ein wenig. Natürlich muss jedes neue Gebäude gemäß Bauordnung und tausend anderen Vorschriften geprüft werde. Ist mWn alles getan (sowohl in Köln als auch in Berlin): Bauantrag, Genehmigung etc. pp. Den Gegnern ist das herzlich schnuppe,denn es geht eben nicht um Gleichbehandlung z.B. mit dem Chirstentum, sondern um eine Benachteiligung des Islam.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

27.09.2007 16:57
#57 RE: Zuviele Kirchen zuwenig Moscheen? antworten

In Antwort auf:
Problematisch finde ich die Sonderbehandlung einer Weltanschauungsgemeinschaft...
Da sind wir uns dann wieder einig.

Nieselpriem ( Gast )
Beiträge:

27.09.2007 17:07
#58 RE: Zuviele Kirchen zuwenig Moscheen? antworten

@Füchschen:

In Antwort auf:
Da ich die ersten beiden Gründen für gelinde gesagt albern halte, um deswegen ein Grundrecht einzuschränken, beschränke ich mich mal auf dieses, denn hier liegt wohl der Hase im Pfeffer.


Nochmal zum Mitschreiben: Der Bau eines Gotteshauses ist in Deutschland kein Grundrecht. Nicht für Christen. Nicht für Juden. Nicht für Muslime. Jetzt klar geworden?

In Antwort auf:
Und konkret heißt das: Weil einige (meinethalben auchviele) Moslems ein ... Problem ... mit der Neuzeit haben, werden alle abgestraft.


Mal ein kleines Beispiel. Stell dir einfach eine Schlangengrube vor, in der sich 100 ungiftige und nur 2 giftige Schlange befinden. Dazu kommt noch, dass sich diese Giftschlangen ja auch vermehren können. Würdest du dich also zwingen lassen, in dieser Grube zu leben? Sei bitte ehrlich. Denn genau darauf läuft es hinaus. Vielleicht wirst du nie Kontakt mit diesen beiden Schlangen haben. Und vielleicht sterben sie auch ohne Nachwuchs aus. Aber eben nur vielleicht. Aus dieser Sicht wird die latente Angst in Deutschland vielleicht deutlich.

P.S.: Jetzt bitte nicht auf dem Begriff "Schlangen" herumreiten. So viele Gifttiere gibt es einfach nicht. Ich hätte auch Spinnen nehmen können. Aber da ist der allgemeine Ekel eher noch grösser. Ausserdem mag ich Schlangen, nur nicht unbedingt die giftigen.

Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

27.09.2007 17:20
#59 RE: Zuviele Kirchen zuwenig Moscheen? antworten
In Antwort auf:
Nieselpriem schrieb: Nochmal zum Mitschreiben: Der Bau eines Gotteshauses ist in Deutschland kein Grundrecht. Nicht für Christen. Nicht für Juden. Nicht für Muslime. Jetzt klar geworden?

Auch wenn es sich zu einer Nein!-Doch!-Nein!-Doch!-Diskussion entwickelt: Zur Religionsfreiheit gehören schlicht und ergreifend Orte, wo mann diese Religion frei ausüben kann. Diese müssen noch nicht repräsentativ und so sein, aber Räume muss man unterhalten dürfen.

Wenn andere Religionsgemeinschaften repräsentative Gebäude im öffentlichen Raum unterhalten dürfen, gibt es keinen Grund, einer bestimmten Gemeinschaften so etwas vorzuenthalten. Dies verstieß gegen das staatliche Neutralitätsgebot und damit gegen Grundrechte. Wir können das gerne noch weiter ... diskutieren ist das falsche Wort ... erörtern, aber von der Rechtslage kommt man nicht weg.

Zu den Schlangen: Die beiden ungiftigen haben Grundrechte; selbst wenn tausend giftige sind oder eine Millionen, an den Rechten der beiden ändert das nichts.

Und die Vermutung, bei ca. 98% der hier lebenden Moslems hätten wir es mit mittelalterlichen, verbohrten, fundamentalistischen Islamisten zu tun, die die Unterdrückung von Frauen befürworten und Dschihad für nen passenden Vornamen halten, halte ich für schlicht paranoid. Soviele echt gläubig-verbohrtee Menschen gibts nirgendwo, nicht hier, nicht in Saudi-Arabien, ncht im Iran, nichtmals im Bible Belt der USA. Vielen geht das Ganze doch total am Arsch vorbei, die wollen hier in Frieden leben und Einkaufen.

Und aus den Schlangen dreh ich Dir natürlich einen Strick. Ist ja ne Unverschämtheit! Hättens Skorpione denn nicht getan? Und überhaupt... Naaa gut, dann nicht ...
Nieselpriem ( Gast )
Beiträge:

27.09.2007 18:02
#60 RE: Zuviele Kirchen zuwenig Moscheen? antworten

@Reinecke:

Eieiei... bitte nochmal lesen. Ich glaube, du hast da bei den Schlangen etwas völlig durcheinandergebracht. räuspernd auf den kleinen aber entscheidenden Zahlendreher hinweist

Und eine Religionsgemeinschaft hat trotzdem kein Grundrecht auf den Bau eines Gotteshauses. Sie können natürlich jederzeit ein bestehendes Gebäude als solches umfunktionieren, aber eben nicht aus Prinzip bauen. Es geht hier nur ums bauen. Soll ich nochmal bauen sagen, oder ist es diesmal angekommen?

welfen2002 Offline



Beiträge: 2.706

27.09.2007 18:35
#61 RE: Zuviele Kirchen zuwenig Moscheen? antworten

jeder kann doch glauben was er will und auch jeden Tag was anderes! Wenn es aber darum geht die Gestalt eines Stadtteils komplett in eine bestimmte Richtung "Glauben" zu verändern braucht man das OK der Anlieger. In Berlin u. Köln ist das nicht der Fall. (Das gleiche gilt für alle Flughäfen, Gewerbegebiete usw. auch)
Wieso ist es so schwierig die Meinung der betroffenen Bürger zu berücksichtigen?

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Taqiyya bitte nicht mit Tequila verwechseln, kommt auch nicht aus Mexiko!

Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

28.09.2007 08:40
#62 RE: Zuviele Kirchen zuwenig Moscheen? antworten

Es liegt eine Baugenehmigung vor. Was die Anwohner dazu sagen ist rechtlich weitestgehend uninteressant.

Daher ist das ganze keine juristische Auseinandersetzung mehr, sondern eine politische.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

28.09.2007 08:51
#63 RE: Zuviele Kirchen zuwenig Moscheen? antworten

In Antwort auf:
Daher ist das ganze keine juristische Auseinandersetzung mehr, sondern eine politische.

Und genau das ist es doch, was wir hier diskutieren wollen. Hier ist kein Forum für Rechtsberatung. Es ist also, nicht für die Praxis aber für unsere Diskussion hier, also eigentlich völlig unerheblich, wie die jetzige Gesetzeslage ist.
Wir wollen diskutieren, welche Vorstellungen vom richtigen Umgang mit Religion und ihren Begleiterscheinungen jeder so hat. Dazu brauchen wir uns nicht nach Gesetzen zu richten, sondern nach dem, was jeder als sinnvoll empfindet.

Sollte sich bei umfassender Diskussion in der Gesellschaft (so es die mal gibt) herausstellen, dass ein Problem mehrheitlich mit einer bestimmten Lösung gesehen wird, kann doch das Gesetz auch geändert werden.

welfen2002 Offline



Beiträge: 2.706

28.09.2007 18:37
#64 RE: Zuviele Kirchen zuwenig Moscheen? antworten

Zitat von Reinecke
Daher ist das ganze keine juristische Auseinandersetzung mehr, sondern eine politische.
Na denn ist es eben eine politische Auseinandersetzung. Währe es kein Grund dazu eine Meinung zu haben und die dann auch noch gemeinsam mit dem Volk zu formulieren?
Es gibt unzählige Minderheiten die Vereine gründen um dort Ihren Interessen nachzugehen, aber es währe mir neu, das ein Verein sich in einem so dominierenden Bauwerk ein Zeichen setzen darf, ohne dabei auf das Empfinden der Bevölkerung rücksicht zu nehmen.
(Was für eine juristische Rechtsform haben denn die moslemischen Sekten in Köln u. Berlin???)

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Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

30.09.2007 11:32
#65 RE: Zuviele Kirchen zuwenig Moscheen? antworten

Es gibt einen guten Grund, warum die Religions- bzw. Gewissensfreiheit unter besonderem Schutz der Verfassung steht, das Brieftaubenzüchten oder Briefmarkensammeln nicht.

EIne Meinung dazu kann jeder haben. Mehr als meine Meinung zu artikulieren habe auch ich nicht getan.

Aber um die nicht konkrete Frage zu beantworten, die hier im Raum schwebt: Nein, ich bin absolut nicht der Meinung, dass eine Moschee die Erlaubnis der Anwohner braucht. Dann hätten wir das, was Demokratie eben nicht sein darf: Eine Diktatur der Mehrheit. Ohne ohne Grundrechte und Minderheitenschutz wäre jeder von der "Gnade der Massen" abhängig, un wie diese Gnade aussehen kann ist ja bekannt...

Die Rechtsform (dieser Sekte in Berlin, Köln ist es die DITIB, keine Ahnung, als was die Auftritt) dürfte die eines Vereins sein; es ist keine Körperschaften des öffentlichen Rechts, sie zieht keine Kirchensteuer ein und darf keinen Religionsunterricht erteilen. Hat mE aber nichts mit der Frage zu tun.

welfen2002 Offline



Beiträge: 2.706

01.10.2007 14:18
#66 RE: Zuviele Kirchen zuwenig Moscheen? antworten

Zitat von Reinecke
Ohne ohne Grundrechte und Minderheitenschutz wäre jeder von der "Gnade der Massen" abhängig, un wie diese Gnade aussehen kann ist ja bekannt...
Die Rechtsform (dieser Sekte in Berlin, Köln ist es die DITIB, keine Ahnung, als was die Auftritt) dürfte die eines Vereins sein; es ist keine Körperschaften des öffentlichen Rechts, sie zieht keine Kirchensteuer ein und darf keinen Religionsunterricht erteilen. Hat mE aber nichts mit der Frage zu tun.
Egal wie klein und welche Minderheit in Schutz genommen werden sollte darf kein religiöser Interessenverein, nach meiner Auffassung, die Tolleranz der "breiten Masse" derart überstrapazieren, das es zu Demonstrationen a la Köln oder Berlin kommt. Dort geht es im übrigen nicht um Religionsfreiheit (ja/nein), sondern um die bauliche Veränderung eines Stadtteils.
Und mal so ganz unter uns! Ich kann doch nicht alles in die Rechtsform "Religiöser Verein" packen, um unter dem Schutz der Religionsfreiheit zu schalten und zu walten wie es beliebt.

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Nieselpriem ( Gast )
Beiträge:

03.10.2007 15:17
#67 RE: Zuviele Kirchen zuwenig Moscheen? antworten

Ich möchte hier nur mal kurz ein Beispiel aus Dresden anbringen. Es geht zwar nicht um den Bau eines Gotteshauses, sondern "nur" um den Bau des Neuen Gewandhauses. Aber für Atheisten ist ein Gotteshaus ja schliesslich auch nur ein Gebäude wie jedes andere. Beim Gewandhaus hat ein Gremium über die verschiedenen Vorschläge entschieden. Und dabei ist ein absolut pottenhässlicher Klotz herausgekommen. Die grosse Masse der Dresdner (mich eingeschlossen) ist empört und weigert sich, dieses Monstrum in der barocken Altstadt zu akzeptieren. Deshalb gibt es jetzt enorme Probleme, dieses Projekt in seiner derzeitigen Form durchzusetzen.

Jetzt frage ich mich doch, warum für eine Moschee andere Masstäbe angelegt werden sollen, als für ein normales Gebäude? Die Anwohner wollen es in der grossen Masse nicht. Basta! Das muss man akzeptieren. Die Gründe spielen da eigentlich eine untergeordnete Rolle. In solchen Fällen lobe ich mir das System der Schweiz mit ihrer direkten Demokratie. Dort wären Beschlüsse gegen den Willen des Volkes völlig undenkbar.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

03.10.2007 17:34
#68 RE: Zuviele Kirchen zuwenig Moscheen? antworten

In Antwort auf:
Jetzt frage ich mich doch, warum für eine Moschee andere Masstäbe angelegt werden sollen, als für ein normales Gebäude?

Nicht nur für Moscheen. Ich finde auch die Synagoge potthäßlich und nicht ins Bild passend, die jetzt den Zugang zu meinem geliebten Bärenzwinger verschandelt. Das sehen bzw. sahen, denke ich jedenfalls, auch viele Dresdner ähnlich.

Nieselpriem ( Gast )
Beiträge:

03.10.2007 18:08
#69 RE: Zuviele Kirchen zuwenig Moscheen? antworten

Naja, zugegeben, die Synagoge ist nicht unbedingt ein architektonisches Glanzstück Dresdens. Aber sie duckt sich wenigstens relativ unauffällig in ihre Senke. Und besser als die hässlichen Plattenbauten direkt gegenüber ist sie allemal. Der Anblick stört mich auch eigentlich nur beim Betreten des Bärenzwingers. Beim Verlassen bin ich meist so betankt, dass ich Mühe habe, da die Stufen hochzukommen und somit meinen Blick nach unten richte. Aber das Gewandhaus soll ja mitten auf dem barocken Neumarkt entstehen. Und in seiner geplanten Form passt es einfach absolut nicht. Ähnliches gilt eben für eine Moschee, die ja am besten jedes umstehende Gebäude auch noch überragen soll. Schliesslich ist Allah groß und braucht eine entsprechende Hütte. Und da fehlen mir einfach die Relationen.

welfen2002 Offline



Beiträge: 2.706

04.10.2007 20:12
#70 RE: Zuviele Kirchen zuwenig Moscheen? antworten
Zitat von Bruder Spaghettus
In Antwort auf:
Jetzt frage ich mich doch, warum für eine Moschee andere Masstäbe angelegt werden sollen, als für ein normales Gebäude?

Nicht nur für Moscheen. Ich finde auch die Synagoge potthäßlich und nicht ins Bild passend, die jetzt den Zugang zu meinem geliebten Bärenzwinger verschandelt. Das sehen bzw. sahen, denke ich jedenfalls, auch viele Dresdner ähnlich.
Wenn´s doch nur bei der potthäßlichen und überkandidelten Größe bliebe, aber es sollen ja auch die Gehörgänge dran glauben. http://www.express.de/servlet/Satellite?...32420&artikelty
Wie hier an der Kölner Moschee, wo auch kein Gebetsrufer fehlen darf.
Tolleranz bis zum Auswandern wird hier politisch gewollt.

http://www.focus.de/politik/deutschland/...aid_134750.html

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Nieselpriem ( Gast )
Beiträge:

04.10.2007 21:31
#71 RE: Zuviele Kirchen zuwenig Moscheen? antworten

Die Frage hier ist doch, ob die Bevölkerung das Gejammer eines Muezzin überhaupt hinnehmen muss, unabhängig davon, ob die DITIB das will, oder nicht. Ich weiss zumindest im Falle eines Kirchenneubaus, dass da durchaus die Anwohnerschaft ein Wörtchen mitzureden hat. Anders ist es, wenn beim Bezug der neuen Wohnung bereits eine Kirche in der näheren Umgebung vorhanden ist. Das sieht man ja, wenn man sich für die entsprechende Wohnung entscheidet und muss das Gebimmel dann auch akzeptieren, solang es im Rahmen bleibt. Aber bei einem Neubau muss man das eben nicht. Hier gibt es durchaus Möglichkeiten, sich rechtlich zu wehren, weshalb die Kirchen Neubauten auch weitestgehend vermeiden, da sie sehr genau wissen, was auf sie zukommen kann. Ich denke mal, beim Bau einer Moschee, die ja nach deutschem Recht noch nicht einmal ein Gotteshaus darstellt (der Islam ist doch keine anerkannte Religionsgemeinschaft, oder irre ich mich da?), wird die Sachlage eher noch strenger bewertet werden. Sicher bin ich mir natürlich nicht, aber ich würde mich wundern, wenn es anders wäre.

Christian D! ( Gast )
Beiträge:

04.10.2007 21:46
#72 RE: Zuviele Kirchen zuwenig Moscheen? antworten

Ich persönlich denke das nichts dagegenspricht das eine Moschee gebaut wird (wo auch immer) nur ist der Platz entscheident. Ist schon eine Weile her, da wurde im Fernsehn ein Beitrag zu genau dem Thema gezeigt und da wurde eine Moschee mit Minaret (!) genau neben einer Kirche gebaut - in Deutschland. Ob sich die Einwohner damit abgefunden haben (also die Deutschen) oder ob sie den bau auch akzeptiert haben wei ich nicht mehr, jedenfalls wurde von der Kirche, als Reaktion auf den Gesang des Muchahedin(oder wie auch immer man das schreibt) ein länges läuten der Kirchenglocken eingeführt.
Ab mal eine Frage: Wieso müssen die Moscheen in Deutschland Minarette haben? Wieso müssen sie (so wie in Köln) solche Ausmaßer erlangen? Und ist der Gesang des Muchahedin denn wirklich nötig? Ein Moslem wird nun sagen: Natürlich, das sind Dinge die unweigerlich mit einer Moschee zusammenhängen.
Die Moslems klagen über die Probleme hier im Lande Moscheen zu errichten - wie sieht es aber in der islamischen Welt mit den christlichen Kirchen aus?

Nieselpriem ( Gast )
Beiträge:

04.10.2007 22:25
#73 RE: Zuviele Kirchen zuwenig Moscheen? antworten

Christliche Kirchen in islamisch geprägten Ländern?! HA! Ick schmeiss mir wech! HA!

You made my day!

mum1 Offline

T'ien-shen-mu

Beiträge: 2.323

05.10.2007 07:44
#74 RE: Zuviele Kirchen zuwenig Moscheen? antworten

@Nieselpriem: Ja anerkannte Religionsgemeinschaft, gehört offiziell zu den drei großen Weltreligionen mit 1,3 Milliarden anhängern.

@ Christian: Ja eigentlich müssen Moscheen Minarette haben der Müzzedin ruft den Beginn des Gebets aus, ähnlich wie die Kirchenglocken dies tun. Gehört also unweigerlich zu einer Moschee dazu. Religiös ist der Eezan (Gebetsruf) sogar zwingend vorgeschrieben, in Moscheen ohne Minarett übernimmt meist der Vorbeter diese Aufgabe in einem geschlossenen Raum. Dies jedoch nur aufgrund der eingeschränkten Verhältnisse in Deutschland. Ich finde es nicht schlimm wenn hier die Moscheen ohne Minarett gebaut werden, im Telekommunikationszeitalter, kann man auch sat-TV einschalten und sich den Eezan direkt aus Mekka anhören. Das belästigt wenigstens die Anwohner nicht so.

Und das ist wohl das Problem hier: Nicht der Eezan an sich sondern das Problem das er 5mal täglich, auch zu nachtschlafender Zeit ausgerufen wird, und damit können die Deutschen nichts anfängen. Wenn der Pastor nachts um 11 und morgens um 4:30 15minutn die Kirchenglocken bimmeln würde, dann stünden die Anwohner auch ganz schnell erbost auf der Matte.


PS: Warum müssen Moscheen solche Ausmasse erlangen: Weil Gott dem der ihm ein Haus auf Erden errichtet, ein gleichwertiges Haus im Paradies versprochen hat. Reiner Egoismus also!

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

05.10.2007 08:31
#75 RE: Zuviele Kirchen zuwenig Moscheen? antworten

In Antwort auf:
Ja anerkannte Religionsgemeinschaft, gehört offiziell zu den drei großen Weltreligionen mit 1,3 Milliarden anhängern

Da bin ich mir nicht so sicher. Anerkannte Religion, ja. Aber anerkannte Religionsgemeinschaft? Welche sollte das sein? Meines Wissens gibt es im Islam keine kirchenähnliche Organisation. Die als KdR (Körperschaft des öffentlichen Rechts) anerkannten Religionsgemeinschaften sind aber gerade die Kirchen. Welche islamische Organisation wäre da eine KdR? Weiß jemand was genaueres? Kommt es überhaupt darauf an oder könnte nicht jeder x-beliebige Verein ebenfalls ein religiöses bzw. weltanschauliches Gebäude errichten?

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